Vor allem über Social Media nehme ich aktuell eine sehr hitzige Diskussion über die Energiekrise wahr, die zum Teil auch sehr unsachlich geführt wird. Ob es immer nur daran liegt, dass die Gemüter aufgeheizt sind? Keine Ahnung. Doch es gibt durchaus Personen, die sich Gedanken um eine Blackout Vorbereitung machen. Ob es berechtigt ist? Weiß ich nicht, darum soll es hier auch nicht gehen.

Anlässlich diesen Sorgen habe ich mich gefragt, was genau ein Stromausfall oder ein Blackout für mein Smart Home bedeuten würde. Schließlich ist ja bekannt, dass für den Betrieb der gesamten Infrastruktur Strom notwendig ist. Und dieser fließt nun mal bei einem Stromausfall oder Blackout nicht mehr. Soweit so logisch.

Was ich in diesem Artikel auf gar keinen Fall möchte, sind irgendwelche politischen Diskussionen. Wir beschäftigen uns hier weder mit irgendwelchen politischen Konflikten, noch mit der aktuellen Situation in der Welt. Auch nicht in den Kommentaren. Es soll eine rein nüchterne Bestandsaufnahme sowie einer möglichen Optimierung sein, so dass insbesondere das Smart Home in einem solchen Fall sicher heruntergefahren werden kann. Daher frage ich auch nicht nach der Blackout Wahrscheinlichkeit oder der Gefahr für Deutschland. Ebenso wenig möchte ich irgendwelche Verschwörungen oder radikalen Ansichten thematisieren.

Hier soll es wirklich nur darum gehen, was im Ernstfall mit der Technik passiert und worauf wir vielleicht auch achten müssen, damit uns das ganze System nicht um die Ohren fliegt. Bitte beherzigt das auch in den Kommentaren, die natürlich auch hier gerne erwünscht sind. Wieso es trotzdem unter dem Begriff Blackout läuft? Weil es ein wichtiges und vor allem interessantes Thema für eine Gesellschaft ist, die den Großteil ihres Lebens auf der Elektrizität aufbaut.

Akkumulator mit Haltegriff

Was ist ein Blackout?

Bevor wir überhaupt mit der Bestandsaufnahme und den möglichen Risiken starten können, müssen wir eine wichtige Frage für uns klären. Was ist ein Blackout? Und wo liegt der Unterschied zu einem Stromausfall?

Grundsätzlich versteht man unter dem Begriff Blackout einen temporären Ausfall von Funktionen (Quelle: Wikipedia). Der Begriff wird dabei in verschiedenen Bereichen (z. B. Bankwesen, Medizin, Energie) verwendet und zielt damit nicht zwangsläufig immer auf unser Stromnetz ab. Doch betrachtet man gerade diesen Bereich stellt sich heraus, dass man von Blackout spricht, wenn man einen längeren und großflächigen Stromausfall meint (Quelle: Oberösterreichischer Zivilschutz).

Als besonders kritisch anzusehen ist dabei, dass unsere Gesellschaft auf der Elektrizität aufbaut und somit wichtige Teile unseres täglichen Lebens von Strom abhängig sind. Man stelle sich nur mal vor, wenn die Kinder wieder mit einem sprechen wollen, weil Instagram nicht mehr erreichbar ist?

Gut, Spaß beiseite.

Im realen Leben sind wir immer mit der Situation konfrontiert, dass wir für wichtige Dinge Strom benötigen. Das ist sowohl in Krankenhäusern, Büros und Rechenzentren der Fall, aber eben auch in unserem Privatleben. Schließlich beziehen wir sehr viele Informationen über Medien, die uns nur dann erreichen, wenn auch Strom aus der Steckdose kommt.

Ein Blackout ist also ein Szenario, bei dem wir für längere Zeit von der digitalen Außenwelt abgeschnitten sind und auch keine Chance haben unser bisheriges Leben mit all den digitalen Vorzügen aufrecht zu erhalten. Besonders einschneidend kann es in unserem Fall werden, wenn dadurch Geräte dauerhaft zerstört werden.

Hast du dir schon einmal Gedanken über einen Blackout gemacht?

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Blackout Ursachen – Woher kommt die Gefahr?

Wenn wir uns auf die Suche nach Blackout Ursachen begeben, müssen wir uns einmal unser physisches Leben (nicht das digitale!) genauer ansehen. Der Strom wird über Leitungen oberhalb oder unterhalb der Erde transportiert, bis er schlussendlich irgendwann bei uns aus der Steckdose kommt. Es ergibt sich (vereinfacht gesagt) ein großes Netz an Kabeln, Verbraucher und Erzeuger, welches darüber hinaus noch mit anderen Ländern verbunden ist. Eine grobe und exemplarische Struktur des Stromnetzes, ist auf Wikipedia zu finden (Quelle: Wikipedia).

Nun können diese Kabel durch externe Einflüsse beschädigt werden. Leider ein sehr schlimmes Beispiel ist die Flutkatastrophe aus dem Ahrtal, von der wir alle mitbekommen haben. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, dass das Stromnetz durch Baumaßnahmen beschädigt wird. Möglich sind auch Überlastungen, Sabotage-Akte oder weitere Einflüsse.

Während manche der Einflüsse nur lokal begrenzte Ausfälle auslösen, können andere einen großen Einfluss auf das gesamte Stromnetz haben. Zum Beispiel befürchten manche Menschen, dass es aufgrund einer Instabilität der Stromnetzes zu einem gesamten Blackout kommen kann.

Vorsicht, aufgeheizte Diskussionen

Wie würdest du reagieren, wenn dein Nachbar völlig panisch bei dir klingelt und dir erzählt, dass morgen in ganz Deutschland kein Strom mehr zur Verfügung steht? Wirst du auch panisch oder versuchst du erstmal zu verstehen?

Ein meiner Meinung nach sehr großes Problem an der gesamten Debatte ist, dass viele unterschiedliche Seiten wiederum eigene Interessen verfolgen. Während manche politisch versuchen zu profitieren, wollen andere mit diesem Thema Geld machen. Und es funktioniert. Denn hier greift das Marketing.

Während viele Werbespots ganz offensichtlich etwas verkaufen wollen, spielen andere mit deinen Emotionen. Auch in Diskussionen kann man Emotionen sehr bewusst triggern, um dich so in eine gewisse Richtung zu stoßen. Ob dahinter eine boshafte Absicht steckt oder die Wahrheit lässt sich nicht immer sofort erkennen.

Nehmen wir uns als Beispiel vor, dass ich dir gerne Produkte verkaufen möchte, die im Falle eines Blackouts helfen. Basierend auf dem AIDA-Modell erwecke ich dazu in der dritten Stufe bei dir den Wunsch, das Produkt zu besitzen (Quelle: kompaktdesign.com). Doch wie könnte mir das gelingen? Ganz einfach! Ich mache dir mit meiner Werbung Angst, dass du negative Konsequenzen befürchten musst, wenn du nicht sofort zuschlägst. Ich nutze also bewusst deine Emotionen, um meine Ziele zu erreichen.

Das passiert nicht nur im Marketing, sondern auch ganz gerne mal in Diskussionen. Aus diesem Grund ist es meiner Meinung nach immer wichtig, sachlich und möglichst objektiv an diese Dinge heranzugehen. Bevor wir Entscheidungen treffen oder uns verunsichern lassen, brauchen wir Fakten.

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Leider wird genau das in vielen Bereichen (unter anderem im Social Media) so gar nicht mehr gemacht. Man wird ausgelacht, beleidigt oder in eine Ecke gedrückt. Ein wenig mehr Sachlichkeit wäre oft wünschenswert.

Folgen geht schneller als Lesen. Probiere es jetzt aus.

Unser Szenario für diesen Artikel

Um nun besser verstehen zu können, wie wir auf den Ernstfall reagieren können, konstruieren wir uns ein Szenario. Das Szenario ist rein fiktiv und entstammt meiner Fantasie. Ich habe keine Daten oder Fakten, dass es zu einem solchen Szenario kommt.

Es ist Mittwoch. Nach einem langen Arbeitstag komme ich nach Hause und möchte eigentlich nur noch entspannen. Per Streaming ziehe ich mir noch einen grandiosen Film rein, der mich auf andere Gedanken bringt. Das Smart Home unterstützt mich per Multiroom-Audio und behält derweil alles im Haus im Blick.

Doch plötzlich ist es still.

Der Fernseher geht schlagartig aus und auch aus den Boxen ist kein Ton mehr zu hören. Die Sprachsteuerung reagiert auch nicht mehr auf meine Befehle. Da es glücklicherweise draußen noch nicht ganz dunkel ist, erkenne ich meine Umgebung noch gut. Ich schaue also in den anderen Räumen nach und bemerke, dass kein Strom mehr da ist.

Alle Bridges und Zentralen sind aus. Die Server sind ausgefallen und mir wird bei einem Blick nach draußen klar, nicht nur ich bin betroffen.

Für den Moment warte ich erstmal ab und schaue, ob der Strom gleich wieder da ist. Doch auch nach Stunden passiert gar nichts.

Dabei wird mir klar, dass das Smart Home und die gesamte Infrastruktur möglicherweise einen Schaden davongetragen haben könnte. Denn wer seine Technik (insbesondere die Server) nicht ordnungsgemäß herunterfährt, riskiert einen Datenverlust oder die Beschädigung einzelner und wichtiger Dateien.

Bevor ich mich schlafen legen werde, ziehe ich noch die Stecker der Server, so dass diese kontrolliert gestartet werden können, sobald wieder Strom anliegt.

Serverschrank mit zwei Rack-Servern
Meine Server beim Einbau in das Rack

Bestandsaufnahme – Was ist falsch gelaufen?

Grundsätzlich sehen wir an diesem Szenario, dass ich schon an eine wichtige Sache nicht gedacht habe: Information. Mir steht kein Radio zur Verfügung, das ich unabhängig von externen Stromquellen benutzen kann. Ich bin also auf meine Umgebung angewiesen und muss selbst schauen, wie ich das Beste aus dieser Situation mache.

Wir sehen auch, dass ich mich nie mit der Frage beschäftigt habe, was eigentlich mit dem Smart Home passiert, wenn es zu einem Blackout kommt. Das Thema der Blackout Vorsorge oder Vorsorge für einen Stromausfall war nie in meinem Kopf. Ein Fehler wie sich jetzt herausstellt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Server nicht geschützt sind. Sie sind einfach ausgegangen. Mitten im Betrieb. Der Worst-Case für einen Informatiker.

Noch während sich meine Gedanken um den Schaden drehen wird mir klar, dass ich einen weiteren elementaren Fehler begangen habe. Es gibt kein Backup der Dateien. Theoretisch möglich wäre es nun, dass mein digitales Leben auf den Server ausgelöscht ist. Höchst problematisch wenn man an die vielen Urlaubsbilder oder wichtigen Dokumente denkt.

Doch was hätte man besser machen können?

Das Klassifizieren von Geräten

Vor einer ganzen Weile habe ich in einer Reportage gesehen, dass manche Krankenhäuser verschiedene Steckdosen im Einsatz haben. Sie unterscheiden sich optisch dabei nach den Farben. Hintergrund dazu ist die Versorgung der Geräte mit Strom (Quelle: Hannoversche Allgemeine). So fließt aus manchen Steckdosen der gewöhnliche Netzstrom, andere werden durch einen Schiffsmotor nach einem kurzen Ausfall wieder versorgt und wiederum andere werden durch eine Batterie gepuffert.

Aus dieser Information heraus entstand für mich ein gedankliches Konzept. Ich stellte mir die Frage, welche Geräte würde ich an welcher Steckdose anschließen?

Meiner Ansicht nach ist es auch in einem Smart Home daher wichtig, seine Geräte zu klassifizieren. Welche Geräte dürfen ausfallen? Welche benötigen keine Überbrückung? Und welche Geräte müssen unter allen Umständen immer mit Strom versorgt sein?

In diesem Szenario beziehen wir das alles auf die IT. So wurde klar, dass Geräte wie zum Beispiel der Sprachassistent während eines Stromausfalls nicht betrieben werden müssen. Da ohnehin keine Internetverbindung zur Verfügung steht, sollte das Gerät auch keinen Strom verbrauchen.

Andere Geräte, wie zum Beispiel die Alarmanlage, können kurzzeitig selbst überbrücken. Sie enthalten manchmal einen eigenen Akku, so dass ein kurzer Stromausfall zu keinen Problemen führt.

Kritischer hingegen sind die Server. Sie müssen unter allen Umständen durchgehend mit Strom versorgt werden. Zumindest so lange, bis sie sich von allein heruntergefahren haben. Das passiert durch ein Zusammenspiel zwischen Server und Akku, bei dem der Akku einen entsprechenden Stromausfall meldet.

Nach diesem Muster wird dann im eigenen Haushalt auch schnell klar, welche Geräte absolute Priorität haben und welche hinten anstehen müssen. So sind zum Beispiel die Server, aber auch wichtige Systeme für die eigene Sicherheit immer bevorzugt zu behandeln. Zumal meine Alarmanlage mir auch meldet, wenn es in der Wohnung zu einer Rauchentwicklung kommt.

Geräte unterschiedlich schützen

Nachdem du nun weißt, was in meinem Kopf so vor sich gegangen ist, kann ich dir etwas zum Thema Schutzkonzept erzählen. Denn hierbei wird es meiner Meinung nach besonders interessant.

Der wohl grundlegendste Schutz in meinem Smart Home sind Akkus, welche die wichtigsten Geräte weiter betreiben können. So sind zum Beispiel NAS- und Server-Systeme vor einem Ausfall geschützt und laufen für eine gewisse Dauer einfach weiter. Sobald der Akku ein vordefiniertes Level erreicht, wird das komplette System heruntergefahren. Das kann in meinem Fall bis zu 15 Minuten dauern und muss von mir entsprechend beachtet werden.

Im Falle eines Stromausfalls wird so der Serverschrank selbst weiterhin mit Strom versorgt. Lediglich die Verbindung ins Heimnetzwerk wird sofort gekappt, um alle unnötigen Komponenten von der Stromversorgung zu trennen.

Darüber hinaus gilt es, regelmäßig Backups zu machen. Sollte nun auch irgendwas in diesem Prozess schiefgehen, kann ich jederzeit auf das letzte Backup zurückgreifen. Sicherlich muss ich damit rechnen, dass einzelne Dateien nicht in der Sicherung enthalten sind. Doch mir ist es lieber ein paar Dateien zu verlieren als direkt alle. In der Regel sollte es auch zu keinem Datenverlust kommen, da die Geräte heruntergefahren werden.

Die Alarmanlage und weitere Sicherheitssysteme sollen in den kommenden Monaten mit zusätzlichen Akkus ausgestattet werden. So wird es möglich sein, dass auch ein längerer Ausfall nicht zu weniger Schutz führt. Die Sensoren sind ohnehin mit Batterien versorgt und davon gibt es noch ein paar als Ersatz im eigenen Zuhause.

Auf Geräte wie die Philips Hue Bridge werde ich verzichten. Zwar könnte ich sie versorgen, doch die Lampen leuchten ohnehin nicht mehr. Daher ist aus meiner Sicht hier kein Schutz notwendig. Alles was getrennt werden kann, wird getrennt. Nur so kann man eine möglichst lange Zeit überbrücken.

Synology USV aktiv
Benachrichtigung: Synology NAS im Akkubetrieb

Können Systeme nicht einfach weiter laufen?

Zwangsläufig stellt man sich irgendwann die Frage, ob gerade Server nicht einfach über den Akku weiter betrieben werden können. Und die Frage ist aus meiner Sicht durchaus berechtigt.

Meine NAS-Systeme sind zum Beispiel durch den Akku dazu in der Lage, bis zu zwei Stunden zu überbrücken. Doch ich nutze das gar nicht aus. Warum?

Grundsätzlich gehe ich bei einem Ausfall so vor, dass die Geräte eine gewisse Zeit weiter betrieben werden. Das können zum Beispiel 5 Minuten sein. Sollte in dieser Zeit die Stromversorgung nicht wiederhergestellt werden, so schalten sie sich automatisch ab. Hintergrund dazu ist, dass es so noch Reststrom gibt für den Fall, dass ich sie ganz dringend nochmal brauche. Ebenso weiß ich im Voraus nicht, wie lange der Stromausfall dauern wird und ob die Akkus so lange durchhalten.

Mein primärer Fokus liegt also darauf, dass ich meine IT sicher abschalten möchte, so dass es zu keinem Datenverlust kommt. Auf dieses Szenario sind zum Beispiel weitere Puffer ausgelegt. Sie sollten mir von vornherein nicht dazu dienen, dass ich den kompletten Betrieb aufrecht erhalten kann.

Denn genau an diesem Punkt setzt wieder der Schwabe in mir ein. Muss ich für jedes Geld der Welt alles weiter betreiben? Nein, definitiv nicht. Unterbrechungsfreie Stromversorgungen sind nicht immer günstig und so kann man sehr schnell hohe Summen in diesem Bereich ausgeben. Wenn ich also von der digitalen Welt abgeschnitten werde (das Heimnetz wird ja nicht weiter betrieben) brauche ich auch keine funktionierende IT mehr in den eigenen vier Wänden. Hier genügt ein kleiner Notbetrieb der aller wichtigsten Komponenten.

Was lernen wir nun aus diesem Szenario?

Bezogen auf die IT ist es bei der Blackout Vorbereitung ganz wichtig, dass du zwei Säulen betrachtest. Eine der Säulen ist die Vorsorge und die andere ist das konkrete Handling im Ernstfall.

Die beste Blackout Vorsorge für deine IT ist es, wenn du konsequent und regelmäßig Backups machst. Das bedeutet, dass du je nach Änderungshäufigkeit deiner Daten zum Beispiel wöchentlich ein Backup anstößt. Die externe Festplatte, auf die dein Backup kommt, wird dabei auch nur für dieses Backup angeschlossen. Sollte sie gerade nicht benötigt werden, hat sie nichts am Stromnetz zu suchen!

Ich zum Beispiel stecke die Platte immer nur genau dann an, wenn ich ein Backup machen möchte. Nach dem Backup wird sie komplett getrennt und an einem anderen Ort aufbewahrt. So minimiere ich das Risiko eines Datenverlusts.

Das Handling im Ernstfall greift erst dann, wenn es tatsächlich zu einem solchen Szenario kommt. Das bedeutet, dass deine Akkus der letzte Schutz vor einem drohenden Datenverlust und einem Schaden sind. Sie müssen Sorge dafür tragen, dass deine IT sicher und ohne Beschädigung heruntergefahren werden kann. Sobald sie anspringen gilt höchste Achtsamkeit! Denn dann tritt gerade ein Ernstfall ein.

Ein gutes Sicherheitsmanagement besteht also in meinen Augen aus einer guten Vorsorge und einem konkreten Handling für den Ernstfall. Du solltest nichts dem Zufall überlassen, dabei aber auch nicht übertreiben. Jede Maßnahme muss in einem gesunden Maß zwischen Kosten und Nutzen stehen. Du hast nichts davon, wenn du dich für ein paar Urlaubsbilder derart hoch verschuldest, dass sie um jeden Preis dauerhaft verfügbar bleiben.

Ebenso sinnlos ist es, gar nichts zu tun und alles dem Zufall zu überlassen. Denn das ist in jedem Fall grob fahrlässig.

Funktioniert dein Ansatz auch?

Woher weiß man nun, ob die eigene Struktur funktioniert? Wie kannst du dir sicher sein, dass deine Infrastruktur im Notfall so herunterfährt, wie du es dir gedacht hast?

Ganz einfach: Ausprobieren!

Gerade bei Systemen oder Ereignissen, die nicht regelmäßig auftreten ist es wichtig, sie auszuprobieren. Im Ernstfall ist dir nicht geholfen, wenn dein Server nicht von allein ausgeschaltet wird. Mein Rat an dich ist daher, dass du dieses Szenario ausprobierst (auf eigene Gefahr).

Erstelle ein Backup aller deiner Daten und simuliere einen Stromausfall. Dann wirst du schnell sehen können, ob dein Plan aufgeht oder ob es noch an irgendeiner Stelle klemmt. Denn solange es kein wirklicher Ernstfall ist hast du die Chance, die Schwachstellen zu verbessern und gerüstet zu sein. Je kritischer deine Daten dabei sind (z. B. Firmendaten), desto wichtiger ist ein solcher Test.

Übrigens gehört zu der Frage, ob dein Ansatz funktioniert, auch dein Backup. Hast du es schon einmal wiederhergestellt? Hat das geklappt? Wenn du das bisher noch nicht ausprobiert hast, dann ist es jetzt an der Zeit es zu tun. Kein Backup der Welt wird dir helfen, wenn es sich im Zweifel nicht wiederherstellen lässt.

Der gesamte Ansatz des Schutzes und der Wiederinbetriebnahme wird dabei auch gerne als Disaster Recovery bezeichnet (Quelle: it-production.com). Dabei geht es vor allem darum, dass die IT im Falle eines Ernstfalls bestens geschützt ist, so dass eine Wiederherstellung möglich ist.

Wir integrieren jeden Tag so viel Technik in unseren Alltag und machen uns doch so wenig Gedanken um die Sicherheit. Das betrifft nicht nur den Datenschutz und die Privatsphäre, sondern eben auch das Handling bei einem Ernstfall.


Lukas

Hey, ich bin Lukas. Seit einigen Jahren schreibe ich in meinem Smart Home Blog über Hausautomation und Digitalisierung. Als Wirtschaftsinformatiker weiß ich, wie wichtig die Vernetzung von IT-Systemen ist. Diese Erkenntnisse übertrage ich auf mein eigenes Smart Home, das ich auf Basis von ioBroker betreibe. Hierzu nutze ich die Leistung meines eigenen Server-Clusters aus dem Keller. In deinen Ohren klingt das mindestens genauso spannend, wie für mich? Dann komm mit auf unsere Reise zu einem vollwertigen, sicheren und komfortablen Smart Home. Ganz oben findest du Verknüpfungen zu Social Media, wo du mir gerne folgen darfst. Ich freue mich auf dich!

2 Kommentare

Achim · 30. Juli 2022 um 12:11

Hi! Ich habe 2005 hier im Raum Osnabrück den totalen Stromausfall miterlebt. Innenstadt und Kaufhäuser…alles war komplett dunkel. Leute in der Innenstadt suchten in der großen Einkaufsstraße mit Handybeleuchtung ihren Weg nach Haus.Keine Übertreibung (siehe Zeitungsberichte)!
so nebenbei…

Sicherlich haben Viele deinen Blog gelesen und einige kaufen oder kauften sich nun eine USV.
Dazu ein wichtiger Hinweis, da ich vor kurzem eine „Überraschung“ mit 1ner USV erlebte.
Aufgrund Elektrikarbeiten wurde der Strom (kleiner Bereich) abgeschaltet.
Trotz fast vollem Akku schaltete die USV nach sehr kurzer Zeit Fritte und Telefonanlage ab…geht gar nicht!
Warum stand nur im Kleingedruckten (Randbemerkung in der Anleitung).

Es gibt USVs die generell (egal ob ECO oder nicht) bei kleinen Lasten unabhängig vom Ladezustand abschalten!
Mittlerweile ist dort eine andere USV (anderer Hersteller) im Einsatz die erst bei geringem Akkustand abschaltet,
egal wie gering die Last ist.
Ich denke der Hinweis an alle ist angebracht, da bei fast allen (??) der Hinweis nur in den Anleitungen zu finden ist.
Das ist bei meiner alten, und auch bei den neuen so (ich habe 2 im Einsatz).

Grüße

    Lukas · 30. Juli 2022 um 12:31

    Hallo Achim,

    das ist nicht schön, was du da miterlebt hast. Ich sage dir ganz ehrlich, für mich wäre das wirklich schlimm.

    Deine Anmerkung zu USVs ist absolut wichtig. Mir persönlich war das so ehrlich gesagt auch nicht bewusst und ich hatte mit keiner der USVs bisher derartige Probleme. Zum Glück!
    Ich danke dir daher für dieses wichtigen Input und auch ich werde mich dahingehend mal schlau machen. Das ist durchaus ein interessanter Aspekt.

    Smarte Grüße

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