Healthcare for people - Pflegefall im Smart Home

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Ein Pflegefall in der Familie ist oft ein sehr trauriges Schicksal. Nicht deshalb, weil eine Person pflegebedürftig ist, sondern viel mehr, weil der Zustand der Pflegebedürftigkeit eingetreten ist.

Aus Respekt gegenüber Menschen, die in dieser Situation stecken, möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht näher auf mögliche Gründe eingehen. Sie sind außerdem viel zu vielfältig. Eines sei jedoch gesagt: Jeder, der einen Angehörigen pflegt, hat sehr großen Respekt verdient. Es verlangt jeder Person viel Kraft und Energie ab, ihr eigenes Leben und das Leben eines anderen aufrecht zu erhalten.

 

Personen, die einen Angehörigen aufgrund seiner Pflegebedürftigkeit pflegen, verdienen den allergrößten Respekt, den man aufbringen kann. Klick um zu Tweeten

 

Dennoch möchte ich in diesem Beitrag auf das Thema eingehen und Smart Home damit in Verbindung bringen. Denn die Technologie kann jede Familie in dieser Situation unterstützen und somit zumindest ein wenig entlastend wirken.

 

Worin in meinen Augen das Problem liegt

 

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es oft schwierig ist, immer alles mitzubekommen oder wachsam zu sein. Man tut es zwar gerne, doch man selbst ist auch nur ein Mensch und unterliegt gewissen Einschränkungen.

Es ist daher völlig normal, dass man nicht jedes Zeichen oder jeden Laut des Pflegebedürftigen mitbekommt. Und dafür muss sich niemand einen Vorwurf machen.

Doch ich denke, dass genau darin das Problem liegt.

Gerade zu Beginn eines Pflegefalls ist man vermutlich etwas übervorsichtig und möchte bei jedem Geräusch sicher sein, dass alles in Ordnung ist. Man ist quasi ständig in Alarmbereitschaft.

In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ist das meist etwas anders. Hier gibt es für jede Person einen Notrufknopf, der ein Signal beim Pflegepersonal auslöst, so dass dieses reagieren kann. Ein solches System wäre auch im Privathaushalt (sofern ein Fall, der das erfordert, vorliegt) sehr wünschenswert.

Aber sind wir mal ehrlich, die Systeme sind meist teuer oder man hält es doch für ein wenig übertrieben.

 

#SmartHome kann der Notrufknopf im Zuhause sein. Damit ist man auf der sicheren Seite. Klick um zu Tweeten

 

Smart Home kann allerdings genau hier ansetzen und zumindest in Teilen ein solches System ersetzen.

 

Ein einfaches Beispiel für diesen Fall

 

Ich setze an dieser Stelle nun bewusst auf einen etwas „harmloseren“ Fall, da ich niemandem auf die Füße treten möchte. Das Thema Pflegefall ist zurecht für viele mit sehr viel Emotion verbunden. Sollte es dennoch passieren, tut mir das natürlich leid. Aber ich möchte dennoch informieren und Menschen eine Möglichkeit geben, ihren Alltag etwas leichter zu gestalten.

 

Wir nehmen an, dass das eigene Kind mit einer Erkältung im Bett liegt. Das Kinderzimmer liegt vom Arbeitszimmer oder Wohnzimmer der Eltern zwar nicht so weit entfernt, jedoch hört man die Rufe des Kindes womöglich nicht, wenn man gerade Musik hört oder den Fernseher eingeschaltet hat.

Nun stellt man sich allerdings die Frage, wie kann man zu jeder Zeit alles mitbekommen, ohne sich vollständig einzuschränken? Denn auch wenn man jemanden pflegt, ist es völlig in Ordnung, sich selbst Freiräume zu gewähren.

 

Alexa meldet, wenn man Hilfe braucht

 

Kommen wir zur Ideensammlung.

Ich selbst habe für mein Zuhause eine Integration in OpenHab geschaffen, die es mir erlaubt, per Button eine Sprachausgabe auf dem Amazon Echo zu tätigen. So kann in jedem Raum ein benutzerdefinierter Text ausgegeben werden, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt oder jemand einen Button drückt.

Die Person, die Hilfe braucht hat hierfür ihr Smartphone in Reichweite, so dass sie auf den Button drücken kann.

 

OpenHab Healthcare Notruffunktion

 

In meinem Fall sagt Alexa dann, dass Hilfe gebraucht wird. Ich bekomme somit durch die optische Ausgabe (in Form des Leuchtrings) und durch Audio mit, dass etwas vor sich geht.

Diese Methode setzt natürlich dennoch voraus, dass man die Ausgabe hören kann. Doch es ist eine einfache Möglichkeit, die vorhandene Technologie (zumindest in meinem Fall) für ein solches Szenario zu nutzen.

 

Mit den Echo Buttons geht es auch

 

Selbstverständlich nutzt nicht jeder OpenHab als Basissystem für das eigene Smart Home. Doch das ist gar nicht schlimm. Denn auch wer nur einen Amazon Echo hat, kann diese Methode umsetzen.

Hierfür brauchst du die Echo Buttons, die direkt mit Alexa kompatibel sind. Über diese kannst du Routinen auslösen, welche wiederum für die Sprachausgabe sorgen. So kann beispielsweise nach einem Druck auf den Button das gleiche passieren, wie ich bereits oben erwähnt habe.

 

Echo Buttons von Amazon für Alexa/Amazon Echo

 

Der Pflegebedürftige muss nur noch auf den Button drücken und alles weitere erledigt die Technik. Es ist quasi ein Äquivalent zum Notrufknopf im Krankenhaus und funktioniert zuverlässig.

Leider besteht ein großer Nachteil darin, dass eine Internetverbindung vorausgesetzt wird. Doch in den meisten Fällen stellt das eines der kleinsten Probleme dar.

 

Klassifizierung von Hilferufen im Pflegefall

 

Wie kann man nun das Rufsystem verbessern und unterschiedliche Stufen des Hilferufs einführen? Im Smart Home ist das tatsächlich mit ein wenig Konfiguration möglich.

Beispielsweise kannst du unterschiedliche Buttons je nach Schwere der benötigten Hilfe hinterlegen. Konkret würde das beispielsweise bedeuten, dass du folgende Buttons hast:

  • Hilferuf (niedrigstes Level)
  • Schnelle Hilfe (mittleres Level)
  • Notruf (höchstes Level)

Wenn du nun OpenHab als Basis nutzt, kannst du für jeden der Buttons unterschiedliche Aktionen hinterlegen.

So kann bei einem „einfachen“ Hilferuf eine Meldung über Alexa ausgegeben werden. Denn hier würde es nicht darauf ankommen, ob du schnell zur Stelle bist oder erst in 2 – 3 Minuten.

Eine schnelle Hilfe könnte hingegen schon mehr tun. Beispielsweise eine Pushnachricht auf dein Smartphone verschicken oder dir eine E-Mail senden. Die Kombination unterschiedlicher Kommunikationskanäle sorgt hierbei nicht nur dafür, dass dir klar wird, dass es sich um einen dringenden Fall handelt. Viel mehr dient es auch zur Sicherheit, dass mindestens eine Benachrichtigung auf alle Fälle ankommen wird.

Die höchste Form wäre der Notruf. Hier muss es schnell gehen und die Technik darf sich absolut keine Patzer erlauben. So könntest du beispielsweise hier einen Alarmsound über Alexa abspielen lassen, die Lampen zur optischen Signalisierung ansteuern, eine E-Mail an alle Angehörigen verschicken und zusätzlich noch Pushbenachrichtigungen.

Denn bei einem Notruf ist es leider meist so, dass es sich um ein gravierendes Problem handelt. Zusätzliche Unterstützung durch Verwandte oder andere Angehörige muss so nicht extra angefordert werden, sondern diese werden aktiv vom Smart Home benachrichtigt.

 

Notrufe helfen auch den Pflegenden in Notfällen

 

Ich habe dir nun bereits erzählt, dass ein solches „Self-Made-Notrufsystem“ dem Gepflegten in vielen Fällen weiterhelfen kann. Doch damit ist es noch nicht getan.

Denn man muss den Pflegefall nun auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Versetzt man sich in die Lage des Pflegenden ist es oft schwierig in Notsituationen alles unter einen Hut zu bekommen. Der Fokus liegt selbstverständlich immer auf dem Pflegebedürftigen, der die ungeteilte Aufmerksamkeit braucht.

Doch es kann leider bei einem Pflegefall auch vorkommen, dass ein Notruf so schwerwiegend ist, dass man wirklich dringend Hilfe braucht. Der Griff zum Telefon dauert zu lange und jeden einzelnen Angehörigen anzurufen kostet viel zu viel Zeit.

So kann in einem solchen Fall der Notrufknopf diese Aufgabe für den Pflegenden erledigen. Er spart sich eine Menge Zeit, die er (oder sie) für den Pflegebedürftigen hat. Mitunter können das sehr wichtige Minuten oder Sekunden sein.

Ich hoffe allerdings für jeden, dass diese Situation niemals eintreten wird.

 

Weitere Möglichkeiten für ein smartes Notrufsystem

 

Ich habe bereits oben erwähnt, dass ich den Weg über Alexa gewählt habe. In meinem Fall war das glücklicherweise ausreichend. Doch leider gibt es auch Fälle, in denen das nicht ausreichend ist.

So ist es beispielsweise wichtig zu wissen, in welchem Raum der Notruf ausgelöst wurde.

Für diesen Fall könnte man tatsächlich eine Lösung entwickeln. Eine sehr einfache Lösung wäre der Einsatz von Lampen, die unterschiedliche Farben darstellen können. Aufgestellt als kleine Stehlampe wirken diese zudem dekorativ und verbreiten nicht das Gefühl in einer Pflegeeinrichtung zu sein. Das ist in meinen Augen wichtig, denn wer wäre gerne freiwillig in einer Pflegeeinrichtung?

In jedem Raum sollte es zudem Schalter geben, die ein Signal an die Smart Home Basis weiterleiten, worauf diese reagiert und die notwendigen Schritte einleitet. So würde die Lampe, die dem Raum zugeordnet ist, auf rot umschalten und weiteres.

 

Was ich mit diesem Beitrag ausdrücken möchte

 

Ich habe auf meinem Blog schon des öfteren Vorschläge für das eigene Smart Home gemacht. So beispielsweise die Schrankbeleuchtung oder das Auslesen der Waschmaschine.

Doch das Thema Pflegefall ist anders.

Völlig anders.

 

Im Vordergrund soll nicht die Idee des Bastelns stehen, sondern die Möglichkeit, die uns das Smart Home bei einem Pflegefall bietet.

Ich bin der festen Überzeugung, dass die smarte Technik es älteren Menschen erlauben kann, länger in ihrem eigenen Zuhause zu bleiben. Und im eigenen Zuhause ist es für die Menschen immer noch am besten. Zumindest für das Wohlbefinden.

 

Ältere Menschen werden eines Tages durch #SmartHome länger in ihrem Zuhause bleiben können. Klick um zu Tweeten

 

Aber nicht nur für ältere Menschen kann die Technik besonders hilfreich sein. Auch für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen im Pflegefall kann die Technologie eine entscheidende Erleichterung mit sich bringen. Wieso sollte man diese dann nicht nutzen?

Prinzipiell solltest du dir das Leben so einfach wie möglich machen. Komplexe Situationen oder Strukturen mögen wir einfach nicht. Und das müssen wir auch gar nicht.

Mir ist bewusst, dass es da draußen viele Kritiker gibt. Und das ist auch völlig in Ordnung. Jeder kann, darf und soll seine eigene Meinung haben. Wichtig ist nur, dass man die Meinung des anderen respektiert und akzeptiert.

Dennoch halte ich es für extrem wichtig, die Möglichkeiten aufzuzeigen, die man durch das Smart Home bekommt. Denn in vielen Situationen greifen selbst Skeptiker zu Dingen, die sie zuvor abgelehnt haben. Der Grund liegt dann vielleicht darin, dass man aufgrund der emotionsgeladenen Situation über seinen eigenen Schatten springt, da man das Beste für eine andere Person möchte.

Und das ist völlig in Ordnung so!

 

Gestatte mir eine Schlussbemerkung

 

Zu Beginn des Beitrags habe ich erwähnt, dass man den größten Respekt vor Menschen haben sollte, die einen Angehörigen pflegen.

Diesen Gedanken möchte ich zum Schluss noch einmal aufgreifen. Denn ich denke, man kann es nicht oft genug sagen.

Es kostet wahnsinnig viel Kraft und die Personen stellen sich selbst oft stark in den Hintergrund. Nur, dass sie komplett für den anderen da sind. Das ist eine Leistung, die man sich oft viel zu einfach vorstellt. Wer einen Pflegefall im persönlichen Umfeld selbst einmal erlebt hat wird feststellen, es ist gar nicht so einfach, wie man es sich vorstellt.

Daher möchte ich den letzten Satz dieses Beitrags gerne an all diejenigen richten, die genau das leisten:

 

Ihr seid super! Eure Aufopferung und Mühe trägt der Pflegebedürftige in Form von Dankbarkeit immer in sich.

Kategorien: Smart Home

Lukas

Hi, mein Name ist Lukas. Seit 2016 blogge ich auf Hobbyblogging über unterschiedliche Themen des Alltags. Schwerpunkt dabei ist das Thema Smart Home, speziell mit der Open Source Software OpenHab auf dem Raspberry Pi. Neben dem Bloggen absolviere ich derzeit mein Master-Studium im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und arbeite als Werkstudent im Software Engineering.

1 Kommentar

Lupusec XT1 Plus - Alarmanlage im Test - Hobbyblogging · 22. September 2019 um 08:17

[…] zu meinem Beitrag über Smart Home als Helfer im Pflegefall gibt es einen medizinischen Alarmmelder, der ähnlich wie eine Uhr oder ein Fitness Tracker am […]

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