Hey du, ich hab da mal eine Frage. Was kann ein Smart Home kosten? Nur so grob überschlagen. Das kannst du mir doch sicherlich beantworten, oder?

Hast du eine solche Frage schon einmal gehört? Also ich schon. Und jedes Mal bin ich wieder verwundert darüber, wie detailliert die Antwort denn eigentlich ausfallen soll. Dabei ist es quasi unmöglich auf diese Frage zu antworten, wenn man selbst nicht etwas mehr Input bekommt. Und selbst wenn man ihn hat, lassen sich die Smart Home Kosten kaum genau im Kopf ausrechnen.

Ich habe mich lange vor einem solchen Artikel gedrückt. Vermutlich liegt es daran, da ich selbst sehr zurückhaltend bin was die Kosten für mein eigenes Smart Home angehen. Womöglich aber auch, weil ich dann ständig im Kopf habe, dass irgendwer sagt die Angaben stimmen nicht. Und was soll ich dazu sagen, er liegt richtig. Und gleichzeitig auch wieder nicht.

Werfen wir also in diesem Artikel einen Blick darauf, was ein Smart Home kosten kann und woraus sich die Kosten denn überhaupt zusammensetzen. Denn oftmals ist es nicht sofort klar, was da auf jemanden zukommt.

Gerne würde ich dazu auch deine Meinung hören. Schreib mir gerne unten in die Kommentare, mit welchen Kosten du rechnest oder was du schätzen würdest, das dich dein Smart Home bisher gekostet hat. Ich bin sehr gespannt.

Zuletzt aktualisiert 25.05.2022 / (*) Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Der angegebene Preis kann seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein.

Woraus entstehen die Smart Home Kosten?

Das wohl klassischste Beispiel für Kosten sind die Anschaffungskosten der entsprechenden Hardware. Dazu gehören zum Beispiel Lampen, Steckdosen oder auch die Zentralen selbst. Nehmen wir als Beispiel an, dass du gerne ioBroker als Zentrale nutzen möchtest. Dann brauchst du – sofern nicht vorhanden – beispielsweise einen Raspberry Pi, welcher das System 24 Stunden am Laufen hält. Abgesehen davon, dass sie aktuell am Markt gerade etwas rar sind, ist dieser im Normalfall glücklicherweise nicht so teuer.

Doch damit ist es noch lange nicht getan. Denn nun möchtest du natürlich gerne deine Beleuchtung steuern. Dazu brauchst du entsprechende Lampen. Das können entweder WLAN-Lampen sein oder auch Produkte namhafter Hersteller, die eine eigene Bridge mit sich bringen. Ach so und die Bridge kostet dann natürlich auch nochmal extra, ist ja klar. Oder?

Wer nun wie ich das Pech hat und sich im Bereich der Elektrotechnik nicht ganz so gut auskennt, ist mitunter auf Hilfe angewiesen. Klar eine Glühbirne tauschen ist keine Herausforderung, das schaffen wir alle. Doch was ist, wenn das Produkt direkt mit dem Stromnetzwerk verbunden werden soll? Dann braucht man Hilfe. Diese Hilfe nennt sich in den meisten Fällen Elektriker. Hilfsbereit wie die Damen und Herren sind kommen sie auch recht zügig bei dir vorbei. Einen anständigen Kaffee bekommen sie aufs Haus, klar. Doch wenn man dann am Ende auf die Rechnung blickt, bleibt einem selbst vielleicht schnell mal der Kaffee im Hals stecken.

Das Beispiel zeigt schon deutlich, dass man hier etwas Geld in die Hand nehmen muss.

Ein Rechenbeispiel

Lass uns mal kurz das genannte Beispiel grob überschlagen. Und ich meine wirklich grob. Denn genaue Preise sind immer schwierig ausfindig zu machen oder über einen längeren Zeitpunkt aktuell zu halten.

Gehen wir davon aus, dass wir einen Raspberry Pi 4 kaufen wollen als ioBroker-Server mit sämtlichem Zubehör. Grob geschätzt würde ich sagen, dass wir preislich hier bei etwa 100 – 150 Euro sind. Nehmen wir also den höheren Wert und einigen uns für das Beispiel auf 150 Euro.

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Nun haben wir die Wahl bei den Lampen. Gehen wir zum Beispiel von Philips Hue aus und greifen hier auf ein einfaches Starterpaket, kommen nochmal etwa 150 Euro oben drauf. Das macht immerhin schon schlappe 300 Euro und wir können gerade einmal zwei Lampen smart steuern.

Wer jetzt noch den Elektriker braucht, um etwas anschließen zu lassen, kann gut mit etwa 50 – 80 Euro pro Stunde rechnen. Da eine Stunde schnell vorbei ist, gehen wir auch hier wieder von vollen 80 Euro aus. Damit haben wir insgesamt schon 380 Euro ausgegeben. Wahnsinn, oder?

Die Wahl des Smart Homes

Ich gebe zu, dass mein Beispiel vielleicht nicht ganz so klug gewählt war. Doch es wird im Grunde klar, was ich damit sagen möchte. Smart Home ist nicht günstig! Auch wenn dir das immer wieder erzählt wird. Es kommt außerdem stark darauf an, wie du dir dein künftiges Zuhause vorstellst. Auf diesen Aspekt bin ich zum Beispiel schon einmal in meinem Artikel eingegangen, indem es um die Nachrüstung des Smart Homes geht.

Je nachdem für welche Technik du dich entscheidest, können auch die Kosten stark variieren. Als Beispiel ist KNX deutlich teurer, da hier Kabel durch das gesamte Haus verlegt werden müssen. Demnach kommen noch Kosten für Renovierungsarbeiten und möglicherweise Handwerker oben drauf. Damit wären wir auch schon wieder beim Punkt Elektriker, der gerne mal 80 Euro die Stunde verlangt. Was übrigens kein Bashing gegen Elektriker sein soll, bitte nicht falsch verstehen.

Günstiger hingegen sind Funklösungen, die sich nachträglich einbauen lassen. Für sie ist es nicht notwendig, dass du lange Kabelstrecken im Haus verlegen musst. Meist genügt an der Bridge ein LAN-Kabel und die Kommunikation mit den jeweiligen Produkten verläuft über eine Funkverbindung. Im Beispiel der Philips Hue erfolgt diese durch den Zigbee-Standard. Der Vorteil hierbei ist, dass sich das Funknetzwerk mit jeder weiteren Lampe erweitert und es so kaum zu Verbindungsschwierigkeiten kommt.

Klar wird allerdings, dass die Kosten schon bei der Wahl der Lösung stark variieren. Wenn du nun also gefragt wirst, was ein Smart Home kostet, dann ist diese Frage ohne diese entscheidende Information nicht zu beantworten. Und selbst wenn du diese Info bereits hast, weißt du natürlich immer noch nicht, was denn alles smart sein soll (Spoileralarm: „Alles“ ist hierauf keine Antwort).

Markenprodukte oder No-Name?

Wenn du nun weißt, dass eine Funklösung eingebaut werden soll, kommt die nächste Frage ins Spiel. Denn es gibt gerade bei Lampen beispielsweise die Markenlösung von Philips, als auch günstige Produkte, die meist auf Basis einer WLAN-Verbindung arbeiten. Sicherlich gibt es hierbei Qualitätsunterschiede, doch diese wollen wir an der Stelle einmal ausklammern. Gehen wir für das Beispiel davon aus, dass beide Produkte genau gleich arbeiten.

Eine farbige Glühbirne von Philips kannst du für etwa 40 – 50 Euro kaufen. Günstigere Alternativen über WLAN bekommst du schon für etwa 11 Euro. Hier kannst du natürlich nochmal einiges an Geld sparen wenn du dafür bereit bist, dein WLAN an jede Stelle zu erweitern, wo auch eine Glühbirne eingesetzt wird. Während das Zigbee-Netzwerk sich mit jeder Lampe erweitern kann, ist das mit WLAN nicht über die Lampen möglich.

Stattdessen kommen hier oft Repeater zum Einsatz, die das WLAN-Signal deines Routers aufnehmen und entsprechend verstärken. Ein solcher Repeater kostet dabei auch etwa um die 40 Euro.

Rechnest du nun also bei der WLAN-Lampe den Repeater mit ein, kommst du schon auf etwa 51 Euro. Damit wären wir wieder bei einem Preis einer Glühbirne von Philips, wobei man das natürlich nicht 1:1 so rechnen kann. Denn nicht für jede Glühbirne wirst du einen Repeater brauchen.

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Neben der reinen Auswahl eines Systems erfolgt damit auch noch die Wahl der richtigen Produkte. So ergibt sich ein etwas genaueres Bild über die Kosten, welche auf dich zukommen. Im Grunde kannst du so auch mehrere Produkte miteinander vergleichen.

Wie du Geld „sparen“ kannst

Eine der wohl beliebtesten Methoden um Geld zu sparen, sind Angebote. Einige Blogger widmen sich täglich der Aufgabe, dir in sozialen Netzwerken die besten Schnäppchen zu präsentieren, um so ihre Affiliate Links zu verbreiten. Natürlich völlig uneigennützig. Doch das ist nicht immer die beste Lösung für dich. Denn im Grunde musst du wissen, dass solche Angebote natürlich im Preis einkalkuliert sind. Prinzipiell ist es aber trotzdem ganz nett, sich während eines Angebots auch mal zu gönnen.

Der wohl bessere Tipp ist jedoch, die Kosten zu verteilen. Greifen wir hierzu nochmal das Beispiel mit der Beleuchtung auf. Anstatt direkt von Beginn an alle Komponenten zu kaufen, solltest du dich erstmal auf den Kern deines Vorhabens konzentrieren. Ich zum Beispiel habe auch mit Beleuchtung und Steckdosen angefangen. In deinem Fall könnte es also so laufen, dass du dir eine Bridge mit passenden Gadgets dazu kaufst und die Beleuchtung über die angebotene App steuerst. So kannst du zumindest in den Bereich des Smart Homes einsteigen.

Sobald du dann finanziell wieder etwas Luft hast, erweiterst du dieses System und kaufst dir zum Beispiel eine smarte Alarmanlage. Wichtig dabei ist nur, dass du dein Ziel nicht aus den Augen verlierst. Möchtest du zum Beispiel in der Zukunft alles über ioBroker steuern, so achte direkt beim Kauf darauf, dass ioBroker für das Gerät auch einen passenden Adapter bietet. Sobald du dann mehrere Geräte in deinem Zuhause in Betrieb hast, kannst du dich an den Kauf des Rechners (z. B. Raspberry Pi) machen, der dein ioBroker-System betreibt.

Wie ich vorgegangen bin

Da auch bei mir die Smart Home Kosten von Beginn an ein großes Thema waren, habe ich mit unterschiedlichen Meilensteinen gearbeitet. Angefangen bei Beleuchtung und Steckdosen wollte ich nach und nach weitere Bereiche ausbauen. Sobald ich mir dafür einen bestimmten Betrag zurücklegen konnte, ging ich auf die Suche nach den entsprechenden Produkten.

Der große Vorteil dabei ist, dass ich bei der Nachrüstung meines Smart Homes keine Schwierigkeiten in der Finanzierung hatte, da ich mit Geduld an die Sache gegangen bin. Immer wenn genügend Mittel da waren, konnte ich erweitern. Das große Problem dabei dürfte wohl nur die eigenen Ungeduld sein, doch die muss man in diesem Fall wohl bezwingen. Denn nicht immer ist es ratsam, Unmengen an Geld auf einen Schlag auszugeben, nur um sich sofort etwas zu erfüllen.

Wer statt der Nachrüstung direkt beim Hausbau die Smart Home Planung einfließen lässt, kann natürlich nur in einem sehr begrenzten Umfang nach und nach kaufen. Doch auch hier kann man sich auf die „Basic-Elemente“ konzentrieren und diese ausbauen. Da ich selbst jedoch kein Häusle-Bauer (wie man hier im Schwabenland zu sagen pflegt) bin, kann ich dazu natürlich nicht viel sagen.

In jedem Fall ist es jedoch wichtig, sich vorher einen Überblick über die Kosten zu verschaffen, ein Ziel zu setzen und dieses Stück für Stück zu erreichen versuchen. Noch wichtiger dürfte es dabei nur sein, dass man darauf achtet, dass die Komponenten mit der späteren Zentrale kommunizieren können. Ansonsten hat man Geld ausgegeben und ist immer auf mehrere Apps oder Steuerungen angewiesen.

Und das ist natürlich nicht sehr smart.


Lukas

Hey, ich bin Lukas. Seit einigen Jahren schreibe ich in meinem Smart Home Blog über Hausautomation und Digitalisierung. Als Wirtschaftsinformatiker weiß ich, wie wichtig die Vernetzung von IT-Systemen ist. Diese Erkenntnisse übertrage ich auf mein eigenes Smart Home, das ich auf Basis von ioBroker betreibe. Hierzu nutze ich die Leistung meines eigenen Server-Clusters aus dem Keller. In deinen Ohren klingt das mindestens genauso spannend, wie für mich? Dann komm mit auf unsere Reise zu einem vollwertigen, sicheren und komfortablen Smart Home. Ganz oben findest du Verknüpfungen zu Social Media, wo du mir gerne folgen darfst. Ich freue mich auf dich!

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