In die Welt des Smart Home einzutauchen bedeutet, jede Menge spannender ToDos. Zu diesen ToDos gehört es auch, dass du ioBroker installieren musst. Bislang habe ich dabei immer darüber gesprochen, wie Geräte eingerichtet werden oder welche Bedeutung die Blöcke in Blockly haben. Aus diesem Grund möchte ich in diesem Artikel näher auf die Installation von ioBroker eingehen und diesen doch sehr wichtigen Part näher beleuchten.

Anders als du es vielleicht von vielen Anwendungen unter Windows kennst, verläuft die Installation von ioBroker ein wenig anders. Zumal die Installation hier meist auf einem Raspberry Pi erfolgt. Dieser läuft bekanntlich unter dem UNIX-basierten Betriebssystem Linux und nicht unter Windows. Während unter Windows die Installation durch einen sogenannten Installer durchgeführt wird, musst du unter Linux ein paar Schritte händisch erledigen.

Doch keine Sorge. Wir schauen uns zwei mögliche Wege an, die du gehen kannst, wenn du ioBroker installieren möchtest. Wir blicken außerdem auf eine weitere Software, die für den Betrieb von ioBroker notwendig ist und auf die wir keinesfalls verzichten können.

Raspberry Pi 4 Model B
ioBroker kann sogar auf dem Raspberry Pi installiert werden

Anforderungen für ioBroker

Wie jede Software hat auch ioBroker völlig eigene Voraussetzungen, die zur Installation erfüllt sein sollten. Warum sollten?

Prinzipiell prüft Linux nicht ab, ob deine Hardware leistungsstark genug ist für den Betrieb einer Software. Das bedeutet nun, dass dein Rechner die Software zwar installiert, es aber im Betrieb einige Probleme und Herausforderungen gibt. Daher obliegt es dir als Anwender darauf zu achten, dass du eine vernünftige Entscheidung triffst und dein Rechner genug Leistung für den Betrieb der Software bietet.

Eine der wohl wichtigsten Anforderungen für den Betrieb von ioBroker ist die Software NodeJS. Du brauchst sie zwingend. Dabei hängt ihr Bedarf an Ressourcen primär von der später genutzten Software ab. Was das genau bedeutet, beleuchten wir in einem der nachfolgenden Abschnitte.

Während viele Enthusiasten auf einem Raspberry Pi ioBroker installieren, habe ich mich für einen Rackserver entschieden. Dieser ist zwar nicht alleine nur für ioBroker zuständig, jedoch zeigt es die große Spanne in der wir uns bewegen. Für mich persönlich hat der Raspberry Pi auf jeden Fall den Nachteil, dass seine Hardware nicht so leistungsstark ist, wie ich es mir für das Smart Home wünsche. Viele Skripte, Adapter und Geräte bremsen den Raspberry Pi spürbar aus, was auch die Freude am Smart Home ein wenig eindämmen kann.

Einer der besten Kompromisse ist für meinen Geschmack die Nutzung eines NAS-Systems. Das NAS-System bietet mehr Leistung und du kannst es bei Bedarf erweitern. Daneben beheimaten das NAS all deine Daten und dienen somit als zentraler Dreh- und Angelpunkt deiner Infrastruktur im Zuhause. Da die reine Datenablage ressourcenschonend ist, bleibt genug Power für den Betrieb eines Smart Home Systems. Hierzu bieten die meisten modernen NAS-Systeme die Möglichkeit, dass eigene virtuelle Maschinen oder Docker-Container betrieben werden können.

Eine generelle Aussage über die Anforderungen zu treffen, ist bei einem solch individuellen System leider sehr schwierig.

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Übertreib‘ es nicht

Ich lese nicht gerade selten, dass sich einige Personen immer wieder mit ihrer Hardware zu überbieten versuchen. Und auch mir kann man durchaus unterstellen, dass ich einen eigenen Rackserver im Keller gar nicht brauche. Doch hier muss man ein wenig vorsichtig sein. In meinem Fall laufen diverse Dienste auf diesem Server, die sowohl für das Smart Home, als auch für den Betrieb des Blogs von essenzieller Bedeutung sind. Da diese Dienste den Server jedoch nicht in seinem vollen Potenzial ausschöpfen, kümmert er sich weiterhin um das Smart Home.

Was ich damit sagen möchte ist, dass man anhand der Spezifikationen eines Systems nicht dessen Aufgaben erkennen kann. Wir wissen schlichtweg nicht, wofür der Besitzer oder die Besitzerin dieses Gerät nutzt. Wir wissen allerdings sehr wohl, dass es immer wieder zu Auseinandersetzungen kommt, wer die bessere Hardware hat.

Dabei ergibt es in vielen Fällen nicht einmal Sinn, dass die Hardware bis zum Maximum aufgerüstet wird. Du würdest dir schließlich auch kein komplettes Rechenzentrum mieten, nur damit deine Lampe ein- und ausgeschaltet werden kann. Sowohl vom reinen Menschenverstand, als auch von der „Wirtschaftlichkeit“ werden hier Dimensionen erreicht, die nicht ausgeschöpft werden.

Mein Tipp daher ist, dass du dich vorsichtig herantastest. Stelle dir ein Grundsystem zusammen, das deinen aktuellen Anforderungen genügt und noch ein wenig Puffer bietet. Achte dabei darauf, dass du jederzeit auf eine stärkere Hardware wechseln oder deine vorhandene Hardware ausbauen kannst. Wem das nicht genügt, kann auch in die Richtung Cluster gehen und unterschiedliche Slaves mit ioBroker installieren. Der Vorteil besteht darin, dass du einzelne Aufgaben auslagern kannst und du nur einen Bedarf nach moderater Hardware hast.

Was ist NodeJS?

Um ioBroker installieren zu können, taucht immer wieder die Anforderung auf, dass auf deinem Rechner NodeJS installiert sein muss. Auch ich habe dich in diesem Artikel schon darauf hingewiesen. Doch worum handelt es sich dabei genau?

Grundsätzlich ist NodeJS eine Laufzeitumgebung für JavaScript. Das bedeutet, dass diese Software dir gewissermaßen einen Raum bietet, in dem Code ausgeführt werden kann, der in JavaScript geschrieben wurde. Da auch ioBroker auf JavaScript basiert bzw. in Teilen JavaScript nutzt, ist diese Umgebung für den Betrieb besonders wichtig.

Um verstehen zu können, warum es eine solche Umgebung überhaupt braucht, ist jedoch ein wenig Hintergrundwissen erforderlich.

Ursprünglich wurde JavaScript als Skriptsprache für dynamische Websites entwickelt. Während HTML ausschließlich statische Inhalte bieten kann, wird es durch JavaScript möglich, bestimmte Elemente einer Website zu dynamisieren. JavaScript kann Inhalte nachladen, verändern oder anpassen. Dein Webbrowser interpretiert die dafür notwendigen Skripte und führt sie aus. Das bedeutet, dass sich die Laufzeitumgebung von JavaScript innerhalb deines Browsers befindet und der Betreiber einer Seite nur das Rohmaterial zur Verfügung stellt. Die Inhalte hängen damit von deinem Webbrowser ab. Der Browser muss sie korrekt ausführen und anzeigen.

Da ioBroker jedoch auf einem Server betrieben werden muss und der Code demnach auch dort ausgeführt werden muss, benötigt es eine Laufzeitumgebung. Nur so ist es möglich, dass dieser Code nicht erst auf deinem Gerät interpretiert wird, sondern schon weit vorher. Wäre das nicht der Fall, könnte ioBroker keinerlei Automatisierung bereitstellen und wäre als System völlig nutzlos.

NodeJS sorgt also dafür, dass du dein Smart Home überhaupt erst betreiben kannst. Aus diesem Grund wird immer wieder darauf hingewiesen, dass du dieses Tool auf alle Fälle benötigst.

ioBroker installieren – diese Wege gibt es

Kommen wir nun jedoch zur eigentlichen Thema. Wir wollen ioBroker installieren und schauen uns dazu zwei mögliche Wege an, die du gehen kannst. Dabei unterscheiden sich die Wege insbesondere in ihrem zeitlichen Aufwand und der notwendigen Erfahrung mit einem Linux-System. Grundsätzlich sei allerdings gesagt, dass du für die Installation einen gewissen Kenntnisstand im Umgang mit Computersystemen brauchst. Daran führt kein Weg vorbei.

Die erste Möglichkeit besteht in der Nutzung eines sogenannten Images. Die Entwickler von ioBroker stellen hierfür ein Image bereit, was einer Kopie eines Mustercomputers entspricht. Diese Kopie kannst du auf deinem Raspberry Pi installieren. Dabei enthält die Kopie sämtliche Voraussetzungen und eine grundlegende Struktur, wie sie von den Entwicklern empfohlen wird. Zu den Images zähle ich an dieser Stelle außerdem die Möglichkeit, einen Docker-Container zu verwenden.

Bei der zweiten Möglichkeit übernimmst du die Installation in einem begrenzten Umfang selbst. Das bedeutet, dass du per Kommandozeile einzelne Befehle ausführen musst, die dich zu deinem Ziel führen. Zwar ist auch hier die Installation nicht so wahnsinnig komplex, sie erfordert jedoch ein Verständnis im Umgang mit der Konsole.

Den Windows-Installer werde ich in meinem Artikel nicht weiter betrachten, da er in meinen Augen eine eher untergeordnete Rolle spielt. Windows scheint in der Community außerdem eine eher unwichtigere Rolle im Betrieb des ioBroker zu spielen.

Nutzen eines Images

Wie bereits erwähnt, ist ein Image eine vollwertige Kopie eines bestehenden Systems. Möglicherweise kommt dir der Begriff bereits bekannt vor. Images werden gerne auch als vollwertiges Backup eines Computers genutzt. Gerade im Unternehmensumfeld helfen Images dabei, viele Rechner innerhalb von kurzer Zeit mit Standardeinstellungen zu installieren.

Wenn du dich für die Nutzung eines Images entscheidest, brauchst du eine zusätzliche Software. Diese Software wird auf deinem Computer installiert und dient dazu, das Image auf die SD-Karte oder die jeweilige Festplatte zu bringen. Die Entwickler von ioBroker empfehlen hierfür die Software belenaEtcher, die auch ich dir schon im Zuge des Raspberry Pi Backups empfohlen habe.

Im Internet findest du diverse Tutorials und Hilfestellungen zur Installation des Raspberry Pi. Die Tutorials zeigen dir, wie du Raspberry Pi OS mit balenaEtcher installierst. Wenn du in diesem Schritt statt dem Raspberry Pi OS das Image von ioBroker verwendest, gelangst du hier schnell zum Ziel. Der einzige Unterschied besteht demnach darin, ein anderes Image auszuwählen als es von den jeweiligen Personen gezeigt wird.

Eine für mich sehr gute Anleitung findest du bei allroundbastler.de. Hier zeigt dir Hendrik, wie du Linux auf dem Raspberry Pi installierst.

Zu den Images sei außerdem noch gesagt, dass diese inzwischen der Vergangenheit angehören. Dem Appell von Matthias Kleine, dass die skriptbasierte Installation zu bevorzugen ist, kann ich mich demnach nur anschließen (Quelle: iobroker.readthedocs.io).

Exklusiv für dich:  ioBroker Backup erstellen - So geht's!

Die manuelle Installation

Deine zweite Möglichkeit zur Installation ist die manuelle Installation. Hier musst du insgesamt laut offizieller Dokumentation drei Konsolenbefehle nutzen. Was ich persönlich jedoch vorneweg machen würde, ist ein Update der Installation deines Raspberry Pi.

Nachdem du deinen Raspberry Pi mit dem aktuellen Image installiert hast (auch hier kannst du gerne auf das verlinkte Video zurückgreifen), führst du folgende zwei Befehle nacheinander in der Konsole aus:

sudo apt-get update

und

sudo apt-get upgrade

Mit diesen beiden Befehlen werden die Pakete auf deinem Raspberry Pi einem Update unterzogen und du kannst mit frischer Software direkt in die Installation starten.

Wenn du ioBroker installieren willst – auf dem manuellen Weg – erfolgt zuerst die Installation von NodeJS. Der allgemeingültige Befehl hierzu lautet:


curl -sLf https://deb.nodesource.com/setup_12.x | sudo -E bash -
sudo apt-get install -y nodejs

Lass dich dabei nicht durch den Strich in der ersten Zeile verunsichern. Der Strich trennt zwei Befehle voneinander ab. Dein System führt sie dann entsprechend getrennt voneinander aus. Linux weiß schon, was zutun ist. 😉

Im Anschluss daran, kannst du ioBroker installieren. Hierzu gibt es einen weiteren Befehl.


curl -sLf https://iobroker.net/install.sh | bash -

Dieser Befehl lädt ein sogenanntes Shell-Skript von der ioBroker Website herunter. In diesem Skript stehen konkrete Anweisungen für deinen Rechner, welche Schritte er zur Installation befolgen soll. Dein Rechner führt die Anweisungen nacheinander aus. Das Skript nimmt dir damit wichtige Aufgaben ab. Für jeden, der ioBroker installieren möchte, ist das ein sehr guter Kompromiss zwischen manueller Installation und Automatisierung.

Meine Installationsempfehlung

Nachdem du nun die beiden wichtigsten Wege kennst, um ioBroker installieren zu können, kommen wir zu meiner persönlichen Empfehlung.

Ich selbst nutze weder einen Raspberry Pi, noch Windows. Das hat für mich persönlich zur Folge, dass ich auf die manuelle Installation des Systems angewiesen war. Doch auch wenn ich die Wahl zwischen beiden Installationsformen hätte, würde ich auf die manuelle Installation zurückgreifen.

Grundsätzlich liegt das daran, dass ich wirklich davon überzeugt bin, dass ich mich der manuellen Installation besser klar komme. Das Hin und Her mit diversen Images trifft nicht auf großes Interesse meinerseits. Selbst bei Backups greife ich inzwischen nicht mehr auf Images zurück.

Betrachtet man außerdem den manuellen Installationsprozess im Detail wird klar, dass zwei verschiedene Befehle für die Konsole absolut keine Herausforderung sind. Zwar muss man sie entweder mühsam kopieren oder abtippen, jedoch hält sich auch hier der Aufwand stark in Grenzen. Die Entwickler von ioBroker geben übrigens selbst an, dass die Images nur dann benötigt werden, sofern mit den Installationsskripten Fehler oder Probleme auftreten. Das zeugt in meinen Augen schon davon, dass man hier eindeutig den Fokus auf die Skripte legt und das der durchaus populärere Weg zum eigenen Smart Home ist.

Nun könnte man noch auf die Idee kommen, den Docker-Container zu verwenden. Von dieser Möglichkeit habe ich hier Abstand genommen, da ich mit Docker bislang wirklich noch gar nicht warm geworden bin. Ich halte es außerdem nicht gerade für die einfachste Möglichkeit, wenn es darum geht, ioBroker zu installieren.

Um auch nochmals auf die Dokumentation von Matthias Kleine zurückzukommen (den Link findest du im Abschnitt Images) sei zudem erwähnt, dass ioBroker wohl NodeJS während der Installation ebenso installiert, sofern es sich noch nicht auf dem System befindet. Dadurch reduziert sich der Aufwand der Installation um einen weiteren Konsolenbefehl. Meiner Meinung nach ist ein einziger Konsolenbefehl so kein Hindernis mehr, um ioBroker manuell zu installieren.

Kategorien: ioBroker

Lukas

Hey, ich bin Lukas. Seit einigen Jahren schreibe ich in meinem Smart Home Blog über Hausautomation und Digitalisierung. Als Wirtschaftsinformatiker weiß ich, wie wichtig die Vernetzung von IT-Systemen ist. Diese Erkenntnisse übertrage ich auf mein eigenes Smart Home, das ich auf Basis von ioBroker betreibe. Hierzu nutze ich die Leistung eines eigenen Rackservers in meinem Keller, der alle Dienste und Smart Home Systeme aufrecht erhält. Mit ihm habe ich mir einen großen Traum erfüllen können. In deinen Ohren klingt das mindestens genauso spannend, wie für mich? Dann komm mit auf unsere Reise zu einem vollwertigen, sicheren und komfortablen Smart Home. Ganz oben findest du Verknüpfungen zu Social Media, wo du mir gerne folgen darfst. Ich freue mich auf dich!

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