Gerade im Jahr 2022 trendet das Thema Balkonkraftwerk Komplettset enorm. Und in meinen Augen sieht es dahingehend auch nicht nach Entspannung aus. Grund genug für mich, um mein Komplettset mal etwas im Detail zu betrachten und dir damit ein wenig Rat an die Hand zu geben.

Wichtig dabei zu wissen ist, dass meine Auswahl nicht unbedingt auch für dich die beste Wahl sein muss. Du musst immer im Blick behalten, welche Grundlast du in deinem Zuhause hast. Nach diesem Maßstab wird die richtige Anlage ausgewählt. Möglicherweise kannst du dir hierfür auch externe Beratung dazu nehmen, insbesondere wenn du dir bei der Auswahl nicht sicher bist.

Dazu muss ich außerdem noch sagen, dass ich keine Expertise in diesem Bereich habe. Auch ich musste mich sehr stark in dieses Thema einlesen und sehr viel Forschungsarbeit betreiben. Solltest du also spezifische Rückfragen haben, ist es vielleicht besser, wenn du dich an den Hersteller wendest.

Doch lass uns gar nicht weiter um den heißen Brei reden, sondern direkt einsteigen!

Jetzt mehr erfahren:  Das Balkonkraftwerk - Grüne Energie für daheim

Meine Solarmodule

Beginnen wir mit den Solarmodulen, die den Strom aus der Sonne erzeugen sollen. Sie sind für ein Balkonkraftwerk Komplettset sehr elementar. Sie werden im Idealfall so befestigt, dass sie den ganzen Tag in der Sonne verbringen können. So erreichst du eine maximale Stromproduktion. Und das ist ja im Grunde auch logisch, denn im Schatten wirst du eine deutlich geringere Ausbeute haben.

Ich habe mich in meinem Fall für die Solarmodule von Linuo entschieden. Genauer gesagt handelt es sich dabei um die Linuo PV LNMH120 375Wp. Sie wiegen pro Modul 20 kg und brauchen daher einen stabilen Untergrund oder eben ein stabiles Gerüst, auf denen sie befestigt werden.

Die Größe der Module ist dabei auch nicht zu unterschätzen. Trotz der Angaben von (HxBxT) 1755 x 1038 x 35 habe ich mir die Module deutlich kleiner vorgestellt. Bei der Anlieferung war ich etwas irritiert darüber, wie groß sie denn tatsächlich sind. Aber klar, sie sollen auch für ordentlich Strom und Entlastung im Haushalt sorgen. Da muss natürlich eine gewisse Fläche vorhanden sein.

Laut Herstellerangaben sollen die Module darüber hinaus eine Leistungsgarantie von 25 Jahren haben und eine Produktgarantie von 12 Jahren. Meinen eigenen Berechnungen zufolge müssten sich meine Investitionskosten in etwa 5 Jahren amortisiert haben, was in Anbetracht der Leistungsgarantie natürlich großartig ist. Denn so habe ich weitere 20 Jahre, in denen die Module für mich für Entlastung sorgen dürfen.

Und das ist auch notwendig. Abgesehen davon, dass ich so umweltfreundlicheren Strom produzieren kann und auch mein Smart Home in Teilen auf grüne Energie umstellen kann, freut sich der Geldbeutel. Wie wir in einem früheren Beitrag festgehalten haben, steigen die Stromkosten seit Jahren weiter an.

Mein Wechselrichter

Ein weiteres wichtiges Kernelement des Balkonkraftwerk Komplettset ist der Wechselrichter. Er sorgt dafür, dass der Strom der einzelnen Module in das Hausnetz eingespeist werden kann. Wichtig dabei zu wissen ist, dass der Wechselrichter für die Grenze von 600 Watt zuständig ist. Das ergaben zumindest meine Recherchen (keine Garantie auf Richtigkeit!).

Zum Einsatz kommt bei mir der Bosswerk Mikrowechselrichter MI600. Er unterstützt eine maximale PV-Leistung von 2x 400 Watt und kommt mit einer WLAN-Überwachung ins Zuhause. Der Mikrowechselrichter ist dabei mit einem gewogenen Wirkungsgrad von 96,9 Prozent gelistet. In der Nacht verbraucht er selbst maximal 50 mW. Geschützt ist er nach der Schutzart IP67 und wiegt insgesamt 3,5 kg.

Und ganz im Ernst, ich habe mir an dieser Stelle den Wechselrichter etwas schwerer vorgestellt als er tatsächlich ist. Gerade bei so einem wichtigen Bauteil bin ich nicht von dieser geringen Größe und dem geringeren Gewicht ausgegangen. Da ich aber mit derartigen Teilen keine Erfahrung habe, konnte ich so schon etwas Neues dazulernen. Wirklich smart!

Ansonsten bleibt zum Wechselrichter kaum etwas zu sagen. Ich habe mir zusätzlich noch ein etwas längeres Kabel bestellt, da ich zwischen Steckdose und Aufstellort ein paar Meter überbrücken muss. Damit die Kabel nicht gespannt sind und ich sie bequem verlegen kann, wurden daraus so nun ein paar Meter mehr.

Der Shelly Pro 4PM

Zurecht darf man sich nun fragen, wieso in der Liste ein Shelly Pro 4PM auftaucht, wenn der Wechselrichter doch über integriertes WLAN verfügt. Doch die Antwort darauf ist recht simpel.

Zum einen ist es so, dass der WLAN-Empfang am Aufstellungsort aktuell noch etwas schwach ist. Darüber hinaus bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich das Balkonkraftwerk zuverlässig in das Smart Home integrieren kann. Sollte das nicht der Fall sein, wäre es natürlich wahnsinnig ärgerlich.

Der Shelly dient bei mir somit als garantierte Integrationsmöglichkeit und verfügt darüber hinaus noch über einen LAN-Anschluss. Sollte es in meinem Fall also Probleme geben, kann ich bequem ein Kabel daran schließen, ohne dass ich mir Sorgen um den Funkempfang machen muss. Mit dem Shelly will ich außerdem so erste Erfahrungen sammeln, die ich dann wiederum in meinem Blog bewerten und festhalten kann.

Sollte ich weitere Verbraucher direkt im Schaltschrank anschließen wollen, kann der Shelly Pro 4PM außerdem die Steuerung übernehmen. Ich bin super gespannt auf dieses Gadget und freue mich schon riesig darauf, sobald es eingebaut wird.

Eine herkömmliche Messsteckdose kam übrigens nicht in Frage. Ich möchte das Balkonkraftwerk über eine sogenannte Wieland-Steckdose anschließen. An diese passt jedoch keine normale Messsteckdose und ein Adapter ist meiner Meinung nach grober Unfug. Denn dann könnte ich gleich den Schuko-Stecker nutzen.

Damit ist nun mein Balkonkraftwerk Komplettset wirklich komplett. Naja, bis auf die Halterung zumindest. Die lasse ich mir kostengünstig bauen. Gut, dass man in der Verwandtschaft entsprechende Kontakte hat.

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Das weitere Vorgehen

Nachdem inzwischen alle notwendigen Teile bei mir eingetroffen sind, beginnt die Arbeit am Aufbau des Balkonkraftwerks. Ich habe mich dazu entschieden, die Platten auf der Garage zu positionieren. Sie befindet sich mit Ausrichtung auf die Südseite und ist den ganzen Tag über im Sonnenlicht.

Die Wieland-Steckdose wird entsprechend unsichtbar positioniert und das Kabel dorthin verlegt. Von der Steckdose aus wird es eine Verbindung zum Sicherungskasten geben, weshalb ich das Balkonkraftwerk über eine eigene Sicherung absichern kann. Im Kasten befindet sich dann außerdem der Shelly, welcher mit der Messung der Einspeisung beauftragt wird.

Per MQTT-Verbindung möchte ich dann die Integration ins Smart Home herstellen. Hierzu befindet sich in meinem Server-Cluster eine eigene virtuelle Maschine, die mir einen MQTT-Broker bereitstellt. Hierüber kommuniziert der Shelly indirekt mit ioBroker. Die Messdaten werden dann über ioBroker in eine Datenbank archiviert und mit Grafana visualisiert. So kann ich auch im Nachgang noch auswerten, wie viel Strom das Balkonkraftwerk erzeugt hat.

Ein großer Vorteil dabei ist natürlich, dass ich sämtliche Daten komplett über meine eigene Infrastruktur verarbeiten kann. Mir sind keine Grenzen bei der Speicherung gesetzt und ich kann theoretisch noch Jahre später auswerten, wie das Balkonkraftwerk für mich gearbeitet hat. Auf diese Messwerte bin ich enorm gespannt.

Am Stromzähler kommt außerdem ein poweropti zum Einsatz. Er misst, wie viel Strom ich einkaufe, so dass ich sehen kann, ob ich mich gerade autark versorgen kann. Auch diese Daten werden in Grafana visualisiert und ergeben so ein umfassendes Bild über den Stromverbrauch im Smart Home.

Wie sieht dein Balkonkraftwerk Komplettset aus? Für welche Komponenten hast du dich entschieden? Schrieb es mir gerne in die Kommentare und lass andere an deinem Aufbau teilhaben.

Kategorien: Aus dem Leben

Lukas

Hey, ich bin Lukas. Seit einigen Jahren schreibe ich in meinem Smart Home Blog über Hausautomation und Digitalisierung. Als Wirtschaftsinformatiker weiß ich, wie wichtig die Vernetzung von IT-Systemen ist. Diese Erkenntnisse übertrage ich auf mein eigenes Smart Home, das ich auf Basis von ioBroker betreibe. Hierzu nutze ich die Leistung meines eigenen Server-Clusters aus dem Keller. In deinen Ohren klingt das mindestens genauso spannend, wie für mich? Dann komm mit auf unsere Reise zu einem vollwertigen, sicheren und komfortablen Smart Home. Ganz oben findest du Verknüpfungen zu Social Media, wo du mir gerne folgen darfst. Ich freue mich auf dich!

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