Sprachassistenten im Smart Home dienen dazu, ohne physische Interaktion Geräte ein- und ausschalten zu können. Sie sind damit ein Teil der Mensch-Maschine-Interaktion und stellen gewissermaßen ein ganz eigenes Interface zur Steuerung bereit. Im Smart Home erfreuen sie sich großer Beliebtheit und es ist wenig verwunderlich, dass Sprachassistenten immer mehr Einzug in Häuser erhalten.

Wenn man von Sprachassistenten spricht, denkst auch du vielleicht sofort an Amazon oder Google. Damit liegst du gar nicht schlecht, denn die beiden Unternehmen dominieren den Markt mit ihren Produkten. So ist es wenig verwunderlich, dass der Amazon Echo mit dem Google Home in Konkurrenz steht.

Einer Auswertung auf Statista zu urteilen, hat Amazon dabei die Oberhand und setzt etwa 16,5 Millionen Smartspeaker im vierten Quartal des Jahres 2020 ab. Bei einem Preis von ca. 50 Euro bis ca. 300 Euro kommt dabei auch ordentlich Geld rum und Amazon verdient sich ein goldenes Näschen.

Jedoch muss man sagen, dass Amazon und Google nicht die einzigen Unternehmen sind, die sich einem eigenen Sprachassistenten widmen. Auch Apple und Microsoft versuchen in diesem Markt Fuß zu fassen. Im Smart Home spielen sie jedoch meist eine eher untergeordnete Rolle. Apple selbst kann Siri am Markt halten, da sie mit HomeKit eine eigene Plattform zur Vernetzung von smarten Geräten bieten. Microsoft jedoch scheint im Hinblick auf Sprachassistenten immer unwichtiger zu werden. Ich jedenfalls kenne ich meinem Umfeld niemanden, der Cortana wirklich einsetzt. Die meisten sind nur verärgert, wenn sie auf das Cortana-Symbol auf ihrem Windows-PC klicken.

Sprachassistenten Vergleich
Infografik von Statista

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Sprachassistenten Vergleich

Wenn wir nun einen genaueren Blick auf die einzelnen Sprachassistenten werfen, fallen direkt ein paar Unterschiede auf. Der Amazon Echo ist wie der Google Home im Smart Home sehr beliebt. Beide bieten eine gute Möglichkeit, um Geräte frei integrieren zu können. Sie selbst können außerdem Teil der Hausautomation sein, indem man sie in Systeme, wie zum Beispiel ioBroker oder OpenHAB, einbinden kann.

Doch es gibt auch Unterschiede. Google bietet durch seine Suchmaschine ein riesiges Portfolio an Informationen, die wir täglich abrufen und nutzen. Navigation und Wetter sind dabei nur zwei kleine Beispiele hierfür. Jedoch machen sie schon eine große Stärke klar. So kann der Google Home jederzeit auf unzählige Informationen im Web zugreifen und liefert zu vielen Fragen die passende Antwort. Hier tut sich Amazons Alexa oft noch etwas schwer, denn Amazon verfügt im Vergleich über weniger Informationen aus dem Web.

Wie man es jedoch schon fast vermuten kann, verfügt Alexa jedoch über eine andere Stärke. Einkaufen. Amazon hat sich einen Sprachassistenten erschaffen, der tief in den unternehmenseigenen Shop integriert ist und so jederzeit Bestellungen auslösen kann und dir somit das Shopping erleichtert. Zwar lässt sich diese Funktion deaktivieren, in der Vergangenheit hat sie mit einem Puppenhaus jedoch schon zu großen Problemen geführt.

Siri hat ihre Stärke ganz klar in der Bedienung der unterschiedlichen Apple-Geräte. So lassen sich mit diesem Sprachassistenten Nachrichten verschicken, Infos aus Apps abrufen und das iPhone steuern. Durch die Integration von HomeKit in die jeweiligen Systeme, ist so auch eine Steuerung des Smart Homes möglich. Natürlich nur dann, wenn das eigene Smart Home auf HomeKit basiert oder nutzt. Apple kann damit nicht in jedem Fall mit Amazon und Google konkurrieren, was somit der Grund für den geringeren Marktanteil sein dürfte.

Unter Cortana kann man sich nun einen Sprachassistenten vorstellen, der ebenso wie Siri auf ein bestimmtes System beschränkt ist. Der Funktionsumfang ist daher sehr ähnlich zu Apple, die Verbreitung allerdings noch viel geringer.

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Zuletzt aktualisiert 2.12.2021 / (*) Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Der angegebene Preis kann seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein.

Leben mit Sprachassistenten

Du kennst nun schon einige Unterschiede der wohl gängigsten Sprachassistenten am Markt. Doch wie ist das Leben mit Sprachassistenten? Und gibt es Probleme? Etwa sogar Bedenken?

Prinzipiell muss dir beim Einsatz eines Sprachassistenten klar sein, dass er immer zuhören kann. Für einige Menschen ist das ein absolutes K.O.-Kriterium, was völlig in Ordnung ist. Jedoch gibt es – gerade beim Amazon Echo – auch erfreuliche Nachrichten im Hinblick auf das Ausspionieren. Mehr dazu findest du in meinem Artikel Die Alexa Spionage – Wann hört sie mit?

Doch zur Wahrheit gehört auch, dass ein Sprachassistent das Leben vereinfachen oder dir sogar wieder gewisse Freiheiten zurückgeben kann. Ich habe vor einiger Zeit mal ein Beispiel gesehen, in dem ein Mensch mit Behinderung seinen Morgen wieder zum Teil normal leben konnte, da der Sprachassistent ihm hilft. Seine Pflegekraft konnte er im Notfall ebenfalls über den Sprachassistenten kontaktieren. Diese Geschichte ist sicherlich ein gutes Beispiel, um das eigene Produkt in ein positives Licht zu rücken. Jedoch zeigt dieser Use-Case genauso, dass es durchaus positive Anwendungsfälle gibt.

In meinem eigenen Alltag nutze ich meinen Sprachassistenten überwiegend dafür, um auf einem schnellen Wege Geräte zu steuern. Gerade wenn ich am Abend zur Tür reinkomme, kann ich Alexa direkt zurufen, dass sie bitte das Licht einschalten soll. Doch auch um den Saugroboter loszuschicken ist der Assistent durchaus praktisch. Vielleicht magst du dich nun fragen, warum ich das nicht über das Smartphone oder Tablet erledige. Doch ich kann dir sagen, dass es per Sprache wesentlich einfacher und unkomplizierter ist. Ich brauche nicht erst ein Gerät, das sich vielleicht in einem ganz anderen Zimmer befindet. Stattdessen habe ich die volle Flexibilität und kann jederzeit in das Geschehen im Smart Home eingreifen.

Ich selbst nutze hierfür übrigens die Sprachassistenten von Amazon. Sie bieten neben der Möglichkeit zur Steuerung des Smart Homes noch Erweiterungen in Form von Skills und können ebenso Musik abspielen. Letzteres ist besonders dann eine super Funktion, wenn Besuch da ist oder ich meinen Lieblingssong in mehreren Räumen genießen will.

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Ist Alexa somit der beste Sprachassistent?

Wenn ich vom Amazon Echo spreche, dann werde ich oft danach gefragt, ob er der beste Sprachassistent für das Zuhause ist. Doch hier muss ich ganz klar sagen, dass ich das so nicht empfinde. Von den vier größten Sprachassistenten muss die Wahl auf denjenigen Fallen, der am besten zu dir und deinen Bedürfnissen passt. Beispielsweise ist es recht ungeschickt, wenn du zu einem Echo greifst, während du im Smart Home aber eher auf HomeKit setzt.

Ebenso ungeschickt ist es, auf einen Google Home zu setzen, wenn du doch den Amazon Echo als Hub einsetzen willst. Denn dieser kann von Haus aus bereits mehrere Geräte bündeln und somit eine übergreifende Steuerung ermöglichen.

Zu beachten gilt außerdem, dass du dir klar sein musst, über welche Stärken dein Sprachassistent verfügen muss. Ist dir beispielsweise eine große Wissensbasis wichtig, ist möglicherweise der Google Home für dich die beste Wahl. Eine großer Unterstützung für Smart Home Geräte ist vielleicht eher beim Amazon Echo zu finden. Und Siri ist besonders dann empfehlenswert, wenn du deinen Fokus auf Apple legst und viele dieser Produkte verwendest.

Cortana scheidet übrigens bei mir in nahezu allen Fällen aus. Ich persönlich kenne keinen praktischen Nutzen in meinem Alltag, bei dem sich der Einsatz des Sprachassistenten von Microsoft tatsächlich lohnt. Das klingt zwar vielleicht sehr hart, doch auf Biegen und Brechen einen Sprachassistenten einzusetzen ergibt eben auch keinen Sinn. Zudem ist eine Hürde, dass gerade an Tower-PCs oftmals kein Mikrofon angebracht ist und so der Einsatz von externer Hardware notwendig ist. Bei Sprachassistenten, die schon in einem eigenen Gerät geliefert werden (Amazon, Google, Apple) ist das natürlich kein Problem.

Sprachassistent mit Fokus auf Privatsphäre

Neben den gängigen Modellen bei Sprachassistenten gibt es auch jene, die besonders viel Wert auf Privatsphäre und Datenschutz legen. Das für mich bekannteste Beispiel ist dabei Pratglad. Hierbei handelt es sich um einen Sprachassistenten, der vollständig offline arbeitet und das Ikea Tradfri System steuern kann.

Eine gute Vorstellung und mehr Informationen findest du sowohl im Digitalzimmer, als auch auf der Website des Herstellers. Erhältlich soll das Produkt ab Herbst 2021 sein.

Daneben existieren auch noch weitere und zahlreiche Bastler-Projekte zur Erstellung eines eigenen Sprachassistenten. Hierbei wird meist ein Sprachmodell heruntergeladen und offline betrieben. Das bedeutet natürlich einen größeren Aufwand und ist für Anfänger oft auch etwas schwer zu handhaben. Jedoch erreicht man so eine komplette Offline-Sprachsteuerung des Smart Homes. Zu beachten ist allerdings, dass nicht jedes Gerät im Smart Home auch offline genutzt werden kann. Hast du zum Beispiel ein Gerät, das auf eine aktive Internetverbindung angewiesen ist, kannst du dieses auch nicht komplett offline steuern.

Trotzdem kann sich der Blick auf einen Offline-Sprachassistent lohnen. Gerade wer den Komfort zu schätzen gelernt, aber sich Sorgen um die Weitergabe von Daten macht, wird hier gut aufgefangen.

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Braucht man zwangsläufig einen Sprachassistenten?

Zum Abschluss möchte ich gerne noch auf eine Frage eingehen, die gerade Anfänger sich stellen dürften. Ist ein Sprachassistent für das Smart Home notwendig?

Grundsätzlich musst du dazu wissen, dass im Smart Home das Herzstück oft ein ganz anderes ist. In meinem Fall ist es zum Beispiel ioBroker, wo sämtliche Geräte zusammengeführt werden. Hierüber lassen sich alle Geräte steuern, die in der Plattform integriert sind. Der Sprachassistent dient dabei als zusätzliche Steuerungsmöglichkeit und ist daher optional. Genauso verhält es sich bei vielen weiteren Systemen, die am Markt erhältlich sind.

Basiert dein Smart Home hingegen auf dem Amazon Echo beispielsweise, so kannst du ihn nicht bedenkenlos weglassen. Stattdessen solltest du schauen, dass du sämtliche Geräte über eine andere Plattform miteinander kombinierst.

Mir ist außerdem extrem wichtig zu sagen, dass es bei Sprachassistenten kein Richtig oder Falsch gibt. Es gibt die eine Gruppe, die lieber darauf verzichtet aus Gründen der Privatsphäre, andere hingegen sind regelrechte Verfechter. Beides ist in Ordnung. Wichtig dabei ist allerdings, die Gründe des anderen und die Einstellung zu respektieren. Weder der Einsatz noch das Weglassen eines Sprachassistenten beeinflusst ein anderes Smart Home. Aus diesem Grund soll und darf jeder tun, was er möchte.

Nicht gerade selten kommt es auch vor, dass gerade die Skeptiker zu einem späteren Zeitpunkt doch mal auf einen Sprachassistenten zurückgreifen und ihm eine faire Chance geben. Andere wiederum wollen diese Art der Technik im Laufe der Zeit loswerden und setzen stattdessen lieber auf eine Steuerung via Tablet. Besonders geeignet ist aus meiner Sicht dann die ioBroker VIS, die sich sehr individuell anpassen lässt.


Lukas

Hey, ich bin Lukas. Seit einigen Jahren schreibe ich in meinem Smart Home Blog über Hausautomation und Digitalisierung. Als Wirtschaftsinformatiker weiß ich, wie wichtig die Vernetzung von IT-Systemen ist. Diese Erkenntnisse übertrage ich auf mein eigenes Smart Home, das ich auf Basis von ioBroker betreibe. Hierzu nutze ich die Leistung eines eigenen Rackservers in meinem Keller, der alle Dienste und Smart Home Systeme aufrecht erhält. Mit ihm habe ich mir einen großen Traum erfüllen können. In deinen Ohren klingt das mindestens genauso spannend, wie für mich? Dann komm mit auf unsere Reise zu einem vollwertigen, sicheren und komfortablen Smart Home. Ganz oben findest du Verknüpfungen zu Social Media, wo du mir gerne folgen darfst. Ich freue mich auf dich!

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