Üblicherweise halte ich mich im Bereich Smartphone in meinem Blog etwas zurück. Es ist einfach nicht mein Kernthema. Jedoch bin ich neulich über einen Werbespot gestolpert, der mich ziemlich berührt hat. Kein Witz! Darum habe ich mich dazu entschlossen, einen Artikel über den iPhone Notruf zu schreiben. Sicherlich nicht mit der größten Reichweite, doch ich denke, dass jede Leserin und jeder Leser eine Person ist, die in einer Notsituation hoffentlich die richtige Hilfe bekommen wird.

Vorab möchte ich dazu jedoch eine Sache loswerden. Bitte testet die Notruf-Funktion nicht, wenn ihr nicht in ernster Gefahr schwebt! Jeder unnütze Anruf blockiert eine Leitung und hält möglicherweise eine Person davon ab Hilfe zu bekommen, obwohl diese sie in der Situation wirklich dringend braucht.

Bitte niemals ausprobieren, wenn nicht notwendig! Niemals!

Den Werbespot, den ich eben angesprochen habe, konnte ich glücklicherweise auf YouTube finden. Du findest ihn unter dem Namen Apple Watch Series 7 — Werbung — Automatischer Notruf (2022). Sicherlich verpackt Apple seine Botschaften sehr geschickt in Werbung, dennoch finde ich geht der Spot unter die Haut. Dass es sich hierbei nicht nur um einen einfachen Werbespot handelt wird klar, wenn man sich die Kommentare des Videos ansieht. Hier wurde der Artikel verlinkt, in dem es um den Sturz von Bob geht. Tatsächlich konnte ihm die Apple Watch möglicherweise das Leben retten. Alleine dafür hat sich die Investition für Bob wohl gelohnt.

Hoffen wir an dieser Stelle, dass anderen Menschen eine solche Situation erspart bleibt und man den Notruf nie nutzen muss.

Doch wie funktioniert das alles? Und klappt das auch in Deutschland?

Apple iPhone Notruf SOS

Die Sturzerkennung der Apple Watch

In seinen Smartwatches verbaut Apple eine Menge Sensoren. Zu diesen Sensoren zählen der Gyrosensor sowie der Beschleunigungssensor. Diese erkennen anhand der Bewegung, ob es einen Sturz gegeben hat oder nicht. Interessanterweise scheint die Uhr dabei sogar recht genau unterscheiden zu können. Das geht aus einem Video hervor, in dem eine Stuntfrau die automatische Sturzerkennung ausprobiert. Das Video findet sich in einem Artikel auf iphone-ticker.de.

In diesem Artikel wird außerdem erwähnt, dass die automatische Sturzerkennung nur für Personen ab dem 65 Lebensjahr aktiv ist. Jüngere Nutzer müssen die Sturzerkennung in ihrer Apple Watch explizit aktivieren. Jedoch wird es grundsätzlich von mehreren Personen empfohlen. Unter diesen Personen ist auch eine Frau, deren Leben laut ihren eigenen Angaben durch die Apple Watch gerettet wurde. Nachlesen kannst du die Story bei Macerkopf.

Es zeigt sich also, dass die Apple Watch in der Praxis durchaus als Helfer in schwierigen Situationen dienen kann. Sie ist damit weitaus mehr als nur eine teure Uhr, die man ständig bei sich trägt. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussehen mag.

Die unterschiedlichen Fälle zeigen außerdem, dass Smartwatches grundsätzlich ein großes Potenzial zu bieten haben, wenn es um die eigene Sicherheit und Gesundheit geht. Gerade mit zunehmendem Alter können Stürze gravierende Folgen haben, so dass man hier lieber auf ein technisches Gadget zurückgreift, als sich auf bisherige Methoden zu verlassen. Denn wir wissen alle nicht, ob wir nicht auch mal einen solchen Fall erleiden müssen.

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Notruf über die Apple Watch absetzen

Selbstverständlich kann man auch ohne zu stürzen einen Notruf auslösen. Da mit der Funktion jedoch nicht zu spaßen ist, sollte man sie wirklich nur dann einsetzen, wenn man dringend Hilfe braucht. Das kann zum Beispiel bei einem Autounfall sein, einem Unfall im Haushalt oder möglicherweise in einer Situation, in der unser Leben bedroht ist.

Um die Notrufansicht aufzurufen hältst du die Seitentaste deiner Apple Watch gedrückt. Wenige Augenblicke später siehst du drei Optionen auf deiner Apple Watch. Du kannst sie ausschalten, den Notfallpass aufrufen oder den Notruf wählen. Letztere Option wählst du, wenn du dringend Hilfe brauchst oder dein Leben bedroht ist.

In diesem Fall ruft die Smartwatch die lokalen Rettungsdienste, die in Deutschland unter der Nummer 112 erreichbar sind. Apple weist darauf hin, dass du in manchen Regionen unter Umständen eine Zahl drücken musst, um den Anruf wieder zu beenden.

Alternativ kannst du die Seitentaste deiner Apple Watch so lange drücken, bis sie zu piepen beginnt. Im Display läuft dann ein Countdown ab. Während des Countdowns kannst du den Notruf noch abbrechen. Nach Ablauf des Countdowns wird die Apple Watch automatisch die Rettungsdienste anrufen.

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass du diese Option nur dann nutzen solltest, wenn das Piepen dich nicht in Gefahr bringt. Solltest du in einer Situation stecken in der du absolut still sein musst, nutzt du den Schieberegler auf der Uhr. Denn auch während sich die Uhr im Stummmodus befindet wird sie sonst piepen.

Wenn du mehr Informationen zum Notruf mit der Apple Watch brauchst, findest du einen ausführlichen Hilfeartikel bei Apple.

Apple Watch Notruf Einstellungen

Notruf am iPhone absetzen

Auch das iPhone ist dazu in der Lage für dich den Notruf zu wählen. Jedoch gibt es hierbei keine automatische Sturzerkennung. Diese bekommst du leider nur, wenn du eine entsprechende Apple Watch besitzt.

Um den Notruf mit deinem iPhone zu informieren, hältst du die Seitentaste und eine Lautstärketaste gleichzeitig gedrückt. Nach einem kurzen Moment sollten auch hier die Schieberegler auftauchen. Du hast nun wieder die Wahl zwischen Ausschalten, Notfallpass und Notruf. Entscheidest du dich für den Notruf, läuft auch hier ein Countdown bis der Anruf getätigt wird. In dieser Zeit kannst du den Notruf noch abbrechen.

Ähnlich wie bei der Apple Watch kannst du auch am iPhone die beiden Tasten einfach weiterdrücken. Jedoch wird dann auch hier ein Signalton ausgegeben und ein Countdown beginnt abzulaufen. In einer schwierigen Situation, in der es auf Ruhe ankommt, solltest du also vielleicht lieber den Schieberegler nutzen, um dich nicht weiter in Gefahr zu bringen.

Nachdem der Notruf an die Rettungsdienste abgesetzt wurde, wird dein iPhone all deine Notfallkontakte über deine aktuelle Situation informieren. Hierzu erhalten deine Notfallkontakte eine Nachricht mit einer kurzen Information sowie deinen Standort. Anhand deines Standorts können sie dich auffinden oder die Rettungsdienste bei der Suche nach dir unterstützen.

Bitte bedenke dass es Situationen geben kann, in denen du den Hilfesuchenden nicht anrufen solltest. Wäge daher genau ab, ob du ihn anrufst oder dich an den Ort begibst, von dem der Notruf gekommen ist. Möglicherweise kannst du auch mit einer Nachricht versuchen die Person zu erreichen.

Mehr Informationen zum Thema Notruf mit dem iPhone findest du auch direkt bei Apple. In einem Hilfeartikel werden dir sämtliche Möglichkeiten genauer aufgelistet.

Der Notfallpass

Vermutlich hast du beim Durchstöbern deines Smartphones auch schon einmal den Notfallpass entdeckt. Er ist vergleichbar mit einer elektronischen Akte, die all die wichtigsten Informationen über dich enthält. Zu diesen Informationen gehören dein Alter, aber auch deine Vorerkrankungen. Im Notfall kann der Arzt oder die Ärztin auf diese Informationen zugreifen, um dich besser einzuschätzen. Grundsätzlich ist es also ratsam, wenn du an deinem iPhone den Notfallpass ausfüllst.

Innerhalb deines Notfallpasses hast du außerdem die Möglichkeit, deine Notfallkontakte zu hinterlegen. Bei jüngeren Menschen sind das in der Regel die Eltern oder der Partner. Bei älteren Menschen hingegen eher die eigenen Kinder oder enge Freunde.

Nach einem iPhone Notruf werden gezielt deine Kontakte informiert. Sie erhalten eine Nachricht darüber, dass du eben einen Notruf ausgelöst hast und bekommen gleichzeitig Informationen zu deinem Aufenthaltspunkt. So ist es möglich, dass sie dir innerhalb von kürzester Zeit zur Hilfe eilen können oder entsprechend die richtigen Rettungskräfte informieren können, sofern diese nicht sogar schon vor Ort sind.

Grundsätzlich würde ich dir auf alle Fälle dazu raten, dass du diese Daten in deinem iPhone eingibst. Möglicherweise hilft es auch den Ärzten weiter um zu wissen, wen sie im Notfall kontaktieren können. Denn im Notfallpass werden nicht einfach nur Namen oder Telefonnummern hinterlegt. Du als Besitzer des Smartphones legst fest, in welcher Beziehung du zu diesen Personen stehst. So kannst du zum Beispiel angeben, dass es sich um deine Mutter oder dein Kind handelt. Im Zweifelsfall kann auf diese Informationen zurückgegriffen werden.

Nimm dir also unbedingt die Zeit, diese Informationen zu hinterlegen. Wir wissen alle nicht, wann wir einmal in eine Lage kommen, in der es auf genau diese Dinge ankommen wird. Leider kann es manchmal schneller passieren, als du glauben magst. Das habe ich in ähnlicher Weise am eigenen Leib erfahren müssen.

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Was bedeutet SOS?

Wenn wir von Notrufen sprechen taucht häufig auch die Abkürzung SOS auf. Bis vor kurzer Zeit wusste ich tatsächlich selbst noch nicht, wofür das überhaupt steht. Doch ich habe ein wenig recherchiert und bin dabei auf sehr interessante Informationen gestoßen.

SOS ist die Abkürzung für Save Our Souls (dt.: Rettet unsere Seelen) und stammt wohl ursprünglich aus der Schifffahrt. Daher kann man dort SOS auch für Save Our Ship (dt.: Rettet unser Schiff) nutzen (Quelle: Was ist was). Die Abkürzung SOS ist dabei international bekannt und du kannst sie auf jedem Kontinent und in jedem Land auf der Welt verwenden.

Dabei sollte man jedoch im Gedächtnis behalten, dass diese drei Buchstaben für die Krisenkommunikation genutzt wird. SOS aus Spaß zu nutzen ist zumindest moralisch äußerst fragwürdig. Freunde wird man sich damit definitiv keine machen. Wenn du diese drei Buchstaben nutzt solltest du dir also wirklich darüber im Klaren sein, was sie aussagen und wofür sie genutzt werden.

Auch die Titanic hat nach ihrem Unfall die Buchstaben SOS versendet. Damit sollten umliegende Schiffe auf die Notsituation aufmerksam gemacht werden und zur Hilfe eilen. Welchen Verlauf der Unfall genommen hat, ist bekannt.

Notrufe ohne Netzverbindung

Eine weitere interessante und sehr wichtige Information ist der Notruf ohne Netzverbindung. Nicht nur der iPhone Notruf funktioniert auf diese Weise, es geht generell um das Absetzen eines Notrufs.

Hast du dein Smartphone dabei und kommst in eine Situation, in der du Hilfe brauchst, könnte dein Smartphone den Schriftzug „Kein Netz“ anzeigen. Jedoch musst du in dieser Situation noch nicht beunruhigt sein, denn in Deutschland funktionieren Notrufe in manchen Situationen trotzdem.

Üblicherweise hast du einen Tarif bei einem Telekommunikationsanbieter gebucht. Über diesen kannst du telefonieren und sämtliche Vorteile deines Tarifs nutzen. Im Falle eines Notrufs funktioniert das Mobilfunknetz aber mitunter etwas anders. Während du normale Anrufe nur dann führen kannst, wenn dein Netz verfügbar ist, schließen sich die großen Telekommunikationsanbieter für Notrufe zusammen.

Im Klartext bedeutet das, dass wenn du einen Tarif bei O2 gebucht hast und am aktuellen Ort keinen Empfang hast, wird auf das stärkste Netz umgeschaltet. Es kann also sein, dass du deinen Notruf über das Mobilfunknetz der Telekom absendest. Notrufe funktionieren in Deutschland unabhängig von deinem eigenen Anbieter, jedoch nur mit Sim-Karte. Das bedeutet, dass du zumindest über ein Handy verfügen musst, in dem eine aktive Sim-Karte eingesteckt ist. Danach wird sich dein Handy automatisch mit dem stärksten verfügbaren Netz verbinden und den Notruf absetzen.

Auch wenn eine grundsätzlich gute Netzabdeckung sehr wünschenswert wäre, bin ich für diese Technologie extrem dankbar. Wir können froh sein, dass es in solchen Notfällen nahezu immer möglich sein wird, Hilfe zu rufen. Denn das ist in manch anderen Ländern nicht selbstverständlich.

Kategorien: Aus dem Leben

Lukas

Hey, ich bin Lukas. Seit einigen Jahren schreibe ich in meinem Smart Home Blog über Hausautomation und Digitalisierung. Als Wirtschaftsinformatiker weiß ich, wie wichtig die Vernetzung von IT-Systemen ist. Diese Erkenntnisse übertrage ich auf mein eigenes Smart Home, das ich auf Basis von ioBroker betreibe. Hierzu nutze ich die Leistung meines eigenen Server-Clusters aus dem Keller. In deinen Ohren klingt das mindestens genauso spannend, wie für mich? Dann komm mit auf unsere Reise zu einem vollwertigen, sicheren und komfortablen Smart Home. Ganz oben findest du Verknüpfungen zu Social Media, wo du mir gerne folgen darfst. Ich freue mich auf dich!

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