Siri Beispieldialog

Siri steuert das Smarthome

Siri ist in meinen Augen der Teenager unter den künstlichen Intelligenzen. Sie bietet durchaus Potenzial, kann es derzeit allerdings noch nicht in einem vollen Umfang ausnutzen. Sie ist noch in der Lernphase. Das ändert sich hoffentlich mit iOS 11. Naja, sie hat auch unter iOS 11 noch etwas Potenzial.

Doch Siri ist im Grunde auch nur die Sprachschnittstelle, um das Zuhause zu steuern. Die eigentliche Arbeit auf dem iOS-Gerät wird durch eine App durchgeführt, welche man verstehen sollte, bevor man mit Siri beginnen kann.

HomeKit

Allgemeines

Apple liefert auf seinen Geräten eine App für die Steuerung direkt mit. Sie nennt sich HomeKit und soll verschiedene Geräte unter einer Oberfläche zusammenfassen. Die einzelnen Sensoren, Aktoren und Geräte werde in Räume einsortiert. Dadurch ergibt sich ein virtuelles Abbild des Zuhauses.

HomeKit OpenHAB

Standardraum in HomeKit

Nutzt man für die zentrale Steuerung einen OpenHAB-Server, so werden alle Geräte aus diesem in die App übernommen. Selbstverständlich muss man diesen Server erst in der App einrichten. Wie du Openhab und HomeKit koppeln kannst, zeige ich dir im Beitrag über die Hausautomation mit dem Raspberry Pi. Ist dieser Schritt erfolgreich vonstatten gegangen, werden alle Geräte in den Standardraum einsortiert. Zudem ist jedes Gerät als Favorit markiert, was dafür sorgt, dass es im Kontrollzentrum auftaucht. Hier ist es nützlich, wenn man wirklich nur die wichtigsten – eventuell häufig genutzte – Geräte als Favoriten markiert.

HomeKit erkennt nach dem Hinzufügen eines Servers automatisch, um welche Art von Gerät es sich jeweils handelt und passt die Steuerungsmöglichkeiten entsprechend an. Zum Glück. Der Benutzer muss dementsprechend nur noch Räume anlegen und diese befüllen. Dies geht sogar direkt aus den Einstellungen eines Geräts. Einfacher geht es kaum.

Vorteile von HomeKit

Nachdem ich nun die wichtigsten Dinge kurz erläutert habe, komme ich auch direkt zu den Vorteilen. Ein üblicher Vorteil – den wir alle von Apple erwarten – ist die Usability. Die App ist sehr leicht und gut zu bedienen, ohne dass man sich zuvor lange einarbeiten muss. Von der Einrichtung bis hin zur Steuerung ist die Oberfläche nicht überladen, denn die größeren Funktionen verstecken sich in Untermenüs.

Die Oberfläche lässt sich ein wenig anpassen, indem man ein eigenes Hintergrundbild einfügt. Für die Übersicht eignet sich beispielsweise ein Bild vom Haus oder von der Wohnung(-stür). Das macht die App ein wenig persönlicher, ohne großen Aufwand.

Da die App direkt von Apple kommt, ist deren Sprachsteuerung auch sehr gut integriert. Jedes Gerät, welches in der App eingerichtet wird, kann über Siri angesprochen werden. Es lassen sich auch Statusabfragen (Temperatur, ON/OFF, …) tätigen.

Die App kann man daher sehr gut bewerten, denn sie tut das was sie soll, ohne den Benutzer zu mit Meldungen zu überfluten. Die selbsterklärende Darstellung erleichtert die Arbeit damit und macht wirklich Spaß.

Einschränkungen

Leider gibt es auch ein paar Einschränkungen, mit denen man sich abfinden muss.

Automatisierung

Apple legt viel Wert auf die Vermarktung der eigenen Produkte, weshalb eine Automatisierung durch iOS nicht ganz so leicht umzusetzen ist. Während die Steuerung durch ein einziges iOS-Gerät erfolgen kann, braucht man für die Automatisierung mindestens ein zweites Gerät. Bis iOS 10 war es lediglich möglich, ein Apple TV zur Steuerzentrale zu machen. Dadurch konnte man Regeln definieren, um dem Zuhause Leben einzuhauchen. Seit Version 10 ist es jedoch möglich, ein iPad zur Steuerzentrale zu erklären.

Was bedeutet Steuerzentrale?

Die Steuerzentrale übernimmt die eigentliche Steuerung unter den iOS-Geräten. Sie verwaltet die Zugriffe und die Regeln, welche man über die App anlegen kann. Hierfür ist es notwendig, dass die Steuerzentrale dauerhaft im Netzwerk verweilen muss, sofern man Zugriff haben möchte. Entfernt man die Steuerzentrale aus dem Netzwerk, ist keine Steuerung mehr möglich.

Obwohl HomeKit nur die Schnittstelle zwischen OpenHAB und iOS abbildet, muss ein Gerät  Server sein. Dies ist jedoch nur notwendig, sofern man von unterwegs zugreifen und steuern möchte oder wenn es mehrere Personen gibt, die zur Steuerung eingeladen werden. Aber sind wir mal ehrlich, wer ein Smarthome hat, möchte auch von unterwegs informiert bleiben und eingreifen können. Besonders in den Wintermonaten, wenn es schon sehr früh dunkel wird.

Mehrere Personen

Neben der Automatisierung ist eine weitere Einschränkung das Steuern mit mehreren Personen. Pro OpenHAB-Server kann sich maximal eine Person verbinden. Möchte man jedoch weiteren Personen Zugriff auf die Steuerung gewähren (ohne gleiche Apple-ID), so muss man diese über die App auf dem eingerichteten iOS-Gerät einladen. Hier lässt sich auch steuern, was die Personen tun dürfen.

Auch bei dieser Problemstellung kommt man wieder auf die Steuerzentrale zurück. Fehlt ein zentrales Steuergerät für das Smarthome, so kann niemand mehr das Zuhause steuern. Aus diesem Grund empfiehlt es sich auch, dass man ein iPad oder ein Apple TV – sofern vorhanden – als Steuerzentrale einrichtet.

iPad Air
Leider ist diese Einschränkung in Bezug auf OpenHAB mehr als ärgerlich. Die eigentliche Steuerung der Geräte übernimmt nämlich OpenHAB. HomeKit leitet lediglich die Anfragen der iOS-Geräte an den Server weiter. Sinn würde diese Einschränkung daher nur machen, wenn HomeKit verschiedene Geräte vereint und nicht als Client agiert.

Siri

Nachdem das nötigste zu HomeKit nun durch ist, widmen wir uns der Sprachassistentin Siri. Sie fordert von uns bestimmte Kommandos, wenn sie etwas für uns tun soll. Das wohl am weitesten verbreitete Kommando lautet:

Schalte [Lampe] ein.

Doch sie kann weitaus mehr. Sie kann uns sagen, wie warm es in den einzelnen Räumen ist oder ob die Lampen in diesem Raum derzeit eingeschaltet sind. Zugegeben, dass man Siri fragt, ob eine Lampe eingeschaltet ist, wird nicht sehr oft vorkommen. Im Normalfall können wir sehen, ob eine Lampe leuchtet. Nehmen wir jedoch an, es handelt sich um eine Lampe im Garten und der Rollladen ist bereits runter gefahren, so ist das eine gute Möglichkeit.

Nützliche Fragen

Welche Fragen für jeden einzelnen sinnvoll sind, kann man nur selbst entscheiden. Jedoch gebe ich hier ein paar meiner Favoriten weiter, die eventuell sehr nützlich sein können. Hier meine persönliche Top 5 der meist genutzten Sprachbefehle:

Platz 5

Schalte alle Lampen ein.

Insbesondere in der Nacht, wenn man doch mal umher wandert, ist das meine absolute Lieblingsfunktion. Sofern man sich jedoch in seinem Zuhause gut auskennt und kein Licht braucht, ist diese Funktion natürlich eher ein nettes Zusatzfeature.

Platz 4

Schalte alle Lampen in [Raum] ein.

Zugegeben, ich verwende es nicht all zu häufig. Doch ich finde diese Funktion absolut perfekt, sofern man einen Raum betritt und gleich mehrere Lampen mit einem Kommando ansteuert. Daher mein Platz 4.

Platz 3

Ist [Lampe] eingeschaltet?

Viele würden hier denken, dass man doch einfach nachsehen kann, ob die Lampe an ist. Das ist soweit auch richtig. Doch nicht von jedem Winkel aus hat man einen optimalen Blick auf die Lampe und wenn sie im Nebenraum steht, zeitlich gesteuert ist und man sie doch nicht benötigt, kann man sich nach ihrem Status erkundigen.

Platz 2

Wie warm ist es in [Raum]?

Verdient auf Platz 2 würde ich behaupten. In Kombination mit den Fritz-Steckdosen ist diese Funktion eine meiner am meisten genutzten Funktionen. Meist nutze ich sie, um mich abends zu erkundigen, ob es im Raum sehr warm ist und ich bereits die Fenster aufmachen sollte zum Lüften. Ein wenig Bequemlichkeit spielt hier natürlich auch eine Rolle.

Platz 1

Schalte [Lampe/Gerät] ein/aus.

Was würde ich nur ohne diese Funktion tun? Solange die Lampen an sind den Raum wechseln und vom Bett aus per Kommando das Ausschalten bewirken. Diese Funktion ist aus meinem täglichen Leben inzwischen nicht mehr wegzudenken und daher die meist genutzte Funktion in meinem Smart Home.

Sprachliche Einschränkungen

Was wäre eine Sprachsteuerung nur ohne Einschränkungen? Vielleicht kommen wir ja in einigen Jahren in den Genuss einer einschränkungsfreien Sprachsteuerung. Doch im Jahr 2017 muss man leider noch mit ein paar wenigen leben. Zwar kann man auf Alternativen wie den Amazon Echo ausweichen, doch jede Sprachsteuerung hat noch ihre Schwachstellen. Das ist normal.

So toll Apple in vielen Dingen sein mag, bei Siri muss man definitiv nachbessern. Aus eigenen Erfahrungen weiß ich, dass Siri es nicht gerade mit Artikeln in der deutschen Sprache hat. In meiner Eile sagte ich zu ihr, sie solle die Lampe einschalten. Ihre Antwort darauf war keine Bestätigung, so wie ich es erwartet hatte, sondern die Aussage, dass sie das Gerät nicht kenne. Verblüffend. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Im ersten Moment kam in mir der Gedanke auf, dass etwas mit OpenHAB nicht in Ordnung sei und ich ein Gerät rausgekickt hätte. Doch weit gefehlt. Lässt man den Artikel in der Aussage weg, versteht sie es und führt den Befehl korrekt aus.

Neben der mangelnden Unterstützung von Artikeln, hat Siri zudem Probleme bei Geräten mit mehreren Worten. Ganz verdutzt war sie, als ich von ihr verlangte im OG ein Gerät einzuschalten. Daraufhin entschied ich mich kurzerhand, das Gerät einfach umzubenennen und ihm einen kürzeren Namen zu geben. Und siehe da, sie verstand es.

Ich hoffe in der kommenden iOS-Version wird seitens Apple auch an Siri gefeilt und sie kann künftig auch mit diesen Dingen umgehen. Das haben wir im Jahr 2017 nämlich definitiv schon besser erlebt.

Mein Fazit

Mein Fazit zur Sprachsteuerung mit Siri fällt durchaus positiv aus. Trotz kleinerer Mängel funktioniert es doch sehr hervorragend und man hat Spaß am Steuern der Geräte. Ebenso positiv ist es in meinen Augen, dass man durch iOS nicht gezwungen ist, die Geräte per Sprache zu steuern. Es ist im Grunde einfach ein zusätzliches Feature, welches man nach der Einrichtung der HomeKit-App nutzen kann.

Auch ich nutze nicht durchweg Siri, sondern steuere meine Geräte auch ganz gerne einfach nur per Button in der App. Insbesondere morgens ist das für mich hilfreich, da ich meist nicht sofort ein Wort heraus bekomme. Aber auch in manchen alltäglichen Situationen finde ich es angenehmer, einen Button zu drücken anstatt meinen Befehl an mein Handy weiterzugeben.

Ein Manko, das ich manchmal wirklich bedauere ist, dass man Siri nicht auf Zuruf nutzen kann, sofern das Gerät nicht an einer Steckdose hängt. Insbesondere wenn man entspannt auf dem Sofa liegt und gerade nicht an das Handy heran kommt, wäre es so doch deutlich entspannter. Wer hierauf jedoch großen Wert legt, kann sein Gerät für den Zeitraum des Sofa-Entspannens an eine externe Stromversorgung anschließen. Dies hat den netten Nebeneffekt, dass man ohne Akkusorgen später aus dem Haus gehen kann.

Alles in Allem ist mir nach einem längeren Zeitraum jedoch klar geworden, dass die Sprachsteuerung ein Feature ist, welches am Anfang Spaß macht. Nach längerem Nutzen ist es dann ab und an etwas lästig und man hat das Gefühl, man ist mit dem Drücken von Buttons schneller. Ich würde daher niemals komplett auf Sprache umsteigen, sondern diese eher als Zusatz sehen, den man bei Bedarf nutzen kann.

Update

Inzwischen bin ich auf den neuen Amazon Echo umgestiegen. Dieser bietet mir den Vorteil, dass ich dafür kein Gerät in die Hand nehmen muss. Zwar wurde das ab dem iPhone 6S auch besser und Siri reagiert auf den Zuruf ohne dass das Smartphone an der Steckdose angesteckt sein muss, jedoch finde ich dass der Echo mich einfach besser versteht. Gerade im Alltag ist es dadurch angenehmer das Smarthome zu steuern. Von unterwegs finde ich HomeKit jedoch weiterhin sehr praktisch und nutze es dafür doch noch ganz gerne. Insbesondere da man sofort erkennt, welches Gerät eingeschaltet ist und wie warm es aktuell daheim ist.

Kategorien: Smart Home

6 Kommentare

AVM-Thermostate mit OpenHAB 2.1 - Hobbyblogging · 19. Oktober 2018 um 17:30

[…] kannst außerdem ein wenig mit HomeKit und Siri experimentieren, denn mit einem Apple-Gerät kannst du deine Geräte auch per Sprache steuern. Das […]

Smarthome nach einem Jahr der Nutzung · 20. Januar 2018 um 08:06

[…] Alexa in unseren Haushalt einziehen lassen. Bevor es jedoch zum Amazon Echo kam, starteten wir mit Apple HomeKit und Siri als Sprachsteuerung. Wir wollten diesen Hype einfach einmal ausprobieren und für uns […]

Smart TV in OpenHAB integrieren – Der Hobbyblog · 13. November 2017 um 16:33

[…] Bei der grundsätzlichen Integration ins Smarthome ist der Aufwand jedoch etwas größer. Du brauchst einen zentralen Punkt, welcher Zugriff auf das Gerät hat und diesen anderen Geräten wiederum zur Verfügung stellt. Diese Zentrale ist später auch für die Automatisierung zuständig. In meinem Fall ist meine Zentrale ein Raspberry Pi, welcher OpenHAB installiert hat. Über OpenHAB habe ich eine Schnittstelle für den Amazon Echo und Apples HomeKit. […]

Der neue Amazon Echo Plus mit Smarthome Bridge – Der Hobbyblog · 4. November 2017 um 09:03

[…] Der Amazon Echo hat im Vergleich zu anderen Sprachsteuerungen meiner Meinung nach die beste Erkennung der eigenen Stimme. Siri hinkt dieser weit hinterher. Ebenso ist die Möglichkeit der Erweiterung durch die sogenannten Skills wirklich super. Bereits verschiedene Unternehmen stellen Skills zur Verfügung, um bestimmte Aufgaben auszuführen. So kannst du deinem Echo sagen, dass er dir etwas zu Essen bestellen soll oder die Deutsche Bahn nach der nächsten Verbindung fragen soll. […]

Datenschutz und Sicherheit im Smarthome – Der Hobbyblog · 3. Oktober 2017 um 14:37

[…] Alternative zu Amazon Echo bietet HomeKit von Apple. Insbesondere durch das baldige Erscheinen des HomePot, bekommt Amazon hier […]

OpenHAB2 und die FritzBox - ein Traumpaar – Der Hobbyblog · 25. September 2017 um 19:05

[…] du hingegen die Items per HomeKit mit einem Apple-Gerät steuern, so solltest du diese manuell in einer .items-Datei anlegen, da für HomeKit sogenannte […]

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