Ich habe vor einer Weile auf Twitter gefragt, was meine Follower mit NFC-Tags im Smart Home machen würden. Die Antworten darauf waren sehr interessant, denn die Ideen dazu waren doch eher etwas verhalten. Beirren habe ich mich dadurch allerdings gar nicht lassen, denn ich habe zwei sehr interessante Szenarien umgesetzt.

Um genau diese zwei Szenarien soll es in diesem Beitrag gehen. Dazu beantworte ich dir zuerst die Frage, was ein NFC-Tag ist und wofür du ihn einsetzen kannst. Danach schauen wir uns genau diese zwei Szenarien ein, die in meinen Augen wirklich clever sind. Eventuell liefert dir das auch eine großartige Inspiration für dein eigenes Zuhause oder dein eigenes Smart Home.

Dass NFC-Tags*  nicht neu sind, zeigen bereits unterschiedliche Geräte am Markt, die auf diese Technologie setzen. Ebenfalls hat Apple im April 2021 eigene Tags vorgestellt, die neben der NFC-Technologie noch weitere interessante Funktionen bieten. Über diese Tags habe ich dir in meinem Artikel über die AirTags mehr erzählt. Einen Blick auf diesen Artikel zu werfen ist demnach ganz und gar nicht verkehrt.

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Was sind NFC-Tags?

NFC ist eine Abkürzung für Near Field Communication, übersetzt Nahfeldkommunikation. Das bedeutet, dass diese Technologie für kurze Distanzen gedacht ist und nicht für eine weitläufige Kommunikation von Geräten, wie zum Beispiel das Mobilfunknetz.

Im Alltag kommen wir ab und an einmal mit der NFC-Technologie in Kontakt. Zum Beispiel dann, wenn wir im Supermarkt bargeldlos zahlen und die Transaktion über unser Smartphone oder auch die Smartwatch abgewickelt wird. Auch hier erfolgt die Kommunikation zwischen Terminal und Mobilgerät über eine sehr kurze Distanz.

Technisch realisiert ist die NFC-Technologie durch elektromagnetische Induktion. Die Verbindung erfolgt durch lose gekoppelte Spulen. Diese Art der Kommunikation basiert auf der RFID-Technik, die man eventuell ebenfalls vom Einkaufen kennt. Mittels Chips an unterschiedlichen Gegenständen kann ein Kassensystem einen Artikel genau identifizieren.

Andere Anwendungsfälle von NFC-Tags sind zum Beispiel Studentenausweise. Auch ich hatte in meiner Zeit an der Hochschule einen Studentenausweis, der mit einem solchen Tag ausgestattet war. In der Mensa konnte so bargeldlos das Mittagessen bezahlt oder ein Kaffee am Automaten geholt werden. Da das Thema Bargeldloses Bezahlen jedoch im Zuge der COVID-Pandemie nicht mehr allzu neu ist, werde ich nun an dieser Stelle auch nicht weiter darauf eingehen.

NFC-Tags für Smart Home

NFC-Tags und das Apple iPhone

Ich selbst nutze im Alltag ein iPhone 11, um E-Mails zu checken und zu kommunizieren. In diesem Smartphone ist ein NFC-Tag-Reader verbaut. Er bildet das Gegenstück zum NFC-Tag, da er diesen bei entsprechend geringem Abstand auslesen kann. Dieser Tag sagt dem iPhone nun, wie er heißt. Auf Basis dieser Information kann das iPhone entscheiden, wie mit dieser Information zu verfahren ist.

Apple bietet nun durch die App Kurzbefehle die Möglichkeit, NFC-Tags mit bestimmten Aktionen zu koppeln. Eine solche Aktion kann zum Beispiel das Versenden einer Nachricht oder das Steuern eines Geräts im Smart Home sein. Auf letzteres Beispiel werden wir im Rahmen dieses Beitrags auch weiter eingehen.

Da der Hersteller mit dem angebissenen Apfel auch ein eigenes System für die Vernetzung von smarten Geräten bietet, ist die Integration von NFC-Tags sehr einfach zu handhaben. Grundsätzlich muss hierfür in der App Kurzbefehle eine persönliche Automation angelegt werden, deren Auslöser ein ganz bestimmter NFC-Tag ist. Das zeigt bereits, dass die Logik nicht im Tag selbst gespeichert wird, sondern im Lesegerät.

Der Ausdruck NFC-Tag programmieren ist demnach nicht korrekt, denn eigentlich wird die Automation programmiert und nicht der Tag. Der Tag dient lediglich als Auslöser und hat keine eigene Logik.

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Zwei Szenarien für NFC-Tags im Smart Home

Kommen wir nun zu zwei verschiedenen Szenarien, wie ich NFC-Tags in meinem Smart Home einsetze. Vorab möchte ich allerdings noch erwähnen, dass der Einsatz dieser Tags nicht in jedem Fall berechtigt ist. In meinen Augen muss man hier zwischen zwei wesentlichen Aspekten unterscheiden.

Möchte man lediglich ein einzelnes Gerät im Haushalt ein- oder ausschalten, lohnt sich der Einsatz eines Tags keinesfalls. Im Alltag wird man kaum immer mit dem Smartphone in der Hand durch die Wohnung laufen und für jede Lampe einen Tag berühren wollen.

Versucht man stattdessen komplexe Automatisierungen mittels einem NFC-Tag anzusteuern, ist man schon eher auf dem richtigen Weg. Hier verhält sich das Triggern durch einen Tag genauso, wie der Druck auf einen virtuellen Button in der Smart Home Visualisierung.

Szenario 1: Die smarte Garage

Vor dem Garagentor zu stehen und den Schlüssel nicht griffbereit haben kann ganz schön lästig sein. Ebenso kann es nerven, wenn die Haustür mit einem Smartlock ausgestattet ist, man für die Garage aber immer noch einen Schlüssel braucht. Mit genau dieser Problematik war auch ich lange Zeit konfrontiert und ich habe dank der Tags nun eine für mich praktikable Lösung gefunden.

Wenn ich vor der Garage stehe und beispielsweise den Müll dorthin bringen möchte, kann ich bequem mit meinem Smartphone das Garagentor öffnen. Hierzu habe ich einen Schalter von ioBroker in HomeKit integriert, der sich um die Steuerung des Garagentors kümmert. Sobald mein Smartphone nun also den Tag erkennt, wird meine vorher definierte Automation in HomeKit beziehungsweise über die Kurzbefehle ausgeführt und das Garagentor öffnet sich.

Umgekehrt verhält es sich genauso. Möchte ich die Garage schließen, halte ich mein Smartphone kurz an den Tag und das Tor geht wie durch Geisterhand wieder zu.

Sicherlich wäre dieses Szenario noch viel cleverer, wenn hierfür auch die Apple Watch eingesetzt werden könnte. Doch bis es soweit ist (falls es jemals so weit sein wird), werde ich hierfür noch auf mein Smartphone zurückgreifen.

Dieses Szenario bietet mir den Vorteil, dass ich vor der Garage ganz offensichtlich einen NFC-Tag anbringen kann und dennoch nicht jeder in die Garage kommt. Hierzu muss dem Anwender die entsprechende Schnittstelle bekannt sein sowie der Zugang zum Smart Home gestattet werden. Ohne die Verbindung zu Apples HomeKit und meinem Smart Home, wird man die Garage demnach nicht öffnen können.

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Szenario 2: Die smarte Alarmanlage mit Smartlock

Wer nicht so auf Garagen abfährt, für den gibt es noch ein weiteres Szenario. Hierbei handelt es sich um die Steuerung der Alarmanlage durch einen NFC-Tag. Sobald ich die Wohnung verlasse, halte ich mein Smartphone kurz an den Tag und mein Zuhause weiß, dass ich nun abwesend bin. Dementsprechend wird die Alarmanlage eingeschaltet und das Smartlock verschlossen.

Die grundlegende Automation hierfür habe ich in ioBroker angelegt und ich greife durch die API direkt auf den Zustand eines Datenpunkts zu. Beim Verlassen wird nun an die Schnittstelle ein Wert übergeben, der für Abwesenheit steht. Daher kann mein Zuhause nun entscheiden, dass es an der Zeit ist, die Alarmanlage zu aktivieren und das Smartlock zu verschließen.

Umgekehrt verhält es sich auch in diesem Beispiel sehr ähnlich. Sobald ich nach der Arbeit nach Hause komme, halte ich mein Smartphone wieder an den Tag und die Wohnungstür schließt sich auf. Ebenso wird die Alarmanlage ausgeschaltet, so dass ich die Wohnung betreten kann.

Die Kombination von Smartlock und Alarmanlage ist in meinen Augen besonders interessant. Diese Kombination dann noch mit einem derart cleveren Feature auszustatten die absolute Krönung.

Gerade wer keinen Code für seine Alarmanlage an Bekannte herausgeben will, kann so ein Smartphone für die Entsperrung nutzen. Sollte das Smartphone eines Tages nicht mehr den Weg nach Hause finden oder gestohlen werden, kann man direkt im Smart Home die Schnittstelle deaktivieren und es ist kein Zugang mehr möglich.

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Der große Vorteil von NFC-Tags

Neben technischer Spielerei sind NFC-Tags*  im Haushalt durchaus nützlich und es lassen sich viele verschiedene Szenarien umsetzen. Der große Vorteil besteht in meinen Augen nun darin, dass sich komplexe Funktionen mit nur einem winzigen Aufkleber realisieren lassen, der zudem noch sehr unscheinbar angebracht werden kann.

Auf diese Weise kann zum Beispiel das Bild im Flur als Auslöser für die Beleuchtung dienen oder ein versteckter Tag an Schränken helfen, etwas auf die Einkaufsliste zu setzen. Die Handhabung ist dabei sehr leicht und die eigene Wunschfunktion kann innerhalb von Minuten zur Wirklichkeit werden.

Zu euphorisch sollte man in meinen Augen jedoch nicht sein. Die gesamte Wohnung oder das ganze Haus mit NFC-Tags auszustatten klingt zwar verlockend, macht jedoch nicht immer Sinn. Gerade wenn es nur um kleine Funktionen geht, ist man oftmals über einen anderen Weg schneller. Beispielsweise ist es im Alltag leichter einen Lichtschalter zu drücken, als das Smartphone an einen Tag zu halten, um den Raum beleuchten zu lassen. Wer hingegen komplexe Szenen umgesetzt hat und ansteuern möchte, wird seinen Spaß mit diesen kleinen Aufklebern haben.

Die im Beitrag gezeigten NFC-Tags, habe ich mir direkt online bestellt und erfolgreich mit dem iPhone verbunden. Wer demnach auf der Suche nach passenden Tags ist, kann gerne darauf zurückgreifen. Preislich sind sie in meinen Augen auch absolut in Ordnung.

Eine wirklich tolle Anleitung für NFC-Tags mit ioBroker findest du bei Matthias Kleine. Er hat sich die Mühe gemacht und dir in einem Video erklärt, wie das denn funktioniert.


Lukas

Hey, ich bin Lukas. Seit einigen Jahren schreibe ich in meinem Smart Home Blog über Hausautomation und Digitalisierung. Als Wirtschaftsinformatiker weiß ich, wie wichtig die Vernetzung von IT-Systemen ist. Diese Erkenntnisse übertrage ich auf mein eigenes Smart Home, das ich auf Basis von ioBroker betreibe. Hierzu nutze ich die Leistung eines eigenen Rackservers in meinem Keller, der alle Dienste und Smart Home Systeme aufrecht erhält. Mit ihm habe ich mir einen großen Traum erfüllen können. In deinen Ohren klingt das mindestens genauso spannend, wie für mich? Dann komm mit auf unsere Reise zu einem vollwertigen, sicheren und komfortablen Smart Home. Ganz oben findest du Verknüpfungen zu Social Media, wo du mir gerne folgen darfst. Ich freue mich auf dich!

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