Können wir das eigentlich im neuen Zuhause weiter benutzen?

Irgendwann stehen wir wohl alle einmal vor der Herausforderung des Umzugs. Und als ob das nicht schon Stress genug sein kann, wollen wir unser Smart Home mitnehmen und direkt im neuen Zuhause wieder in Betrieb nehmen.

Aber hier beginnt für viele bereits das Problem … Wie ziehe ich mit meinem Smart Home um? Was kann ich im neuen Zuhause verwenden? Muss ich auf etwas achten?

Keine Panik! Erstmal tief durchatmen. Es wird halb so wild.

Ich gebe dir hier einen Einblick in meine Planung des Umzugs mit dem Smart Home, ohne dass ich große Probleme mit der Technik erwarten werde. Kleinere Startschwierigkeiten können natürlich dennoch vorkommen. Diese sollen aber so minimal wie möglich gehalten werden. Und das ist definitiv möglich.

Erstelle dir einen Plan – und vor allem eine Übersicht

Smart Home White Paper
Detaillierte Beschreibungen, ähnlich zu unserem Whitepaper

Ja … ich weiß … das Planen gefällt vielen nicht. Der breite Durchschnitt möchte anpacken und loslegen. Schließlich möchte man auch so schnell wie möglich angenehme Wohnverhältnisse haben. Doch Technik lässt sich nicht immer so einfach in das neue Zuhause bringen wie ein Sofa. Und dennoch gibt es gewisse Parallelen.

Das Sofa muss in handliche Teile zerlegt werden, um es transportieren zu können. Und mit dem gleichen Gedanken musst du an den Umzug deiner Technik gehen. Dazu gehört es allerdings zu wissen, aus welchen Einzelteilen deine Technik besteht. Denn über die Monate und Jahre sammelt sich einiges an und man kann schnell den Überblick verlieren. Glühbirnen, Schalter, Steckdosen, …

Schreibe dir also auf, welche Komponenten welchen Teil deines Zuhauses steuern und kontrollieren. Am besten beschriftest du diese Komponenten, so dass du sie später auf den ersten Blick wieder identifizieren kannst. Eine Liste in Excel oder Word kann dabei ebenfalls sehr hilfreich sein.

Achte außerdem darauf, ob die Komponenten mit deiner neuen Wohnung zusammenpassen. Gerade bei Thermostaten kann dies ein Problem sein, wenn man später gar keine Heizkörper mehr hat. Schließlich gibt es noch Wohnungen mit einem einzigen Gasofen … munkelt man jedenfalls. 😉

Ausschalten, einpacken – Los geht’s

Alle Komponenten, die einen direkten Bezug zueinander haben, können in einen Karton oder eine Kiste. So musst du beim Auspacken nicht lange nach den passenden Abhängigkeiten suchen und kannst diese viel schneller wieder in Betrieb nehmen. Und dank deiner Beschriftung weißt du auch, was diese Komponenten vorher gesteuert bzw. kontrolliert haben. Denn es gibt nichts schlimmeres als eine Steckdose in der Hand zu halten und zu raten, wo diese vorher im Einsatz war. Das schafft Frust und macht nicht wirklich Spaß.

In deinem Plan solltest du außerdem festhalten, wie diese Geräte untereinander kommunizieren, denn das ist später für Zentrale sehr wichtig. Nicht jeder Funkstandard überbrückt die gleiche Distanz. So reicht DECT beispielsweise viel weiter als ein 433 MHz Gerät.

Außerdem solltest du dir die Hauscodes deiner 433 MHz Steckdosen aufschreiben, da einige dieser Dosen ihren Code nach einer Weile ohne Strom einfach vergessen. Und dann geht erstmal gar nichts mehr. Wenn du solche Dosen gar nicht in Betrieb hast, musst du dich um so etwas nicht kümmern. Die DECT-Steckdosen von AVM beispielsweise vergessen nicht, wer sie sind. Sie fügen sich in die gleiche FritzBox auch nach einem Umzug problemlos wieder ein.

Nimm die Geräte systematisch außer Betrieb

Smart Home Komponenten
Mit der Zeit sammeln sich viele Komponenten (Lampen, Schalter, Thermostate, …)

Der Plan ist erstellt, die Kartons stehen bereit und jetzt ziehen wir den Stecker? Bloß nicht!

Grundsätzlich solltest du alle Geräte wenn möglich herunterfahren. Das betrifft vor allem die Zentrale wie beispielsweise den Raspberry Pi. Er findet es ganz und gar nicht gut, wenn du ihm einfach den Stecker ziehst. Das kann ganz böse ausgehen, wenn du Pech hast.

Sieh lieber in der Bedienungsanleitung nach, ob du die Geräte sauber herunterfahren kannst oder ob du beim Ausschalten etwas beachten musst.

Wenn du nun weißt, wie du die Geräte sicher außer Betrieb nehmen kannst, dann kann es auch schon losgehen. Nun hast du die Wahl, ob du zuerst die einzelnen Komponenten trennst oder ob du bei der Zentrale beginnst. Grundsätzlich kannst du beide Wege gehen. Ich persönlich würde diesen gehen, dass ich zuerst die Basis außer Betrieb nehme, da diese sonst kontinuierlich versucht die Geräte zu erreichen. Das kann zu unschönen Fehlermeldungen führen.

Nachdem die Zentrale ausgeschaltet ist, trennst du nach und nach die Geräte vom Strom und verstaust sie sicher im Karton, so dass sie auch den Transport unbeschadet überstehen können. Ordne dabei Stromkabel und ähnliches immer den jeweiligen Geräten zu. Ein Wechsel der Kabel kann später Probleme verursachen, die du nicht möchtest.

Deine Geräte wieder richtig aufbauen

Aufbauen ist einfach, oder? Weit gefehlt! Gerade wenn du von einer kleineren Wohnung in eine größere wechselst, können Probleme auf dich zukommen, mit denen du vielleicht gar nicht gerechnet hast.

Das fängt schon bei Funksignalen an, die eine viel größere Reichweite überbrücken müssen. Auch bei Kabeln ist oft das Problem, dass diese auf einmal viel zu kurz sind und gar nicht mehr passen. Sorge also schon im Voraus dafür, dass du eine Idee im Kopf hast, wie du deine Geräte positionieren möchtest oder vielleicht sogar musst.

Als Standort für eine Basis eignet sich ein zentraler Ort in der Wohnung, so dass die Abstände in sämtliche Richtungen relativ ähnlich sind. Damit schaffst du dir vermutlich die geringsten Probleme. Achte dabei auch auf umliegende Wände, welche die Signale unnötig blockieren könnten. Hier wirst du vermutlich sowieso noch einige Male etwas ändern müssen, da du vielleicht einen besseren Platz für deine Basis finden wirst.

Nachdem die Basis steht, aber noch nicht angeschlossen ist, baust du sämtliche Komponenten des Smart Home wieder ordnungsgemäß ein. Deine Liste wird dir helfen, die Komponenten zu identifizieren und richtig zuzuordnen.

Auch hier gilt es wieder zu beachten, ob die Geräte eventuell durch Barrieren etwas abgeschirmter sind als vorher. Das könnte ihre Leistung beeinträchtigen und zu unvorhergesehenen Problemen führen. Am besten gibst du dir selbst die Möglichkeit, hier noch einmal etwas ändern zu können. Beispielsweise indem du die Leiter stehen lässt, die Steckdose noch frei hältst oder ähnliches.

Die Zentrale darf reaktiviert werden

wiButler
Eine Zentrale kann beispielsweise der Wibutler sein

Nachdem du nun alle Komponenten wieder in Betrieb genommen hast wird es Zeit die Basis zu reaktivieren. Das ist der spannende Moment in dem zu sehen wirst, ob sich alle Geräte wieder untereinander finden. Dass du zuerst die Komponenten in Betrieb genommen hast hat dabei den Vorteil, dass die Basis üblicherweise auf die Suche nach ihren Geräten geht, sobald sie wieder hochfährt. Da diese bereits einsatzbereit sind, sollte es zu keinen Fehlern kommen und sie sollte alle Komponenten auf Anhieb wieder finden.

Sollte es dennoch nicht so sein, prüfe ob eine entsprechende Verbindung besteht. Baue deine Komponente beispielsweise näher an die Basis um zu sehen, ob die Reichweite für Probleme sorgt. Du kannst auch deine Basis nochmal herunterfahren und sie an eine andere Stelle positionieren, wenn dir das vernünftiger erscheint.

Kleiner Tipp für Vernünftige – das Backup

Kennt ihr diese nervigen IT-Fanatiker, die ständig von Backups sprechen?

Hört auf sie!

Beim Umziehen kann es sehr schnell passieren, dass etwas runterfällt oder aus anderen Gründen Schäden abbekommt. Zwar könnt ihr diese Komponenten sicherlich ersetzen und vielleicht unterstützt euch die Versicherung … Doch gerade bei einer Basis sind die Daten weg. Konfigurationen, die man sich über Monate hinweg eingerichtet hat. Einfach fort.

Dass dir das nicht passiert, erstellst du am besten ein Backup deiner Daten und Konfigurationsdateien und legst diese an einem sicheren Ort ab. Also nicht gerade in die hinterste Ecke des LKWs oder Transporters. Frauen packen sie sich am besten in die Handtasche. Männer haben vielleicht eine große Hosentasche. Hauptsache sie geht nicht verloren.

Im Notfall bist du damit in der Lage, deine Konfigurationen wiederherzustellen und du musst dir nicht erneut die Mühe machen und über Wochen oder gar Monate hinweg die Einstellungen zu setzen.

Wie lief es bei dir?

Bist du schon einmal umgezogen und hast deine smarte Technik mitgenommen? Gerade Laien fragen sich oft, ob das so problemlos möglich ist und sind sich unsicher, was sie alles beachten sollen.

Teile mit uns deine Erfahrungen rund um das Thema Umzug mit Smart Home und erzähle uns, wo es bei dir Probleme gab oder was besonders gut lief. Vielleicht hast du ja sehr gute Erfahrungen mit speziellen Komponenten gemacht und möchtest diese anderen empfehlen?

Kategorien: Smart Home

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