SmartThings dreht den kostenlosen Zugang zur API im Oktober 2026 ab und stößt mich als Smart-Home-Nutzer damit vor den Kopf. Mein Waschtrockner (Samsung WD90DG6G94BBU2), den ich erst im Jahr 2026 gekauft habe, würde damit monatliche Abo-Kosten verursachen, sofern er in Home Assistant per SmartThings-Integration angebunden werden soll.
Ich habe aus diesem Grund die Integration von SmartThings auf LocalThings umgestellt. Mein Waschtrockner ist dadurch lokal mit Home Assistant vernetzt. Für den Abruf des Status und der Restlaufzeit brauche ich keine externe Verbindung mehr.
Wer diesen Weg nicht wählt, wird ab Oktober 2026 einen Personal Plan brauchen, um die Integration weiterhin zu nutzen.[Quelle] Die SmartThings-App ist davon ausgenommen. Es handelt sich um eine Monetarisierung der Entwickler-API, auf die Home Assistant im Rahmen der Integration zurückgreift. Diese API nutzt jeder Anwender, wenn er seine Geräte über die SmartThings-Integration in Home Assistant einbindet.
Warum ich SmartThings ersetze
Vor der Umstellung habe ich die Anbindung des Waschtrockners über die SmartThings-Integration in Home Assistant seit Mai 2026 genutzt. Der Datenaustausch erfolgte über Cloud Push in der Home Assistant Cloud. Die Authentifizierung lief einmalig über OAuth.[Quelle] Hin und wieder war eine erneute Anmeldung notwendig, da keine Daten mehr übertragen wurden.
Durch die ausgelesenen Daten habe ich in meinen Dashboards die Anzeige der Restlaufzeit sowie des aktuellen Zustands übernommen und mir eine Benachrichtigung bei Beendigung des Durchlaufs geschickt. Alexa hat darüber hinaus auch eine Ansage gemacht. Der Umweg über die Cloud hat mich von Beginn an nicht sehr glücklich gemacht, jedoch ist mir bis heute keine Waschmaschine mit lokaler Integration bekannt. Ein Eigenbau ebenfalls wohl kaum erstrebenswert.
Mit der Ankündigung der Einführung von monatlichen Kosten[Quelle] war mir jedoch klar, dass ich diesen Weg nicht mitgehen kann. Aus diesem Grund habe ich bewusst auf LocalThings gewechselt, um mich keinem Abo zu unterwerfen. Der angenehme Nebeneffekt ist eine lokale Verarbeitung der Daten für Home Assistant. Die App bleibt bei mir weiterhin in Betrieb, jedoch ausschließlich zur Steuerung der Programme. Die Verbindung zu meinem Gerät erfolgt durch LocalThings als lokale Alternative zu SmartThings.
LocalThings statt SmartThings: Was sich eigentlich ändert
Für das Auslesen der Samsung Waschmaschine ohne Cloud in Home Assistant bildet LocalThings die Brücke. Zugrunde liegt die lokale Samsung-Kommunikation in Form der Python-Bibliothek SmartThings-Local[Quelle], die über CoAP-DTLS kommuniziert[Quelle].
Die in HACS verfügbare Integration LocalThings des Nutzers mbillow nutzt die Python-Bibliothek SmartThings-Local des Nutzers QuiteYellow und baut auf dieser auf. Während SmartThings-Local damit unabhängig genutzt werden kann, ist LocalThings auf diese Bibliothek angewiesen und liefert den Rahmen für die Nutzung in Home Assistant.
Durch die Kommunikation via CoAP-DTLS (Constrained Application Protocol und Datagram Transport Layer Security) ist eine Kommunikation zwischen Home Assistant und SmartThings (Cloud) nicht mehr notwendig, da die Geräte lokal angesprochen werden können. Ebenso wird ihr Status lokal abgefragt und verarbeitet. Die Integration sorgt jedoch nicht dafür, dass das Gerät ohne Cloud betrieben wird. Stattdessen stellt es einen weiteren Kommunikationskanal dar, der abseits der vorgesehenen Verbindung des Herstellers agiert.

Die Einrichtung war komplizierter als erwartet
Der erste Schritt für die Einrichtung führt zu HACS und der Custom-Integration LocalThings. Nach dem Herunterladen entscheidet das Gerät darüber, ob ein Zertifikat notwendig ist. Der Entwickler mbillow gibt hierzu an:
Not every appliance needs this — some devices don’t require a CA to authenticate at all, and the config flow (Part 3) only asks for a CA certificate and CA private key when your appliance does. If Part 3 doesn’t prompt you for CA fields, skip this part.[Quelle]
Im Falle meines Waschtrockners war die Erstellung des Zertifikats notwendig. Für die Erstellung benötige ich die Samsung-UUID aus dem Zertifikat, die ich mir per OpenSSL hole. Mein erster Schritt führte mich zur Installation von OpenSSL.
winget install ShiningLight.OpenSSL.LTS.LightDa diese Installation jedoch mit dem HTTP-Fehler 404 fehlschlug, bin ich auf FireDaemon ausgewichen.
winget install FireDaemon.OpenSSLIn einer neuen PowerShell-Session konnte ich dann das Zertifikat auslesen:
openssl s_client -connect connect-v2.samsungiotcloud.com:443 -servername connect-v2.samsungiotcloud.com -showcerts | openssl x509 -noout -subjectDie entscheidende Ausgabe sah bei mir wie folgt aus:
subject=C = KR, O = Samsung Electronics, OU = uuid:<UUID>, CN = *.samsungiotcloud.comRelevant für die Einrichtung ist der Teil hinter OU = uuid:, denn er dient zur Erstellung des Client-Zertifikats.
Mit der herausgefundenen UUID (die setze ich nachfolgend für <UUID> ein) habe ich dann die Zertifikate erstellt, indem ich das SmartThings-Local-Repository geklont habe, um an das setup_cert.py-Skript zu kommen:
git clone https://github.com/QuiteYellow/SmartThings-Local.git
cd C:\Workspace\SmartThings-Local
$env:UUID="<UUID>"
python setup_cert.pyDie Variable $env gilt nur für die laufende Session und wird beim Schließen der PowerShell gelöscht.
Das Skript hat alle notwendigen AC14K_M_Signing-Materialien heruntergeladen und die Zertifikate im Ordner certs\.bundle erzeugt, wodurch ich die Keys in Home Assistant hinterlegen konnte.
Was ich noch umstellen musste
Nach der Einrichtung hat zunächst alles funktioniert wie zuvor. Das lag daran, dass ich die Integration SmartThings nicht gelöscht habe. Ich habe mich bewusst für den Parallelbetrieb entschieden, um bei Problemen erneut von LocalThings zu SmartThings zu wechseln. Eine Migration war dennoch notwendig, da meine Automation und meine Entitäten im Dashboard auf die bisherige SmartThings-Integration gezeigt haben.
Ich habe OpenCode mit dem HA-MCP beauftragt, alle Vorkommnisse der SmartThings-Integration zu finden. Die Recherche gab mir folgende Übersicht:
Dashboard „Obergeschoss“
Startseite, Badge „Waschmaschine“: sensor.waschmaschine_1_maschinenzustand → sensor.samsung_washer_da_wm_tp1_21_common_machine_state
In den drei Sichtbarkeitsbedingungen desselben Badges ebenfalls austauschen.
Dabei zusätzlich den Zustand stop → idle ändern.
Ansicht „Flur“, Bereich „Wandschrank“: sensor.waschmaschine_1_vorgangsstatus → sensor.samsung_washer_da_wm_tp1_21_common_progress
Ansicht „Flur“, Bereich „Wandschrank“: sensor.waschmaschine_1_energie → sensor.samsung_washer_da_wm_tp1_21_common_energy
Automation „Waschmaschine fertig“
Im State-Trigger: sensor.waschmaschine_1_vorgangsstatus → sensor.samsung_washer_da_wm_tp1_21_common_progress
Der Zielzustand finish kann unverändert bleiben.Da ich bereits die Samsung Waschmaschine in Home Assistant eingebunden habe, konnte die KI die Vorkommnisse der Entitäten herausfiltern und mir so die obige Liste zur Verbesserung geben. Die Änderungen lassen sich wie folgt klassifizieren:
| Änderung | SmartThings -> LocalThings | Bedeutung |
|---|---|---|
| Entity | maschinenzustand -> common_machine_state | Referenz ändern |
| Zustand | stop -> idle | Logik ändern |
| Datenmodell | Fertigzeitpunkt -> Restminuten | Darstellung vereinfachen |
| Automation | neue Progress-Entity, finish bleibt | Triggerquelle ändern, Logik bleibt |
Darüber hinaus war die Restlaufzeit in meinem HA-Fusion-Dashboard bislang anhand eines Datums mit Uhrzeit errechnet, das von SmartThings ausgegeben wurde. Mit der Integration LocalThings wurde die Restlaufzeit in Minuten ausgegeben, so dass keine eigene Umrechnung mehr erfolgen muss. Mein Code in meinem Dashboard (HA-Fusion) sieht nun wie folgt aus:
{% set state = states('sensor.samsung_washer_da_wm_tp1_21_common_progress') %}
{% set translations = {
'idle': 'Inaktiv',
'air_wash': 'Luftwäsche',
'ai_rinse': 'KI-Spülen',
'ai_spin': 'KI-Schleudern',
'ai_wash': 'KI-Waschen',
'cooling': 'Abkühlen',
'delay_wash': 'Verzögerter Waschstart',
'drying': 'Trocknen',
'finish': 'Fertig',
'none': 'Kein Vorgang',
'pre_wash': 'Vorwäsche',
'rinse': 'Spülen',
'spin': 'Schleudern',
'wash': 'Waschen',
'weight_sensing': 'Beladungserkennung',
'wrinkle_prevent': 'Knitterschutz',
'freeze_protection': 'Frostschutz'
} %}
{% set translated = translations.get(state, state) %}
{% set diff = states('sensor.samsung_washer_da_wm_tp1_21_common_completion_time') | int(0) %}
{% if state == 'finish' %}
Fertig
{% elif state == 'idle' %}
Aus
{% elif diff > 60 %}
{{ translated }} · {{ (diff / 60) | int }} Std. {{ diff % 60 }} Min.
{% elif diff > 0 %}
{{ translated }} · {{ diff }} Minuten
{% else %}
{{ translated }}
{% endif %}Die Waschmaschine meldet sich weiterhin
Durch die erfolgreiche Ersetzung mit LocalThings und die Anpassungen an der Automation meldet meine Waschmaschine weiterhin ihre Informationen an das Smart Home. Home Assistant löst daraufhin die gewünschte Automation aus und informiert mich über das Beenden des aktuellen Wasch-/Trockenvorgangs.
Meine vollständige Automation sieht wie folgt aus:
alias: Waschmaschine fertig
description: >-
Sendet eine Benachrichtigung, wenn die Waschmaschine nach einem plausiblen
Waschgang beendet wurde.
triggers:
- entity_id:
- sensor.samsung_washer_da_wm_tp1_21_common_progress
to:
- finish
trigger: state
conditions: []
actions:
- action: ai_task.generate_data
metadata: {}
data:
task_name: Waschmaschine fertig Meldung
instructions: >-
Liefere einen kurzen und lustigen Satz, der mich darüber informiert,
dass die Waschmaschine fertig ist. Keine Emojis, möglichst kurz und als
reinen Text.
response_variable: content
- data:
benachrichtigungstext: '{{ content.data }}'
an_sprachassistenten_senden: true
immer_per_pushnachricht_senden: false
an_lametric_senden: true
prioritaet: normal
action: script.benachrichtigung
mode: singleDu siehst hier auch, dass die ursprüngliche Entität sensor.waschmaschine_1_vorgangsstatus durch die neue Entität sensor.samsung_washer_da_wm_tp1_21_common_progress ersetzt wurde. So hört der Trigger meiner Automation auf die LocalThings-Integration anstatt weiter auf SmartThings zu hören.
Die Benachrichtigung wird über ein eigens erstelltes Skript für mein Smart Home verteilt. So wird entschieden, ob eine Sprachausgabe erfolgt oder eine Push-Benachrichtigung versendet werden muss. Die Integration der KI dient ausschließlich der Abwechslung, so dass ich nicht anfange, die Benachrichtigung zu ignorieren.

Nach vier Wochen flog SmartThings raus
Mein bewusster Parallelbetrieb von LocalThings und SmartThings in Home Assistant lief vom 09. August 2026 bis 05. September 2026. Am letzten Tag habe ich die SmartThings-Integration entfernt. Zu diesem Zeitpunkt hat die Integration seit der vergangenen Woche keine Daten mehr geliefert. Da der Waschtrockner zwischenzeitlich jedoch lief (zuletzt am 02. September 2026) und ich keinerlei Einschränkungen feststellen konnte, bestand keine Unsicherheit, die Integration zu entfernen.
Wäre es innerhalb dieses knappen Monats zu Einschränkungen oder aus meiner Sicht nicht hinnehmbaren Problemen gekommen, wäre ein Umstieg jederzeit wieder möglich gewesen. Hierzu hätte ich lediglich die Änderungen aus den obigen Teilen rückgängig machen müssen. Die notwendigen Stellen waren bereits identifiziert.
Probleme habe ich im Betrieb keine bekommen. Die lokale Integration läuft ohne Verbindungsabbrüche und es war keine erneute Authentifizierung notwendig. Ein Beweis für Stabilität ist das zwar noch nicht, jedoch bereits ein erster positiver Indikator für mein Smart Home, das sich damit ein Stück mehr auf lokale Integrationen fokussiert.
Wofür ich die SmartThings-App dennoch behalte
Entgegen meinem Wunsch stärker lokale Einbindungen zu bevorzugen, werde ich in absehbarer Zeit die SmartThings-App weiterhin verwenden. Sie bildet die direkte Brücke zwischen meinem Samsung Waschtrockner und meinem Smartphone. Auch Benachrichtigungen werden darüber weiterhin versendet.
Das hat für mich einen wichtigen Grund. Die Programmauswahl und Einstellung des gewünschten Programms ist in der offiziellen App aus meiner Sicht wesentlich komfortabler realisiert und ein Nachbau in Home Assistant aus diesem Grund nur beschränkt hilfreich. Der einzige Vorteil aus einem Nachbau innerhalb eines Dashboards bestünde darin, dass ich die Steuerbefehle lokal absende anstatt über die Cloudverbindung zu gehen. Da diese jedoch nicht unterbrochen wird und zwangsläufig immer noch vorhanden ist, kann ich sie auch weiterhin nutzen.
Primär ist das darauf zurückzuführen, dass LocalThings die Cloudverbindung nicht ersetzt, sondern bei der Integration in mein Home Assistant ergänzt. Die Kommunikation zwischen Smart Home und Waschtrockner erfolgt künftig lokal, während die Steuerung bewusst über die Cloud realisiert ist. Über die Geräteverwaltung in Home Assistant ist aber zusätzlich eine lokale Steuerung möglich, wenn ich das möchte. Ich habe mir so zwei Wege zur Nutzung des Waschtrockners geschaffen.
Mein Hauptziel zur kostenlosen Auslesung für mein Smart Home ist damit erfüllt. Alles andere wäre nur ein Bonus. Wichtig ist mir dabei vor allem, dass ich die Informationen automatisiert verarbeiten kann, um auch heute noch nicht absehbare Automationen zu realisieren. Für ein reines „Die Waschmaschine ist fertig“-Benachrichtigen ist aber der Kostenfaktor für ein monatliches Abo in Höhe von voraussichtlich 4,99 US-Dollar aus meiner Sicht nicht zu rechtfertigen.
Würde ich LocalThings wieder einrichten?
Zugegeben, die Erfahrung bei der Einrichtung von LocalThings war für mich zunächst umwerfend. Bislang habe ich mich nicht mit Zertifikaten und Skripten beschäftigt, um ein Gerät einzubinden. Der Weg zur lokalen Integration für Home Assistant hat sich aus meiner Sicht dennoch gelohnt.
Rein von der Nutzung kann ich auf eine Integration in mein Smart Home verzichten, da die Ansage über den Amazon Echo durch die Push-Benachrichtigung der SmartThings-App bereits ein optionales Feature ist. Ich sehe jedoch vor, dass Geräteinformationen und Zustände an einer zentralen Stelle gebündelt werden. Ich kann zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen, ob es in der Zukunft möglicherweise Automationen geben kann, die für mich hilfreich sind.
Hierfür allerdings 4,99 US-Dollar pro Monat (immerhin 59,88 US-Dollar pro Jahr) zu bezahlen, erschließt sich mir nicht. Während die Nutzung einer Infrastruktur Kosten mit sich bringt, wünsche ich mir eine lokale und offizielle Alternative. Der nachfolgende Kommentar eines Reddit-Nutzers bringt es für mich auf den Punkt:
[…]
I mean it’s okay, that you have to pay for a service, but then give me local access so that I can provide this service myself and get full functionality for a device I already paid for.[Quelle]
Die entscheidende Frage wird sein, wie viel Komfort kosten darf und wo du als Nutzer die Grenze ziehst. Für mich ist eindeutig klar, dass die Integration in mein Smart Home nicht monatlich einen Betrag kosten darf, wenn es keine offizielle lokale Alternative gibt. Aus diesem Grund ziehe ich für mich die Schlussfolgerung, dass ich den Weg über LocalThings heute wieder wählen würde.

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