Rückstand im Smart Home, Rückstand in der Digitalisierung, … Sind wir ein Entwicklungsland geworden?

Im Jahr 2019 hat der Shop Moebel24 eine Online-Umfrage durchgeführt bezüglich des Themas Smart Home. An der Umfrage haben deutschlandweit 2092 Personen teilgenommen in jeden Altersgruppen. Auch wenn die Umfrage nicht repräsentativ ist, sind die Ergebnisse durchaus sehr interessant. Denn sie lässt Rückschlüsse darauf zu, wie sehr das Thema Smart Home in den Köpfen der Menschen bereits angekommen ist.

Zu Tage kommen dabei auch Zweifel und mögliche Gründe der Ablehnung gegenüber des Themas, weshalb ich in diesem Artikel Informationen aus dieser Umfrage aufgreifen möchte.

 

Rückstand im Smart Home? Eine Umfrage beleuchtet unterschiedliche Gesichtspunkte des Themas. Klick um zu Tweeten

 

Grundlegende Informationen

 

Wie ich bereits erwähnt habe, gab es für diese Umfrage 2092 Teilnehmer aus ganz Deutschland.

Aus meiner Sicht sind Menschen dem Thema Smart Home gegenüber gespalten, doch die Umfrage offenbart, dass das Problem beim Thema Smart Home nicht in der Spaltung liegt. Viel mehr gibt es eine Ablehnung.

Betrachten wir die Ablehnung in Bezug auf die folgende Frage:

 

So viele Smart Home-Produkte werden zu Hause bereits verwendet

 

Nehmen wir den prozentualen Anteil der Ablehnung und derjenigen zusammen, die bislang noch kein smartes Gerät nutzen, kommen wir auf 79,6 Prozent. Somit haben mehr als dreiviertel der Befragten kein smartes Gerät bei sich zu Hause oder gar Interesse daran. Die oben angesprochen Spaltung ist demnach ein rein subjektives Gefühl von mir, wohingegen die Umfrage zeigt, dass der Großteil sich weder mit dem Thema beschäftigt oder Interesse hat.

Doch woher kommt diese Ablehnung? Und vor allem ist die Frage interessant, ob sich jene Personen schon mit dem Thema Smart Home beschäftigt haben, die dem grundsätzlich negativ gegenüber stehen. Denn über die Jahre hinweg konnte ich beobachten, dass meist diejenigen ein Thema ablehnen, die sich bislang noch nicht damit beschäftigt haben.

 

Woher resultiert die Ablehnung?

 

Neben der Frage, wie viele Menschen bereits smarte Geräte nutzen ist auch sehr interessant zu wissen, aus welchem Grund andere Personen diese Geräte ablehnen.

Dabei ist erkennbar, dass bereits 48,6 Prozent die erste Antwort wählen. Wenig überraschend lautete diese:

 

Sorge um Privatsphäre

 

Doch kann man diese Sorgen nicht aus dem Weg räumen? Woher kommt die Angst, obwohl es auf dem Markt Lösungen gibt, wofür nicht die Cloud eines Herstellers genutzt werden muss?

Ich bin auch kein großer Freund davon, alles mit Clouds oder den Herstellern zu vernetzen. Einige Dinge sollten sich wirklich nur bei mir im eigenen Zuhause abspielen, beispielsweise die Erfassung von Temperaturdaten oder weiteren Daten aus dem Zuhause. Denn auch wenn ich smart leben möchte, sollte ich nicht gezwungen sein, die Daten mit dem Hersteller zu teilen.

Weitere nennenswerte Gründe für die Ablehnung des Themas sind die unterschiedlichen Standards sowie der hohe Preis, den man für einige Komponenten bezahlen muss.

Diese Gründe sehe ich durchaus als interessanter an, da hier wirklich viel Wahrheit drin steckt. So haben beispielsweise Glühbirnen einen Funkstandard, Fensteraktoren einen anderen und Thermostate .. Naja, davon wollen wir nicht anfangen.

Wenn ich das mal mit meinem Smart Home reflektiere, so bemerke ich auch schnell, dass auch ich viel zu viele Funkstandards in meine Zuhause nutze. Von WLAN über DECT bis hin zu Zigbee … Alles ist dabei.

Haben wir also doch einen Rückstand im Smart Home und der Vereinigung von smarten Geräten?

 

Kosten eines Smart Homes

 

Gute 34 Prozent der Befragten gaben an, dass das Thema Smart Home viel zu teuer ist. Hier kommt es natürlich stark darauf an, auf welche Komponenten man setzt und ob man für den Einbau bezahlen muss. Bei einem DIY-Smart Home ist der Kostenfaktor zwar auch vorhanden und nicht gerade günstig, doch deutlich günstiger als bei einer professionellen Lösung.

Doch wenn man hier von professionell und DIY spricht, darf man nicht meinen DIY-Lösungen seien nicht tauglich. Viel mehr sind sie nach meinen Erfahrungen viel flexibler und anpassbarer, denn man muss sich hier nicht den Vorstellungen des Herstellers unterwerfen.

Von den 2092 Befragten gaben fast dreiviertel an, dass ein Smart Home maximal 200 Euro kosten darf. Völlig unrealistisch, dennoch eine vorherrschende Meinung in der Umfrage. Bedenkt man einmal, wie hoch die Kosten für den Bau eines Hauses sind, kann man nicht davon ausgehen, dass man mit nur einem Bruchteil dieses Gelds ein ganzes Haus smart machen kann.

 

Deutsche wollen Smart Home für unter 200 Euro! Klick um zu Tweeten

 

Lediglich 12,1 Prozent der Befragten gaben an, dass ein Smart Home mehr als 1.000 Euro kosten darf.

Wer selbst schon in der Vernetzung seines Zuhauses steckt kann nun einmal selbst reflektieren, was dieses Vorhaben bislang gekostet hat. Frei aus dem Bauch heraus möchte ich behaupten, dass jeder bereits mehr als 200 Euro für die Vernetzung investiert hat.

 

Bereiche für Smart Home

 

Zu guter letzt möchte ich noch einen Blick auf die Bereiche werfen, in denen Smart Home den meisten zumindest bereits ein Begriff ist. In diesen Bereichen wird häufig auch schon die Vernetzung genutzt.

Dabei sind die Top 2 der Bereiche die Vernetzung von Fernseher und Stereoanlage sowie Beleuchtung. Insbesondere das Thema Beleuchtung ist in vielen Köpfen bereits fest verankert, schließlich gibt es auch einige Systeme, die sehr großen Wert darauf legen. Egal ob man dabei von Philips oder Ikea spricht, hier geht den meisten Personen ein Licht auf.

Erstaunlich ist dagegen, dass die Bereiche Sicherheit sowie Jalousien bzw. Rollos (ich nehme an auch Rollläden) in der Umfrage eher schlechter abgeschnitten haben. Gerade bei diesen Themen sehe ich im Smart Home ein enormer Vorteil, denn das eigene Zuhause kann sich am besten im Blick behalten.

 

Smart Home steht aktuell noch insbesondere für Beleuchtung. Klick um zu Tweeten

 

Wer weitere Informationen braucht …

 

… wird auf Hobbyblogging fündig. Neben der Kategorie Smart Home, in der sich viele nützliche Tipps und Beiträge befinden, gibt es auch noch weitere und sehr konkrete Informationen.

So liefere ich dir eine Anleitung, wie du deine alte Waschmaschine smart machen, Fernsehen auf dem Tablet nutzen oder auch wie du eine smarte Heizungssteuerung aufbauen kannst. Wichtig finde ich nicht, dass jeder diese Möglichkeiten nutzt, sondern dass man über solche Möglichkeiten aufgeklärt ist.

Man muss nicht jedem Trend konsequent folgen oder alles super finden, was die Technik heute zu leisten vermag. Doch in Anbetracht des schnellen Wandels und des technologischen Fortschritts, sollte man sich zumindest der Möglichkeiten bewusst sein.

Nur durch Aufklärung schaffen wir den Rückstand im Smart Home aus der Welt.

 

Wenn du nähere Informationen zur durchgeführten Umfrage haben möchtest, dann findest du alle Informationen in der offiziellen Pressemeldung bei Moebel24.

 

Foto von Arvid Høidahl auf Unsplash

 


Lukas

Hi, mein Name ist Lukas. Seit 2016 blogge ich auf Hobbyblogging über unterschiedliche Themen des Alltags. Schwerpunkt dabei ist das Thema Smart Home, speziell mit der Open Source Software OpenHAB. Neben dem Bloggen absolviere ich derzeit mein Master-Studium im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und arbeite als Werkstudent im Software Engineering.

2 Kommentare

Olaf Baumann · 31. Dezember 2019 um 06:55

Smart Home ist eine geniale Sache wenn es der eigenen Sicherheit dient und des Fortschritts. Aber Firmen auszusperren die in solchen Sachen schon uns gegenüber Jahre Vorraus ist finde ich nachteil haft. Ich will ja nicht irgendwann in der Steinzeit leben. Aber Fortschritt zu blockieren ist nicht gerade gut.

    Lukas · 31. Dezember 2019 um 10:45

    Hallo Olaf,

    schwieriges Thema … Im eigenen Smart Home muss jeder für sich selbst abwägen, ob bestimmte Firmen mit ihren Geschäftsmodellen zu einem passen.
    Cloudanbindungen sind für viele ein Problem, da man lieber seine Daten in den eigenen vier Wänden hat.

    Ich persönlich würde auch nicht um des Fortschritts Willen Geräte einbauen. Andererseits respektiere ich dennoch all jene, die das tun.

    Schönen Start ins neue Jahr! 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.