Lauschangriff aufs Smart Home, ein Kommentar. Achtung, hierbei handelt es sich lediglich um eine Meinung. Das bedeutet, auf eine respektvolle Art lässt sich darüber reden. Das bedeutet aber nicht, dass dies eine Einheitsmeinung sein soll.

 

Alexa, was passiert im Land?

 

Möchten Sie direkt ins Haus von Herrn X. schalten, er hat gerade einen Pups gelassen?

 

Alexa, zeige mir das Kamerabild aus dem Schlafzimmer von Herrn X.

 

Für gewöhnlich findest du hier im Blog hilfreiche Tipps und Tricks rund um das Thema Smart Home.

Doch in den vergangenen Tagen ging es immer wieder um den legalen Angriff auf das eigene Smart Home aus dem Innenministerium. Zu diesem Thema dürfen wir natürlich keinen Beitrag auslassen. Denn dieses Thema ist enorm wichtig.

Obwohl ich diesen Beitrag humorvoll starten wollte, ist das Thema sehr ernst. Denn im Grunde vertreibt man damit sehr viel potenziellen Fortschritt aus diesem Land.

 

Alexa Amazon Echo Plus

 

Fortschritt fordert Akzeptanz

 

Neue Technologien sind nicht immer von Beginn an ein Hype oder von allen Personen akzeptiert. Bis heute stellen Sprachassistenten ein großes Streitthema dar. Hört Google oder Amazon mit?

Und auch das Thema Smart Home wird entweder geliebt oder gehasst. So jedenfalls mein Eindruck. Die einen finden den Komfort sehr angenehm und schätzen die tägliche Erleichterung. Die anderen sind sehr skeptisch und deren Akzeptanz lässt noch auf sich warten.

Doch ohne Akzeptanz kann die Technologie nicht voranschreiten. Eine gewisse Akzeptanz für neue Dinge fordert den Forschergeist, die Technik immer weiter zu treiben. Denn wenn jeder Skepsis in sich trägt, wer sorgt dann für den Fortschritt?

Damit will ich nun gar nicht sagen, dass jeder ein Fan sein soll oder gar muss. Jedoch sollte man sich mit Technologien auseinandersetzen bevor man sie verurteilt. Denn wie es bei allen Dingen ist, sollte man Ahnung davon haben, wovon man redet.

 

Wenn nun ein kluger Politiker sagt …

 

… dass er auf die Daten im Smart Home zugreifen möchte, sinkt die Akzeptanz viel weiter.

Doch wohin soll das führen? Zum einen holen viele andere Länder in ihrer Entwicklung auf, was durchaus eine schöne Tatsache ist. Denn wir sind nicht die einzig klugen Menschen auf der Welt. Auch in anderen Ländern gibt es durchaus sehr helle Köpfe. Doch zum anderen bedeutet das auch, dass weniger Menschen sich solche Technik anschaffen möchte oder gar Interesse daran entwickelt.

Jetzt mehr erfahren:  Künstliche Intelligenz im Smart Home - bitte was?

Und genau hier liegt der Stolperstein. Denn zerstört man durch solche Aktionen das Interesse an Technologie, möchten immer weniger Menschen damit arbeiten oder diese verbessern.

 

Smart Home Komponenten

 

Selbstverständlich muss man nun auch mal aus der anderen Seite auf die Sachlage blicken. Es ist von Vorteil, wenn Verbrechen oder ähnliches durch Technologie besser aufgeklärt werden können. Doch man darf nicht vergessen, dass man durch ein Nutzen von Smart Home Daten unter Umständen bis in die privateste Zone vorrückt.

Es ist ebenso klar, dass man sich keine Sorgen machen muss, wenn man nichts falsches macht. Doch darum geht es gar nicht. Denn es ist viel wichtiger, dass man auch das Gefühl von Sicherheit und Privatsphäre genießen kann. Niemand möchte über seine intimsten Probleme vor fremden Menschen sprechen. Und Politiker mit Sicherheit schon gar nicht.

 

Wie stehst du zum Abhören des Smart Homes?

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Die Ironie an der Geschichte

 

Nun muss man sich noch einen weiteren Punkt vor Augen führen. Das Thema Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) war ein großes Streitthema. Sicherlich ist Datenschutz wichtig, das möchte ich keinesfalls bestreiten. In welchem Umfang die DSGVO nun in Ordnung ist oder wo das Übertreiben möglicherweise anfängt, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Doch jetzt führe man sich mal vor Augen, dass selbst die ältere Dame, welche ihre Katzen auf einer eigenen Website präsentieren möchte, sich um den Datenschutz kümmern muss. Es ist zum Teil ein unverhältnismäßig hoher Aufwand, der in keinem Zusammenhang zur Website steht.

Diejenigen, die allerdings eine gewisse Entscheidungsbefugnis in unserem Land besitzen, beschließen nun trotz des Datenschutzes, dass es wiederum völlig in Ordnung ist auf unsere privatesten Daten zuzugreifen.

Aber Moment, ist das nicht ein wenig im Widerspruch? Wir sollen sämtlichen Daten schützen, während andere jederzeit darauf zugreifen dürfen ohne nachzufragen? Das ist so nicht in Ordnung. Gleiches Recht für alle.

Jeder Mensch, egal ob Politiker oder Otto-Normalo, hat ein Recht auf Privatsphäre. Und besonders im Eigenheim ist dieses Recht enorm wichtig.

 

[bctt tweet=“Das Abhören des #SmartHome greift tief in die Privatsphäre ein. https://hobbyblogging.de/lauschangriff-aufs-smart-home“ username=“hobbyblogging“]

Jetzt mehr erfahren:  Xiaomi Smart Home - Innovativ?

 

Schlussendlich lässt sich ein Fazit ziehen

 

Zum Schluss lässt sich das Fazit ziehen, dass jeder sich selbst seine Gedanken machen sollte, wie er zu diesem Vorhaben steht. Es ist völlig in Ordnung unterschiedliche Meinungen zu haben. Davon leben Diskussionen. Doch man kann sagen, dass man sich dieses Recht auf Kosten der Akzeptanz herausnimmt.

Auch ich für meinen Teil möchte nicht zu jederzeit abgehört werden können. Dafür gibt es Zonen, die definitiv nicht einfach so abgehört werden können. Beispielsweise indem man sich einen technikfreien Raum schafft oder keinerlei „abhörbare“ Geräte installiert.

Zwar werde ich nicht die komplette Technologie verbannen, doch ich möchte auch einen Ort haben, an dem Alexa mal nichts zu melden hat.

Ich muss allerdings auch dazu sagen, dass ich keine Befürchtung haben muss, bei einer Straftat erwischt zu werden. Denn auch wenn man Dingen kritisch gegenüber steht, muss man nicht zwangsläufig in unmoralische oder verbotene Dinge verstrickt sein. Man kann auch einfach sehr viel Wert auf die Privatsphäre legen.


Lukas

Hey, ich bin Lukas. Seit einigen Jahren schreibe ich in meinem Smart Home Blog über Hausautomation und Digitalisierung. Als Wirtschaftsinformatiker weiß ich, wie wichtig die Vernetzung von IT-Systemen ist. Diese Erkenntnisse übertrage ich auf mein eigenes Smart Home, das ich auf Basis von ioBroker betreibe. Hierzu nutze ich die Leistung meines eigenen Server-Clusters aus dem Keller. In deinen Ohren klingt das mindestens genauso spannend, wie für mich? Dann komm mit auf unsere Reise zu einem vollwertigen, sicheren und komfortablen Smart Home. Ganz oben findest du Verknüpfungen zu Social Media, wo du mir gerne folgen darfst. Ich freue mich auf dich!

4 Kommentare

Verena · 20. März 2022 um 22:39

Tatsächlich gehörten auch wir vor nicht ganz so langer Zeit noch zu der Personengruppe, die dem Thema Smart Home immer ablehnend gegenüberstand. Lustigerweise planen wir aktuell, uns ein eigenes Smart Home anzuschaffen. Umgestimmt haben uns gute Freunde, die sich ebenfalls für eins entschieden haben, und uns mehrfach zu sich einluden. Ob es sich in der Zukunft als Standard etablieren wird, wissen wir jedoch nicht mit Sicherheit.

    Lukas · 21. März 2022 um 08:00

    Hallo Verena,

    ein Smart Home bietet neben den Vorzügen natürlich auch Risiken. Daher ist eine gewisse Skepsis absolut angebracht.
    Ich schau mir dazu immer genau die Produkte an, die ich selbst einsetze und wäge ab, ob und wie ich diese integrieren kann und möchte.
    Manche Geräte arbeiten vollständig im eigenen Netzwerk und versenden keine Daten. Andere funktionieren ohne Cloud nicht.

    Meiner Meinung nach kann mit dem richtigen Einsatz der Technik sowohl auf die Seite der Privatsphäre, als auch die des Komforts eingegangen werden.
    Daher ist es umso schöner zu lesen, dass man Menschen doch mit den richtigen Argumenten begeistern kann. Bezüglich der Etablierung als Standard denke ich schon, dass es – vielleicht in ferner Zukunft – darauf hinauslaufen wird.

    Smarte Grüße

colachen38 · 17. Juli 2019 um 10:06

Ich denke zwar auch, dass sich jeder seine Meinung machen sollte, aber früher oder später kann man sich einem Smart Home zu einem gewissen Grad nicht erwehren. Die meisten neuen Gebäude können sich in irgendeiner Form «Green Building» nennen, weil sie Regelungstechnik eingebaut haben und wenn es nur ein Raumtemperaturregler ist, der digital – womöglich auch zentral – gesteuert wird.

    Lukas · 17. Juli 2019 um 12:52

    Da ist auf jeden Fall etwas Wahres dran. Wichtig ist in meinen Augen immer, dass die smarte Technik ausreichend geschützt ist. Und wie weit die „Smartifizierung“ fortgeschritten ist bestimmt maßgeblich, wie viele Daten abgegriffen werden können.
    Dennoch sollte man es nicht für selbstverständlich halten, dass man in den Wohnraum der Bürger vordringen darf unter dem Deckmantel des Schutzes. Selbst bei einem Hausdurchsuchung kann man nicht ohne weiteres das Zuhause betreten.

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