In den vergangenen Monaten (fast schon Jahren) haben wir sehr viel mit Smart Home ausprobiert. Wir hätten uns damals nie denken lassen, wie stark ein intelligentes Zuhause fehlen kann, wenn man es einmal nicht mehr hat.

Nun haben wir das Thema Smart Home noch weiter getrieben und haben die Waschmaschine eingebaut. Denn es stand immer die eine Frage im Raum:

 

Ist die Waschmaschine fertig?

 

Es geht vielleicht nicht jedem so, doch ich nehme das Geräusch der Waschmaschine nach einer Weile gar nicht mehr wahr. So passiert es schnell, dass gewaschene Wäsche liegen bleibt und man sie ein zweites Mal waschen muss.

Damit das nicht mehr passiert, haben wir uns mit dem Thema vernetzte Waschmaschine beschäftigt. Getrieben wurden wir dabei von der Frage, ob man an der Waschmaschine Smart Home nachrüsten kann. Wir wollten kein neues und teures Gerät kaufen, sondern mit den Mitteln arbeiten, die uns daheim bereits zur Verfügung standen und ganz einfach nur unsere Waschmaschine smart machen.

Inspiriert wurden wir dabei zudem von Marianne und ihrem Artikel über die Integration ihrer Waschmaschine. Vielen Dank für die Inspiration. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch gerne auf ihr Buch hinweisen, in dem sie viele hilfreiche Informationen zu OpenHab mit dir teilt und dir den Einstieg viel leichter gestaltet. Diese Lektüre sollte dir ganz gewiss nicht fehlen.

 

Die Waschmaschine smart machen

 

Grundsätzlich möchte ich dich gerne dazu ermutigen, einfach mal etwas in deinem Zuhause auszuprobieren. Du brauchst dazu keine sündhaft teure Waschmaschine namhafter Hersteller. Alles was du benötigst ist eine Steckdose, die ihren Energieverbrauch misst und wie immer … etwas Zeit.

Denn du musst wissen, in welchem Bereich sich der Stromverbrauch deiner Maschine befindet, wenn sie im Standbymodus ist. Schreibe dir dazu am besten eine Tabelle und notiere dir immer mal wieder Werte. Alternativ dazu kannst du auch OpenHab selbst nutzen, um den Energieverbrauch aufzuzeichnen.

 

Waschmaschine smart machen - Openhab Stromverbrauch rrd4j

 

Für mein Vorhaben setze ich auf OpenHab in der Version 2.4 und eine Fritz!DECT 200 Steckdose. Außerdem lasse ich Alexa durch das Amazon Echo Binding sprechen. Die Vorarbeit hierzu hat Michael Geramb geleistet, der Alexa erfolgreich in OpenHab integriert hat. Nur so war es möglich, die Waschmaschine mit Alexa zu verbinden.

 

Ich habe für meinen Teil durch die Energieaufzeichnung herausgefunden, dass meine Waschmaschine in der Regel 0.64 Watt im Standby benötigt. Mit Standby meine ich hierbei übrigens den Zustand, wenn die Maschine eingeschaltet ist, aber kein Programm läuft. Diese Werte erreiche ich beispielsweise auch, wenn ich die Waschmaschine einschalte. So kannst du eventuell auch schnell herausfinden, in welchem Bereich du mit deiner Regel bleiben musst.

Zur Sicherheit solltest du allerdings einen Wertebereich wählen und keine exakte Zahl. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die vernetzte Waschmaschine durchaus hin und wieder einen etwas höheren Stromverbrauch aufweist und manchmal einen etwas geringeren.

Mein Wertebereich habe ich definiert zwischen 0,15 und 1,00 Watt. In diesem Bereich kann ich mit Sicherheit behaupten, dass die Maschine nach einem Waschgang liegt.

 

Wann ist die Waschmaschine fertig?

 

LED-Wandschrank-Beleuchtung mit Türkontakt

 

Die grundlegende Arbeit solltest du erledigt haben, bevor du weiter an die Einrichtung deiner Maschine gehst. Das bedeutet, deine OpenHab-Instanz sollte funktionsfähig sein und du musst zumindest deine smarte Steckdose integriert haben. Solltest du einen Amazon Echo besitzen, kannst du diesen auch noch integrieren, um die Sprachausgabe zu nutzen. Alternativ kannst du dir über ein Item in deiner Sitemap anzeigen lassen, ob die Maschine fertig ist. Natürlich kannst du auch auf die E-Mail-Funktion zurückgreifen, so dass du darüber benachrichtigt wirst.

Deiner Kreativität sind im Grunde kaum Grenzen gesetzt.

 

Ich habe meinen Ablauf so definiert, dass die Waschmaschine kontinuierlich ihren Stromverbrauch an OpenHab übermittelt. Sobald der Wert in meinen vordefinierten Bereich fällt, wird ein Timer gestartet, der nach ein paar Minuten nochmals den Stromverbrauch überprüft. Liegt der Stromverbrauch der Waschmaschine immer noch in meinem definierten Bereich, so wird durch den Amazon Echo die Meldung ausgegeben, dass die Waschmaschine fertig ist.

Nun ist es allerdings so, dass die Nachricht kontinuierlich ausgegeben werden würde, bis ich diesen Wert wieder verlasse. Aus diesem Grund habe ich eine Variable eingeführt, die nach der Ausgabe auf 1 gesetzt wird. In der Regel ist definiert, dass die Sprachausgabe nur erfolgt, wenn der Wert dieser Variablen 0 ist.

So wird nun nach einem Durchlauf zwar immer wieder ein Timer gestartet, sofern ich die Maschine nicht ausgeschaltet habe, jedoch erfolgt keine Sprachausgabe mehr.

 

var told = 0

rule "Waschmaschine fertig"
when
        Item WaschmaschineECurrent received update
then
        if (WaschmaschineECurrent.state > 0.15 && WaschmaschineECurrent.state < 1.00) {
                createTimer(now.plusMinutes(1), [|
                        if ((WaschmaschineECurrent.state < 0.75) && (WaschmaschineECurrent.state > 0) && (told == 0)) {
                                Echo_AZ_TTS.sendCommand('Die Waschmaschine ist fertig.')
                                Echo_WZ_TTS.sendCommand('Die Waschmaschine ist fertig.')
                                Echo_Kueche_TTS.sendCommand('Die Waschmaschine ist fertig.')
                                told = 1
                        }
                ])
        }
end

Wenn du diese Regel für dich verwenden musst, genügt es im Grunde die Items sowie den Zahlenbereich des Energieverbrauchs anzupassen. Natürlich kannst du auch die Anweisungen innerhalb des Timers bearbeiten, um so eine andere Aktion auszuführen. Denkbar wäre beispielsweise auch, dass du die Steckdose an der Waschmaschine ausschaltest und das Gerät nicht weiter aktiv bleibt. Hier wäre ich allerdings vorsichtig, denn ich bin mir nicht sicher, ob die Elektronik das so toll findet. Das müsste ein Fachmann (oder eine Fachfrau) klären.

 

Die Regel für den nächsten Waschgang vorbereiten

 

Wie du vielleicht bereits ahnst würdest du beim nächsten Durchlauf der Waschmaschine keine Rückmeldung mehr erhalten. Der Grund hierfür ist, dass die Variable told immer noch den Wert 1 enthält. Dieser Wert muss vor dem nächsten Gebrauch zurückgesetzt werden, so dass die Regel von vorne beginnen kann.

Du kannst hierfür nun einen Button in deiner Oberfläche definieren oder du löst auch dieses Problem über eine Regel. Diese Regel stellt ebenfalls fest, ob der Stromverbrauch der Waschmaschine in einem gewissen Bereich liegt oder ob dieser 0,00 Watt beträgt.

Ich habe mich für den automatischen Weg entschieden, so dass ich keinerlei Buttons auf meinem Tablet oder Smartphone drücken muss. Das entspricht in meinen Augen am ehesten dem Gedanken eines Smart Homes, da es sich so weit es nur geht von selbst verwaltet.

Die einzige Einschränkung besteht hierbei darin, dass ich die Waschmaschine nach der Benutzung einmal ausschalten muss, bevor ich erneut ein Programm einstellen kann. Da ich meist allerdings nicht mehrere Waschgänge hintereinander mache oder zumindest für die Zeit während ich die Wäsche aufhänge die Maschine ausschalte, geht diese Einschränkung für mich klar.

 

Kommen wir zum zweiten Teil der Regel, durch welchen der Wert der told-Variablen zurückgesetzt wird.

rule "Zähler zurücksetzen"
when
        Item WaschmaschineECurrent received update
then
        if (WaschmaschineECurrent.state < 0.15) {
                told = 0
        }
end

Hier siehst du, dass der Zähler automatisch dann zurückgesetzt wird, sobald der Stromverbrauch unter 0,15 Watt sinkt. Ich habe mich auch an dieser Stelle bewusst für einen Wertebereich entschieden, so dass ein möglicher Eigenverbrauch der Steckdose (auch wenn ich diesen noch nie in OpenHab gesehen habe) nicht beachtet wird.

Den zweiten Teil der Regel kannst du direkt unter den ersten Teil der Regel schreiben. Durch die Benennung kannst du beide Regeln einfach voneinander unterscheiden.

 

Inspiration für dein eigenes Zuhause

 

LED Wandschrankbeleuchtung mit Fensterkontakt Homematic AVM DECT

 

Wie du siehst, ist es nicht sehr kompliziert, die Waschmaschine smart zu machen. Alles was du hierfür brauchst ist – sofern du bereits OpenHab am Laufen hast – eine Steckdose und eine Waschmaschine. Letzteres ist in den meisten Haushalten ja bereits vorhanden. Und sind wir mal ehrlich, für den Preis einer Steckdose ist die Integration einer Waschmaschine ins Smart Home quasi geschenkt.

Vergleiche ich hier die Kosten für eine neue Maschine, bin ich wirklich stolz auf die Ersparnis, die mir mein Do-It-Yourself-Projekt beschert hat. Außerdem ist es eine interessante Möglichkeit meine eigenen OpenHab Projekte zu erweitern und die Kenntnisse zu vertiefen. Und wer weiß, vielleicht dient es auch irgendwann einmal für OpenHab Beispiele, wenn man im Internet danach recherchiert.

Wenn du nun überlegst, ob du dieses Schema auch auf andere Geräte übertragen kannst, dann kann ich dir nur gute Nachrichten überbringen. Auf diese Art und Weise kannst du Geschirrspüler aber auch Wäschetrockner ins Smart Home integrieren. Und in Anbetracht der Vorschläge durch Google, wie beispielsweise „Geschirrspüler Alexa“ oder „Wäschetrockner Alexa“ besteht sicherlich bei einigen der Wunsch nach einer solchen Integration. Einige waren sogar bereits auf der Suche nach einem Sensor für die Maschine, die den Status ausliest. Doch das ist gar nicht nötigt.

Mit dieser Anleitung kannst du sogar Omas alte Waschmaschine auf den neuesten Stand der Technik bringen. Vorausgesetzt natürlich, die steckt in der Steckdose. Bei noch älteren Modellen könnte es dann doch etwas knifflig werden.

 

Das soll es aber gewesen sein … Denn ich muss los. Alexa meckert, dass die Waschmaschine fertig ist! 😉

 

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Kategorien: Smart Home

Lukas

Hi, mein Name ist Lukas.Seit 2016 blogge ich auf Hobbyblogging über unterschiedliche Themen des Alltags. Schwerpunkt dabei ist das Thema Smart Home, speziell mit der Open Source Software OpenHab auf dem Raspberry Pi.Neben dem Bloggen absolviere ich derzeit mein Master-Studium im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und arbeite als Werkstudent im Software Engineering.

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