In meinem Beitrag zu einem Diffusor habe ich den Homematic IP Präsenzmelder erwähnt. Dieser kann bei mir das Gerät ansteuern, sobald ich mich im Raum befinde. Oder besser gesagt, sobald ich mich im Raum bewege.

Warum ich den Homematic IP Präsenzmelder nicht für allzu gut empfinde und warum ich mir eine Alternative mit iBeacons angesehen habe, möchte ich dir in diesem Beitrag gerne erklären. Dazu musst du wissen, dass ich den Präsenzmelder schon seit einigen Monaten nutze und demnach auch den einen oder anderen Workaround gefunden habe, der die Schwierigkeiten zumindest abschwächen kann.

Mein Beitrag soll dabei nicht darauf abzielen, dir von dem Produkt abzuraten. Ich möchte dich lediglich auf die Schwierigkeiten aufmerksam machen, so dass du selbst entscheiden kannst. Doch wir fangen ganz von vorne an, mit den Details zum Produkt.

 

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Daten des Homematic IP Präsenzmelders

 

Betrieben wird der Sensor mit zwei AA-Batterien. Diese versorgen ihn sehr gut und ich musste bisher noch kein einziges Mal die Batterien austauschen. Das hat mich durchaus überrascht, denn ich hätte gedacht, sie sind schneller leer.

Beim Betrieb muss man darauf achten, dass der Präsenzmelder über die Schutzart IP20 verfügt. Die erste Stelle bedeutet dabei, dass er gegen feste Fremdkörper bis zu einer Größe von 12,5 Millimeter geschützt ist. Etwas enttäuschender finde ich hingegen die zweite Stelle. Die 0 besagt, dass der Präsenzmelder nicht gegen Wasser geschützt ist. Gleichzeitig bedeutet das, dass der Sensor nicht in feuchten Räumen zum Einsatz kommen kann. Da ich lange überlegt habe, ob ich ihn im Bad einsetzen möchte, finde ich das natürlich etwas enttäuschend.

Angesteuert wird das Gerät über den Homematic IP Funkstandard, der sich in der Frequenz von 868,3 – 869,525 MHz befindet. Das ist bei Homematic ganz typisch und eigentlich kaum weiter erwähnenswert.

Viel interessanter ist hingegen, dass bei diesem Produkt unterschiedliche Erfassungswinkel genannt sind. Der innerste Umkreis geht bis zu 3,5 Meter und hat einen Erfassungswinkel von ca. 105 Grad. Laut Hersteller soll der Sensor innerhalb dieses Bereichs auch kleinste Bewegungen erkennen. Als Beispiel wird hierfür das Tippen auf der Tastatur genannt.

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Grobe Bewegungen werden in einem Radius von bis zu 7 Metern erfasst. Was grobe Bewegungen sind, ist an der Stelle aber unklar.

Weiterhin kann der Präsenzmelder die Lichtstärke messen, wodurch eine Steuerung in Abhängigkeit des Lichts möglich ist.

 

Homematic IP Präsenzmelder

 

So nutze ich den Sensor

 

Ich habe mir das WC als Ort zum Testen ausgesucht. Hier konnte ich auch den Diffusor testen, da ich das Verteilen eines guten Dufts hier sehr gut fand. Dazu kommt ein Homematic-Schalter, der mir das Licht ein- und ausschalten kann.

Den Homematic IP Präsenzmelder habe ich hierzu mittig an der Decke angebracht, so dass er in jede Richtung blicken kann. Versprochen habe ich mir dadurch, dass das Licht automatisch eingeschaltet wird, wenn jemand im Raum ist. Sobald derjenige den Raum verlässt, soll das Licht ausgeschaltet werden. Die Maßnahme ist dazu gedacht, dass ich das Licht nicht mehr vergessen kann und ich dadurch meine Stromkosten nicht versehentlich in die Höhe treibe.

Besonders an dieser Anforderung ist natürlich, dass man sich in diesem Raum nicht sehr viel bewegt und der Präsenzmelder selbst kleinste Bewegungen erkennen muss. Andernfalls steht derjenige (oder sitzt viel mehr) im Dunkeln.

Zur Sicherheit habe ich mir noch die Option offen gelassen, dass der Homematic-Schalter auch händisch bedient werden kann. Im Falle eines Ausfalls des Präsenzmelders muss man so auch nicht im Dunkeln sitzen.

 

Das ergab mein Praxistest

 

Meine Hoffnungen in das Produkt waren groß. Mein Plan war ausgetüftelt und ich war wirklich begeistert, dass das Smart Home auf eine so einfache Art und Weise helfen kann.

Beim Betreten des Raums wird die Bewegung zuverlässig erkannt und das Licht eingeschaltet. Das klappt wirklich hervorragend. Durch das Setzen eines Grenzwerts habe ich es außerdem erreicht, dass am Tag das Licht ausgeschaltet bleibt und erst ab einem gewissen Wert eingeschaltet wird. Dazu habe ich mir in OpenHAB eine Regel gebaut, die im Kombination mit meiner Wetterstation das Einschalten erlaubt.

Testweise habe ich mich eine Weile im Raum still aufgehalten. Ohne große Bewegungen.

Der Präsenzmelder hat daraufhin gesagt, dass sich keine Person mehr im Raum befindet und OpenHAB hat das Licht entsprechend ausgeschaltet. Auch beim Tippen auf dem Smartphone ergab sich dabei keine Besserung. Die Bewegung wurde nicht erkannt.

Das passt in meinen Augen nicht mit dem Versprechen des Herstellers zusammen, denn wie wir oben festgestellt haben, soll in einem Umkreis von etwa 3 Metern sogar das Tippen auf einer Tastatur erkannt werden. Eine virtuelle Tastatur auf dem Smartphone kann es schon einmal nicht sein.

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Erst durch das Bewegen der Hand konnte ich das Licht über den Homematic IP Präsenzmelder wieder einschalten. Das ist zwar kein Hals- und Beinbruch, doch ich hatte mir davon etwas anderes versprochen. Ein Gerät, das sich Präsenzmelder nennt, sollte auch auf Präsenzen reagieren.

Man kann also sagen, dass der Präsenzmelder lediglich ein sehr empfindlicher Bewegungsmelder ist. Unter Präsenz stellt man sich dazu am besten eine kleine Bewegung vor und nicht die physische Anwesenheit einer Person.

 

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Mein Workaround

 

Um mein Projekt dennoch halbwegs realisieren zu können, habe ich zu einem kleinen Trick gegriffen. Innerhalb von OpenHAB habe ich mir einen virtuellen Schalter angelegt, der vom Benutzer über die Oberfläche bedient werden kann. Dieser Schalter dient dem Sperren der Regel, so dass diese nicht arbeiten darf.

Durch diesen Trick ist es jetzt möglich, das Licht dauerhaft ein- oder ausgeschaltet zu lassen. Dazu prüfe ich zu Beginn der Regel, ob der virtuelle Schalter auf Ein oder Aus steht. Steht er auf Ein, wird die Regel an dieser Stelle abgebrochen und das Licht nicht angesteuert. Steht der Schalter hingegen auf Aus, wird die Regel fortgesetzt und das Licht angesteuert.

Diesen Schalter habe ich Blockieren genannt. Du kannst die Logik selbstverständlich auch umgekehrt bauen und den Schalter als Aktivierungsschalter für die Regel verwenden. Steht er dann auf Ein, wird die Regel ausgeführt.

Der Workaround zeigt mir, dass es manchmal doch Mittel und Wege gibt, um ein Vorhaben zu realisieren. Zwar läuft es nicht immer so, wie man es sich selbst wünschen würde. Doch im Endeffekt zählt das Ziel und nicht der Weg dorthin.

 

Kann ich den Präsenzmelder empfehlen?

 

Teilweise.

Sagen wir es mal so. Wenn du auf der Suche nach einem sehr empfindlichen Bewegungsmelder bist, beispielsweise für den Flur, wirst du mit diesem Produkt glücklich werden. Hast du allerdings die gleiche Vorstellung über Präsenzmelder wie ich, dann wird es eher schwierig.

An Orten an denen man sich eher bewegt kann dieser Sensor sehr hilfreich sein. Im Wohnzimmer beispielsweise, wo man ganz gerne auch mal nur auf dem Sofa entspannt und sich kaum bewegt, wird er seine Arbeit nicht zur vollsten Zufriedenheit erledigen können.

Und sollte es der Fall sein, dass er seine Aufgabe nicht richtig wahrnehmen kann, wird er schnell sehr nervig und fliegt wieder aus dem Smart Home.

Bevor du dir dieses Gadget anschaffst musst du daher genau überlegen, an welchem Ort und für welchen Zweck du es nutzen willst. Es lohnt sich nicht, Versprechen ernst zu nehmen und im Nachhinein enttäuscht zu sein. Das ist nur sehr frustrierend.


Lukas

Hi, mein Name ist Lukas. Seit 2016 blogge ich auf Hobbyblogging über unterschiedliche Themen des Alltags. Schwerpunkt dabei ist das Thema Smart Home, speziell mit der Open Source Software OpenHAB. Neben dem Bloggen absolviere ich derzeit mein Master-Studium im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und arbeite als Werkstudent im Software Engineering.

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