Wer einen Raspberry Pi als Server nutzt weiß, dass dieser oft im Netzwerk vor sich hin werkelt. Doch von Zeit zu Zeit kann es durchaus Sinn ergeben, wenn man sich aktiv um ihn kümmert. Überlässt man den Raspberry seinem Schicksal, so läuft der Speicher durch alte Protokolle voll, man verliert die Übersicht über das System und man verlernt den Umgang mit diesem.

Vor kurzer Zeit stand ich vor dem Problem, dass ich meine Raspberry Pis gerne besser im Blick haben möchte. Doch viele der Monitoring-Lösungen sind zu komplex oder nicht geeignet für einen kleinen Pi (oder mich). Nach einer kurzen Recherche stieß ich auf die Software Pi Control.

Pi Control

Die Software Pi Control ist webbasiert und läuft bereits auf dem Raspberry Pi 1. Sie konzentriert sich auf das Wesentliche und schenkt anderen Informationen keine Aufmerksamkeit. Somit sind auch User mit geringeren Linuxkenntnissen nicht außen vor und haben die Chance, ihren Pi unter Kontrolle zu behalten. Die Oberfläche ist responsive und passt sich perfekt an die unterschiedlichen Displayauflösungen an.

Auf der Oberfläche findet man nach der Installation Informationen zur CPU, zum RAM, zur Temperatur des Pis, den Speicherverbrauch und den Netzwerktraffic. Zusätzlich lässt sich direkt auf der Weboberfläche ein Terminal nutzen, sofern dieses eingerichtet wurde. Hierfür benötigt man lediglich einen Benutzeraccount mit Shell-Zugang sowie dessen Passwort. Man hat somit die wichtigsten Informationen – und die wichtigste Schnittstelle (das Terminal) – immer zur Hand.

Installation

Der Entwickler der Software hat zwei Möglichkeiten bereitgestellt, die Software zu installieren. Entweder man lädt sich von der Projektwebsite das Paket herunter und durchläuft die Installation manuell oder man schenkt dem Entwickler ein wenig Vertrauen und überlässt die Installation seinem Skript.

In letzterem Fall kann es bei nginx zu einer Umständlichkeit kommen, sofern sich das Rootverzeichnis des Webservers nicht unter /var befindet. Doch nach dem Download der Software lässt diese sich kinderleicht in das richtige Verzeichnis verschieben und problemlos ausführen.

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Während der Installation wird man zudem gefragt, ob man die Software in einen Unterordner installieren möchte. Sofern man sich hier für Ja entscheidet, gibt man den Namen des Ordners – ohne Schrägstriche – ein, in welchem die Software später liegt.

Nachdem der Download und die Erstellung der Ordner durchlaufen sind, ruft man mit dem Webbrowser die Installation auf. Diese findet man unter

http://{IP deines Raspi}/{Unterordner}/install

Solltest du keinen Unterordner angelegt haben, lässt du diesen weg und gibst das /install direkt hinter der IP deines Raspi ein.

Nun erfolgt die Einrichtung der Software, wo du unter anderem eine gültige Benutzer-/Passwortkombination eingeben musst. Diese gilt später für den Login auf die Kontrollseite und hat nichts mit deinem Raspberry Pi (SSH o. ä.) zutun. Sollte dein Raspberry ausschließlich in deinem eigenen Netzwerk betrieben werden und du von Mitbewohnern keine Angriffsversuche vermutest, kannst du hier die Standardkombination nehmen (dies ist natürlich nie empfehlenswert). Sofern die Software Zugang zu einem SSH-Account möchte, musst du natürlich eine gültige Kombination eingeben. Nach einigen kurzen Schritten ist die Installation dann auch schon geschafft.

Erweiterungen

Man mag es kaum glauben, doch Pi Control ist weit mehr als nur eine Software um einzig und allein den Pi zu überwachen. Es lassen sich unterschiedliche Erweiterungen (Plugins genannt) installieren, welche durchaus von Nutzen sein können. Zur Auswahl stehen hierbei u. a. das Plugin GPIO, welches eine Übersicht über die GPIOs gibt und diese kontrollieren lässt. Daneben gibt es ebenso ein Plugin für die Temperatur. Dieses liest vorhandene Temperatursensoren aus und gibt eine Übersicht über die gemessenen Werte.

Aktuell sind acht Plugins verfügbar, es werden jedoch bestimmt noch ein paar Plugins folgen.

Meine Einschätzung

Ich habe lange nach einer kleinen Übersicht für meine Pis gesucht. Wichtig war mit die CPU-/RAM-Auslastung und der Datenverbrauch. Insbesondere wenn Dienste wie OpenHAB oder andere Server darauf laufen, lässt sich dadurch besser einschätzen, wie viel Daten diese Dienste verbrauchen. Was nebenbei bei mir für ein Plus gesorgt hat, war die Anzeige der aktuellen Temperatur im Raspberry.

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Für mich genügt diese Oberfläche absolut und sie liefert alles, was man braucht. Anders als in der Kommandozeile sind die Informationen übersichtlich aufbereitet und blenden nur das Wichtigste ein. Das ist eine absolute Erleichterung für Linuxanfänger und für die Bequemen (wie mich).

Pi Control liefert aktuell acht Plugins, die installiert werden können. Das sind nicht besonders viele, jedoch finde ich, dass das Hauptaugenmerk eher auf dem Monitoring liegt und die Erweiterungen schon einen Hauch von Vernetzung hat. Die Vermutung liegt außerdem nahe, dass in der Zukunft noch weitere Plugins folgen werden. Hier muss man dem Projekt ein wenig Zeit geben um sich weiter zu entwickeln.

Alles in Allem würde ich allen Raspberry-Nutzern diese Software ans Herz legen, sofern sie um die Gesundheit ihres Pis genauso besorgt sind, wie um ihre eigene. Sie ist übersichtlich, klein und verbraucht nur wenige Ressourcen. Der Nutzen hingegen ist ziemlich hoch. Man behält den Raspberry gut im Blick und kann auf hohe Auslastungen schneller reagieren. In Kombination mit dem leichtgewichtigen nginx ist diese Monitoring-Lösung eine super Sache.

Darüber hinaus solltest du …

… regelmäßig die Protokolldateien bereinigen. Diese werden von Linux kontinuierlich gespeichert und bei Gelegenheit gepackt, so dass sie weniger Speicher in Anspruch nehmen. Doch es ist so, dass sie weiterhin Speicher verbrauchen. Gerade auf dem Raspberry Pi kann das doch einmal zu viel sein. Denn dieser ist meist nur mit einer recht kleinen SD-Karte ausgestattet.

Im ordner /var/log kannst du prinzipiell alle Logs gefahrlos löschen, die mit der Endung .gz versehen sind. Diese werden vom System nicht mehr angerührt. Sie sollen Administratoren auch nachträglich noch die Möglichkeit geben, Aktionen ihres Servers zu verfolgen.

Sollte dir das einmal zu mühevoll sein, kannst du dafür auch ein Skript nutzen, dass die Löschung automatisch vornimmt.


Lukas

Hi, mein Name ist Lukas. Seit 2016 blogge ich auf Hobbyblogging über unterschiedliche Themen des Alltags. Schwerpunkt dabei ist das Thema Smart Home, speziell mit der Open Source Software OpenHAB. Neben dem Bloggen absolviere ich derzeit mein Master-Studium im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und arbeite als Werkstudent im Software Engineering.

1 Kommentar

Hausautomation mit dem Raspberry Pi · 21. September 2018 um 21:43

[…] dem Raspberry Pi haben wir uns für ein Paket entschieden, welches auf Amazon zu finden ist. Es beinhaltet bereits […]

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