Meine Abschlussarbeit im Bachelor-Studium handelte von Chatbots und Conversational User Interfaces. Spannend daran war für mich, wie Chatbots in unserem alltäglichen Leben integriert werden können. Ausgehend von diesem Thema habe ich mit meinem Smart Home experimentiert. Dazu nutze ich Telegram für den Versand von Nachrichten und Informationen. Damit das alles nicht so kühl und roboterhaft wirkt, habe ich das Smart Home mit Persönlichkeit erschaffen.

In diesem Beitrag möchte ich dir gerne erläutern, auf welche Ansätze ich mich dabei beziehe und was es mit der Persönlichkeit auf sich hat. Vorneweg sei schon mal gesagt, ich finde die Umsetzung wirklich sehr gut gelungen und freue mich inzwischen tatsächlich über neue Nachrichten aus meinem Zuhause.

 

Smart Home mit Persönlichkeit

 

Das ist meine Absicht dahinter

 

Egal wo man hinblickt, die Digitalisierung schreitet voran. Dabei spielen verschiedene Technologien eine große Rolle. Schlussendlich basiert allerdings alles darauf, dass ein Computer Aufgaben übernimmt und seinen Nutzer darüber informiert.

Im Smart Home passiert das im Grunde auch. Mit dem Unterschied, dass viele bislang nicht personalisierte Nachrichten verschicken. Im Vordergrund steht dabei nur, dass man über aktuelle Geschehnisse informiert ist.

Wer allerdings öfter einmal mit anderen Personen schreibt stellt fest, dass jeder seine eigene Persönlichkeit hat und diese eine große Rolle für Sympathie und Freude spielt. Wieso sollte also das Smart Home keine Persönlichkeit haben? Wir leben täglich mit dieser Technik und sie unterstützt uns sehr im Alltag.

Wenn ich eine Nachricht von meinem Zuhause bekomme möchte ich keine stumpfe Information. Ich möchte das Gefühl haben, dass dort tatsächlich eine Person mit einer bestimmten Persönlichkeit eine Nachricht verfasst hat, die gezielt an mich gerichtet ist. Aus diesem Grund habe ich alle Nachrichten personalisiert, die von meinem Smart Home über Telegram verschickt werden.

 

Darum heißt mein Chatbot Alexa

 

In meinem eigenen Smart Home nutze ich die Amazon Echos, um mich über die fertige Waschmaschine zu informieren oder auch um Sprachbefehle auszuführen. Bekanntlich weiß man, dass der Amazon Echo standardmäßig auf das Wort Alexa hört und damit einen eigenen Namen verpasst bekommen hat.

Wenn ich nun eine Nachricht über Telegram empfange möchte ich gerne, dass sich ein rundes Gesamtbild meines Smart Homes ergibt. Würde ich meinen Chatbot nun anders benennen oder männlich machen, wäre das Gesamtbild verzerrt. Klar, es können auch mehrere Assistenten helfen, doch so insgesamt ist ein einziger Assistent etwas ganz nettes.

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Um das Gesamtbild abzurunden, habe ich Alexa einen Avatar verpasst. Das macht sie nahbarer und nicht abstrakt. Ich kann mir unter ihrem Namen ein konkretes Bild vorstellen und habe nicht das Gefühl, dass sie eine anonyme Maschine ist.

Ich habe mir außerdem Gedanken darum gemacht, wer Alexa eigentlich ist. In meiner Definition ist sie eine selbstbewusste, hilfreiche Person, mit einer klaren Vorstellung über die Dinge. Daran angelehnt habe ich ihre Nachrichten gestaltet, die sie mir per Telegram zukommen lässt. Sie ist außerdem sehr offen für Technologie und ist begeistert über ihre Aufgaben, die sie übernehmen darf.

Hört sich verrückt an? Ist aber durchaus angenehm wenn man bedenkt, dass das Smart Home ein persönlicher Assistent ist.

 

Diese Aufgaben übernimmt Alexa für mich

 

Neben der Information über die Spülmaschine und Waschmaschine, hat Alexa (der Chatbot, das Smart Home) Zugriff auf meine Sicherheitskamera und meinen Kalender. Der Kalender liegt dabei bei mir In House auf meinem eigenen Server, wodurch das Smart Home darauf schnell und zuverlässig zugreifen kann.

Stellt das Smart Home nun eine Bewegung innerhalb einer definierten Uhrzeit fest, sendet es mir ein aktuelles Bild per Telegram inklusive einer kurzen Nachricht, dass eine Bewegung stattgefunden hat. Man kann also sagen, dass mein persönlicher Assistent alles jederzeit im Blick hat und ich völlig sorglos meinen Aufgaben nachgehen kann.

Durch die Integration meines Kalenders teilt mir Alexa mit, wenn am morgigen Tag der Müll abgeholt wird. Dadurch habe ich noch Zeit etwas runter zu bringen, ohne dass ich am nächsten Tag in Stress gerate. Alexa meldet mir außerdem auch, wenn Pakete ankommen werden. Dazu trage ich (oder ein Familienmitglied) den Lieferzeitpunkt in den Kalender ein. Am Morgen erhalte ich dann eine kurze Information darüber.

Der Vorteil liegt in meinen Augen dabei klar auf der Hand. Ich kann mich den wichtigen Dingen meines Lebens widmen, während mein persönlicher Assistent sich um die anderen Dinge kümmert. Zwar muss ich selbst noch Termine eintragen oder auch ab und an einen Blick in meinen Kalender werfen. Doch wenn ein Familienmitglied am Tag vorher einen Termin zur Lieferung eines Pakets einträgt, bekomme ich das oft gar nicht bis zum nächsten Morgen mit (sofern ich überhaupt zu Hause bin). Durch die Automatisierung habe ich allerdings auch das stets im Blick.

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Ich bin fasziniert

 

Dieses stimmige Konzept zwischen Technologie und alltäglichem Leben begeistert mich jeden Tag aufs Neue. Ich möchte, dass Smart Home ein Teil meines Lebens ist. Dabei will ich nicht das Gefühl haben, dass im Hintergrund einfach nur ein Computer sitzt und arbeitet. Viel mehr möchte ich erreichen, dass das Smart Home als eine Art Mitbewohner gesehen wird oder als digitaler Assistent.

Mich fasziniert dabei, welche Möglichkeiten es dabei heute schon gibt und wie wir diese weiter personalisieren können. Mit den einfachsten Tricks und Kniffen ist es möglich, sich seinen eigenen virtuellen Mitbewohner zu schaffen, der jeden Tag aufs Neue hilfreiche Informationen aufbereitet.

Im nächsten Schritt möchte ich gerne damit experimentieren, wie ich versendete Nachrichten auswerten lassen und darauf basierend Aktionen auslösen kann. Damit könnte ich kleinere Anweisungen direkt an meinen Chatbot übergeben, selbst wenn ich einmal nicht daheim bin. Beispielsweise das Anfordern eines aktuellen Kamerabilds oder das Auslesen von Temperaturen und Terminen.

Möglicherweise bekomme ich es auch hin, dass sich mein Smart Home auch digital weiter zu meinem Assistenten entwickelt und so in sämtlichen Bereichen eine wichtige Stütze sein kann.

Denn eines ist ganz klar: Man sollte schauen, dass man sich das Leben immer so leicht wie möglich macht.


Lukas

Hi, mein Name ist Lukas. Seit 2016 blogge ich auf Hobbyblogging über unterschiedliche Themen des Alltags. Schwerpunkt dabei ist das Thema Smart Home, speziell mit der Open Source Software OpenHAB. Neben dem Bloggen absolviere ich derzeit mein Master-Studium im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und arbeite als Werkstudent im Software Engineering.

2 Kommentare

raumautomation · 24. November 2020 um 15:20

Sehr interessanter Beitrag! Mit der Raumautomation gibt es sehr viele Möglichkeiten, da gibt es viel Potential zum einsparen. Liebe Grüsse

    Lukas · 24. November 2020 um 19:46

    Danke für den netten Kommentar!

    Ja, definitiv. Wer sein Smart Home clever einsetzt, kann viel Potenzial ausschöpfen.

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