Dass die Sprachsteuerung eng gekoppelt ist mit dem Smart Home, sieht man in meinem Zuhause ganz deutlich. Meine Geräte werden per Sprachbefehl aktiviert und danach wieder deaktiviert. Ein gutes Beispiel hierfür sind die gefühlt unzähligen Lampen, die ich wirklich gerne per Sprache einstelle.

Amazon Echo Studio Leuchtring
Amazon Echo Studio: Kann man mit Alexa abgehört werden?

Doch wer einen Amazon Echo einsetzt fragt sich meist direkt zu Beginn, ob Alexa spioniert. Und diese Frage ist keinesfalls unberechtigt. Schließlich befinden sich die Geräte nicht gerade selten auch im Schlafzimmer und sind 24 Stunden am Tag mit dem Internet verbunden. Damit allerdings nicht genug. In diesen 24 Stunden verbindet sich Alexa immer wieder mit den Servern von Amazon, um Daten auszutauschen.

Allein diese Tatsache ist ausreichend dafür, dass es bezüglich Alexa Sicherheitsbedenken gibt. Ich möchte in diesem Artikel daher gerne einmal genauer darstellen, wie Alexa funktioniert und warum sie überhaupt mit dem Internet kommuniziert. Darüber hinaus schauen wir uns außerdem an, wie man Alexa Sprachaufzeichnungen abrufen und in der App löschen kann.

Hast du Angst von Alexa abgehört zu werden?

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Alexa hört mit – immer und überall

Um den Sprachassistenten zu aktivieren, benötigt man ein Keyword. Dieses Keyword dürfte in den meisten Fälle Alexa lauten, kann jedoch auch zu anderen Wörtern geändert werden. Etwas außergewöhnlicher und weniger verbreitet ist das Wort Computer.

Anhand dieses Keywords kann das Gerät erkennen, wann mit dem Sprachdienst Alexa kommuniziert werden soll. Sobald das Keyword entdeckt wurde, wird die Verbindung zum Natural Language Service hergestellt, der für die Konvertierung von Sprache zu Text verantwortlich ist (Quelle: towardsdatascience.com). Anders als der NLS-Dienst (Natural Language Service), arbeiten die Server selbst mit Texten anstatt mit Sprache. Innerhalb der Texte können sogenannte Intentionen festgestellt werden, die schlussendlich für die Ausführung bestimmter Aktionen sorgen.

Damit diese Technologie funktionieren kann, wird die Alexa Aufnahme direkt an die Server von Amazon gesendet. Dort werden die Daten entsprechend verarbeitet und eine passende Antwort an dein Gerät zurückgeschickt. Die Verarbeitung der Daten auf den Servern ist dabei deutlich effizienter, weshalb die Erkennung deiner Intentionen nicht auf dem Amazon Echo selbst durchgeführt wird.

Doch kommen wir nochmals auf das Thema Keyword zurück.

Es ist nicht falsch zu behaupten, dass Alexa immer mithört. Allerdings werden hierbei keine Daten gesendet und Alexa nimmt auch keine Gespräche einfach so auf. Im Standbybetrieb versuchen die unterschiedlichen Mikrofone im Gerät das Keyword zu erkennen, das du in der Alexa App eingestellt hast. Bis zur Erkennung des Worts werden keinerlei Sprachdaten übertragen und es findet auch keine Aufzeichnung statt.

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Kann Alexa aufnehmen?

Neben der Frage, ob der Sprachassistent tatsächlich dauerhaft die Dialoge im eigenen Zuhause aufnimmt, besteht noch eine weitere Frage. Kann Alexa aufnehmen?

Die Antwort auf diese Frage ist im Grunde klar, denn um die verschiedenen Sprachbefehle ausführen zu können, muss das Gerät zwangsläufig die Sprache aufnehmen. Technisch gesehen ist das Gerät außerdem dazu in der Lage, jederzeit die Unterhaltungen am jeweiligen Standort abzuhören und aufzunehmen. Hierzu bietet der Amazon Echo bis zu acht Mikrofone, die im Normalfall erst nach der Aktivierung das Gespräch aufzeichnen und versenden.

Sofern es allerdings zu gravierenden Sicherheitslücken in der Software des Geräts kommt, ist eine Aufnahme ohne Aktivierung durchaus denkbar. Selbstverständlich liegt es dabei im Interesse des Herstellers, dass ein solcher Fall nicht vorkommt. Neben Imageverlusten müsste Amazon hierfür wohl auch noch eine große Geldstrafe bezahlen.

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Bekannte Vorfälle und unschöne Erlebnisse

Mitunter einer der Auslöser für meinen Artikel sind diverse Vorfälle, die in unterschiedlichen Medien thematisiert wurden. Der für mich interessanteste Vorfall im Hinblick auf meinen Artikel ereignete sich dabei in den USA, als Alexa eine Nachricht aus einem Privatgespräch versendet hat.

Der Tagesspiegel berichtet (Quelle), dass sich während eines Gesprächs der Amazon Echo aktivierte und aus den Wortfetzen eine Nachricht zusammenstellte. Diese Nachricht wurde dann nach Nachfrage durch Alexa an einen der Kontakte verschickt, der sich im Adressbuch befand. Stellt man sich im Hinblick auf dieses Ereignis nun die Frage Kann Alexa mich abhören, sollte die Antwort wohl klar sein. Amazon räumte allerdings ein, dass es sich hierbei um einen Fehler handelt, der künftig nicht mehr vorkommen darf. Durch Fehlerkennungen lassen sich allerdings einige unschöne Erlebnisse manchmal nicht vermeiden, wie auch der nächste Fall zeigt.

Während einer Nachrichtensendung sagte Jim Patton den Satz Alexa hat mir ein Puppenhaus bestellt. Dieser Satz hat bei vielen Zuschauern dafür gesorgt, dass der Amazon Echo diesen Satz an die Server übertragen hat und tatsächlich versucht wurde, ein Puppenhaus zu bestellen (Quelle: heise.de). Damit ist auch dieses Ereignis wiederum ein gutes Beispiel dafür, dass Alexa mithören kann und jederzeit auf Empfang ist.

Doch wie kann man sich vor diesen Vorfällen effektiv schützen? Diese Frage wollen wir nun klären. Ich zeige dir zwei grundlegende Möglichkeiten, wie du Alexa sicher machen kannst.

Die Alexa Sicherheit – Ruhe im Karton

Wer seinen Sprachassistenten im Wohnzimmer aufstellt, möchte gerne auch mal ungestört einen Film schauen oder sich mit anderen Personen unterhalten. Diese Situation kennst du sicherlich auch selbst, wenn du gerade Besuch von Freunden oder der Familie hast. Damit du dabei nicht die Befürchtung haben musst abgehört zu werden oder den Sprachassistenten versehentlich zu aktivieren, kannst du eine spezielle Taste am Gerät drücken.

Diese Taste ist gekennzeichnet mit einem durchgestrichenen Kreis, der die Mikrofone des Echos deaktiviert. Am Gerät leuchtet ein roter Kreis auf, der die Deaktivierung der Mikrofone symbolisiert. Solange dieser Kreis rot leuchtet, kann Alexa dich nicht hören und reagiert auch nicht auf deinen Zuruf.

Amazon Echo Dot dritte Generation

Auch ich nutze diese Funktion regelmäßig. Gerade wenn ich auf YouTube unterwegs bin und mir ein Video anschaue, in dem häufig das Wort Alexa fällt. Anstatt jedes Mal zu rufen Alexa stopp oder Alexa aus, nutze ich so die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um eventuellen Problemen aus dem Weg zu gehen.

Ein weiterer Tipp, den du durchaus noch heute umsetzen solltest, ist die Deaktivierung von Spracheinkäufen. Das kannst du bequem in der App konfigurieren, so dass auch bei einer weiteren Puppenhaus-Bestellung dein Amazon Echo nicht für Verluste auf dem Konto sorgt. Ohnehin macht es in Haushalten durchaus Sinn die Spracheinkäufe zu unterbinden, zumindest wenn Kinder unter den Bewohnern sind. Kinder können oft die Konsequenzen nicht einschätzen, was man ihnen nicht zum Vorwurf machen kann. Um trotz Aufklärung eventuellen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen, lassen sich so präventiv Maßnahmen ergreifen.

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Alexa Aufzeichnungen abrufen und löschen

Alle übertragenen Dialoge zwischen dir und dem Amazon Echo werden in chronologischer Reihenfolge in der App aufgeführt. Hier kannst du nicht nur sehen, was der NLS-Dienst verstanden hat, sondern dir auch die einzelnen Aufzeichnungen anhören.

Solltest du mit der Aufzeichnung so nicht einverstanden sein, kannst du diese jederzeit aus deinem Konto löschen. Hierfür stehen dir alle notwendigen Hilfsmittel in der App bereit. Ob die Aufzeichnungen nun tatsächlich gelöscht werden, kann dir vermutlich nur der Hersteller sagen. Wer es gut mit Amazon meint geht davon aus, dass die Aufzeichnungen tatsächlich verschwinden. Kritiker würden wohl eher das Gegenteil behaupten.

In meinen Augen bist du am besten bedient, wenn du dir klar machst, dass die Alexa Aufzeichnungen dauerhaft auf den Servern gespeichert werden. Das trägt in meinen Augen dazu bei, dass man im Umgang mit dem Gerät generell etwas zur Vorsicht neigt. Das Abschalten des Abhörens von Alexa ist ohnehin nicht möglich, da die einzelnen Befehle in der Cloud verarbeitet werden müssen.

Was noch zu sagen bleibt

Dass Alexa abhören kann, haben wir in diesem Artikel nun eindrucksvoll gesehen. Wir haben außerdem zwei wichtige Tipps erörtert, mit denen sich zumindest einige Probleme bereits im Vorfeld aus der Welt schaffen lassen.

In meinen Augen bleibt dennoch noch ein wenig übrig, das ich in diesem Artikel noch nicht thematisiert habe.

Wenn du dir einen Amazon Echo für das eigene Zuhause anschaffen möchtest, musst du dir immer über die potenziellen Sicherheitsrisiken im Klaren sein. Das bedeutet nicht, dass ich von der Anschaffung abrate. Schließlich nutze ich selbst den Echo wirklich sehr gerne. Doch trotz Euphorie darfst du dich nicht von Werbeversprechen blenden lassen.

Fragen wie Kann man über Alexa jemanden abhören oder Kann man mit Alexa Gespräche aufzeichnen halte ich übrigens für grundlegend falsch. Wir Menschen sollten lernen einander zu vertrauen anstatt auf den Zug der Spionage aufzuspringen. Wer andere Personen im Haushalt mit dem Amazon Echo abhören möchte, sollte sich in meinen Augen ganz andere Fragen stellen als die des Datenschutzes.

Was ist deine Meinung zum Amazon Echo? Und wie sicher ist Alexa in deinen Augen? Hinterlasse mir deine Meinung gerne in den Kommentaren und lass uns ein wenig über Sprachassistenten sprechen. Ganz ohne Spionage selbstverständlich. 😉

Zusammenfassung

Was hört Alexa alles mit?

Alexa kann durch mehrere Mikrofone alles mithören, was in ihrer Umgebung gesprochen wird. Allerdings aktiviert sie sich nur auf Befehl, was in diversen Tests bereits mehrfach nachgewiesen wurde.

Wann hört Alexa mit?

Alexa hört dir zu, sobald du das Aktivierungswort benutzt. Die Aussagen nach der Aktivierung werden an die Amazon Server zur Auswertung übertragen.

Wer kann Alexa abhören?

Theoretisch ist es durch Hacking möglich, die Mikrofone des Amazon Echos zum Abhören zu nutzen. Die Sicherheitsmechanismen sind allerdings ziemlich stark, weshalb ein Abhören nicht ohne großen Aufwand betrieben werden kann.

Kategorien: Amazon Echo

Lukas

Hey, ich bin Lukas. Seit einigen Jahren schreibe ich in meinem Smart Home Blog über Hausautomation und Digitalisierung. Als Wirtschaftsinformatiker weiß ich, wie wichtig die Vernetzung von IT-Systemen ist. Diese Erkenntnisse übertrage ich auf mein eigenes Smart Home, das ich auf Basis von ioBroker betreibe. Hierzu nutze ich die Leistung eines eigenen Rackservers in meinem Keller, der alle Dienste und Smart Home Systeme aufrecht erhält. Mit ihm habe ich mir einen großen Traum erfüllen können. In deinen Ohren klingt das mindestens genauso spannend, wie für mich? Dann komm mit auf unsere Reise zu einem vollwertigen, sicheren und komfortablen Smart Home. Ganz oben findest du Verknüpfungen zu Social Media, wo du mir gerne folgen darfst. Ich freue mich auf dich!

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