Den einen oder anderen Leser mag dieser Beitrag nun etwas irritieren. Nach fĂŒnf Jahren fragt er sich ernsthaft, was ist Smart Home? Ja kann ich dazu nur sagen, denn Smart Home ist fĂŒr mich nicht wie fĂŒr dich. Und umgekehrt natĂŒrlich. Denn was sich hinter diesem eigentlich so klaren Begriff versteckt, ist oft Ansichtssache.
Wer hingegen jetzt erst durch diesen Artikel auf meinen Blog aufmerksam wird, sei beruhigt. Wir schauen uns in diesem Artikel einmal die Grundlagen des Smart Home an. Dabei zeige ich dir, was fĂŒr mich Smart Home ist und was ich darĂŒber in den vergangenen fĂŒnf Jahren gelernt habe.
Du findest auĂerdem weitere sehr passende Artikel hier. Einige davon sind kritisch, andere befĂŒrwortend. Denn eines zeichnet mich aus, ich wĂ€ge genau ab und möchte kein einseitiges Bild vermitteln. Wenn du also gerade erst auf die Thematik aufmerksam wirst, bist du hier goldrichtig. Versprochen!
Nach meinem Artikel hast du auĂerdem noch die Möglichkeit die Frage fĂŒr dich zu beantworten. Denn du kannst eine völlig eigene Antwort auf die Frage haben, was ist Smart Home? Schreib mir deine ErlĂ€uterung gerne unten in die Kommentare, ich bin sehr gespannt.
Die Theorie zum Smart Home
GrundsĂ€tzlich versteht man unter Smart Home die Gesamtheit der technischen Verfahren zur Vernetzung des eigenen Zuhauses (vgl.: Wikipedia). Klingt kompliziert fĂŒr dich? Keine Sorge, fĂŒr mich als Informatiker genauso! Also lass uns die Definition mal etwas auseinander nehmen.
Wir befinden uns in deinem Zuhause. Dort findest du verschiedene GerĂ€te, die du dir irgendwann mal gekauft hast. In der KĂŒche hast du einen KĂŒhlschrank, im Wohnzimmer einen Fernseher und in sĂ€mtlichen RĂ€umen befinden sich Lampen. Ich glaube darauf können wir uns einigen.
Nun wird jedes GerĂ€t auf seine eigene Art und Weise gesteuert. Der KĂŒhlschrank hat Knöpfe, um die Temperatur einzustellen. Der Fernseher wird mit einer Fernbedienung geliefert, so dass du ihn bequem vom Sofa steuern kannst. Und die Lampen? Na ja, die haben irgendwo einen Lichtschalter, den du beim Betreten des Raums drĂŒckst.
Verschiedene GerĂ€te werden demnach auf unterschiedliche Art und Weise gesteuert. Das Smart Home setzt genau hier an und vereinheitlicht die Steuerung der GerĂ€te. Stell dir nun also vor, dass du am Ende der Vernetzung ein Tablet in der Hand hĂ€ltst, ĂŒber das du sowohl den KĂŒhlschrank, als auch den Fernseher und die Lampen steuern kannst. Und das nicht nur vom Sofa aus, sondern von ĂŒberall auf der Welt.
Jedes GerĂ€t in deinem Zuhause wird auf seine eigene Weise angesprochen und das zentrale System ĂŒbersetzt alles in eine einheitliche Sprache. Stell dir vor, jedes GerĂ€t wĂŒrde eine eigene Sprache sprechen. Das Smart Home versteht sie alle und ĂŒbersetzt nun jede Sprache in deine. So kannst du, ohne die anderen Sprachen zu verstehen, mit jedem GerĂ€t kommunizieren. Der Dolmetscher ist dabei dein eigenes Zuhause.
Unter der Gesamtheit kann man nun also die verschiedenen Arten verstehen, wie die GerÀte angesprochen werden. Die technischen Verfahren zur Vernetzung sind die konkreten Vorgehensweisen, wie die GerÀte an das Smart Home angebunden sind.

Ăbertragungsprotokolle sind wie Sprachen
Da GerĂ€te nun in den seltensten FĂ€llen sprechen können, sprechen sie auch keine Sprache im herkömmlichen Sinne. Stattdessen erfolgt ihre Kommunikation ĂŒber ein sogenanntes Protokoll. Die Protokolle regeln dabei den Austausch von Informationen, indem sie sowohl die Form als auch den Ablauf vorgeben. Wörtlich heiĂt es dazu zum Beispiel auf Wikipedia:
In der Informatik und in der Telekommunikation ist ein Kommunikationsprotokoll eine Vereinbarung, nach der die DatenĂŒbertragung zwischen zwei oder mehreren Parteien ablĂ€uft. […]
Wikipedia (Artikel: Kommunikationsprotokoll, 25.11.2021)
Nun können verschiedene GerĂ€te auch unterschiedliche Kommunikationsprotokolle verwenden. Aus diesem Grund ist zum Beispiel deine smarte Lampe nicht mit deinem Saugroboter kompatibel. Als Vermittler tritt nun an diese Stelle ein System, das ĂŒber mehrere Kommunikationsprotokolle verfĂŒgt. So kann zum Beispiel bei ioBroker ĂŒber einen entsprechenden Adapter die Verbindung hergestellt werden.
Was hinter dem Adapter, also im Smart Home System passiert, ist im Grund eine Vereinheitlichung. Hier werden die verschiedenen Sprachen in eine gemeinsame Sprache ĂŒbersetzt. Aus diesem Grund ist es möglich, dass man ĂŒbergreifend Automatisierungen erstellen kann.
Bekannte Kommunikationsprotokolle sind im Smart Home zum Beispiel ZigBee, WLAN/LAN, EnOcean oder auch Z-Wave.
Ein einheitliches Ăbertragungsprotokoll
Wer sich nun fragt, warum es am Markt so viele Ăbertragungsprotokolle gibt, trifft den Nerv des Smart Homes. Durch die EinfĂŒhrung verschiedener Funkstandards versprechen sich Unternehmen meist, ein sehr stabiles Produkt auf die Beine stellen zu können. Jeder Standard verfĂŒgt dabei ĂŒber seine eigenen StĂ€rken und SchwĂ€chen.
WĂŒrde es nun hingegen ein einheitliches Protokoll geben, könnten viel mehr GerĂ€te ohne Probleme miteinander vernetzt werden. So wĂ€re es zum Beispiel möglich, dass der Amazon Echo mit seinem Smart Hub sĂ€mtliche GerĂ€te vereint, ohne dass hierfĂŒr eine zusĂ€tzliche Software wie zum Beispiel ioBroker notwendig ist.
TatsÀchlich gibt es nun auch schon einen Zusammenschluss mehrerer Unternehmen, die genau an einem solchen Standard arbeiten. Hier blicken wir in der Smart Home Community schon hoffnungsvoll auf den Smart-Home-Standard Matter.
Sehr gelungen formuliert es Frank-Oliver GrĂŒn auf seiner Informationsseite zum neuen Standard:
matter schafft eine gemeinsame Basis fĂŒr die Steuerung von Smarthome-Produkten. Damit funktioniert ein uns dasselbe GerĂ€t in verschiedenen Systemen.
matter-smarthome.de (25.11.2021)
Was gehört zum Smart Home?
Smart Home ist bei Weitem nicht der Begriff, der ein einheitliches VerstĂ€ndnis besitzt. Genau auf diesen Grund ist es auch zurĂŒckzufĂŒhren, dass es nicht die zentrale Definition dafĂŒr gibt, was alles ins Smart Home gehört. Es gibt Personen, fĂŒr die ist Smart Home bereits die Vernetzung ihrer Lampen. Andere bauen komplexe Regeln und AblĂ€ufe, die das Zuhause auch wĂ€hrend deiner Abwesenheit steuern können.
Wir wissen also schon einmal, dass Smart Home ein Bereich ist, den aktuell jeder fĂŒr sich selbst definiert. FĂŒr mich gehört dabei die Vernetzung sĂ€mtlicher GerĂ€te sowie das Erstellen von Automatisierungen dazu. Aus diesem Grund arbeite ich seit inzwischen fĂŒnf Jahren daran, mein eigenes Smart Home immer weiter auszubauen und vor allem zu perfektionieren.
GrundsÀtzlich kann man jedoch festhalten, dass ins Smart Home GerÀte gehören, die unter folgende Bereiche fallen:
- Beleuchtung
- Sicherheit
- Haushalt
- Heizung
- Robotik
- Sprache
Mit groĂer Sicherheit gibt es auch aktuell heute schon GerĂ€te, die ĂŒber diese Bereiche hinausgehen. Oft ist es auch nicht ganz klar, wie man die einzelnen Funktionen trennen kann. Dazu blicken wir nun auf die einzelnen Bereiche, um uns einen besseren Ăberblick zu verschaffen.

Die Beleuchtung
Durch geschicktes Marketing und gute Produkte fĂ€llt vielen Anwendern in diesem Bereich direkt der Name Philips Hue ein. Hierbei handelt es sich um smarte Leuchtmittel, die ĂŒber eine Zentrale vernetzt werden können. Neuere Produkte schaffen es dank Bluetooth sogar, ohne eigene Zentrale auszukommen.
Doch egal auf welche Produkte man blickt, im Kern sorgen sie fĂŒr den gleichen Nutzen. Smarte Beleuchtung dient dazu, Stimmungen zu erzeugen, den Raum zu erhellen und die Sicherheit zu erhöhen. Letzteres ist ein Beispiel dafĂŒr, dass es durchaus Ăberschneidungen geben kann zu anderen Bereichen. WĂ€hrend man sich unter dem Bereich Sicherheit eigentlich ganz andere Produkte vorstellt, können auch Lampen fĂŒr das Abschrecken von Einbrechern sorgen.
Beleuchtung ist auĂerdem ein Kapitel im Smart Home, das gerade von vielen Einsteigern genutzt wird. Der Grund hierfĂŒr ist offensichtlich. GlĂŒhbirnen lassen sich auf eine schnelle Art und Weise selbst austauschen, ohne dass hierfĂŒr fachkundiges Personal dazu gezogen werden muss. Oft sind die smarten GlĂŒhbirnen auch gĂŒnstig zu haben, so dass der Einstieg hier nur wenige Barrieren bereithĂ€lt.
WĂ€hrend man zu frĂŒheren Zeiten noch reine Deckenlampen genutzt hat, um den Raum auszuleuchten, sorgen smarte Beleuchtungskonzepte heute fĂŒr die Erzeugung einer bestimmten Stimmung. In der Weihnachtszeit ist der Raum in warmen Tönen beleuchtet, wĂ€hrend im Homeoffice eher eine kĂŒhle und weiĂe Beleuchtung genutzt wird. Der Raum passt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten so auf die aktuelle Stimmung oder TĂ€tigkeit an. Das ist einer der Aspekte, der Smart Home fĂŒr mich ausmacht.
Doch damit nicht genug. Gekoppelt mit anderen Systemen erlaubt dir die Beleuchtung auf Ereignisse zu reagieren. So ist es zum Beispiel möglich, dass dir deine smarten Leuchten ein Signal geben, wenn das Fenster zu weit geöffnet ist. Auch hier gibt es wieder Ăberschneidungen zum Bereich Sicherheit.
Die Sicherheit
Da ich nun schon mehrfach von Ăberschneidungen gesprochen habe, blicken wir direkt auf den Bereich, in dem sie auftreten. Der Bereich Sicherheit umfasst sĂ€mtliche Konzepte und GerĂ€te, mit denen das eigene SicherheitsgefĂŒhl im Smart Home gesteigert werden kann.
Klassischerweise zĂ€hlen in diesen Bereich Alarmanlagen. Sie melden einen Einbruch und sind gerade bei Abwesenheit ein wichtiger Pfeiler fĂŒr unser Wohlbefinden. Dazu prĂŒfen sie die ZustandsĂ€nderung unterschiedlicher Sensoren und geben bei Bedarf einen Alarm aus, der sowohl den Einbrecher verjagt, als auch uns vor einem Einbruch warnt.
In Kombination mit einer intelligenten Beleuchtung können Alarmanlagen zum Beispiel auch visuell zeigen, dass es ein Ereignis gegeben hat. Gerade fĂŒr Menschen mit eingeschrĂ€nktem Gehör ist das durchaus hilfreich. Möglicherweise kennst du dieses Prinzip sogar schon von AuĂensirenen. Sie zeigen nicht selten durch ein rotes Licht, wenn es zu einem Einbruch gekommen ist. Gekoppelt mit weiteren Leuchtmitteln kannst du so das blickende Licht auf die gesamte Wohnung oder das gesamte Haus ausweiten, so dass jeder einen Blick darauf werfen muss.
Jedoch gehören zum Bereich Sicherheit nicht einzig und allein Alarmanlagen. Auch Wassermelder, Rauchmelder oder andere Sensoren erhöhen unsere Sicherheit in den eigenen vier WĂ€nden. Genau aus diesem Grund ist gerade dieser Bereich im Smart Home oft auch einer derjenigen, der zu Beginn ziemlich schnell in Angriff genommen wird. Ziemlich interessant ist dabei auch das Projekt Frigate fĂŒr eine automatisierte KameraĂŒberwachung.
Der Haushalt
Kommen wir nun zu einem sehr spannenden Bereich im Smart Home, der mich immer wieder aufs Neue fasziniert, aber auch irritiert. Die Rede ist hier vom Bereich Haushalt. Gerade in diesem Bereich tummeln sich oft GerÀte, die auf den ersten Blick vielleicht toll erscheinen, bei genauerem Betrachten jedoch etwas eingeschrÀnkt sind.
Smarte KĂŒhlschrĂ€nke zum Beispiel bietet Funktionen, die wir so bislang noch nicht groĂ beachtet haben. Mit einem integrierten Computer können wir digitale Notizen anheften, einen Blick ins Innere werfen und direkt aus dem BĂŒro checken, ob unser Lieblingsjoghurt noch in ausreichender Menge vorhanden ist. Doch bringen uns die Funktionen im Alltag wirklich weiter?
Lass mich das an einem weiteren Beispiel etwas deutlicher machen.
Schon heute verfĂŒgen einige Kaffeemaschinen ĂŒber eine Appsteuerung. Sie erlaubt uns das Einschalten, Einstellen und Kaffee machen direkt vom Arbeitsplatz. Doch können wir wirklich ohne weiteres einen Kaffee per App rauslassen? Wohl kaum, denn man muss immer noch eine Tasse darunter stellen und möglicherweise das SpĂŒlwasser aus einem anderen GefÀà ausgieĂen. Wo liegt also nun der Mehrwert?
Gerade GerĂ€te aus dem Haushalt sind fĂŒr mich oft Trendprodukte, die zwar den Anschein erwecken smart zu sein, im Alltag jedoch nur begrenzt nutzbar sind. Es ist daher umso wichtiger zu prĂŒfen, ob eine smarte Vernetzung der GerĂ€te wirklich einen Mehrwert bietet oder ob es nur unnötig Geld kostet.
Dennoch erhoffe ich mir, dass wir kĂŒnftig weitere Innovationen gerade in diesem Bereich haben werden, die uns den Alltag erleichtern. Ăber Sinn und Unsinn werden wir aber dennoch immer individuell entscheiden mĂŒssen.
Die Heizung
Deutlich vielversprechender als der Bereich Haushalt ist das smarte Heizen. Hier können wir nĂ€mlich nicht nur etwas fĂŒr den Komfort tun, sondern gleichzeitig auch noch Kosten einsparen. Möglich ist das durch smarte Thermostate, die sich per Smartphone oder Tablet steuern lassen.
Zurecht gibt es nun auch kritische Stimmen, die den Nutzen in Frage stellen. Doch ĂŒberlegen wir mal realistisch. Wie oft regelst du die Heizung runter, wenn du lĂŒftest? Hast du eventuell auch schon mal vergessen, das Fenster zu schlieĂen? Und war dann die Heizung noch auf die vorher festgelegte Stufe eingestellt?
Mir selbst ist es schon passiert, dass ich im Winter das offene Fenster vergessen habe. Die Heizung lief wĂ€hrenddessen weiter und hat munter ihre Aufgabe erledigt. Doch sonderlich nachhaltig ist das keinesfalls. Denn wir verschwenden Ressourcen, die wir uns aus nachvollziehbaren GrĂŒnden einsparen können.
Das Smart Home kann nun erkennen, ob ein Fenster geöffnet ist und reguliert die Heizung runter. Dadurch verschwenden wir keine Energie und senken logischerweise auch unsere Rechnung. Gerade die Heizung ist damit ein exzellentes Beispiel dafĂŒr, wie Smart Home tatsĂ€chlich etwas fĂŒr deinen Geldbeutel tun kann. Doch Vorsicht! Ein zu starkes AuskĂŒhlen des Raums oder der Wohnung kann wiederum genau fĂŒr das Gegenteil sorgen. Es gibt daher Stimmen, die das Absenken der Temperatur auf maximal 18 Grad Celsius empfehlen. Nur so bewegen wir uns noch im Bereich des Sparens.
Wem es auĂerdem abends auf dem Sofa öfter einmal zu frisch wird, kann bequem ĂŒber ein Tablet oder das Smartphone die Heizung höher stellen. Wenn du im Anschluss schon im Bett liegst, aber die Thermostate nicht wieder auf ihre Ausgangstemperatur zurĂŒckgestellt hast, ist auch das kein Problem. Denn du hast die Heizung immer und ĂŒberall im Griff, ohne dass du zum Thermostat laufen musst.
Die Robotik
Ein Bereich im Smart Home, der immer wieder verbessert wird, ist die Robotik. Oft wird sie auch in unmittelbaren Zusammenhang zur kĂŒnstlichen Intelligenz gebracht. Grund hierfĂŒr sind meist clevere Marketingkampagnen, die einen direkten Bezug zwischen den beiden Bereichen herstellen.
In den Bereich Robotik fallen im Grunde alle Haushaltsroboter, die eine Aufgabe fĂŒr dich ĂŒbernehmen können. Ein sehr klassisches Beispiel hierfĂŒr sind Saugroboter. Sie reinigen die Wohnung wenn du nicht daheim bist und sorgen dafĂŒr, dass du dich jeden Tag ĂŒber ein sauberes Zuhause freuen kannst. Noch eher weniger verbreitet hingegen sind Wischroboter oder jene Roboter, die fĂŒr saubere Scheiben sorgen. Ja, auch die gibt es. Zum Beispiel der Ecovacs Winbot.
Der Normalfall sieht so aus, dass der Roboter deine Wohnung inspiziert und sich davon eine Karte anlegt. So kann er gezielt durch die Wohnung fahren, ohne jedes Mal gegen den Tisch zu fahren. Oder die Wand …
Mein eigener Saugroboter, der iRobot Roomba s9+, hat dabei jedoch ein kleines Problem. Wenn es dunkel ist, kann er seine Arbeit nicht mehr erledigen. Das trifft zwar nicht jedes Modell, in meinem Fall ist es allerdings so. Durch die Vernetzung mit dem Smart Home ist es nun aber möglich, seinen Status abzufragen. Stellt das Smart Home also fest, dass der Roboter seine Arbeit aufnimmt, kann es basierend auf der aktuellen Helligkeit die Beleuchtung einschalten. Auch hier haben wir wieder einmal den Fall, dass GerÀte aus mehreren Bereichen zusammen agieren.
Der Saugroboter erledigt seine Aufgabe, fĂ€hrt zurĂŒck zur Station und wird automatisch entleert. Alle paar Wochen muss ich dann nur noch hingehen und den Staubbeutel in der Station tauschen. WĂ€hrend ich mich also auf meine Aufgaben fokussieren kann, reinigt sich die Wohnung zumindest grundlegend selbst.
Die Sprache
Jetzt wĂ€re es doch noch super, wenn das Smart Home bestimmte Ereignisse ankĂŒndigen könnte. Und das kann es!
Gerade mit der Hilfe von Sprachassistenten kann Text in Sprache umgewandelt werden. Man spricht hierbei auch von Text-To-Speech. Das Smart Home System sendet dem Sprachassistenten eine Nachricht, die dieser wiederum ausspricht. Das können zum Beispiel Informationen sein, wie dass die heutige Post zugestellt wurde oder Erinnerungen daran, dass die Fenster geschlossen werden sollen. Letzteres habe ich zum Beispiel in meinem Smart Home umgesetzt.
Die Sprache ist damit ein wesentlicher Bestandteil des eigenen Zuhauses und kann gerade denjenigen helfen, die leider nicht (mehr) so gut sehen können. Man gibt ihnen damit die Möglichkeit mit der AuĂenwelt zu kommunizieren oder ihr eigenes Zuhause zu bedienen.
Doch auch wenn du einmal krank im Bett liegst, kannst du deine GerĂ€te so steuern. Die Beleuchtung hört zum Beispiel auf deine Stimme und auch der Saugroboter kann mit einem kurzen Befehl losgeschickt werden. Wer darĂŒber hinaus noch ĂŒber eine smarte TĂŒrklingel verfĂŒgt, kann so sogar auf Besucher reagieren.
Sprachassistenten sind damit trotz ihrer Risiken dazu in der Lage, Menschen im Alltag zu unterstĂŒtzen und ihnen einen Teil ihrer Selbstbestimmung zurĂŒckzugeben. Ob es das richtige Mittel fĂŒr dich ist, musst du jedoch selbst entscheiden. Denn trotz aller Vorteile besteht bei einigen Leuten die Angst, dass sie von ihrem Sprachassistenten abgehört werden. Gerade in Bezug auf das Abhören durch Alexa, habe ich in einem eigenen Beitrag nĂ€heres dazu erlĂ€utert.
Automatisieren ist der Trend
Wer sich nun in mindestens einen Bereich des Smart Homes vorgewagt hat, wird ziemlich schnell auch auf das Thema Automatisierung stoĂen. Schon heute machen es dir viele GerĂ€te und Hersteller leicht, bestimmte Teile deines Smart Homes zu automatisieren. Zum Beispiel ist das Beleuchtungssystem dazu in der Lage, zu einer bestimmten Uhrzeit die Lampen einzuschalten.
Durch Erweiterungen oder zusĂ€tzliche Features kommen darĂŒber hinaus weitere Möglichkeiten in Frage, wie das eigene Zuhause automatisiert werden kann. Wer beispielsweise die Ortungsfunktion am Smartphone nutzt, kann den Saugroboter immer dann losschicken, wenn er sein Zuhause verlĂ€sst. Bei Ankunft öffnet das smarte TĂŒrschloss bereits die WohnungstĂŒr und gewĂ€hrt dir den Eintritt.
Jedoch gilt dabei zu beachten, dass das Smart Home dir zwar viele Möglichkeiten zu Automatisierung bietet, jedoch nicht jede Möglichkeit fĂŒr dich einen Sinn ergeben muss. Wer zum Beispiel sehr viel Wert darauf legt, dass die WohnungstĂŒr nicht automatisch aufgeschlossen werden soll, wird mit der entsprechenden Automatisierung keine Freude haben. Stattdessen gilt es genau abzuwĂ€gen, was einen Sinn ergibt und was eher nicht.
DarĂŒber hinaus musst du auch beachten, dass mitunter mehrere Personen in deinem Haushalt leben. Nicht jede Person findet die gleichen Automatisierungen gut. In manchen FĂ€llen können gut gemeinte Funktionen sogar den Alltag einschrĂ€nken, was man unbedingt vermeiden sollte.
Smart Home bringt auch Gefahren
Neben all den positiven Seiten des Smart Homes wĂ€re es naiv zu glauben, dass es keine Gefahren gibt. Die wohl offensichtlichste Gefahr besteht im Angriff der eigenen Technik durch Hacker. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass die eigene Infrastruktur so gut wie möglich geschĂŒtzt wird. Die Installation der neuesten Updates sowie das Nutzen einer Firewall gehören dabei fest in den Werkzeugkasten. Auch von der Ăffnung von Ports nach auĂen sollte man dringend Abstand nehmen.
Doch nicht jede Gefahr kommt tatsĂ€chlich von auĂen. In einem meiner Artikel habe ich mich ausfĂŒhrlich mit den Gefahren von Smart Home befasst und gesehen, dass eine groĂe Gefahr auch von innen droht. So ist es zum Beispiel fĂŒr einzelne Familienmitglieder möglich, andere gezielt auszuspionieren unter dem Vorwand, dass das Smart Home Zugriff auf die Daten braucht. Daher sollte man immer offen miteinander kommunizieren und gemeinsam Entscheidungen treffen, ob bestimmte Funktionen im eigenen Zuhause umgesetzt werden sollen.
Wer sich bei der Installation seines Smart Homes nicht sicher ist, kann zudem professionellen Rat in Betracht ziehen. Besonders die technische Seite des Smart Homes gleicht dem Betrieb von Computernetzwerken und Server. Das ist auch der Grund dafĂŒr, dass gerade Informatiker in Sachen Sicherheit durchaus weiterhelfen können. Zwar achten viele Betriebe bei der Installation des Smart Homes schon auf Sicherheit, jedoch schadet es nie, sich eine zweite Meinung oder RatschlĂ€ge einzuholen.
Leider gibt es aber auch sehr oft Falschmeldungen oder Kritikpunkte, die sehr ĂŒberspitzt werden. Was dramatisch klingt, klickt sich eben besser. Manchmal kann es jedoch auch sein, dass bestehende Risiken durch passende Softwareupdates bereits gemildert sind oder ein entsprechender Angriff ausgeschlossen werden kann. Man sollte sich daher unbedingt genauer informieren und auch das Datum der Veröffentlichung einbeziehen. Was heute als Fehler in der Software gilt, kann morgen schon wieder ausgebessert sein.
Was ist Smart Home denn nun?
GrundsĂ€tzlich kann man sagen, dass Smart Home ein Ort ist, in dem du dich wohlfĂŒhlst. Es ist ein Ort, der dein Zuhause ist und den du so gestaltest, dass er dir gefĂ€llt. NatĂŒrlich unter Einbezug aktueller Technik, die miteinander vernetzt ist. Was meiner Meinung nach hingegen kein Smart Home sein kann, ist die Nutzung einzelner GerĂ€te. Auch wenn dieses per App gesteuert werden kann.
Smart Home ist also die Gesamtheit deines Hauses, das dir einen gewissen Komfort ermöglicht und dabei auf deine Sicherheit achtet. Schlussendlich muss man sagen, dass die Wikipedia-Definition es durchaus trifft. Die Gesamtheit der Vernetzung von GerÀten.
FĂŒr mich persönlich bedeutet Smart Home zum Beispiel, dass ich jederzeit mein Zuhause ĂŒber das Tablet oder den Sprachassistenten kontrollieren kann. Mir stehen zudem alle Informationen zur VerfĂŒgung, wenn ich sie brauche. Das können zum Beispiel Temperaturen sein, aber auch die Information, welche GerĂ€te gerade eingeschaltet sind. Um das Ganze abzurunden bin ich auĂerdem dazu in der Lage, jederzeit GerĂ€te zu steuern. Ich kann die WohnungstĂŒr direkt aus dem BĂŒro öffnen, weiĂ wann der Postbote da war und bin mir durch die Alarmanlage sicher, dass ich mein Zuhause ohne schlechtes Gewissen auch ein paar Stunden alleine lassen kann.
Du siehst trotzdem, dass die Beantwortung der Frage Was ist Smart Home? gar nicht so leicht ist. WĂ€hrend es fĂŒr mich Vernetzung und Automatisierung ist, kann es fĂŒr dich schon wieder andere Schwerpunkte geben. Daher möchte ich nun dich zum Ende des Artikels fragen:
Was ist Smart Home fĂŒr dich?

2 Kommentare
Christian · 6. Juli 2022 um 08:10
Hi Lukas,
sehr spannend zu lesen. Du sprichst ja viele Punkte an. FĂŒr mich gibts es hier zwei Themen die ich besonders interessant finde.
Das erste ist das Thema Alarmanalge: Hier bin ich auch sehr kritsich was man davon integrieren sollte. Klar ist es super praktisch wenn man die Videostreams aufm Handy hat oder eine Nachricht bekommt wenn jemand im Haus ist, aber ich denke eine Integration macht hier das Haus unnötig angreifbar. Ich wĂŒrde das immer versuchen etwas zu separieren.
Das zweite Thema ist das Thema Roboter. Da kenne ich mich im Smarthome Bereich noch so gar nicht aus, finde es aber unglaublich spannend und freu mich zu sehen was neben Staubsauger und RasenmÀher da noch so alles kommen wird =)
GruĂ
Christian
Lukas · 6. Juli 2022 um 09:14
Hallo Christian,
bei der Alarmanlage verstehe ich auf jeden Fall die „Schwierigkeiten“. Es ist immer so ne Entscheidung, die nicht leicht fĂ€llt. Oder zumindest nicht leicht fallen sollte.
Gerade bei der Sicherheit kommt es natĂŒrlich auch sehr auf die jeweiligen Systeme an, die dann in Kombination genutzt werden.
Robotik ist super spannend! Ich hatte als Werkstudent das GlĂŒck, durch eine Abschlussarbeit eines Kollegen, einiges mitzubekommen. Ich denke hier könnte es in Zukunft auf jeden Fall nochmal die eine oder andere Ăberraschung geben. Aber auch hier wird es natĂŒrlich wieder Bedenken geben (was völlig okay ist).
Bleiben wir gespannt und schauen mal, was noch auf uns zukommen wird.
Smarte GrĂŒĂe