Stell dir folgende Situation vor:

Du stehst vor deiner Waschmaschine, die in deinem Wandschrank steht und möchtest gerne die Wäsche waschen. Der heutige Tag ist allerdings etwas düster und es kommt wenig Licht durch die Fenster in deine Wohnung.

Die Lampe hinter dir funktioniert zwar perfekt, jedoch stehst du dir da selbst im Licht. Ärgerlich, denn nun musst du bei diesen schlechten Lichtverhältnissen die Waschmaschine befüllen und das richtige Programm einstellen. Wenn dir dann noch der Deckel des Weichspülers runterfällt, dann kannst du auch gleich zur Taschenlampe greifen. Wenn du denn eine in Reichweite hast …

Sei mal ehrlich, das würde dir nach einigen Malen ziemlich auf den Keks gehen, oder?

 

Vor der gleichen Situation stand ich vor wenigen Tagen und ich hätte mich ärgern können. Die Lichtverhältnisse waren so besch*****, ich wäre am liebsten davongelaufen. Doch dann kam mir eine Idee, wie ich diese Situation deutlich verbessern könnte.

 

Die Schrank-Innenbeleuchtung ohne Schalter mit LEDs von Ikea

Im Schrank geht mir ab sofort ein Licht auf. Egal ob PAX von #Ikea oder teurer Designer-Schrank. Klick um zu Tweeten

 

Bevor ich dir erzähle, wie ich das Projekt umgesetzt habe, möchte ich dir noch kurz und knapp etwas zu meiner Situation sagen. Und zwar handelt es sich bei mir um einen wunderschönen Wandschrank aus Holz, der an den Innenseiten Fliesen hat. Außerdem hat der Schrank an der Rückseite zwei Steckdosen. Eine der Steckdosen ist für die Waschmaschine und die andere Steckdose ist frei.

 

LED Wandschrankbeleuchtung mit Fensterkontakt Homematic AVM DECT

 

Nun kamen mir während des Umzugs LEDs von Ikea unter die Augen, bei denen ich zuerst nicht so recht wusste, was ich damit anstellen soll. Sie wanderten in den Schrank und genossen dort ihre arbeitsfreie Zeit.

Jetzt allerdings sind diese LEDs an der Oberseite des Schranks festgemacht, genau hinter dem Holz, so dass es den Eindruck einer indirekten Beleuchtung ergibt. Wer nun schon meinen Beitrag über die indirekte Beleuchtung durch Schattenfugen gelesen hat weiß, dass ich ein absoluter Fan von einem indirekten Licht bin. Wenn dieses Licht dann noch farbig ist … Wahnsinn!

Doch zurück zum Schrank …

 

Die LEDs hängen sehr schnell an der gewünschten Position. Du kannst diese auch seitlich vertikal positionieren, dann hast du auch nach unten hin genug Licht und erzeugst beim Blick in den Schrank keine Schatten.

Doch die Lichter an sich, machen meine Idee noch nicht ganz perfekt. Durch das Interesse am Smart Home ist ein solches Vorhaben natürlich nur dann interessant, wenn man etwas mehr Technik ins Spiel bringt.

 

Die Schrankbeleuchtung mit Türkontakt

 

Erst Fensterkontakt, jetzt Türkontakt? Ja … Im Grunde ist es völlig egal, was es für ein Kontakt ist. Wichtig dabei ist nur, dass dieser den Unterschied zwischen geöffnet und geschlossen kennt. Da eine Tür in den meisten Fällen geöffnet werden kann, genauso wie ein Fenster, macht es keinen Unterschied.

Ich für meinen Teil habe einen Fensterkontakt von Homematic genutzt, der mit dem Raspberry Pi kommuniziert. Dadurch erhalte ich die Statusmeldungen „offen“ oder „geschlossen„.

Nun kann man sich ja denken, dass bei geöffnetem Schrank das Licht automatisch eingeschaltet werden soll. Wenn der Schrank dagegen geschlossen ist, soll das Licht ausgeschaltet werden.

Damit dieser Vorgang einwandfrei funktioniert, positionierst du je ein Teil deines Kontakts an einer Tür. Achte darauf, dass die beiden Teile des Fenster-/Türkontakts dicht genug beieinander sind. Andernfalls kann dein Kontakt nicht erkennen, ob er geschlossen ist und er wird dir dauerhaft geöffnet anzeigen oder übermitteln.

Kleiner Tipp: Positioniere deinen Kontakt an der Oberseite der Tür. An der Unterseite besteht die Gefahr, dass man mit dem Staubsauger oder Fuß dagegen stößt und der Kontakt beschädigt wird beziehungsweise den Halt verliert und du diesen neu befestigen musst. Achte beim Befestigen allerdings auch darauf, dass die Tür immer noch ohne Probleme geschlossen werden kann.

 

Du weißt also nun, wie du die LEDs positionieren kannst und was du benötigst um den Status des Schrank abzufragen. Super! Dann fehlt jetzt nur noch die logische Verknüpfung zwischen diesen beiden Komponenten.

 

LED-Wandschrank-Beleuchtung mit Türkontakt

 

Und die logische Verknüpfung ist eine Steckdose, die sich – wer hätte es gedacht – ein- und ausschalten lassen kann. In meinem Fall greife ich auf eine DECT-Steckdose von AVM zurück. Bedingt durch die Reichweite, die meine Funksignale überbrücken müssen.

Auf meinem Raspberry Pi setze ich OpenHab 2.4 ein, das durch eine Regel die Steckdose einschaltet, sobald der Fensterkontakt geöffnet wird.

 

LED Schrankbeleuchtung mit Fensterkontakt Homematic

Schrankbeleuchtung in HABPanel

 

Wie du deinen Fensterkontakt mit deinem Raspberry Pi verknüpfen kannst, das verrate ich dir im Artikel Drahtlose Fensterkontakte für dein Smart Home mit OpenHab.

Dort erkläre ich dir auch, wie du deine Alexa sprechen lassen kannst, sobald du deinen Fensterkontakt öffnest.

 

Die Schrankregel – oder auch: Tür auf, Licht an!

 

Die Regel, die du nun in OpenHab einfügen musst, kann man wahrhaftig als Schrankschalter bezeichnen. Der einzige Unterschied zu einem physischen Schalter besteht darin, dein Schalter wird sich automatisch aktivieren. Clever, oder?

 

Ich erkläre dir die Regel mal kurz verbal.

In OpenHab existieren nach deiner Einrichtung zwei unterschiedliche Items. Das erste Item ist dein Tür-/Fensterkontakt und das zweite Item ist die smarte Steckdose, die schlussendlich deine Wandschrank-Beleuchtung einschaltet. Die Reihenfolge kann auch umgekehrt sein, das spielt hier keine Rolle.

Immer wenn dein Fensterkontakt nun seinen Status an OpenHab übermittelt, springt das Item entweder auf geöffnet oder auf geschlossen. Nun soll die Regel bei jeder Änderung des Zustands aufgerufen werden. Daraufhin prüft sie, ob du die Tür geöffnet oder geschlossen hast.

Ist die Tür gerade geöffnet, schaltet die Regel deine smarte Steckdose ein und das Licht geht an. Ist die Tür geschlossen, passiert genau das Gegenteil.

Bei dieser Regel genügt es übrigens auf die Statusänderung zu achten. Es ist nicht notwendig, dass die Regel jedes Mal durchlaufen wird, sobald der Sensor abgefragt wird. Denn der Sensor wird mehrfach in der Stunde – eventuell sogar in der Minute – abgefragt, sein Zustand ändert sich jedoch meist nicht so häufig.

 

Doch nun zur Regel:

Navigiere in den Order

cd /etc/openhab2/rules

Lege hier eine neue Datei mit der Dateiendung .rules an. Meine Datei habe ich

wandschrank.rules

genannt.

In diese Datei schreibst du folgenden Inhalt:

rule "Wandschrank Licht an"
when
        Item Balkontuer changed to OPEN
then
        LichtWandschrank.sendCommand(ON)
end

rule "Wandschrank Licht aus"
when
        Item Balkontuer changed to CLOSED
then
        LichtWandschrank.sendCommand(OFF)
end

Bitte achte darauf, dass du die Namen der Items gegen die Namen deiner angelegten Items austauschst. Andernfalls wird das nicht funktionieren.

Und lass dich nicht vom Item Balkontür irritieren. Mein Fensterkontakt war zuvor für einen anderen Zweck bestimmt und wurde nach dem Umzug an einer neuen Stelle positioniert. Aus Fauli-Gründen ist der Name allerdings noch der alte geblieben.

 

Übrigens kannst du diese beiden Regeln noch in eine einzige Regel umschreiben. Im then-Block kannst du mit einer Bedingung den Status des Items abfragen und entsprechend auswerten. Dann sparst du dir eine Regel. Für mein Beispiel habe ich zwei einfache Regeln geschrieben, die für jeden einfach zu lesen sind.

 

Alternative Umsetzung des Schranklichts

 

Sicherlich sagen nun einige, dass die Idee der Schrankbeleuchtung zwar sehr interessant ist, durch die Programmierung einer Regel und die Einrichtung von Homematic allerdings etwas kompliziert.

Ich habe mir daher einige Gedanken dazu gemacht, wie man das Schranklicht noch etwas einfacher gestalten kann. Leider nutze ich keine weiteren Fenster- oder Türkontakte, weshalb ich nur auf zwei Lösungen gekommen bin.

 

Wer eine Philips Hue Bridge nutzt, kann einen Philips Hue Lightstrip+ in den Schrank einbauen und über das Smartphone oder über die Alexa-Sprachsteuerung das Licht einschalten. Eventuell funktioniert hierfür auch der Bewegungssensor, welcher direkt mit dem Philips-System kompatibel ist.

Aber dazu möchte ich sagen, dass ich diese Umsetzung nicht getestet habe! Ich kann dir nicht sagen, ob das so funktioniert.

 

Eine weitere Alternative ist die Steuerung des Lightstrip über Alexa. So muss man zwar jedes Mal das Licht per Sprache einschalten, jedoch nicht auf den Komfort eines beleuchteten Schranks verzichten.

 

Mein Rat ist es allerdings, dass du dir etwas mehr Mühe machst und die Umsetzung über einen Kontakt machst. Dadurch kann dein Licht völlig automatisch ein- beziehungsweise ausgeschaltet werden. Das ist für mich Smart Home, wenn mein Zuhause mir einen Teil der Arbeit abnimmt.

 

Ein weiteres Anwendungsszenario für die Schrankbeleuchtung innen

 

Das oben genannte Szenario trifft sicherlich nicht auf jeden von uns zu. Bei manchen steht die Waschmaschine gar nicht im Schrank oder die Lichtverhältnisse sind bereits optimal. Für all diejenigen habe ich noch eine weitere Idee, wie die LED-Schrankbeleuchtung mit Fensterkontakt doch noch Einzug in dein Zuhause erhält.

Und zwar als Innenbeleuchtung für deinen Kleiderschrank.

Vielleicht denken nun einige das sei ein Fall speziell für Frauen, doch so ist es gar nicht. Viele Kleiderschränke, die ich in diversen Möbelhäusern gesehen habe, bieten eine Innenbeleuchtung. Getreu dem Motto „Nie wieder den falschen Schlüppi“, kannst du dir damit morgens immer die ideale Kleidung heraussuchen, ohne dass du dafür Flutlicht benötigst.

 

Wandschrank-Beleuchtung LED Ikea OpenHab

 

Die Umsetzung kann dabei analog der oben beschriebenen Anleitung erfolgen. Du musst lediglich darauf achten, dass du die Kabel für das Licht sauber verlegst und im Idealfall eine Steckdose im Schrank oder dahinter zur Verfügung hast.

Sicherlich ist der Aufwand hierfür nicht gerade zu unterschätzen, denn das Kabel muss irgendwie aus dem Schrank herausgelegt werden. Doch der Vorteil im Vergleich zu einer batteriebetriebenen Lösung besteht darin, dass du nicht immer Batterien wechseln musst. Zwar leuchtet das Licht im Schrank nicht den ganzen Tag, doch hast du wirklich Lust regelmäßig neue Batterien zu kaufen und einzubauen?

Da ist es doch viel angenehmer, wenn der Türkontakt die einzige Komponente ist, bei der du darauf achten musst.

 

Abgesehen davon, kannst du durch dieses Do-It-Yourself-Projekt eine Menge Geld sparen. Wofür Hersteller oft einen saftigen Aufpreis verlangen, benötigst du lediglich die Materialkosten und ein wenig Zeit für die Umsetzung. Du bist außerdem viel flexibler beim Einbau und kannst dir sogar mehrere LEDs in den Schrank einbauen, ohne Angst vor einer großen Rechnung zu haben.

Ganz nebenbei arbeiten LEDs sehr stromsparend, so dass diese Beleuchtung bei der nächsten Stromrechnung wohl kaum ins Gewicht fallen wird.

 

 

Bring auch bei anderen Licht ins Dunkle und teile diesen Beitrag mit deinen Freunden und Bekannten.

Wähle einfach einen der untenstehenden Buttons aus und informiere deine Kontakte über deinen persönlichen Lieblingskanal.

Worauf wartest du noch?

 

Summary
Eine LED-Schrankbeleuchtung mit Fensterkontakt
Article Name
Eine LED-Schrankbeleuchtung mit Fensterkontakt
Description
Nie wieder im Dunkeln tappen. Deine intelligente Schrankbeleuchtung als Do-It-Yourself-Projekt. Starte noch heute mit der Erleuchtung deines Schranks.
Author
Publisher Name
Hobbyblogging
Publisher Logo
Kategorien: Smart Home

Lukas

Hi, mein Name ist Lukas.Seit 2016 blogge ich auf Hobbyblogging über unterschiedliche Themen des Alltags. Schwerpunkt dabei ist das Thema Smart Home, speziell mit der Open Source Software OpenHab auf dem Raspberry Pi.Neben dem Bloggen absolviere ich derzeit mein Master-Studium im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und arbeite als Werkstudent im Software Engineering.

1 Kommentar

Smart Home als sich stetig wiederholender Prozess - Hobbyblogging · 19. Mai 2019 um 12:45

[…] Zur Planung gehören dann allerdings auch noch wichtige Entscheidungen wie beispielsweise die Einrichtung von Regeln. Besonders in OpenHab lassen sich damit komplexere Vorgänge im System abbilden und Aktionen starten, sobald ein Ereignis eintritt. Ein wunderbares Beispiel hierfür ist unser Wandschrank, der mit Hilfe einer DECT-Steckdose und einem Türkontakt beleuchtet wird. […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.