Der Weg zum eigenen Smarthome


Inhalt


Siri HomeKit

Siri im Smarthome

Ich lese immer wieder im Netz, dass unterschiedliche Personen Hilfe suchen, wie sie das Thema Smarthome angehen. Und ich muss ehrlich sagen, dass es nicht die perfekte Lösung gibt und der Einstieg oft nicht ganz so einfach ist. Man macht sich Gedanken über Datenschutz, Sicherheit, Technik und die unterschiedlichen Herstellerlösungen.

Daher habe ich es mir jetzt zur Aufgabe gemacht, dir in diesem Beitrag einen sinnvollen Überblick über die Thematik zu geben. Ich gehe auf fertige Lösungen ein, aber auch auf die Do-It-Yourself-Lösung. Welchen Weg du später gehen möchtest, das kann ich nicht für dich entscheiden. Aber wenn du weißt, wo die Grenzen liegen und welche Möglichkeiten es gibt, macht es dir das etwas einfacher. Doch ich gehe nicht nur auf einen allgemeinen Überblick ein, ich habe dir einige Artikel und Seiten zusammengestellt, wo du dich gezielt informieren kannst.

Sollten trotz aller Informationen noch Fragen offen sein, dann darfst du gerne die Chance nutzen, dass du einen Kommentar hinterlässt. Andere Leser, aber auch ich, können dir hoffentlich weiterhelfen oder dich zumindest an die richtigen Stellen leiten. Darum keine Scheu, es gibt keine dummen Fragen. Insbesondere nicht bei einem doch so komplexen Thema.

Unterschiedliche komplette Smarthome-Lösungen


An dieser Stelle ist es leider schwierig wirklich alle Lösungen aufzulisten. Der Smarthome-Markt boomt und es kommen gefühlt nahezu täglich neue Hersteller und Produkte hinzu. Daher habe ich einige ausgewählt, die sicherlich viele schon einmal gehört haben.


Do-It-Yourself (DIY) im Gegensatz zur Herstellerlösung

Viele Personen sind sich nicht sicher, auf welche Lösung sie zurückgreifen sollen. Einige denken, die Herstellerlösungen sind perfekt und die DIY-Lösung ist nicht das Wahre. Doch das möchte ich nicht so stehen lassen.

Raspberry Pi

Raspberry Pi als Smarthome-Zentrale

Wenn du eher der bequeme Mensch bist, welcher in seinem Zuhause nicht alles selbst erledigen möchte, so sind Herstellerlösungen vielleicht nicht abwegig. Sie lassen sich einfach einrichten, du musst keine Computer- oder Programmierkenntnisse haben und so weiter … Doch du bist meist auch recht eingeschränkt in den Möglichkeiten. Nehmen wir an, du hast einen WiButler in deinem Zuhause. Dieser funktioniert richtig gut und du bist absolut überzeugt von diesem Produkt. Jedoch kommt dir nun in den Sinn, dass du gerne ein älteres Gerät via Infrarot steuern möchtest. Wie gehst du das an? Du suchst im Internet und in der Anleitung nach einer geeigneten Möglichkeit und stellst fest, dass dies so nicht funktioniert. Gibst du deinen Wunsch dann auf oder nimmst du eine weitere Smarthome-Lösung in Betrieb?

Hast du nun jedoch ein DIY-Smarthome – beispielsweise über einen Raspberry Pi – so kannst du nach Belieben Pakete installieren, Komponenten anschließen und dein Zuhause erweitern. Du bist nicht gebunden an Hersteller, welche dir funktionierende Geräte vorsetzen. Du bestimmst, was du steuern möchtest, wie du das umsetzt und kannst Grenzen von anderen Lösungen überwinden. Nebenbei wirst du noch eine Menge Features nutzen können, welche in einer fertigen Lösung nicht verfügbar wären.

Natürlich geht damit auch ein wenig Verantwortung einher. Du musst dich darum kümmern, dass du deinen Raspberry Pi pflegst. In meinen Augen gehören zwei ganz wichtige Punkte dazu: alte Protokolldateien löschen (die Speicherkarte läuft sonst voll) und regelmäßig Updates installieren. Wenn du nun sagst, dass du doch von all diesen Dingen keine Ahnung hast, dann sei nicht entmutigt. Sieh es als Chance etwas neues zu lernen und dein Wissen zu erweitern. Du musst nicht von Beginn an alles wissen – das kannst du auch nicht. Sehr wohl kannst du aber deinen Horizont erweitern und über den Tellerrand schauen. Du musst es nur wollen.

Lösungen für einen konkreten Bereich

Neben all den Komplettlösungen bieten viele Hersteller auch konkrete Lösungen für einzelne Bereiche an. Viele Hersteller konzentrieren sich auf die Beleuchtung, da dieser Markt sehr beliebt ist. Diese Teillösungen decken immer einen Bereich ab und sind in vielen Fällen auch nicht erweiterbar. Daher sollte man sich Gedanken machen, ob man sich wirklich auf einen konkreten Bereich festlegen möchte.

Was du bei Alarmsystemen unbedingt beachten musst

Viele Hersteller werben damit, dass du dir dein Alarmsystem zusammen bauen kannst. Das ist so auch korrekt, jedoch gibt es hier eine große Einschränkung. Du musst unterscheiden zwischen einem Alarmmeldesystem und einer Alarmanlage. Das hat versicherungstechnische Gründe, denn die Versicherungen bezahlen unter Umständen nicht, wenn du keine zertifizierte Alarmanlage eingebaut hast, sondern ein Alarmmeldesystem.

Informiere dich daher vorher bei dem jeweiligen Anbieter über das Produkt, bevor du hier Schwierigkeiten bekommst. Ein Alarmmeldesystem ist beispielsweise der WiButler der Firma WiButler GmbH. Er lässt sich mit Tür- und Fensterkontakten ausstatten und meldet dir, sobald diese unbefugt – oder generell – geöffnet werden. Das ist durchaus praktisch, damit du immer über den Zustand deines Zuhauses informiert bist. Im Fall der Fälle hilft dir das jedoch leider nicht sehr viel. Wenn es dir um die Sicherheit deines Zuhauses geht, greifst du besser auf ein anderes Produkt zurück, wie beispielsweise die Alarmanlagen der Firma Lupus.


Der Weg zu deinem eigenen Smarthome kann also nicht immer nur einfach sein. Es gibt zwar sehr viele tolle Lösungen, die du einsetzen kannst, jedoch sind auch diese nie perfekt. Es sind Lösungen für den Massenmarkt und diese können nie perfekt auf dich zugeschnitten sein. Die Hersteller gehen zwar den Weg, dass sie unterschiedliche Produkte anbieten, welche kompatibel sind, jedoch decken diese meist auch nicht jeden Bereich ab.

Die unterschiedlichen Funkstandards

Da die ganzen unterschiedlichen Lösungen und Hersteller noch nicht genug sind, gibt es nun auch noch Unterschiede in den jeweiligen Funkstandards, welche im Smarthome genutzt werden. Die gängigsten hierbei sind Z-Wave, ZigBee, EnOcean, DECT und 433 MHz. Manche Geräte setzen zudem noch WLAN und Bluetooth ein, wobei WLAN eher für die Vernetzung der Basis mit deinem Netzwerk gedacht ist.

Z-Wave

Z-Wave ist ein Funkstandard, welcher auf einen geringen Stromverbrauch ausgelegt ist. Dennoch benötigen die Komponenten eine externe Stromversorgung, beispielsweise in Form einer Batterie oder eines Akkus. Einige andere Komponenten sind auch fest an die Stromversorgung angeschlossen.

Bei Z-Wave dienen Geräte, welche fest an die Stromversorgung angeschlossen als Repeater. Dadurch kannst du den Radius deiner Geräte problemlos erweitern. Das macht diesen Funkstandard sehr interessant für größere Wohnungen oder gar Häuser, da die Komponenten meist sehr weit von ihrer Basisstation entfernt sind und durch dicke Wände zusätzlich abgeschirmt werden.

ZigBee

ZigBee ist ein Standard, welcher sich zur Aufgabe gemacht hat, das Datenaufkommen zu reduzieren. Es sollen für die Übermittlung möglichst wenig Daten übertragen werden, was eine Übertragung etwas beschleunigt. Ob sich das bei kleinen Komponenten bemerkbar macht, weiß ich leider nicht. Da hier jedoch nicht gigabyte-weise Daten übertragen werden, wage ich das schon fast zu bezweifeln. Ebenso ist der Funkstandard für den Nahbereich optimiert, was einer Reichweite von 10 – 100 Metern entspricht. Dies ist natürlich stark von den Eigenschaften des Hauses abhängig.

ZigBee wird im Übrigen nicht nur im Smarthome eingesetzt. Es findet seinen Einsatz auch im medizinischen Bereich. Nähere Informationen zu ZigBee liefert der Wikipedia-Artikel.

In der Vergangenheit gab es bei ZigBee ein Sicherheitsproblem, welches sich nicht durch Updates beheben lies. Genau Infos zur Sicherheitslücke gibt es bei Heise.

EnOcean

EnOcean ist die meiner Meinung nach spannendste Funktechnik, da die Komponenten hier den Strom für ihr Signal selbst erzeugen. Wenn du auf einen Schalter drückst wird durch den Druck Strom erzeugt, welcher gerade ausreichend ist, um das Signal zu versenden. Daher brauchst du hier keinerlei Batterien oder andere Stromversorgung zu bedenken. Das spart Geld und vor allem Strom. Jedoch gibt es auch bei EnOcean einen kleinen Unterschied. Im europäischen Raum nutzt EnOcean die Frequenz 868 MHz, während man in Nordamerika auf 315 und 902 MHz zurückgreift. Auch die Japaner nutzen hier eine andere Frequenz, sie funken auf 928 MHz. Da ich derzeit keine EnOcean-Produkte verwende kann ich leider nicht sagen, ob die Geräte alle Frequenzen unterstützen. Im Zweifel sollte man hier genau vergleichen und gegebenenfalls auf den europäischen Standard zurückgreifen. Denn nichts ist ärgerlicher, als wenn man sich die falschen Komponenten kauft.


Wovon du meiner Meinung nach die Finger lassen solltest

Es gibt einige Leute, die ihrem Smarthome auch die Möglichkeit geben, das Türschloss zu steuern. Das finde ich persönlich jedoch etwas bedenklich. Die Hersteller ergreifen oftmals nicht genug Sicherheitsmaßnahmen, um die Geräte optimal zu schützen. Gut erkennbar ist das an den immer wieder aufkommenden Botnetzwerken, die aus IoT-Geräten bestehen. IoT steht für Internet of Things und beschreibt im Groben alle Geräte, neben Rechnern und Servern. Beispielsweise fallen hierunter Smarthome-Komponenten, Raspberry Pis und weitere Geräte.

Da diese Geräte für Angreifer leicht zu übernehmen sind, stellen diese eine Sicherheitslücke für dein Netzwerk da. Ist nun ein Angreifer in dein Netzwerk eingedrungen, kann er sich selbst Zugang zum Haus verschaffen, ohne dass dies durch einen Alarm o. ä. auffällt.

Ebenso solltest du dein Smarthome niemals direkt aus dem Internet zugänglich machen. Alle Geräte, die direkt mit dem Internet verbunden sind und nicht hinter einer Firewall stehen, stellen eine potenzielle Gefahr für dein Netzwerk und deinem Zuhause dar. Möchtest du von der Ferne den Komfort deines smarten Zuhauses genießen, so solltest du wenn überhaupt auf VPN zurückgreifen. Dies macht dein Netzwerk weniger anfällig und somit auch sicherer.

Beispiele für tolle Projekte

Neben den negativen Punkten, habe ich auch noch einige tolle Beispiele für Smarthome zusammengetragen. Hier kann man herauslesen und auch sehen, wie schön und unterstützend ein Smarthome sein kann.

Als erstes möchte ich euch einen Blogbeitrag eines anderen Bloggers empfehlen, welcher sich die Mühe gemacht hat, seinen Tagesablauf im smarten Zuhause zu erläutern.

Und zum Schluss, kann ich dir noch ein ganz tolles Video ans Herz legen, welches eine Menge an Inspirationen liefert:


Lukas

Hi, mein Name ist Lukas.Seit 2016 blogge ich auf Hobbyblogging über unterschiedliche Themen des Alltags. Schwerpunkt dabei ist das Thema Smart Home, speziell mit der Open Source Software OpenHab auf dem Raspberry Pi.Neben dem Bloggen absolviere ich derzeit mein Master-Studium im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und arbeite als Werkstudent im Software Engineering.

2 Kommentare

6 Tipps für Smarthome und wie es gelingt – Der Hobbyblog · 12. Januar 2018 um 08:00

[…] der Vergangenheit hatte ich bereits einen Artikel darüber geschrieben, wie du zu deinem eigenen Smarthome kommst. Doch bis man zu seinem gewünschten Smarthome kommt, gibt es ein paar Vorüberlegungen. […]

Smart-Phone, Smart-Home das mit 50+ – Der Hobbyblog · 30. Oktober 2017 um 12:02

[…] finde ich es ganz toll, wenn man Wissenswertes so ausführlich nachlesen […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.