Strompreis und Gaspreis. Ein sehr vieldiskutiertes Thema in den vergangenen Wochen. Völlig zurecht, wie sich zeigt. Es geht dabei nicht nur um Kosten, sondern insbesondere beim Gas auch um Abhängigkeiten, die manchen Menschen erst jetzt so richtig auffallen. Auch ich habe mich in den vergangenen Wochen mit diesem Thema beschäftigt und bin insbesondere auf ein konkretes Thema gestoßen, das mich sehr interessiert. Es geht um das Balkonkraftwerk.

Eine völlig neue Gewichtung bekam dieses Thema für mich vor dem Hintergrund, dass die Strompreise langsam aber scheinbar konstant ansteigen (Quelle: Statista). In Zeiten von Homeoffice, Smart Home und E-Autos besteht so aus meiner Sicht ein grundlegender Bedarf, um die eigenen Energiekosten zu senken.

Doch es geht lange nicht mehr nur um die Senkung von Kosten. Auch der Aspekt der Umwelt wird zurecht immer präsenter. Wir haben es in der Hand, wie wir künftig leben wollen und wie wir unsere Welt gestalten. Aus meiner Sicht ist es daher absolut ratsam, auf Sonnenenergie zu setzen und damit zumindest eine kleine Entlastung im eigenen Zuhause zu schaffen.

Blicken wir in diesem Artikel daher gemeinsam auf das Thema Balkonkraftwerk. In den folgenden Wochen wird es hierzu in meinem Blog weitere Artikel geben. Doch dazu gleich mehr.

Sonnenuntergang

Was ist ein Balkonkraftwerk?

Bevor wir uns mit einigen wichtigen Punkten von Photovoltaik im kleinen Rahmen beschäftigen, sollten wir erstmal die Frage klären, was denn ein Balkonkraftwerk überhaupt ist.

Bei einem Balkonkraftwerk handelt es sich um eine kleine Photovoltaik-Anlage, die aus der Sonne Strom gewinnen kann. Dieser Strom wird über einen Wechselrichter in das eigene Hausnetz eingespeist und steht damit dort zur Verfügung. Hierfür kann das Balkonkraftwerk über einen handelsüblichen Schuko-Stecker oder einen Wieland-Stecker mit dem eigenen Stromnetz verbunden werden.

Große Vorteile bestehen darin, dass sie Inbetriebnahme sehr einfach funktioniert und in manchen Fällen noch nicht einmal etwas am eigenen Stromnetz im Haus verändert werden muss. Zum Beispiel am Balkon werden die Photovoltaik-Platten befestigt und können so direkt Strom für den eigenen Haushalt produzieren. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Anschaffungskosten im Verhältnis zu einer herkömmlichen PV-Anlage geringer sind und auch die Genehmigung in gewisser Weise entfällt.

Nachteile gibt es dabei aus meiner Sicht kaum. Natürlich schafft es das Balkonkraftwerk nicht, Strom in großen Mengen zu produzieren. Doch für deine eigene Grundlast sollte es ausreichen. Zumindest sofern sie bei maximal 600 Watt liegt, denn hier gibt es eine harte Grenze.

Bevor wir daher weiter in das Thema einsteigen sei dir noch gesagt, dass ich an dieser Stelle keine Beratung geben werde. Bitte erkundige dich im Voraus bei deinem Vermieter und Stromversorger, auf welche Einschränkungen du achten musst. Mir geht es an dieser Stelle mehr um einen Überblick über das Wissen, welches ich mir im Laufe der Zeit selbst angelesen habe.

Ist ein Balkonkraftwerk sinnvoll?

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Welche Einschränkungen gelten?

Für den Einsatz eines Balkonkraftwerks gibt es verschiedene Einschränkungen.

Auf der einen Seite schreibt der Gesetzgeber vor, dass Balkonkraftwerke maximal 600 Watt liefern dürfen. Dabei zählt die Leistung des Wechselrichters und nicht die der Photovoltaik-Platten (Quelle: Home&Smart). Alles über 600 Watt muss vom Elektriker geprüft werden (Quelle: solaranlagen-portal). Grundsätzlich legt jedoch die Empfehlung des DKE nahe, dass jedes Balkonkraftwerk vom Elektriker geprüft werden sollte, da es hierbei auch um das eigene Stromnetz in deinem Zuhause geht (Quelle: DKE).

Darüber hinaus sieht der Einsatz eines Balkonkraftwerks vor, dass der Strom selbst verbraucht und nicht in das öffentliche Netz eingespeist wird (Quelle: Mein Eigenheim). Das bedeutet, dass dein Balkonkraftwerk so viel Strom liefern sollte, dass du deine Grundlast in deinem Zuhause decken kannst. Die Grundlast ist dabei die Menge an Strom, die konstant gebraucht wird (Quelle: DigitalDad). Das kann zum Beispiel durch den Kühlschrank oder weitere Geräte passieren.

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Sollte es einen Überschuss durch dein Kraftwerk geben, fließt dieser unvergütet in das öffentliche Stromnetz (Quelle: Herr Strom). Du stellst also gewissermaßen anderen Menschen deine grüne Energie zur Verfügung. Verhindern kannst du dies nur, wenn du deine Anlage wirklich für deine Grundlast optimierst oder möglicherweise einen kleinen Speicher hinzufügst, der den Überschuss an Energie für später speichert.

Wichtig ist es bei einem Überschuss jedoch, dass dein Stromzähler nicht rückwärts läuft. Ansonsten kann es Probleme mit dem Netzbetreiber oder deinem Stromanbieter geben. Erkundige dich daher auf alle Fälle bei deinem Netzbetreiber.

Was du noch beachten musst

Da wir in einem sehr geregelten Land leben (was oft gut, manchmal aber auch schwierig ist), musst du noch zwei weitere wichtige Dinge beachten.

Auf der einen Seite muss dein Balkonkraftwerk zwingend bei deinem Netzbetreiber angemeldet werden. Hierbei kann es vorkommen, dass der Netzbetreiber eigene Formulare zur Verfügung stellt, welche du dann ausfüllen und an ihn schicken musst (Quelle: Finanztip). Der Netzbetreiber bestimmt dann auch, ob du eine Rücklaufsperre oder einen Zweirichtungszähler eingebaut bekommst.

Die andere Seite ist das Marktstammdatenregister. In dieses musst du dein Balkonkraftwerk eintragen, wenn es mit dem Hausnetz verknüpft ist und an einem festen Ort installiert ist (Quelle: Finanztip). Das entfällt nur dann, wenn dein Balkonkraftwerk in einer sogenannten Insellösung installiert ist und nicht mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden ist.

Das Balkonkraftwerk verursacht damit – wie du sehen kannst – nur einen geringen Aufwand und kann daher sehr praktisch von nahezu jeder Person genutzt werden. Bei einem Mietverhältnis hat da natürlich auch noch der Vermieter ein Wort mitzureden. Deshalb solltest du auch ihn kontaktieren und um Erlaubnis bitten. Die Freude am eigenen Strom soll ja schließlich über längere Zeit aufrechterhalten werden können. 😉

Photovoltaik
Foto von Mariana Proença auf Unsplash

Wann lohnt sich ein ein Balkonkraftwerk?

Ich selbst habe wirklich lange hin und her überlegt. Unter anderem habe ich viele Artikel bei DigitalDad (Quelle: Mein Balkonkraftwerk – DigitalDad) zu diesem Thema gelesen, aber auch bei Matthias Petrat (Quelle: Solarstrom für das SmartHome – Matthias Petrat) vorbeigeschaut. Ein großes Dankeschön für die tollen Artikel an dieser Stelle!

Nach einigen Stunden des Recherchierens kam ich persönlich zu dem Ergebnis, dass sich ein Balkonkraftwerk im Grunde immer lohnen kann. Denn hierbei geht es darum, die Grundlast im eigenen Zuhause aufzufangen, so dass die Stromkosten über das Jahr hinweg gesenkt werden. Da sowohl die Photovoltaik-Platten als auch der Wechselrichter eine hohe Lebensdauer haben, amortisiert sich das Kraftwerk über die Jahre hinweg von selbst. Wichtig dabei ist nur der passende Ort zum Aufstellen.

Ein weiterer – und wirklich guter – Grund für eigene grüne Energie, liefert Matthias dabei in seinem Artikel. Es geht unter anderem darum, dass wir selbst einen Teil dazu beitragen können, um unseren CO2-Ausstoß zu verringern. Das Smart Home braucht jeden Tag eine gewisse Menge an Strom, die erzeugt werden muss. Können wir diesen Strom dabei zumindest am Tag selbst erzeugen, minimieren wir unseren CO2-Fußabdruck und können etwas Positives beitragen.

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Und auch wenn es noch diejenigen gibt, die von CO2 nichts wissen wollen, haben auch diese Leute Vorzüge. Sie sparen am Ende des Jahres Geld, das für andere Dinge ausgegeben werden kann.

Ich zum Beispiel habe für mich berechnet, dass ich pro Jahr etwa 150 Euro sparen kann. Und das nur, wenn ich ein Balkonkraftwerk einsetze. Dabei sind 150 Euro wirklich eine Stange Geld, die wiederum in Freizeitaktivitäten investiert werden können. Es lohnt sich daher in meinen Augen auf jeden Fall.

Was dir diesen Sommer bevorsteht

Wie du dir nun anhand meines Artikels schon denken kannst, werde auch ich mich weiter mit dem Thema Balkonkraftwerk beschäftigen. Hierzu habe ich in den vergangenen Wochen bereits erste Bauteile bestellt und warte nun auf die Lieferung.

Es kommen demnach eine ganze Reihe von Artikeln auf dich zu. In diesen werden wir uns mehr mit diesem Thema befassen. Dabei gehört für mich nicht nur die reine Erzeugung von Strom dazu, sondern auch die Integration ins Smart Home mit ioBroker. Mein Ziel ist es, eine möglichst große Einsparung zu erzielen und mit dem gewonnenen Strom mein Smart Home grüner zu machen. Und natürlich gilt es auch, am Ende des Jahres weniger Strom bezahlt zu haben.

Um dich mit auf meine Reise zu nehmen, werde ich über verschiedene Meilensteine und Umsetzungen berichten. Dabei habe ich bereits erste Artikel in der Planung, welche sogar den Kauf umfassen. Denn auch hier gibt es – leider – jede Menge zu erzählen. Denn schon jetzt kann ich dir sagen, dass der Kauf wirklich alles andere als rund lief. So warte ich zum Beispiel noch auf meine Photovoltaik-Platten, deren Lieferung mich bereits einige Nerven gekostet hat.

Ich empfehle dir außerdem, gerne mal in den verlinkten Artikeln vorbeizuschauen. Insbesondere die Umsetzung von Matthias und DigitalDad finde ich faszinierend. Ich glaube sie haben schlussendlich auch den letzten Auslöser geliefert, damit ich mich weiter mit diesem Thema befasse.

Bis dahin: Stay smart!

Zusammenfassend

Was ist ein Balkonkraftwerk?

Ein Balkonkraftwerk ist gewissermaßen der kleine Bruder eine Photovoltaikanlage und kann von jeder Person betrieben werden. Dadurch lassen sich einige Kosten einsparen, obwohl die Strompreise weiter steigen.

Was brauche ich für ein Balkonkraftwerk?

Für ein Balkonkraftwerk brauchst du vor allem erstmal Zeit. Mach dich über die verschiedenen Vorschriften schlau (es sind im Grunde nicht viele) und finde das für dich passende Gerät. Stichworte dazu: 600W-Grenze und Anmeldung beim Stromanbieter.

Balkonkraftwerk: Welcher Stecker?

Eine fachkundige Antwort auf diese Frage kann dir dein Elektriker liefern. Im Grunde kannst du einen Schuko-Stecker nutzen, jedoch auch einen sogenannten Wieland-Stecker. Letzterer wird meist von Elektrikern empfohlen.

Wo muss ich das Balkonkraftwerk anmelden?

Das Balkonkraftwerk musst du bei deinem Netzbetreiber anmelden. Beachte dabei bitte, dass dein Stromversorger nicht gleich deinem Netzbetreiber ist. Am besten erkundigst du dich auf den Portalen deiner Stadt nach diesen Informationen.

Wer installiert ein Balkonkraftwerk?

Die Installation des Balkonkraftwerks kannst du selbst vornehmen. Wenn du dir unsicher bist oder spezifische Fragen hast, ziehe am besten einen Elektriker zur Hilfe. Meist gibt es spezialisierte Betriebe für das Thema Photovoltaik.

Balkonkraftwerk: Warum nur 600 Watt?

Die Grenze für die 600 Watt stammt aus gesetzlichen Vorgaben. Dies hängt meist mit dem Thema Sicherheit und Brandschutz zusammen. Gerade Laien sollten deshalb zur Sicherheit einen Elektriker um Hilfe bitten, insbesondere wenn es um die Inbetriebnahme geht.

Kategorien: Smart Home - intelligentes Wohnen

Lukas

Hey, ich bin Lukas. Seit einigen Jahren schreibe ich in meinem Smart Home Blog über Hausautomation und Digitalisierung. Als Wirtschaftsinformatiker weiß ich, wie wichtig die Vernetzung von IT-Systemen ist. Diese Erkenntnisse übertrage ich auf mein eigenes Smart Home, das ich auf Basis von ioBroker betreibe. Hierzu nutze ich die Leistung meines eigenen Server-Clusters aus dem Keller. In deinen Ohren klingt das mindestens genauso spannend, wie für mich? Dann komm mit auf unsere Reise zu einem vollwertigen, sicheren und komfortablen Smart Home. Ganz oben findest du Verknüpfungen zu Social Media, wo du mir gerne folgen darfst. Ich freue mich auf dich!

2 Kommentare

Gerd Borkenhagen · 4. Juli 2022 um 09:11

Hallo,
Vielen Dank für Deine ausgewogenen, verständlichliche und interessanten Einsichten der Materie.
Was ist mit einer Versicherung? Was ist von Meldungen an bestehende Versicherungen?
Vielen Dank im Voraus.
Beste Grüße
Gerd Borkenhagen

    Lukas · 4. Juli 2022 um 11:05

    Hallo Gerd,

    vielen Dank für dein Feedback zu meinem Artikel. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

    Zum Thema Versicherung kann ich dir tatsächlich leider gar nichts sagen. Vorsichtig geschätzt (und das ist keine Beratung!) würde ich meinen, dass das Balkonkraftwerk zur Hausratversicherung gehört. Wobei man da natürlich schauen müsste, ob es als beweglich oder fest verbaut gilt. Im letzteren Fall wäre es dann wohl eher die Gebäudeversicherung.
    Ich würde zur Klärung an deiner Stelle die Versicherung direkt damit konfrontieren und mich entsprechend erkundigen. Diesen Schritt habe ich selbst bislang noch nicht in Angriff genommen. Ich nehme es aber als Frage mit und werde – sofern möglich – dann auch nochmal entsprechend aufgreifen.

    Smarte Grüße

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