Smart Home in Mönchengladbach

Veröffentlicht von Lukas am

Meine virtuelle und smarte Reise durch Deutschland führt mich in diesem Artikel nach Mönchengladbach. Mitten in der Metropolregion Rhein-Ruhr steuert die kreisfreie Großstadt über 261.000 Einwohner zur Region hinzu und verfügt als einzige Stadt Deutschlands über zwei Hauptbahnhöfe.

Als ob das nicht schon genug wäre, lebt in dieser Stadt eine Person in einem großartigen Smart Home. Ein Smart Home, das geprägt von Individualismus und DIY-Gedanke ist. Die Person, um die es in diesem Artikel gehen soll, heißt Nick. Einigen dürfte er bereits unter dem Namen Tech-Ducks bekannt sein. Unter diesem Namen veröffentlicht er hin und wieder Blogposts über das Smart Home.

Nick ist ein sehr offener Mensch und hat mir viele Dinge über sein Zuhause verraten. Dabei drehte sich das Gespräch auch sehr stark um das Thema Smart Home im Allgemeinen, was durchaus sehr spannend ist. In diesem Artikel betrachten wir daher zwei wichtige Dinge. Wir beleuchten Nicks Smart Home und schauen uns an vielen Stellen Kritikpunkte an, die er im Gespräch hervorgebracht hat.

Eines kann ich dir schon vorab sagen, die Kritikpunkte wirst du mit Sicherheit aus deiner eigenen Erfahrung mit Smart Home wiedererkennen!

Wie kamst du zum Smart Home?

Wie üblich habe ich auch Nick gefragt, wie er zum Smart Home gekommen ist. Ich habe schon damit gerechnet, dass das Wort Steckdosen oder Lampen fällt. Doch Nick ist tatsächlich mit einem Amazon Echo ins Smart Home gestartet!

Mit seinem ersten Amazon Echo kam schnell der Wunsch aus, mehr aus dem Gerät und dem eigenen Zuhause zu machen. Also begab sich Nick auf die Recherche und hat überprüft, was er mit seinem Echo alles machen kann. Die Wahl fiel dabei für ihn auf eine DIY-Lösung, bestehend aus einem Raspberry Pi mit Relay und einer Lampe. Diese Lampe konnte er schlussendlich über den smarten Sprachassistenten bequem ein- und ausschalten wie er wollte. Zur Vernetzung hat er sich dabei auf IFTTT verlassen, das als Brücke zwischen Pi und Alexa diente.

Ein Problem hatte er bei seiner Lösung allerdings. Dieses Problem war die hohe Latenz von bis zu vier Sekunden. Wer selbst schon einmal damit zu kämpfen hatte, dass die Lampen erst sehr stark verzögert angesteuert werden, kennt das Ärgernis. Dennoch war es eines der ersten smarten Projekte und hat insgesamt das Zuhause von Nick geprägt.

Später ist er auf ioBroker gestoßen. Eine Software zur Vernetzung verschiedener smarter Produkte, die ich in meinem Blog auch schon ausführlich behandelt habe. Diese Software hat Nick auf einem Raspberry Pi installiert und damit begonnen, weitere Produkte in seine Haussteuerung zu integrieren. Mit zunehmender Anzahl an Komponenten ergab sich allerdings ein Problem. Der Raspberry wurde langsam und es war für Nick der Zeitpunkt für einen Hardwarewechsel gekommen.

Heute betreibt er seine ioBroker-Installation auf einem eigenen Rechner, der über die Software Proxmox verschiedene virtuelle Maschinen verwalten kann. Hierzu hat er sich hin und wieder mit Seju beraten, dessen Smart Home ich bereits in einem anderen Teil der Artikelreihe genauer betrachtet habe. Da beide im Bereich der Systemadministration aktiv sind, war dieser Fachaustausch natürlich genau das Richtige!

Desktop PC als Proxmox-Server
Desktop PC als Proxmox-Server (Foto: Nick)
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Das ist Nicks Smart Home

Als durchaus aufgeschlossener Mensch hat Nick schon zu Beginn einige interessante Details über sein Zuhause verraten. Dazu zählen der Einsatz von Homematic-Produkten sowie eine gewisse Vorliebe für Xiaomi-Produkte. Dabei differenziert er sehr stark nach dem Einsatzort der jeweiligen Komponenten.

So kommt Homematic bei ihm insbesondere dann zum Einsatz, wenn es um die direkte Verdrahtung mit dem Stromnetz geht. Laut seiner Aussage ist Homematic genau dann seine erste Wahl, wenn es um 220 V Komponenten geht. Und davon hat er einige im Einsatz. Rollladenaktoren sind ein gutes Beispiel und sie dienen ihm unter anderem dazu, verschiedene Automationen für sein Zuhause zu entwickeln. So wird der Alltag im Smart Home viel angenehmer und leichter.

Doch es kommen auch jene Komponenten zum Einsatz, die nicht über einen direkten Stromanschluss verfügen. Nick nutzt schon seit langer Zeit smarte Thermostate von Homematic, um mit seiner Morgenroutine die Heizung nach seinen Bedürfnissen steuern zu können. Dabei ist es ihm besonders wichtig, dass die Thermostate in Abhängigkeit von seinem Terminkalender angesteuert werden. So wird die Heizung beispielsweise anders reguliert, wenn er sich im Homeoffice befindet. Die notwendigen Informationen über die Termine pflegt er in einer eigenen Nextcloud-Instanz ein und hat so jederzeit die volle Kontrolle über seine eigenen Daten. Ziemlich ausgeklügelt sein System.

Auch wenn es um den richtigen Funkstandard geht, überlässt Nick nichts dem Zufall. Seine bevorzugte Lösung hierfür ist ZigBee. Argumente dafür liefert er auf Nachfrage massenweise. Darunter sind die Stabilität, das Mesh-Netzwerk und die schnelle Reaktionszeit. Um auch wirklich alle Komponenten ansteuern zu können, hat er sich hierbei für einen ZigBee-Stick entschieden, der direkt mit seinem Server verbunden wird und der virtuellen ioBroker-Instanz zur Verfügung steht. Damit lassen sich diverse Geräte direkt ansteuern und können in das vorhandene System eingebunden werden. Die Idee dafür entstammt einem YouTube-Video, das er durch Zufall bei seinen Recherchen entdeckt hatte.

Bewegungsmelder Xiaomi
Bewegungsmelder (Foto: Nick)

Deine Top-Automation?

Natürlich gehören Automationen zu einem solch umfangreichen smarten Zuhause dazu! Hierzu hat mir Nick ein wirklich gutes Beispiel gegeben, das mehrere Komponenten beinhaltet und ihm jeden Morgen einen angenehmen Start in den Tag ermöglicht.

Seine Routine zum Aufstehen beinhaltet die Funktion, dass die Lampen für den sanften Start in den Tag eingesetzt werden. Hierfür werden sie Stück für Stück heller geschaltet, während im Badezimmer der Radio damit beginnt, seinen Lieblingssender zu spielen. Bleibt Nick im Homeoffice wird außerdem die Heizung entsprechend eingestellt, damit ein angenehmes Arbeiten möglich ist. Sollte er allerdings ins Büro müssen, überprüft sein Smart Home die Pünktlichkeit der Züge und gibt eine entsprechende Rückmeldung.

Nach einem langen und anstrengenden Tag hilft das Smart Home dabei, wichtige Aufgaben zu übernehmen. Durch die Ansage „Alexa, gute Nacht„, werden Thermostate auf die Wunschtemperatur gesenkt, ein Wecker basierend auf Nicks Kalender gestellt und die Lichter ausgeschaltet. So kann sich Nick sicher sein, dass er am Abend keinen wichtigen Schritt verpasst und auch am nächsten Tag wieder ideal durchstarten kann. Besonders ist hierbei natürlich der automatische Wecker, der durch den Einsatz einer selbst erstellten Logik immer zuverlässig gestellt wird.

Und die Cloud?

Grundsätzlich empfindet Nick die diversen Clouds als durchaus praktisch und ist ein großer Fan davon. Allerdings bemängelt er, dass heutzutage wirklich alles als Cloud bezeichnet wird und man damit lediglich ein geschicktes Marketing verfolgt. Es gibt außerdem eine konkrete Wunschvorstellung im Hinblick auf die Cloud, deren Umsetzung er sich sehnlich wünscht.

Sobald die Internetverbindung im Smart Home gekappt wird, beispielsweise durch einen Ausfall der IT, ist ein Großteil der Komponenten nicht mehr steuerbar. In seinem Smart Home achtet er deshalb stark darauf, dass die wichtigsten Bausteine weiterhin funktionsfähig sind und er nicht im Dunkeln sitzen muss. In Anbetracht dessen wünscht er sich, dass grundlegende Funktionalitäten (Licht ein/aus) auch offline funktionieren. So soll zum Beispiel der Sprachassistent diese Kommandos ausführen können, ohne hierfür mit dem Internet verbunden zu werden.

Doch nicht nur in Anbetracht der Grundfunktionen macht sich Nick seine Gedanken. Auch die Datensicherheit spielt für ihn eine große Rolle. Clouddienste müssen entsprechend ihrer Aufgaben ordentlich geschützt und vor Hackern gesichert werden. Da nicht wenige Geräte sensible Daten übertragen können, muss ein Mindestmaß an Sicherheit und Schutz immer gewährleistet sein. Dazu gehört es, dass die eigenen Daten nicht in die Hände fremder Personen gelangen dürfen. Hilfreiche Tipps dafür sind die Vergabe sicherer Passwörter und einer geeigneten Verschlüsselung.

Technikschrank fürs Smart Home
Technikschrank fürs Smart Home (Foto: Nick)

Was nervt dich so richtig am Smart Home?

Interessant an unserem Gespräch war, dass Nick trotz seines Enthusiasmus eine Reihe von Kritikpunkten hervorbringt. Einige dieser Kritikpunkte habe ich in diversen Artikeln ebenfalls bereits aufgegriffen, möchte sie aber an dieser Stelle nochmal gebündelt ansprechen.

Eines der größten Probleme im Bereich Smart Home ist die Vernetzbarkeit diverser Komponenten. Viele Hersteller verschließen sich gegenüber anderen Systemen und wollen den Nutzer in ihrem eigenen Kosmos fangen. Prinzipiell funktioniert das auch. Allerdings nur so lange, bis mehrere Hersteller in das Smart Home einziehen. Was Nick hier fehlt, ist eine offene Schnittstelle, um unterschiedliche Produkte miteinander integrieren zu können. Nur so lassen sich geeignete Automationen über Hersteller hinweg erstellen, die das Smart Home im Gesamten smart machen.

Ebenso störend ist für Nick, dass die Funktionalitäten bei Amazons Alexa noch nicht dem entsprechend, was er sich wünschen würde. Gerade nach wichtigen Ankündigungen fehlt die Funktion, direkt eine Antwort liefern und so einen kleinen Dialog führen zu können. Die Möglichkeit der Rückfragen ist demnach in vielen Situationen ein wirkliches Unding, das man besser lösen könnte.

Ach und wo wir gerade bei Alexa sind. Die Nutzung von Skills hat noch Potenzial für Verbesserungen. Grammatikalisch ist die Nutzung von Skills oftmals etwas fragwürdig. Nicht selten ist es so, dass man Alexa darum bitten muss, einem Skill einen Befehl zu übergeben. Dabei kommen oft die wildesten Satzkreationen heraus, die in der deutschen Sprache wirklich keinerlei Sinn ergeben.

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Wo siehst du Smart Home in 5 Jahren?

Allgemein ist Nick der Meinung, dass das Smart Home in fünf Jahren deutlich weiterentwickelt ist. Hersteller werden ihre Dienste weiter verbessern, an moderne Technologien anpassen und ebenso neue Geräte herausbringen. Er glaubt auch, dass es neue Unternehmen geben wird, die sich explizit dem Thema Smart Home widmen und dem gesamten Markt besondere Dienste zur Verfügung stellen. Bereits heute gibt es hierfür einige Beispiele, die sich jedoch noch etablieren müssen.

Doch daneben besteht für ihn auch die große Hoffnung, dass es endlich einen gemeinsamen Standard für Komponenten geben wird, mit dem sich diverse Produkte miteinander verbinden lassen. Beispiele hierfür sind Thread oder Matter, wobei letzteres die wohl größte Hoffnung sein dürfte.

Für sein eigenes Smart Home wünscht sich Nick mehr Automatisierungen. Sie sollen ihn im Alltag unterstützen und das Zuhause noch intelligenter machen. Wichtige Standardaufgaben sollen weitestgehend automatisch ablaufen, ohne dass hierfür eine Interaktion notwendig ist. Er möchte außerdem weitere Sensoren verbauen (z. B. Radarsensoren) und an einer Anwesenheitskontrolle arbeiten, da es hierfür im Moment noch keine zufriedenstellende Lösung für ihn gibt.

Eine Besonderheit ist sein Wunsch, eigene Sensoren zu bauen. Ein Beispiel ist eine selbst entworfene Wetterstation auf Basis von 433 MHz, die den Weg für neue Projekte ebnen soll. Mit den gewonnen Daten möchte er seinem Zuhause ermöglichen, dass dieses noch cleverer und dynamischer arbeiten kann. Wir bleiben gespannt!

Meine Meinung zu Nicks Smart Home

Wir haben wirklich sehr lange und ausführlich über diverse Themen im Smart Home gesprochen. Nick erscheint mir dabei als durchaus technikaffin und offen für neue Technologien. Trotzdem wägt er ab, in welchem Umfang der Einsatz verschiedener Produkte einen Sinn ergibt. Dazu gehört es auch, dass er klare Vorstellungen hat. So setzt er zum Beispiel auf einen bestimmten Hersteller, wenn es um die Verdrahtung mit der Stromversorgung geht.

Trotzdem ist er nicht fixiert auf einen Hersteller, sondern offen für weitere Produkte. In seinen Augen ergibt ein sinnvoller Mix das ideale Smart Home. Hierzu beschäftigt er sich natürlich intensiv mit den unterschiedlichen Möglichkeiten und sucht für sich selbst das Optimum. Erkennbar ist das in meinen Augen ganz klar am Einsatz eines eigenen ZigBee-Sticks, der ihm eine große Freiheit erlaubt.

Was mich allerdings besonders beeindruckt ist die klare Reflektion. Er macht sich durchaus Gedanken darüber, wo die Probleme liegen können und sucht nach geeigneten Strategien um diesen aus dem Weg zu gehen. Ein Stichwort dazu lautet Internetausfall.

Hilfreich für sein vernetztes Zuhause ist dabei natürlich sein Hintergrund als Fachinformatiker für Systemintegration. Hierdurch verfügt er über ein gutes und breites Wissen, wie Technologien arbeiten und wo ihre Schwierigkeiten liegen. Ich glaube, dass Nick hier auf einem sehr guten Weg ist und auch nach seinem Umzug ein großartiges Zuhause zusammenstellt, das im Alltag hilfreich ist und sogar noch Spaß macht.

Was ist mit dir?

Lebst du heute auch schon in der Zukunft und lässt viele Dinge automatisiert ablaufen? Dann melde dich gerne bei mir und sichere dir ein Vier-Augen-Gespräch, in dem wir uns mit dem Thema Smart Home auseinandersetzen. Ich gebe dir gerne Tipps und Hilfestellung, wenn du Fragen hast und spreche mit dir über die Schwierigkeiten, mit denen Smart Home heute noch zu kämpfen hat.

Alle Informationen dazu findest du auf der Seite #DeutschlandsSmartHomes. Dort gibt es auch eine Übersicht über all die Beiträge, die im Rahmen dieser Artikelreihe bereits erschienen sind.

Das willst du dir doch nicht entgehen lassen, oder?


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Lukas

Als Softwareentwickler und Projektmanager mit einem Master of Science in Wirtschaftsinformatik weiß ich genau, wie die Dinge in der IT zu funktionieren haben. In meinem Blog kombiniere ich seit mehr als 7 Jahren mein Wissen mit meiner Neugier im Bereich Smart Home. Transparenz und Praxisnähe stehen für mich dabei im Vordergrund. Mein Fokus liegt vor allem auf der Software ioBroker, da ich mein eigenes Smart Home damit betreibe. Meine Beiträge basieren somit nicht nur auf theoretischem Know-how, sondern auch auf praktischen Erfahrungen aus meinem vernetzten Zuhause. Mein persönliches Ziel ist es, dir Einblicke in das Smart Home zu geben, die dich wirklich voranbringen.

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