Die aktuelle Situation zwingt uns alle zu ungewöhnlichen Maßnahmen und zur Vernetzung über das Internet. Doch Deutschland hinkt digital hinterher und steht in einigen Bereichen still, in denen doch sicherlich noch etwas gehen würde. Deutschland hat die Digitalisierung verschlafen.

In diesem Kurzbeitrag möchte ich prinzipiell kein Fachwissen an dich als Leser bringen. Ich möchte eher einmal meine Gedanken niederschreiben, um Platz für Neues zu schaffen. Sicherlich stimmt mir auch nicht jeder Leser zu und das ist auch völlig in Ordnung.

 

Internet Cafe

 

Wo es klemmt

 

Ein Beispiel. Digitalisierung im Alltag.

Mitten in der aktuellen Krise habe ich den Jackpot gezogen. Für einen neuen Ausweis bin ich auf die Dienstleistung des Amts angewiesen. Selbst drucken geht leider schlecht. Doch wie ist das eigentlich im Moment? Ich habe keine Ahnung.

Doch wenigstens ist das Amt per E-Mail erreichbar und antwortet relativ zeitnah auf Anfragen.

 

Die Sache mit dem Ausweis

 

Erstaunlicherweise kann ich in Deutschland ein Bankkonto ohne physischen Kontakt zu einem Menschen eröffnen, einen neuen Personalausweis allerdings nicht beantragen. Nun fragt man sich sicherlich zurecht, weshalb ich die eine Dienstleistung über einen Videochat in Anspruch nehmen kann, die andere jedoch nicht. Schlussendlich ist der einzig interessante Fakt das Aussehen, welches sich über die Jahre geändert haben kann. Doch sollte das nicht der Fall sein, könnte zumindest der Prozess angestoßen werden, dass ein neuer Ausweis erstellt wird.

Die Abholung würde ich mir gefallen lassen. Hier ist es schon sehr wichtig, dass auch die richtige Person gegenüber steht. Doch die reine Beantragung könnte vollständig digital ablaufen.

 

Streaming-Portale in der EU

 

Eigentlich könnte ich schon fast die Überschrift ohne Statement stehen lassen. Mindestens 50 Prozent der Leser würden sofort Bescheid wissen. Doch für den Rest möchte ich alles in zwei Sätzen kurz zusammenfassen, denn das betrifft die Digitalisierung im Privatleben.

Aufgrund der Angst vor einer Überlastung der Netze, drosselt man die Wiedergabequalität für Streams. Ein prominentes Beispiel ist die Qualität auf Netflix, welche in den vergangenen Tagen schon fast zu Unrecht als Qualität bezeichnet wurde.

Als Wirtschaftsinformatiker liegt mein Fokus selbstverständlich stark auf der digitalen Welt. Doch in meinen Augen sollte sich inzwischen jeder fragen, weshalb wir es als wirtschaftlich starkes Land nötig haben, Übertragungen zu drosseln. Es erinnert mich etwas an die Straße, welche ich viele Jahre für meinen Heimweg passieren musste. Die Schlaglöcher wurden immer größer und die Lösung schien so nah. Die Stadt hat sich leider dennoch dazu entschieden, das Tempo herunterzusetzen anstatt die Straße zu erneuern.

Es ist quasi das analoge Gegenbeispiel zum Drosseln der Qualitäten. Wir sollten uns doch jetzt einmal Gedanken darüber machen, ob wir so in die Zukunft starten wollen oder ob wir nicht besser endlich etwas ändern. Wer lange Zeit in seinem Zuhause verbringen muss, wird früher oder später auf Streaming zurückgreifen. Und es ist sein gutes Recht, dass er dieses ohne Einschränkungen nutzen kann.

 

Internetgeschwindigkeiten in Metropolen

 

Wer mir sagt, dass wir in Deutschland ausreichend schnelle Verbindungen haben, bekommt mein Lieblingsbeispiel direkt genannt.

Durch meine Arbeit kenne ich auch privat Kollegen, welche in unserer Landeshauptstadt und Metropole leben. Man sollte also nun meinen, dass zumindest die Landeshauptstadt gut vernetzt ist und mit gutem Beispiel voranschreitet. Doch das Gegenteil ist der Fall. Denn die Digitalisierung im Haushalt lässt auch da zu wünschen übrig. Dabei möchte ich noch gar nicht mal auf die Digitalisierung im Arbeitsalltag eingehen.

Wie kann es sein, dass man in der Metropole zum Teil eine maximale Übertragung von 16 MBit/s erreicht, während ich in einer kleinen Großstadt bereits 100 MBit/s habe? Jeder spricht gerne von Dörfern. Doch was will man erwarten, wenn es selbst in der Metropole langsam zugeht?

Unser Leben soll immer schneller ablaufen, doch unsere digitalen Kapazitäten kommen nicht hinterher.

Deutschland hinkt digital hinterher. Definitiv.

 

Wir sollten die Chance nutzen

 

In Krisen soll man stets das Positive vor Augen behalten und sich nicht unterkriegen lassen. Davon bin ich überzeugt. Sicherlich fällt es in diesen Tagen extrem schwer. Doch eine positive Sache lässt sich in meinen Augen abgewinnen. So sollte man auch die Auswirkungen der Digitalisierung im Alltag an vielen Stellen positiv betrachten.

Uns wird vor Augen geführt, dass wir mehr vom Internet abhängig sind, als wir denken. Wir bekommen vor Augen geführt, dass unsere Netze nicht diesen Stand haben, den sie haben sollten. Diese Chance sollten wir unbedingt nutzen und für die Zukunft vorsorgen. Sollten wir jemals wieder eine solche Krise erleben müssen, was ich nicht hoffe (und die aktuelle ist leider noch nicht durchgestanden), müssen wir digital besser aufgestellt sein!

Neben mehr Möglichkeiten Homeoffice zu machen, brauchen wir auch die notwendigen Kapazitäten und vor allem Erfahrungen, um das zu ermöglichen. Gerade für Büroangestellte sollte Homeoffice soweit möglich zugänglich gemacht werden. Das würde sicherlich auch vielen Frauen helfen, welche oft wegen der Kinderbetreuung Schwierigkeiten haben, einen Job zu finden.

Wir sollten mit einem guten Beispiel vorangehen und zeigen, dass wir nicht nur wirtschaftlich stark sein können, sondern auch digital.

Vielleicht können wir so auch mal durchgehend mobil surfen, selbst wenn wir uns bewegen und nicht nur an einem Ort stehen. Edge möchte ich in Städten nicht mehr sehen! Und in ländlichen Gegenden muss es ebenso flächendeckend durch LTE abgelöst werden!

Deutschland darf nicht an Mobile first denken, sondern an überhaupt mobil …

 

Titelfoto von Leon Seibert auf Unsplash


Lukas

Hi, mein Name ist Lukas. Seit 2016 blogge ich auf Hobbyblogging über unterschiedliche Themen des Alltags. Schwerpunkt dabei ist das Thema Smart Home, speziell mit der Open Source Software OpenHAB. Neben dem Bloggen absolviere ich derzeit mein Master-Studium im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und arbeite als Werkstudent im Software Engineering.

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