Kennst du das, wenn du eine Gewohnheit in deinem Leben entwickelst? Beispielsweise, dass du zuerst die Schuhe ausziehst, wenn du von der Arbeit kommst. Oder dass der erste Weg dich ins Badezimmer zum Waschen deiner Hände führt? Und was ist mit der Gewohnheit Smart Home?

Ähnlich wie in den genannten Fällen geht es mir in meinem Smart Home. Und ich frage mich, wie stark gewöhnt man sich wohl an ein digitales Zuhause?

In den vergangenen zwei Jahren sind mir diese Dinge immer wieder aufgefallen. Sei es bei Hotelübernachtungen oder bei Besuchen der Familie. Irgendwie ist das Smart Home völlig normal geworden und es fällt schwer zu glauben, dass andere Haushalte viele Dinge noch manuell erledigen, die in meinem Zuhause automatisch passieren.

 

Digitalisierte Bereiche meines Lebens

 

Wer meinen Blog schon länger verfolgt weiß, dass ich bei meinem eigenen Smart Home sehr neugierig und interessiert bin. Ich teste oft neue Produkte und versuche mein Zuhause für mich selbst komfortabler und interessanter zu machen. Gerade in Zeiten, in denen wir sehr viel Freizeit in den eigenen vier Wänden verbringen, ist der Wunsch jedoch durchaus nachvollziehbar.

So steuere ich zum Beispiel meine Heizung über das Smartphone, habe die Spülmaschine und Waschmaschine an das Smart Home angeschlossen und überwache meinen eigenen Kalender. Am Abend bekomme ich die Information, wenn am nächsten Tag der Müll raus muss und von unterwegs kann ich mein Arbeitszimmer auf Komforttemperatur vorheizen.

Doch auch kleine Dinge lassen sich bei mir komfortabel regeln. Wenn ich das Arbeitszimmer verlasse, wird automatisch das Licht ausgeschaltet. Sollte ich das Licht einmal vergessen, kann ich mit meinem Sprachassistenten das Licht ausschalten. Es ist bequem und sehr angenehm, am Abend nicht mehr aus dem Bett zu müssen, um den Lichtschalter zu drücken.

Wie du siehst greift meine Hausautomation tief in mein Leben ein und sorgt für viel Komfort, obwohl ich gleichzeitig noch die Kontrolle behalte (ja, wirklich).

Diese Funktionen und diesen Standard möchte ich selbst nicht mehr missen. Es macht Spaß, die Technik auszuprobieren und zu sehen, wie sich mein eigenes Leben entwickelt. Das rührt sicherlich auch daher, dass ich wissenschaftliche Abhandlungen interessant finde und grundsätzlich gerne die Auswirkungen von neuen Dingen auf mein Leben beobachte.

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Aber ist es schon Gewohnheit?

 

In meinem konkreten Fall kann man durchaus von Gewohnheit sprechen. Ich denke in meinem Alltag nicht mehr aktiv darüber nach, wie ich meine Technik bedienen muss. Es ist ähnlich wie das Bedienen eines Smartphones durch ein Kind. Die Gesten sind gelernt.

Für mich persönlich ist es inzwischen normal, dass ich meine Lampen einzeln ansteuern und per Sprache bedienen kann. Zwar ist es nicht selbstverständlich, da die Technologien nicht günstig sind, doch es ist normal. In meinem Leben ist das Smart Home so normal, wie das Drücken eines Lichtschalters es früher war.

Wenn ich bei der Familie zu Besuch bin wundere ich mich manchmal über mich selbst, denn es ist schon tief in mir verankert, dass Lampen bunt leuchten. Auch, dass ich keine Lichtschalter drücken muss oder die Waschmaschine sagt, sobald sie fertig ist. Das sind dann meist die Momente, in denen ich von der harten Realität wieder eingeholt werde.

Ich selbst habe mir ein absolut tolles und komfortables Zuhause geschaffen, was andere oftmals gar nicht verstehen. Manchmal verurteilen sie es sogar, ohne die Hintergründe zu kennen oder die Technik zu verstehen.

Es gibt Menschen, die es einfach abtun als sei es der größte Blödsinn der Welt. Doch wo kommen wir hin, wenn wir uns nicht stetig verbessern oder unser Zuhause so gestalten, wie wir es toll finden? Sollte es nicht jeder Person selbst obliegen, was sie mit ihrem Zuhause anstellt? Schlussendlich schreiben wir auch niemandem die Wandfarbe vor, die in einer Wohnung zwingend zu sehen sein soll.

 

Ist Gewohnheit negativ?

 

In meinen Augen sind Gewohnheiten nicht immer negativ. Allerdings bin ich auch im Bereich der Psychologie nicht so bewandert, weshalb ich dazu keine konkrete Aussage machen sollte.

Ich selbst definiere negative Gewohnheiten mit negativen Konsequenzen. Beispielsweise ist die Gewohnheit, jeden Abend eine Tafel Schokolade zu essen negativ, da wir dadurch dick werden. Positiv hingegen ist für mich eine Gewohnheit, die mich unterstützt oder mir etwas Gutes bringt. Darunter fällt eindeutig meine Gewohnheit, smart zu leben.

Der Zuwachs an Komfort und das Gefühl, jederzeit alles im Blick zu haben, ist durchaus positiv. Natürlich gibt es auch Menschen, die das anders beurteilen und das ist völlig in Ordnung! Wir müssen nicht alle die gleiche Meinung vertreten, dann wäre das Leben langweilig. Dennoch sollten wir jedem Menschen so viel Freiraum gewähren, dass er hierzu seine eigene Meinung entwickeln kann.

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Negativ wäre für mich beispielsweise, wenn ich die Art des smarten Lebens als selbstverständlich nehme. Dann verliere ich den Bezug und die Wertschätzung gegenüber dem, was ich geleistet habe oder welche Mühen ich auf mich genommen habe bei der Umsetzung.

 

Sollten wir Angst vor der Gewohnheit Smart Home haben?

 

Ein ganz klares Nein! Wir haben schließlich auch keine Angst davor uns andere Gewohnheiten anzutrainieren. Gewohnheit im Bezug auf Smart Home zeigt für mich selbst einfach, wie sehr wir die Dinge um uns herum schätzen, ohne den Bezug zu verlieren.

Das Leben wandelt sich und wir sind ein Teil dieses Prozesses, den wir auch aktiv mitgestalten. Angst sollte man lediglich davor haben, wenn wir die Gewohnheiten als negativ empfinden oder sie uns stören. Doch mal ehrlich, wo ist Komfort bitte negativ?

Wer sein eigenes Zuhause smart ausstattet wird schnell merken, dass die Veränderung schnell durch dringt und ihre Spuren hinterlässt. Jedoch muss man auch hier immer beachten, dass Sinn und Unsinn gegeneinander abgewogen sein müssen. Auf Biegen und Brechen neue Dinge in das eigene Leben zu integrieren macht keinen Sinn. So ist es auch im Smart Home.

Wenn nur der Wunsch nach einem Smart Home besteht ohne sich tiefergehende Gedanken dazu zu machen, wird man vermutlich enttäuscht. Eine gewisse Planung und ein wenig Überlegen ist durchaus sinnvoller. Was nützt es, wenn die Spülmaschine spricht, aber die Funktion völlig unnötig ist? Wäre es dann nicht sinnvoller, smarte Lampen zu nutzen, um am Abend von einem angenehmen Licht begrüßt zu werden?

 

Wie stehst du zum Thema Smart Home? Skeptisch oder offen? Welche Dinge bereiten dir Sorgen und worüber würdest du gerne sprechen wollen?


Lukas

Hi, mein Name ist Lukas. Seit 2016 blogge ich auf Hobbyblogging über unterschiedliche Themen des Alltags. Schwerpunkt dabei ist das Thema Smart Home, speziell mit der Open Source Software OpenHAB. Neben dem Bloggen absolviere ich derzeit mein Master-Studium im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und arbeite als Softwareentwickler im Software Engineering. BITTE BEACHTE: Aufgrund von einer großen Anzahl an Nachrichten, die ich alle möglichst schnell beantworten möchte, kann ich dir leider keinen individuellen Support leisten. Ich würde es gerne, könnte es allerdings nur mit Hilfe weiterer Personen bewältigen. Sei daher bitte nicht böse, wenn ich nicht explizit auf dein individuelles Problem eingehen kann.

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