In den vergangenen Wochen habe ich mich ziemlich häufig mit dem Thema der Klimatisierung beschäftigt. Mein Ziel ist es, eine Klimaanlage für Zuhause zu haben, die mir im Sommer angenehme Temperaturen verschafft. Da ich eine Dachgeschosswohnung habe, ist der Anreiz hier natürlich nochmals besonders hoch. Allerdings sind Klimaanlagen ziemlich teuer und daher habe ich mich mit der Frage beschäftigt, ob es sich lohnt, eine Klimaanlage selber bauen zu können.

Meine Erkenntnisse möchte ich nun in diesem Artikel etwas strukturieren und Licht ins Dunkle bringen. Denn gerade an den heißen Sommertagen steigt bei vielen der Wunsch nach Kühle. Dabei möchte ich auch auf einen – aus meiner Sicht – wichtigen Aspekt eingehen, der bei einer DIY-Klimaanlage zu beachten ist.

Solltest du dich noch nicht so ausführlich mit dem Thema Klimaanlage beschäftigt haben, rate ich dir dazu, meinen letzten Artikel zu diesem Thema zu lesen. Unter dem Titel Klimaanlage im Smart Home habe ich dir gezeigt, welche unterschiedlichen Arten von Klimaanlagen es gibt und worin sie sich unterscheiden. Klar ist aber auch, dass ich kein Experte für dieses Thema bin und mir diese Infos selbst angelesen habe. Daher kann ich dir keine spezifische Beratung oder expliziten Tipps anbieten. Vielmehr nutze ich meinen Blog an dieser Stelle, um meine eigenen Gedanken für dich festzuhalten und dich an den Erkenntnissen teilhaben zu lassen.

Mehrere Klimaanlagen an der Hausfassade
Foto von Alexandre Lecocq auf Unsplash

Worum es hier gehen wird

Der Titel Klimaanlage selber bauen verrät zwar schon sehr viel über diesen Artikel, jedoch möchte ich das an dieser Stelle nochmal genauer spezifizieren. Grundsätzlich scheint es zwei Möglichkeiten zu geben, wie man sich selbst eine Klimaanlage selber bauen kann.

Auf der einen Seite haben wir Lösungen, die mit bereits gekühltem Wasser (aka Eiswürfel) arbeiten und so die kalte Luft in den Raum transportieren. Ein Ventilator verteilt die kühle Luft aus dem Wasserbad im Raum.

Die zweite Möglichkeit besteht in der sogenannten adiabaten Kühlung. Hierbei wird die Raumluft auf Basis von Verdunstung gekühlt. Diese Möglichkeit habe ich – muss ich zugeben – erst für völligen Unsinn gehalten. Als ich mich jedoch eine Weile mit dieser Thematik beschäftigt habe wurde mir klar, dass es scheinbar wirklich möglich ist. Auf YouTube kursieren dazu mehrere Videos, die teilweise auch einen sehr guten und verständlichen Einblick geben, warum diese Art der Kühlung funktioniert.

Schauen wir uns daher nun in den folgenden Abschnitten beide Möglichkeiten genauer an. Ich werde dir außerdem zeigen, weshalb ich doch recht schnell von der Idee abgerückt bin, mir meine Klimaanlage selber bauen zu wollen. Stattdessen plane ich im nächsten Jahr die Anschaffung einer richtigen Klimaanlage für mein Zuhause. Da diese jedoch ziemlich teuer ist, kann die Anschaffung nicht sofort passieren. Da gibt es doch noch einige Punkte zu klären.

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Die Eiswürfel-Klimaanlage

Wo es nichts zu klären gibt, das sind die Eiswüfel-Klimaanlagen. Mir fiel leider kein besserer Begriff ein, um diese Art der Kühlung besser zu beschreiben. Aber ich denke im Grunde wird dir klar sein, worauf ich mit meinem Begriff hinaus will.

Das Prinzip der Kühlung mit Eiswürfeln ist denkbar einfach. Eiswürfel geben ihre Kühle nach und nach in den Raum ab. Dadurch soll die Temperatur im Raum sinken. Da es sich hierbei um gefrorenes Wasser handelt, sind die Temperaturen im Eis denkbar klein. Vermischt sich nun diese kalte Luft mit der Raumluft, so sinkt die Temperatur im Raum. Über eine Tiefkühltruhe lassen sich außerdem jederzeit neue Eiswürfel herstellen, sogar aus dem aufgetauten Eis.

Bezieht man nun den Aspekt der Nachhaltigkeit ein wird klar, dass diese Art der Kühlung nicht nur denkbar einfach ist, sondern auch ressourcenschonend. Das Wasser kann wiederverwendet werden und du musst kein neues Wasser aus den Leitungen entnehmen. Die austretende Luft ist außerdem nicht schädlich für den Menschen, da es sich hierbei lediglich um Wasserdampf handelt. Selbstverständlich muss man nach einer gewissen Zeit wieder frisches Wasser nutzen. Denn während ein Teil des Wassers übrigbleibt, verdunstet ein anderer Teil und kann nicht ohne weitere Hilfsmittel zurückgewonnen werden.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass diese Art der Kühlung starken Grenzen unterworfen ist. So ist es natürlich nicht möglich, eine ganze Wohnung derart zu klimatisieren. Sicherlich ist das auch nicht der Anspruch, jedoch machen es manche YouTuber immer wieder zum Thema, dass die eigene Wohnung so effizient gekühlt werden kann.

Ein weiterer Kritikpunkt an dieser Lösung besteht in der Luftfeuchtigkeit. Durch die Verdunstung von Wasser entsteht Feuchtigkeit, die in den Raum wandert. Durch das ständige Schmelzen und Verdunsten von Wasser kann eine derart hohe Luftfeuchtigkeit entstehen, dass diese Einwirkung auf den Menschen hat.

Sofern du dich für die Kühlung mit Eiswürfeln interessierst, kann ich dir ein sehr interessantes Video empfehlen. In diesem Video geht es darum, wie du dir eine eigene kleine Kühlung bauen kannst und im Sommer eine angenehme Temperatur zugepustet bekommst.

Eiswürfel
Foto von Alexandre Caron auf Unsplash

Kühlen durch Verdunstung

Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Raum durch Verdunstung zu kühlen. Grob erläutert werden hierbei zum Beispiel feuchte Handtücher genutzt, durch die ein Ventilator den Luftstrom führt. Durch die Berührung der Handtücher nehmen diese die Wärme auf und leiten nur die etwas kühlere Luft in den Raum. Die Handtücher stecken dabei in einem Gefäß, das mit Wasser gefüllt ist. Damit der Kühleffekt nicht ausbleibt, muss im Gefäß alle paar Stunden (je nach Größe) Wasser nachgefüllt werden.

Das Prinzip der Verdunstungskühlung ist keinesfalls neu. Denken wir nur mal an den menschlichen Körper. Durch das Schwitzen wird die Haut feucht. Die feuchte Haut wird wiederum durch die Sonne und die Außentemperatur getrocknet, wobei die Feuchtigkeit der Haut verdunstet. Bei der Verdunstung wird der Haut Wärme entzogen. Aus diesem Grund empfinden wir Schwitzen als Kühlung. Diese Art und Weise macht man sich grob gesagt bei der adiabaten Kühlung – also der Verdunstungskühlung – zunutze.

Versuche zeigen, dass diese Möglichkeit zur Kühlung durchaus einen Nutzen hat. In diversen Videos und Artikeln wird dieser Effekt mit Zahlen untermauert. Eines haben alle Veröffentlichungen gemeinsam: Das Prinzip der Verdunstungskühlung funktioniert. Sogar mit einfachen Handtüchern.

In den verschiedenen Veröffentlichungen ist aber auch zu sehen, dass die Verdunstungskühlung Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit nimmt. Das Erwärmen von Wasser führt nun mal immer dazu, dass es seinen Aggregatszustand wechselt. Diesen Wechsel kann man im Raum messen und die Messungen zeigen, dass die Verdunstungskühlung grob gesagt die Wärme in Feuchtigkeit verwandelt.

Ein sehr interessantes Video hierzu habe ich auf dem YouTube-Kanal Ben’s Hacks gefunden. Unter dem Titel DIY-Klimaanlage mit Verdunstung – Was bringt das? gibt es einige interessante Einblicke.

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Beispiel Bundeskanzleramt

Dass die adiabate Kühlung Vorzüge hat und auch wirklich funktionieren kann, zeigt das Bundeskanzleramt in Berlin. Laut Wikipedia werden hier multifunktionale Wärmerückgewinnungssysteme genutzt, bei denen die sogenannte indirekte adiabate Verdunstungskühlung integriert ist (Quelle: Wikipedia).

Im Artikel über Klimaanlagen (Quelle: Wikipedia) wird außerdem erwähnt, dass mit diesen Systemen etwa 1000 Quadratmeter gekühlt werden können. Zum Einsatz kommen hierbei 1 Kubikmeter Wasser für etwa 5 Euro am Tag. Das zeigt natürlich die Leistung, die hinter dieser Möglichkeit steckt. Die Luftfeuchtigkeit ist in diesem Artikel allerdings leider kein Thema. Ich vermute jedoch, dass die Luft entsprechend entfeuchtet wird. Als Laie ist es aber natürlich schwer sowas einzuschätzen.

Außerdem sollte dir klar sein, dass die eingesetzte Technologie natürlich nicht vergleichbar ist mit der Leistung von nassen Handtüchern. Prinzipiell lässt sich aber die grundlegende Technologie damit recht gut verstehen. Es ist außerdem sehr einleuchtend, warum diese Art der Kühlung funktionieren kann.

Mein vorläufiges Fazit

Eine Klimaanlage selber bauen kann durchaus interessant sein. Auch die Möglichkeiten, die uns die adiabate Kühlung bringt, sind nicht zu vernachlässigen. Allerdings gehört hier ebenso zur Wahrheit, dass das Problem der Luftfeuchtigkeit nicht gerade gering ist. Eine über lange Zeit zu hohe Luftfeuchtigkeit führt unter Umständen zu Schimmel und damit zu einem großen Risiko für die Gesundheit. Als Anhaltspunkt für die richtige Luftfeuchtigkeit bietet das Unternehmen inVENTer GmbH aus Thüringen eine schöne Übersicht.

Ich selbst versuche diesen Sommer noch ohne große Kühlung auszukommen. Zur Not steht noch eine mobile Klimaanlage bei mir im Arbeitszimmer, die zumindest einen Raum angenehm temperieren kann. Im nächsten Jahr rückt dann das Projekt Vollklimatisierung auf meiner Prioritätenliste weiter nach oben. Wobei da natürlich auch die Frage der Finanzierung im Raum steht. Ein potenzielles Angebot von rund 7.000 Euro hat mich jedenfalls geschockt, obwohl es im Vergleich preiswert ist. Dennoch ist das eine Menge Geld! Eine große Menge Geld!

Die Verdunstungskühlung hingegen ist bei mir komplett raus. Das Problem mit der Feuchtigkeit wirkt mir einfach zu groß. Wobei ich es natürlich nicht ausschließen kann, dass ich es doch einmal versuchen werde. Möglicherweise hilft dieses Prinzip noch über den bevorstehenden Sommer und macht den Alltag zumindest ein wenig erträglicher.

Was ist deine Meinung zum Thema Klimaanlage? Schreib es gerne unten in die Kommentare und lass uns einen kleinen Austausch starten.

Kategorien: Smart Home - intelligentes Wohnen

Lukas

Hi, mein Name ist Lukas. Seit 2016 blogge ich auf Hobbyblogging über unterschiedliche Themen des Alltags. Schwerpunkt dabei ist das Thema Smart Home, speziell mit der Open Source Software OpenHAB. Neben dem Bloggen absolviere ich derzeit mein Master-Studium im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und arbeite als Softwareentwickler im Software Engineering. BITTE BEACHTE: Aufgrund von einer großen Anzahl an Nachrichten, die ich alle möglichst schnell beantworten möchte, kann ich dir leider keinen individuellen Support leisten. Ich würde es gerne, könnte es allerdings nur mit Hilfe weiterer Personen bewältigen. Sei daher bitte nicht böse, wenn ich nicht explizit auf dein individuelles Problem eingehen kann.

2 Kommentare

Dereinst · 30. Juni 2021 um 20:45

Hi, interessant, aber du bleibst beim Grundprinzip stehen. Ich beschäftige mich auch erst sehr kurz mit dem Thema adiabate Kühlung. Hast du denn keine Infos über Fortluftkühlung usw. gefunden? Die Feuchtigkeit ist im Bundestag wahrscheinlich wirklich kein Thema, weil eben die Luftfeuchtigkeit nicht im Bundestag bleibt, sondern abtransportiert wird und mit der Kälte über einen Wärmetauscher frische Zuluft gekühlt wird. Also keine Berührung der kühlen Luft mit der Luftfeuchtigkeit.
Das Thema ist sehr interessant. Die meisten Lösungen im Internet haben damit aber eher nur grob zu tun. Wichtig ist auch eine möglichst feine Zerstäubung des Wassers. Das ist bei den DIY Lösungen meist aber nicht der Fall.
Ich suche weiter und dir alles Gute 🙂

    Lukas · 30. Juni 2021 um 21:15

    Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar.

    Tatsächlich habe ich eine ganze Weile gesucht nach diesem Thema, da ich auch gerne auf eine natürliche Art kühlen würde. Gerade wenn man bedenkt, was die Gase in Klimaanlagen ausmachen können, wäre das eine tolle Alternative.
    Allerdings bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass der Markt hier nicht sehr viel für Privathaushalte bietet. Eine mögliche Alternative wäre noch eine Klimaanlage mit Wasser anstatt Gasen.
    In meinem Artikel habe ich mich daher sehr stark auf grundlegende Infos konzentriert, die zumindest an das Thema heranführen. Man muss natürlich auch dazu sagen, dass ich kein Experte bin und mir diese Informationen selbst anlesen musste. Rein aus Interesse versteht sich. Zuhause bin ich leider nicht im Handwerk, sondern in der Informatik. 😉

    In deinem Punkt mit dem Wärmetauscher stimme ich zu. Ich denke auch, dass es darüber „gelöst“ werden kann, da so die Feuchtigkeit kaum noch ein Problem ist. Jedoch stellt sich dann natürlich auch die Frage, wie praktikabel das in einer Wohnung oder einem Eigenheim ist. Ich glaube der Stand der Technik ist da leider einfach noch nicht so weit, wie man es sich wünschen würde.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg bei deiner Suche. Lass gerne wieder von dir hören. Vielleicht lässt sich ja so die eine oder andere Idee noch in einen Blogbeitrag verpacken. Interessant ist das Thema auf alle Fälle.

    Beste Grüße!

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