Als völlig digitaler Mensch ist der Briefkasten bei mir wohl ein Übrigbleibsel aus der analogen Welt … im 21. Jahrhundert. Sich jedes Mal über die Briefe zu wundern, da der Inhalt locker per Mail verschickt werden könnte, hilft jedoch nichts. Der Briefkasten muss täglich geleert werden. Aber wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt?

Um dieses Problem ein für alle Male aus dem Weg zu räumen, möchte ich dir heute 3 mögliche Wege vorstellen, wie du deinen Briefkasten smart machen kannst. Das wird dir dabei helfen, nie mehr unnötig zum Briefkasten zu laufen. Du kannst außerdem deiner Familie die Benachrichtigung zukommen lassen, wenn du einmal im smarten Urlaub bist.

Du fragst dich nun sicherlich, warum ich genau auf drei Wege komme. Lass mich dir dazu kurz noch etwas sagen.

Ich habe in den vergangenen Monaten immer wieder versucht, das Projekt Briefkasten smart machen perfekt für mich umzusetzen. Doch dabei gab es immer wieder Schwierigkeiten. Mehr dazu erzähle ich dir gleich. Jedenfalls habe ich zwei Wege ausprobiert und habe noch einen weiteren, den ich demnächst vielleicht noch ausprobieren werde. Um dir keine Informationen vorzuenthalten, möchte ich dir daher gerne alle drei Wege mitgeben.

Lass uns allerdings kurz vorher noch einen Blick darauf werfen, wie ein smarter Briefkasten überhaupt funktioniert.

Briefkasten smart machen

Funktionsprinzip smarter Briefkasten

An jedem Haus (oder drum herum) ist ein Briefkasten zu finden. Er ist gewissermaßen dein Assistent für die Briefannahme, wenn du nicht daheim bist oder gerade nicht zur Tür kannst. Wobei dieser natürlich auch dann genutzt wird, wenn du daheim bist. Jedenfalls können wir uns darauf einigen, dass der Briefkasten sehr wichtig ist (außer bei Rechnungen).

Sobald nun ein Postbote einen Brief einwirft, steht er für dich bereit und kann gelesen werden. Doch da wir nicht den ganzen Tag ein Auge auf den Briefkasten werfen, wissen wir gar nicht, wann es soweit ist. Besonders bei wichtiger Post, kann das sehr nervend sein.

Mit Hilfe der smarten Technik lässt sich nun ein Mechanismus bauen, der den Briefkasten die ganze Zeit beobachtet. Sobald sich nun der Zustand ändert, wir das smarte Zuhause darüber informiert. Mit dieser Information kann gezielt eine weitere Automation gestartet werden, so dass der Postbote mit dem Einwurf des Briefs einen kleinen Domino-Effekt auslöst, ohne davon zu wissen.

Der Domino-Effekt kann nun daraus bestehen, dass dir eine Nachricht per Telegram zugestellt wird oder der Amazon Echo eine Ansage startet. Egal für welchen Weg du dich entscheidest, der Kreativität sind nahezu keine Grenzen gesetzt.

Vielleicht bist du ja ganz lustig drauf und lässt dem Briefträger über einen Außenlautsprecher eine Nachricht oder ein Dank zukommen. Wer weiß.

3 Wege, um deinen Briefkasten smart machen zu können

Blicken wir nun aber wirklich auf die versprochenen 3 Wege, wie du deinen Briefkasten smart machen kannst. Wir beginnen dabei mit einer Lösung, die auch ich mir zuerst angesehen und ausprobiert habe. Aus Gründen der Vollständigkeit werde ich dir zu den ersten beiden Möglichkeiten außerdem meine Erfahrungen schildern.

Eventuell hast du auch für mich einen konkreten Tipp, wie ich meinen Briefkasten wirklich noch zum Funken bringe. Dafür wäre ich dir natürlich sehr dankbar.

#1 Der Fensterkontakt

Die wohl offensichtlichste Lösung für einen smarten Briefkasten ist der Einsatz eines Fensterkontakts. Dabei ist es völlig egal, ob du auf einen optischen oder einen magnetischen Fensterkontakt setzt. Zu beachten ist jedoch, dass das Metall eines Briefkastens die Funktionsweise eines magnetischen Fensterkontakts einschränken kann.

Ich persönlich habe mich dazu entschieden, einen optischen Fensterkontakt zu verwenden. Diesen habe ich mit Blickrichtung Klappe befestigt, so dass er jede Änderung wahrnehmen kann. Sobald nun die Klappe geöffnet wird, meldet der Kontakt diese Information an das Smart Home und ich kann darüber eine Nachricht an mein Smartphone zustellen.

Als problematisch hat sich hierbei herausgestellt, dass der Postbote die Klappe oft gar nicht ganz öffnet, sondern die Post direkt durchschiebt und die Klappe so nur minimal bewegt wird. Außerdem hat der Kontakt sich nicht gut in den Briefkasten eingefügt, wodurch er immer wieder verrutscht ist.

Dass das Prinzip dennoch funktionieren kann, zeigen andere Beispiele. So werden bei einem Briefkasten, dessen Klappe sich oben befindet, durchaus bessere Resultate erzielt. Ein Umbau kam für mich allerdings nicht in Frage, da die Funktion nicht ganz so wichtig ist.

Schön beschrieben ist die Möglichkeit mit einem Fensterkontakt im Blog Digitalzimmer. Dort findet sich eine kurze Anleitung, in der ein Fensterkontakt für die Erkennung von Post genutzt wird.

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#2 Der Bewegungssensor

Eine schon etwas ungewöhnlichere Methode, um seinen Briefkasten smart machen zu können, ist der Bewegungssensor (oder Lagesensor). Dieser ist dazu in der Lage, Bewegungsveränderungen wahrzunehmen und diese an das smarte Zuhause mitzuteilen. So kann er beispielsweise melden, ob sich die Klappe des Briefkastens in einer anderen Position befindet. Anhand dieser Information ist dann klar, dass jemand Post eingeworfen hat.

Die größte Einschränkung dabei ist in meinen Augen, dass der Sensor direkt am beweglichen Teil des Briefkastens angebracht werden muss. Dadurch besteht das Risiko des Diebstahls, was selbstverständlich ein großes Ärgernis ist. Doch auch wenn der Sensor nicht gestohlen wird, ist er starken Bewegungen ausgesetzt und muss daher entsprechend gut befestigt sein. Ist das nicht der Fall, wirst du ihn nach einigen Zustellungen wieder neu anbringen müssen.

Ich habe mich schon von Beginn an gegen diese Methode entschieden. Der wohl wichtigste Grund dafür ist, dass die Klappe sich nicht mehr öffnen lies, da der Sensor viel zu groß war. Doch auch wenn man den Briefkasten noch weiter hätte nutzen können, wäre es nicht gerade meine bevorzugte Lösung. Das hängt damit zusammen, dass die Technik in meinen Augen unsichtbar arbeiten soll. Mit einem sichtbaren Sensor wäre das natürlich nicht der Fall gewesen.

#3 Der Erschütterungssensor

Kommen wir nun noch zu einem weiteren Sensor, der dazu in der Lage ist, uns über Post zu informieren. Hierbei handelt es sich um einen Erschütterungssensor. Er berichtet dem Smart Home darüber, ob er eine Erschütterung wahrgenommen hat (wie der Name schon verrät).

Das Prinzip basiert nun darauf, dass der Postbote die Klappe des Briefkastens nicht sanft schließt, sondern fallen lässt. Dabei wird eine Erschütterung ausgelöst, die durch den Sensor wahrgenommen werden kann. Über diese Information lässt sich nun feststellen, ob Post eingeworfen wurde oder nicht. Dabei wird der Erschütterungssensor in der Nähe der Klappe befestigt, muss jedoch nicht an dieser befestigt sein. Das verhindert Diebstahl und sorgt dafür, dass die Technik weitgehend unsichtbar arbeiten kann.

Für mich ist diese Methode momentan diejenige, die ich ausprobiere. Dabei zeigt sich, dass hier großes Potenzial besteht. Jedoch ist es nicht ganz leicht, die korrekten Einstellungen zu finden. Wird der Sensor zu empfindlich eingestellt, nimmt er Erschütterungen wahr, die durch die Tür ausgelöst werden. Ist er hingegen zu unempfindlich eingestellt, nimmt er keinerlei Erschütterungen mehr wahr.

In meinem konkreten Fall, hat sich diese Methode jedoch als besonders gut herausgestellt. Ich konnte mit diesem Sensor bislang die besten Ergebnisse erzielen und freue mich, dass ich nach Monaten endlich eine Methode gefunden habe, die zumindest halbwegs funktioniert.

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Die Probleme (m)eines smarten Briefkastens

Kommen wir am Ende noch zu einigen wichtigen Punkten, die mich bei meinem Projekt sehr beschäftigt haben. Dabei konnte ich die Probleme eines smarten Briefkastens in zwei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe beschreibt die menschliche Interaktion, die zweite bauliche Voraussetzungen.

Beginnen wir mit den Voraussetzungen, die durch das Haus oft vorgegeben sind. Hierbei ist – zumindest bei mir – das Problem, dass der Briefkasten keinen großen Spielraum für Gadgets bietet. Er ist ziemlich beengt und beschränkt mich daher in meinen Möglichkeiten. Gleichzeitig ist er jedoch auch direkt ins Haus integriert, so dass ich ihn nicht einfach gegen ein anderes Modell austauschen kann. Das macht es gerade für mich sehr schwer, meinen Briefkasten smart machen zu können. Leider.

Die zweite Kategorie ist die menschliche Interaktion. Gerade beim Erschütterungssensor ist es wirklich unfassbar schwer, das richtige Maß an Empfindlichkeit zu finden. Da nicht jeden Tag der gleiche Briefträger vorbeischaut, wird der Briefkasten möglicherweise unterschiedlich genutzt. Einige Postboten sind durchaus vorsichtig und lassen die Klappe nicht einfach fallen, wodurch der Sensor sehr viel empfindlicher sein müsste. Andere Postboten hingegen sind eher unvorsichtig, wodurch eine Erkennung etwas unempfindlicher eingestellt werden kann.

Insgesamt zeigt sich also, dass das Thema Briefkasten smart machen nicht immer so leicht ist, wie man vielleicht annehmen mag. Besonders bei festverbauten Briefkästen sollte man darauf achten, wie die Gegebenheiten genau sind. Anhand dieser Infos lässt sich dann möglicherweise die richtige Lösung finden.


Lukas

Hey, ich bin Lukas. Seit einigen Jahren schreibe ich in meinem Smart Home Blog über Hausautomation und Digitalisierung. Als Wirtschaftsinformatiker weiß ich, wie wichtig die Vernetzung von IT-Systemen ist. Diese Erkenntnisse übertrage ich auf mein eigenes Smart Home, das ich auf Basis von ioBroker betreibe. Hierzu nutze ich die Leistung meines eigenen Server-Clusters aus dem Keller. In deinen Ohren klingt das mindestens genauso spannend, wie für mich? Dann komm mit auf unsere Reise zu einem vollwertigen, sicheren und komfortablen Smart Home. Ganz oben findest du Verknüpfungen zu Social Media, wo du mir gerne folgen darfst. Ich freue mich auf dich!

8 Kommentare

Franco · 19. November 2022 um 06:45

Servus,
du hast hier gute Vorschläge genannt. Ich habe mich für einen Bewegungsmelder entschieden, allerdings habe ich ihn einfach in den Briefkasten gelegt. Obwohl mein Briefkasten unförmig ist erkennt der Sensor einwürfe zu 100 Prozent, ich bin echt begeistert. Man könnte noch mit der Empfindlichkeit oder dem integrierten Helligkeitssensor spielen aber das war gar nicht nötig.
Der Erschütterungssensor ist leider raus sobald man in einem Mehrfamilienhaus mit zusammenhängenden Briefkästen wohnt.

    Lukas · 19. November 2022 um 10:47

    Hallo Franco,

    danke für dein Feedback zu meinem Artikel.

    Die Problematik mit dem Erschütterungssensor kann ich gut nachvollziehen. Wir haben auch zwei Briefkästen untereinander und es kommt hin und wieder zu Fehlerkennungen.
    Das ist gerade bei vielen Briefkästen natürlich sehr ärgerlich. Aber schön, dass du eine Lösung für dich gefunden hast! 🙂

    Smarte Grüße

Oli · 3. September 2022 um 10:22

Hi,
bei Tür-Fensterkontakten kann die Reichweite bzw. bei eingebauten Briefkästen stark eingeschränkt sein. Zum Beispiel in einem Mehrfamilienhaus. Ich wohne im Erdgeschoss, da funktionieren die Zigbee Tür-Fenster-Kontakte aus dem Briefkasten heraus. Beim Nachbarn im 1. OG schon nicht mehr…

    Lukas · 4. September 2022 um 08:28

    Hallo Oli,

    ja, das mit der Reichweite kann natürlich passieren. Die Frage ist eben nur, wie man mit einem solchen Problem umgeht?
    Mir war schon bei der Erstellung des Artikels bewusst, dass es da durchaus noch einen Einwand geben würde.
    Falls du clevere Ideen hast, wie man das Problem lösen könnte, gerne her damit.

    Smarte Grüße

lex · 29. August 2021 um 12:21

Kunststoffplatte >= 1mm in eine geeignete Form schneiden. Ich habe einen 10 cm breiten Streifen gewählt.

Erschütterungssensor an Kunststoffplatte ankleben und die zugeschnitten Platte in den Briefkasten kleben.
Die Platte so in den Briefkasten kleben, dass jeder Einwurf an dem Kunsstoffstreifen vorbeigeleitet und den Sensor auslöst. Funktioniert seit Jahren einwandfrei

Sidequest: Meldung bei Entleerung verhindern >> Wenn Haustür offen und Briefkasten present..

    Lukas · 29. August 2021 um 15:15

    Sehr genialer Tipp, vielen Dank dafür! 🙂

    Tine · 24. Januar 2023 um 12:24

    welche Sensor verwendest Du und in welchem Kostenrahmen liegt der ca? Danke und Gruß

      Lukas · 24. Januar 2023 um 12:40

      Hallo Tine,

      ich für meinen Teil nutze den Erschütterungssensor von Homematic. Das funktioniert aktuell recht gut, bis auf kleine Unstimmigkeiten.

      Smarte Grüße

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