Drückst du noch Schalter oder befielst du deinem Haus bereits, was es tun soll?

Im Jahr 2017 sind wir bereits so weit, dass wir unsere Geräte mit Sprache steuern können. Siri steuert die Apple Geräte, Google Now bildet die Schnittstelle zu Google und Amazon Echo ist der universelle Assistent, namens Alexa. Diese Assistenten werden immer stärker in unser Leben integriert und können uns viel Arbeit abnehmen. Google hat bereits die Vision, dass wir immer und überall umgeben von künstlicher Intelligenz sind.

Doch man muss diese Assistenten nicht nur auf die kleinsten Dinge beschränken, die anfallen können. Wir können diese Sprachassistenten ebenso in unser Zuhause integrieren, um dadurch das Licht ein- und auszuschalten. Völlig ohne den Gang zum Lichtschalter.

Mach dein Haus zu deinem Assistenten

Oft höre ich Vorurteile bezüglich des smarten Zuhauses. Einige sind durchaus berechtigt, andere wiederum nicht. Ein Vorurteil, das ich persönlich als absolut falsch ansehe ist folgendes:

Ein smartes Zuhause macht faul. Man muss ja nicht mal mehr zum Lichtschalter laufen.

Ohne groß darüber nachzudenken würde ich dieser Aussage zustimmen. Es sieht in der Realität jedoch ganz anders aus. Bist du faul, wenn du für dein Studium an einer Ausarbeitung schreibst und das Licht per Sprache einschaltest, so dass du direkt weiterarbeiten kannst? Bist du faul, wenn du deinen Sprachassistenten fragst, wie warm es in deinem Schlafzimmer ist? Bist du faul, wenn du dein Zuhause fragst, ob das Fenster im Bad geöffnet ist?

Nun ja, man kann diese Liste endlos fortführen. Ich behaupte jedoch, dass man deshalb nicht faul ist. Du konzentrierst dich auf das Wesentliche in deinem Alltag und gibst einen Teil der Verantwortung an deine Technik ab. Schließlich sollst du dich auf die wichtigen Aufgaben konzentrieren und nicht unnötig Zeit verlieren für unwichtige Dinge.

Ein smartes Zuhause ist unsicher.

Smart Home muss nicht gleichzeitig ein Sicherheitsrisiko mit sich bringen. Hierbei gilt es immer die Frage zu beantworten, wie das eigene Netzwerk gesichert ist. Öffne ich nun jedem Tür und Tor, so ist ein smartes Zuhause natürlich unsicher und es besteht ein Risiko ausspioniert zu werden. Wer sich Gedanken bezüglich der Sprachsteuerung macht, kann diese vom Strom trennen, sofern man ungestört sein möchte. Es ist selbstverständlich klar, dass wir nie wissen, welche Daten über uns gesammelt werden. Wir können es jedoch eindämmen, indem darauf achten, Geräte vom Strom zu nehmen, wenn sie nicht benötigt werden.

Warum ausgerechnet per Sprache?

Meine ersten Erfahrungen im Smarthome beschränkten sich auf das Steuern von Steckdosen über das Tablet und das Smartphone. Es hat Spaß gemacht, ohne Frage. Nach einer gewissen Zeit jedoch sah die Situation so aus, dass es wirklich mühsam war immer das Handy zu entsperren, die App zu starten und dort das richtige Gerät zu suchen. Im Endeffekt hat das dazu geführt, dass die Steuerung fast länger als früher gedauert hat.

Möchte man hingegen zentral ein Tablet an die Wand hängen oder schaltet nur ab und an kurz eine Lampe (oder Funktion) ein oder aus, so ist diese Art der Steuerung völlig in Ordnung und bringt viele Vorteile. Hier sollte man sich die Frage stellen, ob man wirklich das Smarthome über die Technik oder zum Großteil über die herkömmliche Methode bedienen möchte.

Ein weiteres Pro-Argument ist, dass Sprache die natürlichste Form der Kommunikation von Menschen ist. Menschen sind es aus ihrem Alltag gewohnt, sich mit anderen zu unterhalten und so Informationen auszutauschen. Wieso solltest du also nicht auch mit deinem Haus sprechen?

Was ist möglich?

Je nach Sprachassistent sind unterschiedliche Dinge möglich. An manchen Stellen gibt es leider auch Einschränkungen, da die Technik noch nicht ganz Hand in Hand arbeitet.

Amazon Echo unterstützt derzeit standardmäßig nur Hues, weshalb man in OpenHAB ein Addon installieren sollte, welches die Items als Hues ausgibt. Dadurch ist es möglich, dass Echo mehrere Geräte steuert, obwohl diese eigentlich nicht unterstützt werden. Als Alternative hierzu gibt es für Alexa auch ein Skill für OpenHAB, welchen ich jedoch bisher noch nicht getestet habe. Daher kann ich an dieser Stelle nicht mehr dazu sagen.

Siri ist in der Lage mehr Geräte anzusprechen, da die Integration über HomeKit erfolgt. HomeKit unterstützt Thermostate, Temperaturen und andere. Allerdings gibt es hier seitens Apple ein paar Einschränkungen, welche die Nutzung an manchen Stellen etwas umständlich machen. Für die Steuerung von unterwegs setzt Apple ein Gerät voraus, welches im Heimnetzwerk verweilt. Empfohlen wird hierfür ein Apple TV. Seit iOS 10 ist es jedoch auch möglich, ein iPad als Steuerzentrale zu verwenden.

Die Zukunft ist smart

Viele Personen und Videos haben bereits einen Einblick in die Zukunft gegeben. Ein toller Beitrag stammt von Welt der Wunder, welcher darstellt, dass in der Zukunft jeder Teil des Hauses steuer- und kontrollierbar ist.

Die Grenzen zwischen Realität und virtueller Welt sollen verschwimmen. Der Übergang soll fließend vonstatten gehen. Wir sollen tagtäglich von der Technik profitieren, die unseren Alltag angenehmer und komfortabler macht. Rezepte direkt auf einer Glasfläche neben dem Herd einblenden, Videochats per 3D direkt in den Raum projizieren … Die Visionen sind nahezu endlos.

Aber auch in Bezug auf Sprache soll viel passieren. Die Sprachsteuerung gibt uns Bescheid, wenn die Pizza im Ofen fertig ist oder erzählt uns mit einer sanften Stimme, wenn wir eine neue Nachricht auf unserem Smartphone haben. Informationen bekommen wir direkt mitgeteilt, ohne dass wir uns diese durch Eigeninitiative einholen müssen. Die Sprachsteuerung im Haus wird mit einer künstlichen Intelligenz gekoppelt, so dass die Unterhaltungen flüssiger laufen. Wir können mit dem Computer sprechen, wie mit einem Menschen. Es wäre unschlagbar, Informationen immer zur Hand zu haben, wenn wir sie brauchen.

Bleiben wir gespannt, worauf dieses Projekt hinausläuft. Wir bleiben am Ball.


Lukas

Hi, mein Name ist Lukas.Seit 2016 blogge ich auf Hobbyblogging über unterschiedliche Themen des Alltags. Schwerpunkt dabei ist das Thema Smart Home, speziell mit der Open Source Software OpenHab auf dem Raspberry Pi.Neben dem Bloggen absolviere ich derzeit mein Master-Studium im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und arbeite als Werkstudent im Software Engineering.

8 Kommentare

Eine Schattenfuge sinnvoll zur Beleuchtung nutzen - Hobbyblogging · 9. Juni 2019 um 23:22

[…] kann. Für ein paar Euro mehr gibt es sogar LEDs, die über den Amazon Echo ansprechbar sind und per Sprache gesteuert werden […]

6 Tipps für Smarthome und wie es gelingt - Hobbyblogging · 28. Oktober 2018 um 10:28

[…] denkst, dass es dir helfen kann. Überlege dir, wie du dein Smarthome steuern möchtest. Willst du Sprache nutzen? Dein Smartphone? Oder dein Tablet? Nicht jede Lösung unterstützt alle Möglichkeiten. Es gibt […]

Neue Amazon Echo Geräte und neues von Alexa · 23. September 2018 um 19:05

[…] auch wenn ich die Echo-Geräte und Alexa sehr schätze und der Meinung bin, dass sie gegenüber Siri und Google Assistant die Nase […]

Siri mit HomeKit im Smarthome dank OpenHAB · 25. März 2018 um 10:05

[…] Jahr 2017 muss man leider noch mit ein paar wenigen leben. Zwar kann man auf Alternativen wie den Amazon Echo ausweichen, doch jede Sprachsteuerung hat noch ihre Schwachstellen. Das ist […]

Mit dem Fire TV fernsehen - deine Anleitung – Der Hobbyblog · 13. November 2017 um 12:53

[…] Herzlichen Glückwunsch, du kannst nun auch mit deinem Fire TV fernsehen und dir diesen Komfort zunutze machen. Schließe deinen Fire TV an jedem Fernseher mit HDMI-Anschluss an oder nutze hierfür einen Computermonitor mit entsprechendem Eingang. Du kannst nun im Garten mit deinen Freunden Fußballspiele verfolgen oder im Sommer einen gemütlichen Filmeabend unter freiem Himmel erleben. Ganz nebenbei bemerkt, kannst du mit deinem Fire TV mithilfe der Alexa-Sprachfernbedienung auch noch dein Smart Home steuern. […]

Smart TV in OpenHAB integrieren – Der Hobbyblog · 4. November 2017 um 09:21

[…] Raspberry Pi, welcher OpenHAB installiert hat. Über OpenHAB habe ich eine Schnittstelle für den Amazon Echo und Apples […]

Der neue Amazon Echo Plus mit Smarthome Bridge – Der Hobbyblog · 4. November 2017 um 09:01

[…] Amazon Echo hat im Vergleich zu anderen Sprachsteuerungen meiner Meinung nach die beste Erkennung der eigenen Stimme. Siri hinkt dieser weit […]

OpenHAB2 und die FritzBox - ein Traumpaar – Der Hobbyblog · 24. Oktober 2017 um 21:14

[…] wenn es doch mal schnell gehen soll. Daher bin ich inzwischen Zuhause vollständig auf die Sprachsteuerung umgestiegen und nutze HomeKit nur noch, wenn ich von außen den Status meines Zuhauses […]

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