Auf dem Markt tummeln sich Insellösungen für jeden Bereich im Smart Home. Steckdosen, Thermostate, Lampen, … Doch all das ist gar nicht immer so perfekt, wie es zu sein scheint. Was Hersteller über Smart Home lernen müssen, das erfährst du in diesem Beitrag.

Zu Beginn möchte ich allerdings erwähnen, dass es sich hierbei lediglich um meine Sichtweise handelt. Deine Sichtweise interessiert mich jedoch auch sehr! Lies dich in den Beitrag ein und lass uns im Anschluss in den Kommentaren darüber sprechen.

 

Gebäude, Wolkenkratzer

 

Mein Produkt, mein Geld, meine Kunden

 

Jeder Hersteller strebt danach, den Markt mit seinem Produkt zu erobern. Lange Zeit geht das sicherlich auch gut und es gibt auch einige Bereiche, in denen das weiterhin funktionieren kann. Wenn es um die freie Wirtschaft geht, ist der Kampf sehr hart. Doch der Krieg gegen Konkurrenten führt manchmal in eine Sackgasse und hilft dem Kunden nicht weiter.

Ich habe vor einer Weile ein sehr interessantes Hörbuch genießen können, in dem viele der Probleme angesprochen wurden. Eine der Kernaussagen dabei war, dass der Kunde immer im Vordergrund stehen muss. Anders als in der Politik kann man nicht ständig mit sich selbst beschäftigt sein und dennoch überleben. Das funktioniert nicht.

Doch wissen die Hersteller eigentlich, was der Kunde möchte?

Ich habe im letzten Jahr Plex ins Smart Home integriert und einen Beitrag darüber verfasst. Möglich war das nur, weil Plex über Nachrichten eine Statusänderung mitteilt. Damit behält das System seine Kernfunktionalität für sich, ermöglicht aber gleichzeitig die Steuerung von Geräten.

Hersteller haben meist Angst, dass sie ihre Stellung verlieren, sobald sie sich für andere öffnen. Aus dem Softwarebereich ist mir das Beispiel Microsoft bekannt. Microsoft hat vor geraumer Zeit erkannt, dass es auch noch andere Betriebssysteme auf dem Markt gibt.

 

Gemeinsamen Nachrichtenkanal finden

 

In meinen Augen sollten Hersteller sich dafür öffnen, andere Systeme mit Daten füttern zu können. So könnte beispielsweise die Alarmanlage dem Lichtsystem melden, dass ein Einbruch stattfindet. Das Lichtsystem könnte dementsprechend alle Lampen einschalten und den Einbrecher buchstäblich ins Rampenlicht drängen.

Fensterkontakte wären in der Lage dem Thermostat mitzuteilen, dass gerade gelüftet wird woraufhin diese die Heizleistung drosseln.

Was ich damit sagen möchte ist, dass nicht jedes System alle Funktionen bereitstellen muss. Eine Alarmanlage muss nicht noch die Lampen im Smart Home steuern. Dafür ist sie nicht gedacht und niemand wird sich eine solche anschaffen, damit er am Abend sein Wohnzimmer einfärben kann.

Besser wäre es, wenn Hersteller sich auf ein Nachrichtenkanal einigen, den sie unterstützen möchten. Dadurch können die Systeme Nachrichten austauschen und diese verarbeiten. Insgesamt geht so zwar nicht die Anzahl der Zentralen zurück, jedoch wäre es ein Schritt in Richtung Integration.

 

Gutes Beispiel: OpenHAB

 

OpenHAB zeigt in meinen Augen sehr gut, was Hersteller über Smart Home lernen müssen. Das Open Source System erlaubt die Integration sämtlicher Geräte. Dazu benötigt es nicht einmal die passende Zusatzsoftware in Form von sogenannten Bindings, sondern lediglich MQTT.

Bei MQTT handelt es sich um ein Nachrichtenprotokoll, das man sich ähnlich wie ein Forum vorstellen kann. Geräte veröffentlichen in unterschiedlichen Themen verschiedene Beiträge, in denen sie über wichtige Aktualisierungen informieren. Jeder Interessierte kann sich nun einen dieser Beiträge ansehen und ist über dessen Inhalt informiert.

OpenHAB unterstützt die Integration per MQTT und ist damit eine sehr flexibel einsetzbare Lösung für das eigene Smart Home. Einer der Gründe für die Entstehung dieses Projekts war unter anderem, dass viele Hersteller jeweils ihre eigenen Insellösungen auf den Markt werfen. Auf dem Smartphone benötigt man dann gefühlt hunderte von Apps, die jeweils nur einen kleinen Teil steuern können. OpenHAB bündelt nun all diese Insellösungen und macht sie in einer einzigen App steuerbar.

Damit können unterschiedliche Geräte miteinander kommunizieren und basierend auf Daten anderer Geräte eigene Aktionen in Gang setzen.

 

Warum schaffen Hersteller das nicht?

 

Hast du mal Konzernvorstände reden hören? Es geht fast immer nur um die Erhöhung des Gewinns und die Verbreitung des eigenen Unternehmens. Expandieren, mehr Geld, mehr Macht.

Öffnet man sich nun für andere Hersteller, so kann man die Kunden nicht mehr so leicht an sich binden und der Umsatz geht in den Keller. So jedenfalls eine Theorie, die bei vielen in den Köpfen steckt. Doch das Öffnen für andere muss nicht zwangsläufig schlecht sein.

Im Grunde arbeitet man sowieso an einem gemeinsamen Ziel, man möchte den Markt mit neuen Produkten revolutionieren. Eine deutlich nützlichere und interessantere Revolution wäre allerdings, wenn man gemeinsam einen Mehrwert für die Konsumenten schafft.

An vielen Lösungen ärgert es mich, dass man aufwendig nach Schnittstellen suchen muss und diese dann auch oft mehr schlecht als recht funktionieren. Das ist nicht nur sehr ärgerlich, sondern auch ein enormer Aufwand. Ebenso sind diese Schnittstellen meist nicht stabil, denn nach dem nächsten Update können diese schon wieder verschwunden oder ersetzt worden sein.

Mit einer gemeinsamen Schnittstelle zum Nachrichtenaustausch kann sich jeder Hersteller auf seine Kernkompetenz konzentrieren und durch die Integration mit anderen Geräten dennoch für Konsumenten interessant sein. Denn nun kann man nicht mehr nur damit werben, dass man seine Lampen in 16 Millionen Farben leuchten lassen kann, sondern diese auch in Aktionen mit anderen Systemen integrieren kann.

 

Die Riesen wachen auf

 

Ich habe eigentlich schon fast gedacht, dass wir es erst in einigen Jahren erleben werden. Doch noch im Jahr 2019 sind die Riesen darauf aufmerksam geworden, dass man gemeinsam einen Standard nutzen kann, um Geräte untereinander kompatibel zu machen.

Google, Amazon und Apple arbeiten an einem gemeinsamen Funkstandard, damit unterschiedliche Geräte in Zukunft miteinander kommunizieren können. Für den Verbraucher eröffnen sich damit hoffentlich neue Möglichkeiten, denn diese können künftig noch mehr Geräte im eigenen Zuhause miteinander vernetzen.

Ich persönlich bin mir sicher, dass diese Entscheidung einen großen Fortschritt für die Etablierung von Smart Home Produkten bedeuten wird. Denn was viele Hersteller über Smart Home lernen müssen, haben die Riesen nun begriffen. Nur gemeinsam schafft man sich einen solchen Markt, der für viele Verbraucher interessant ist.

In meinem persönlichen Umfeld gibt es viele Personen, die sich einfach nicht sicher sind welche Geräte miteinander umgehen können. Oft kauft man Geräte und bemerkt erst im Nachhinein, dass man sein eigentliches Vorhaben so gar nicht umsetzen kann. Schuld daran sind zwar nicht zwangsläufig die Hersteller, jedoch tragen sie mit gefühlt hunderten Funkstandards zu dieser Verwirrung bei. Und diese Verwirrung kann den Endverbraucher teuer zu stehen kommen …

 

Was denkst du? Braucht man im Smart Home gar nicht viele Hersteller? Oder siehst du bei diesem Zusammenschluss der Tech-Riesen ein Potenzial?

 

Foto von Sean Pollock auf Unsplash

 

Kategorien: Smart Home

Lukas

Hi, mein Name ist Lukas. Seit 2016 blogge ich auf Hobbyblogging über unterschiedliche Themen des Alltags. Schwerpunkt dabei ist das Thema Smart Home, speziell mit der Open Source Software OpenHAB. Neben dem Bloggen absolviere ich derzeit mein Master-Studium im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und arbeite als Werkstudent im Software Engineering.

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