Schon in vielen Beiträgen habe ich über ein NAS (Network Attached Storage) geschrieben, das für Backups, Fernsehaufnahmen oder zum Speichern von Dateien geeignet ist. Doch so wirklich ein NAS vorgestellt habe ich bislang noch nicht.

Das möchte ich in diesem Beitrag gerne nachholen, denn ich habe vor kurzem die eigene Technik auf einen neueren Stand gebracht. Diesen Artikel habe ich selbst beschafft und nicht gesponsert bekommen.

Konkret handelt es sich um das QNAP TS-453BE-2G *, das ich mit etwas mehr Arbeitsspeicher habe ausstatten lassen. Offiziell werden vom Hersteller maximal 8 GB RAM unterstützt, doch dazu später mehr.

 

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Meine Anforderungen an ein NAS

Ich möchte kurz etwas zu meinen eigenen Anforderungen erzählen, denn es muss sich jeder selbst darüber im Klaren sein, was das Gerät leisten muss. Meine Anforderungen können eventuell allerdings für die eine oder andere Person hilfreich sein.

Auf meinem NAS sollen zu Beginn zwei unterschiedliche Dienste laufen:

 

  • Plex Media Server
  • Virtualisierung

 

Den Plex Media Server kann man in eine eigene virtuelle Maschine installieren, jedoch gibt es für das QNAP auch ein Paket, das es direkt auf dem NAS installiert. So spart man sich ein wenig Ressourcen, die ansonsten die virtuelle Maschine verschlingen würde.

Neben den Ressourcen für das Ausführen von Software und virtuellen Maschinen war mir außerdem wichtig, genug Speicher für meine Daten zu haben. Gerade durch den Blog und eigene Projekte kommen jede Menge an Daten zusammen, die irgendwo ein Zuhause finden möchten.

 

Warum ein QNAP?

 

Ich habe lange Zeit recherchiert und überlegt, welcher Hersteller meine Anforderungen am besten erfüllen kann. Synology und QNAP sind in meinen Augen die bekanntesten Hersteller für NAS-Lösungen. Schlussendlich bin ich dann in einen Laden in der Stuttgarter Innenstadt gegangen und habe direkt das QNAP gesehen. Da sich beide Hersteller nicht sehr viel schenken, war es mir dann nicht mehr ganz so wichtig, einen bestimmten Hersteller auszuwählen.

QNAP bietet – ähnlich wie Synology – einen App Store, um Anwendungen nachladen zu können. In meinen Augen ist das doch recht wichtig, denn so kann man sein NAS an seine persönlichen Anforderungen anpassen und sehr speziell nutzen.

 

Warum das Gerät mit 2 GB Arbeitsspeicher?

 

Auf das QNAP TS-453BE-2G bin ich eher durch den Umstand gekommen, da das Gerät nicht in der gewünschten Ausstattung mit 8 GB verfügbar war. In einem kurzen Gespräch mit einem Verkäufer haben wir uns schlussendlich darauf geeinigt, dass mir vor Ort weiterer Arbeitsspeicher eingebaut wird, um zum gewünschten Gerät zu kommen.

Erstaunlicherweise wurde ein 8 GB Riegel eingebaut und der standardmäßige 2 GB Riegel im Gerät belassen. Aufgefallen ist das allerdings erst, als ich das Gerät daheim in Betrieb genommen habe. Positiv ist daran, dass das Gerät auch mit 10 GB RAM zurecht kommt und ich bislang weder ein instabiles System, noch sonstige Auswirkungen feststellen konnte. Demnach kann man sagen, dass das Gerät nicht bei 8 GB RAM am Limit ist, sondern mehr möglich ist. Wie viel allerdings maximal möglich ist, kann ich an dieser Stelle nicht sagen Man munkelt, dass tatsächlich 2 x 8 GB RAM verbaut werden können. Das führt allerdings bei einigen Nutzern zu einem instabilen System.

 

Funktionsumfang des QNAP TS-453BE-2G

 

QNAP TS-453BE-2G

 

Unter einem NAS stellt man sich meist ganz plump Speicher vor. Doch die Gerät leisten heutzutage deutlich mehr und so auch das QNAP. Das Gerät stellt neben Speicher weitere Funktionen zur Verfügung, dazu zählen unter anderem:

 

  • Domaincontroller
  • LDAP-Verzeichnis
  • Webserver
  • Snapshots
  • Kontingentverwaltung
  • virtuelle Switches (für virtuelle Maschinen)
  • Telnet / SSH
  • SNMP
  • UPnP
  • FTP
  • Netzwerkpapierkörbe
  • SQL Server
  • Antivirus (ClamAV)
  • Radius Server

 

Wie man an der Auswahl der Funktionen erkennen kann, ist das NAS zur Übernahme von vielen Funktionen in der Lage. Dank Webserver und SQL-Server können sogar Websites wie WordPress auf dem NAS gehostet werden und nach außen freigegeben werden. Hier gilt jedoch die Warnung bezüglich Portfreigaben zu beachten.

Allgemein kann man außerdem sagen, dass der Funktionsumfang sogar für kleine Unternehmen absolut ausreichend ist. Durch die Möglichkeit einen Domaincontroller zu konfigurieren lässt sich außerdem eine zentrale Benutzerverwaltung für Windows-Clients erreichen. Für ein großes Heimnetzwerk kann diese Funktion möglicherweise auch interessant sein.

Ein besonderes Feature habe ich mir noch aufgehoben. Und zwar die HybridDesk Station. Damit ist es möglich, einen externen Monitor (beispielsweise einen Fernseher) an das NAS anzuschließen und unterschiedliche Anwendungen zu nutzen. Beispielsweise kann Google Chrome genutzt werden, um im Internet zu surfen oder YouTube-Videos abzuspielen. Zum anderen kann allerdings auch Plex direkt am NAS genutzt werden, so dass man direkt über das QNAP Filme ansehen kann.

Besonders interessant ist dabei, dass das QNAP TS-453BE-2G Audioausgänge in Form von Klinkenanschlüssen bietet. Somit lässt sich auch der Ton auf eine Soundanlage spielen.

Neben all diesen Spezifikationen gilt es außerdem zu erwähnen, dass das Gerät seine Festplatten als RAID konfigurieren kann, so dass es eine gewisse Ausfallsicherheit bietet. Aber Achtung: ein RAID ersetzt kein Backup!

 

Geschwindigkeit des QNAP

 

Ich habe an dieser Stelle keine Benchmarks vorgenommen, da in meinen Augen der durchschnittliche Nutzer kein Gefühl dafür hat, wie diese einzuordnen sind. Selbst einigen IT-Kräften fällt eine Einordnung schwer.

Durch inzwischen längeres Testen und Nutzen kann ich jedoch sagen, dass das QNAP für den Betrieb als NAS mehr als ausreichend dimensioniert ist. Das Kopieren von Dateien – ja selbst großen Dateien – geht schnell von der Hand und kann zügig erfolgen.

Zu Beginn habe ich die Daten vom alten NAS direkt auf das QNAP gezogen und selbst bei größeren Freigaben hat es selten länger als eine Stunde gedauert. Aber wie bereits erwähnt, war das ein etwas größeres Netzlaufwerk.

Auch mit virtuellen Maschinen kam das QNAP TS-453BE-2G gut klar, wobei man hier erwähnen muss, dass mit 2 GB Arbeitsspeicher schnell eine Grenze für virtuelle Maschinen erreicht ist. Denn man muss hier bedenken, dass nicht nur die virtuelle Maschine selbst RAM verbraucht, sondern auch die Software, welche zum Betrieb dieser gebraucht wird. Daneben wird natürlich auch vom NAS selbst noch etwas an Arbeitsspeicher belegt.

Wer also auf der Suche nach einem Gerät für mehrere virtuelle Maschinen ist, der sollte beim Arbeitsspeicher nicht geizig sein.

 

Die Einrichtung des Geräts

 

QNAP TS-453BE-2G

 

Nach dem Auspacken und Einbauen der Festplatten lässt sich das Gerät über die Webschnittstelle einrichten. Hierzu ruft man ganz einfach die IP-Adresse des NAS auf und wird zur Einrichtungsseite weitergeleitet.

Im Großen und Ganzen besteht die Einrichtung aus dem Anlegen eines Benutzers und der Bestimmung, wie die Festplatten verwendet werden sollen. In meinem Fall stecken in diesem NAS vier Festplatten von WD *, mit einer Kapazität von 16 Terabyte. Eingerichtet habe ich diese als RAID 5, danach standen von diesen 16 Terabyte noch etwa 10 Terabyte zur Verfügung.

Die Konfiguration des RAIDs dauert je nach Größe der Festplatte eine Weile. Hier sollte man nicht ungeduldig sein und das Gerät seine Arbeit verrichten lassen. Am besten richtet man das Gerät am Abend ein und lässt die Arbeit in der Nacht durchlaufen. Bis zum nächsten Tag sollte das erledigt sein.

 

Mein Gefühl sagt …

 

Ich habe mich für das richtige Gerät entschieden. Gewechselt habe ich von einer WD My Cloud zum QNAP TS-453BE-2G und bin wirklich zufrieden. Sicherlich gibt es ein paar Geräte, die noch etwas mehr Leistung haben und vielleicht in den Augen mancher Leser besser sind. Doch es gilt auch immer zwischen Preis und Leistung abzuwägen.

Das Gerät arbeitet sehr zuverlässig und hat mich in der ganzen Zeit nicht im Stich gelassen. Es ist täglich durch mehrere Benutzer im Einsatz und wird wirklich sehr intensiv genutzt. Ich gehe für mich den Weg, dass ich nur das nötigste an Daten auf meinem Notebook habe und der Rest ist dank VPN jederzeit abrufbar. Geht das Notebook einmal kaputt oder wird gestohlen, so muss ich mir zumindest um meine Daten keine Sorgen machen.

Insgesamt kann ich behaupten, dass ich bei diesem Gerät ein gutes Gefühl habe und mich mit meiner Entscheidung wohl fühle. Bevor du allerdings nun in den Laden stürmst und dir das gleiche Gerät kaufst, solltest du erst einmal deine eigenen Anforderungen aufschreiben.

Kategorien: Computer

Lukas

Hi, mein Name ist Lukas. Seit 2016 blogge ich auf Hobbyblogging über unterschiedliche Themen des Alltags. Schwerpunkt dabei ist das Thema Smart Home, speziell mit der Open Source Software OpenHab auf dem Raspberry Pi. Neben dem Bloggen absolviere ich derzeit mein Master-Studium im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und arbeite als Werkstudent im Software Engineering.

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