Einleitung

Clouddienste sind im Jahr 2016 wie Sand am Meer zu finden. Doch wie oft denkt man beim Nutzen dieser an die Risiken?
Hand auf’s Herz, lange Zeit habe auch ich das nicht getan. Jedoch ist das oft ein Fehler.
Wir lagern private Daten in der Cloud mit vielen Risiken. Und warum? Weil es bequem ist.

Menschen machen sich ihr Leben so bequem wie möglich, auch im Bereich der Technik. Wer ein iPhone hat, nutzt iCloud. Es ist einfach, unkompliziert und wird automatisch eingerichtet. Doch sind unsere Daten bei Apple sicher? Sind unsere Daten bei Google sicher? Sind unsere Daten generell im Internet sicher? Und warum ist das so bequem?


Begriffsklärung

Bevor wir zu Vorteilen, Nachteilen und Sicherheit der Cloud kommen, müssen wir uns klar machen, was genau man unter dem Begriff Cloud versteht. Hierzu ein Zitat:

„Die Cloud ist eines der ältesten Sinnbilder der Informationstechnik und steht als solches für Rechnernetze, deren Inneres unbedeutend oder unbekannt ist.“
(Quelle: Wikipedia: Cloud Computing [Abschnitt: Geschichte, 1. Absatz], ursprünglich aus: The Internet Industry Is on a Cloud – Whatever That May Mean, Wall Street Journal
26. März 2009)

Die Cloud ist somit ein Verbund aus Computern, welcher etwas zur Verfügung stellt. Das Innere dieses Verbunds ist unbedeutend oder unbekannt, solange er seinen Dienst bereitstellt.
Doch es gibt auch Unterschiede bei den Diensten, denn eine Cloud kann verschieden auftreten.

Folgende Einteilung gibt es laut National Institute of Standards and Technology:

  • Infastructure as a Service (IaaS): Der Nutzer gestaltet sich den Service selbst, ist allerdings auch für Funktion und Betrieb selbst verantwortlich.
  • Platform as a Service (PaaS): Ein Anbieter (Provider) bietet eine Plattform. In dieser entwickelt der Nutzer seine Anwendung oder lässt diese laufen. Hierbei liegt die Verantwortung des Betriebs beim Provider.
  • Software as a Service (SaaS): Ein Rechnerverbund stellt Anwendungen zur Verfügung, welche genutzt werden können. Hierbei stehen natürlich nur ausgewählte Produkte zur Verfügung.

Wir sehen somit, dass der Begriff sehr umfangreich ist und im täglichen Umgang eventuell sogar falsch verwendet wird. Das liegt allerdings an der Komplexität, die dahinter steckt und für Privatanwender unrelevant ist.

Und was ist nun mit dem Onlinespeicher?
Der Onlinespeicher wird im Bereich der Software as a Service eingeordnet. Das Rechenzentrum nimmt die Daten von Nutzern entgegen und sichert diese im Rechnerverbund. Bei Bedarf werden die Daten wieder an den Benutzer übermittelt. Dafür verantwortlich ist eine Software, welche vom Unternehmen (Google, Apple, etc.) entwickelt wird.

Vorteile einer Cloud

Die Vorteile für Endanwender liegen klar auf der Hand: Es ist einfach, problemlos, dauerhaft verfügbar und meist kostenlos.

Als Nutzer möchte man seine Daten jederzeit und auf jedem Gerät verfügbar haben. Das ist natürlich in der heutigen Zeit nicht ganz einfach, denn jeder hat mindestens zwei Geräte. Ein Computer und ein Smartphone gehören schon fast zur Grundausstattung. Hinzu kommt eventuell ein Tablet und bei Bedarf ein Notebook.

Synchronsierung

Schreibt man nun auf seinem Computer ein Dokument, speichert man es für gewöhnlich auch auf diesem ab. Doch nun möchte man am Laptop im Garten sitzen und nutzt die Ruhe, um an seinem Dokument weiterzuarbeiten. Man könnte nun einen USB-Stick nehmen und das Dokument dort zwischenlagern. Allerdings ist man dann auch auf diesen Stick angewiesen und muss selbst Verantwortung dafür tragen, dass das Dokument auf beiden Geräten synchron gehalten wird.

Arbeitet man nun jedoch mit einer Cloud, so lädt man das Dokument dort hoch. Jedes verknüpfte Gerät lädt sich eine Kopie dieser Datei herunter, welche man bearbeiten und weiterverwenden kann. Nachdem man eine Kopie des Dokuments bearbeitet hat, lädt die Anwendung das veränderte Dokument wieder in die Cloud hoch. Alle Geräte löschen nun ihre vorhandene Kopie und laden die geänderte Version runter. Somit steht das Dokument wieder auf allen Geräten zur Verfügung.

Speicherplatz

Die meisten Dienstleister bieten zur Speicherung von Daten begrenzten Speicherplatz kostenlos an, welcher sich bei Bedarf problemlos erweitern lässt. Ein gutes Beispiel ist hierfür ist das Unternehmen Dropbox Inc. aus den Vereinigten Staaten. Innerhalb der Anwendung Dropbox stehen 2 GB kostenloser Speicherplatz zur Verfügung, welcher genutzt werden kann für Fotos, Videos, Dokumente, etc.
Um die Daten später komfortabel abrufen zu können, liefert das Unternehmen für Windows PCs eine Anwendung, welche für die Synchronisation sorgt. Auch für mobile Systeme wie das iPhone oder Android-Geräte stehen Apps bereit.

Backups

Ein weiterer Aspekt für die Nutzung von Clouddiensten ist der Entfall von Backups. Daten der Computer können komplett verschoben werden, so dass man als Anwender keine Backups mehr erstellen muss. Das ist nämlich dann die Aufgabe des Providers, der den Speicherplatz zur Verfügung stellt und für die Verfügbarkeit garantiert.

Achtung: Man sollte hier genau die AGBs lesen, denn die Provider schließen oft die Haftung für Datenverlust in ihren AGBs aus. Dropbox Inc. erwähnt dies in den Geschäftsbedingungen unter dem Punkt Haftungsbeschränkung explizit.

Kosten

Bereits im Absatz Speicherplatz habe ich es angesprochen: die Kosten.

Für einen geringen Cloudspeicher zahlt man heutzutage nichts oder nur sehr wenig. Auch Upgrades für den Speicherplatz sind kostengünstig zu haben. Im Vergleich zur Bereitstellung des gleichen Speichers zuhause, kann man hier durchaus Kosten sparen. Denn man bezahlt nicht nur die Anschaffungskosten, sondern muss auch die Unterhaltskosten im Blick behalten. Eine Festplatte ist ein Verschleißteil, welches im Laufe der Zeit kaputt gehen kann. Je nach Beanspruchung geht das durchaus recht schnell und kann schon innerhalb weniger Monate passieren. Diesen Kosten weicht man aus, indem man sich den Speicherplatz zu günstigen Konditionen mietet.

Viele Dienstleister bieten 1000 GB Speicherplatz bereits ab 9,99 Euro an. Sollte man einmal weniger brauchen, kann man dieses Kontingent verringern, so dass Kosten gespart werden können. Mit einer eigenen Festplatte ist das nicht möglich. Sie hat dauerhaft den gleichen maximalen Platz.

Nachteile einer Cloud

Neben den Vorteilen ergeben sich leider auch oftmals einige Nachteile bei der Nutzung eines solchen Dienstes. Diese sollten jedem Nutzer bekannt und bewusst sein, denn sie sind zum Teil durchaus wichtig. Verlorene Daten sind unter Umständen unersetzliche Erinnerungen, welche mit keinem Geld der Welt wieder zu beschaffen sind.

Backup

Auch wenn es für viele wie Musik in den Ohren klingt, dass man seine Daten in einer Cloud sichern kann, man sollte dies nicht unbedingt tun. Ich habe bei den Vorteilen den Punkt Backup ebenfalls angeführt. Warum? Es kann durchaus ein Vorteil sein, seine Daten bei einem Dienstleister zu sichern. Jedoch muss man unbedingt darauf achten, inwiefern dieser für die Datensicherheit garantiert. Im Falle vom Dropbox wird bereits in den Geschäftsbedingungen erwähnt, dass das Unternehmen nicht für den Verlust von Daten haftet. Klar, aber wie garantiert man dem Nutzer, dass die Daten sicher vor Verlust sind? Das bleibt offen.
Erweckt das nun den Eindruck, dass eine Datensicherung dort gut aufgehoben ist? Meiner Meinung nach nicht.

Daher sollte man sich bewusst sein, dass jede einzelne Datei zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr da sein kann. Auch bei Dienstleistern können Probleme auftreten oder Dinge schiefgehen. Das passiert nun mal.

Verfügbarkeit

Anknüpfend an das Thema Backup gibt es noch die Verfügbarkeit von Daten.

Die Verfügbarkeit gilt es aus zwei Seiten zu betrachten. Einmal aus der Sicht des Nutzers und aus der Sicht des Dienstleisters.
Stellt der Dienstleister seinen Dienst ein oder schränkt diesen ein, müssen Nutzer ihre Daten retten. Im Idealfall kann man seine Daten herunterladen und sie auf dem PC speichern kann. Doch was passiert, wenn die Behörden einen Dienst unter Beschlag nehmen oder dieser vom Markt verschwindet? In diesem Fall empfiehlt sich dringend, dass man ein Backup angefertigt hat und auf dieses zurückgreifen kann.

Weiterhin gibt es hin und wieder auch Probleme mit der Internetverbindung, welche man nutzt. Ohne eine aktive Internetverbindung hat man kaum eine Chance an seine aktuellen Daten heranzukommen, sofern diese nicht zwischengespeichert wurden. Da bleibt dann nur der Umweg über ein fremdes Netzwerk oder das Tethering per Smartphone. Hat man also Daten, die man wirklich zuverlässig benötigt und die jederzeit zur Verfügung stehen müssen, sollte man diese eventuell nicht in eine Cloud verschieben. Das könnte problematisch werden.

Sicherheit

Seit dem Skandal der NSA durch Edward Snowden ist das Thema Sicherheit noch brisanter geworden. Doch nicht nur die NSA – welche vermutlich das kleinste Problem darstellen dürfte – hat es auf die Daten abgesehen.

Hacker sind ständig auf der Suche nach einem Schlupfloch in populären Systemen. So geschah es auch bei Dropbox, als sich Hacker Passwörter von ahnungslosen Benutzern ergaunert haben (Netzpolitik: Dropbox gehackt: Über 60 Millionen Accounts betroffen). Doch nicht nur Dropbox ist betroffen, auch Apples iCloud war offenbar bereits Ziel von Hackern, wodurch viele Nacktfotos von Promis aufgetaucht sind (Computerwoche: iCloud gehackt? Apple prüft Sicherheit nach Auftauchen von Promi-Nacktfotos).

Abhilfe schafft hierbei die Verschlüsselung der eigenen Daten. Doch für Normalnutzer ist dies teilweise durchaus kompliziert und viele Provider unterstützen dies auch gar nicht.
Durch die Verschlüsselung würden außerdem ein paar Geräte den Zugriff verlieren – je nachdem, wie man verschlüsselt.

Hier muss man nun also abwägen und eventuell auch wieder Einschnitte in den Punkt Komfort in Kauf nehmen. Alternativ könnte man streng vertrauliche Daten auch lokal speichern und nur „unwichtige“ Daten in die Cloud laden. Doch auch hier gibt es dann wieder Probleme. Nicht alle Daten sind verfügbar, wenn man sie braucht.

Speicherort

Der Speicherort für Daten ist oftmals unbekannt. Viele Nutzer wissen gar nicht, wo ihre Daten liegen. Das kann man meist auch gar nicht wissen, da Dienstleister sogenannte Cluster nutzen. Ein Cluster ist ein riesiger Verbund von Servern, welcher von einem Master gesteuert wird. Würde man nun also in ein Rechenzentrum spazieren und sich dort die Server anschauen, wüsste man nicht, wo das Textdokument aktuell liegt. Das könnte auf jedem Server liegen.

Zudem liegen viele Daten oft in Amerika, was problematisch für die Rechte des Nutzers sein kann. Denn ist in der Vereinbarung nicht erklärt, dass deutsches Recht gilt, so kann der Dienstleister eine fremde Rechtsordnung geltend machen. Je nachdem wie diese aussieht, kann das zu einem großen Nachteil für den Nutzer sein, da er nicht die gleichen Ansprüche wie in Deutschland geltend machen kann.

Weiterhin ist in manchen Fällen auch unklar, ob der Dienstleister die Daten selbst bereitstellt oder dieser ebenfalls eine Dienstleistung in Anspruch nimmt. Noch im Jahr 2011 wurde bekannt, dass Apple die Daten seiner iCloud offenbar nicht selbst bereitstellt. Apple griff hierbei auf Amazon und Microsoft zurück, welche die Daten bereitstellten. Das Unternehmen Apple agierte somit als Vermittler und Vertragspartner, die Daten waren aber nicht in deren Hand.

Sollte man in diesem Fall Apple Vertrauen schenken weiß man immer noch nicht, ob man auch den Anbietern des Speichers trauen kann, welche Apple nutzt. Es ist daher ganz wichtig zu wissen, ob der Vertragspartner – der Dienstleister – ebenfalls eine Leistung in Anspruch nimmt oder diese selbst erbringt.

Chancen und Risiken

Nach den Vor- und Nachteilen kommen die Chancen und Risiken. Jeder sollte sich sein eigenes Bild über die Chancen und Risiken machen. Denn je nach Anwendungsfall können diese unterschiedlich ausfallen oder auch unterschiedlich bewertet werden.

Chancen

Ein große Chance für die Cloud besteht darin, dass man näher zusammenrückt. Es ist unwichtig, an welchem Ort man arbeitet oder mit welchem Gerät man seine Arbeit vollbringt. Die Dienste helfen und setzen sich über einige Grenzen hinweg, die es zu Beginn der Computerära noch gab. Hierzu gibt es einen schönen Satz in einem Artikel auf Wikipedia:

„Bereits Anfang der 1990er Jahre prophezeiten einige Persönlichkeiten der IT-Branche, dass sich „Computer auf das Netz verteilen“ werden, sprich, dass Cloud Computing entstehen werde, sobald die Technik reif sei.“
(Quelle: Wikipedia: Cloud Computing [Abschnitt: Geschichte, 2. Absatz], ursprünglich aus: Cloud Computing – Damit Sie nicht aus allen Wolken fallen, Ben Rodenhäuser – erschienen in Manager Magazin, 9. Oktober 2008)

Nun im Jahr 2016 macht die IT-Branche sehr große Fortschritte. Dokumente lassen sich online bearbeiten und direkt in der Cloud speichern. Onlinespeicher und Apps rücken immer mehr in den Vordergrund, was uns durchaus unabhängig macht. Insbesondere für Unternehmen ist das eine gute Chance, dass Standorte besser und schneller vernetzt werden können. Aber auch für Privatpersonen eröffnen sich viele Möglichkeiten. Im Internetcafé lassen sich die eigenen Dateien ebenso nutzen, wie am heimischen Rechner.

Doch es soll nicht auf Dateien beschränkt sein, Microsoft hatte angeblich die Vision, dass man auf dem eigenen Rechner keinerlei Daten mehr beheimatet. Das Betriebssystem soll direkt aus dem Rechenzentrum gestartet werden und somit auf allen Computern verfügbar sein. Sollte einmal die Hardware kaputt gehen, lässt sich innerhalb weniger Minuten nach der Anschaffung eines neuen Geräts, sofort weiterarbeiten (Quelle: Microsoft: Leak liefert Details zu Windows 9 und neuem Cloud-Betriebssystem). In Anbetracht des Wandels ist das für mich durchaus möglich, dass es eines Tages so weit kommt.

Unternehmen nutzen heute schon die Möglichkeit, Betriebssysteme und Programme auf einem zentralen und leistungsstarken Server bereitzustellen, so dass sogenannte Thin-Clients nur noch das „ganze Paket“ vom Server beziehen.

Wir sehen also, dass das Cloud Computing sehr große Chancen bietet, um die Zukunft innovativer und komfortabler zu gestalten. Es bietet sehr große Chancen, dass man geografische Grenzen überwindet und in der Zukunft näher zusammenrückt.

Risiken

Ein ganz klares Risiko der Cloud ist der Datenschutz. Keiner kann zu 100 % garantieren, dass die Daten sicher gelagert sind und nicht gehackt werden können. Aus diesem Grunde gehören firmeninterne Daten nicht in die Cloud. Solche Daten sind streng vertraulich und sollten auf den eigenen Geräten oder Medien gelagert sein.

Für Privatanwender besteht im Grunde das gleiche Risiko. Jedoch ist hier der Schaden unter Umständen geringer, denn Privatanwender haben selten Daten, welche derart vertraulich sind.
Grundsätzlich sollte man sich aber Gedanken darüber machen, ob man bestimmte Daten hochladen möchte, wenn man Angst davor hat, dass diese veröffentlicht werden könnten.
Sollte der eigene Account geknackt werden, so sind unter Umständen alle Daten weg oder in fremden Händen.

Persönliches Fazit

Ich persönlich bin ein Fan von Clouds. Ich nutze gerne die Möglichkeiten, welche diese bieten. Doch in Anbetracht der Nachteile sollte man sich persönlich immer die Frage stellen, ob man seine Dateien dort speichern möchte.

Daher gehe ich den Weg, dass ich Clouddienste wie Google Drive oder Dropbox nur zum Teilen von unwichtigen Dateien nutze. Ich bearbeite gemeinsam mit anderen Personen Textdokumente, tausche Bilder aus, etc.
Persönlichere Dateien lade ich dort jedoch nicht hoch. Diese stelle ich auf einem eigenen Speicher bereit, welcher nicht öffentlich für jeden zugänglich ist. Natürlich besteht auch hier das Risiko eines Hackerangriffs, jedoch ist dies geringer als bei einem großen Dienst, welcher von vielen millionen Menschen genutzt wird.

Allerdings kann ich hier noch sagen, dass die Dateien in meinem Zuhause liegen und nicht in Amerika auf Wanderschaft gehen.

Man sollte sich also immer die Frage stellen: Würde es mir schaden, wenn die Datei veröffentlicht wird, die ich gerade in die Cloud lade?

Sollte man sich hier unschlüssig sein oder die Frage mit einem klaren Ja beantworten, dann Finger weg vom Onlinespeicher. Sensible Daten – insbesondere geschäftliche Daten – haben in einer Cloud nichts zu suchen! Für derartige Daten gibt es Alternativen, die man unter die Lupe nehmen sollte.

Neben der Frage, ob ich die Daten hochladen sollte, ist für mich die Frage nach der Verfügbarkeit ein großes Ding. Da ich in der Vergangenheit öfter einmal Probleme mit der Internetverbindung hatte, wäre es für mich ein Unding, wenn ich nicht an meine Daten käme. Die komplizierten Umwege über Tethering oder das Smartphone sind oftmals zu umständlich oder gar unmöglich. Das iPhone bietet beispielsweise keinen direkten Zugriff auf das Dateisystem, weshalb es mühevoll ist, eine Datei von dort auf den PC zu laden. Unter Android hingegen wäre dies kein Problem.

Alternative

Nachdem die Vorteile nun den Nachteilen gegenüber stehen, sollte ich an dieser Stelle eine gute Alternative erwähnen.
Mithilfe dieser Möglichkeit können Dateien erreichbar, synchronisiert und dennoch sicher sein. Ein wenig Know-How oder eine Person, die einem dabei behilflich ist, sollte man hierfür jedoch mitbringen. Ebenso ist eine halbwegs vernünftige Internetleitung Pflicht.

NAS

Die Alternative, die ich gerne erwähnen möchte, nennt sich NAS. Ein NAS ist ein Netzwerkspeicher, welcher im Prinzip nichts anderes ist, als ein kleiner Server.
Man schließt dieses NAS an den Router an – genauso wie einen PC – und kann über Apps oder über einen Dateimanager (Windows Explorer, Macs Finder, …) zugreifen.
Einige Systeme liefern sogar eine Weboberfläche, so dass man über einen Webbrowser zugreifen kann.

Ein NAS-System für den Heimgebrauch gibt es bereits im Preisfeld von 100 – 200 Euro. Hinzu kommen eventuell Festplatten, sofern diese nicht dabei sind, und der Stromverbrauch. Der Stromverbrauch hält sich hierbei jedoch in Grenzen, so dass man keine stark erhöhten Stromkosten befürchten muss. Die meisten NAS-Systeme unterstützen auch einen Standbymodus, so dass der Stromverbrauch nochmals gesenkt werden kann.

Erreichbarkeit

Das heimische NAS erreicht man dann entweder per Portfreigabe, einer Tür ins eigene Netzwerk sozusagen, oder alternativ über VPN. Bei einem VPN baut man eine Verbindung ins heimische Netzwerk auf, so dass man arbeiten kann, als wäre man vor Ort. Hierbei lässt sich auch das NAS uneingeschränkt nutzen. Die Daten sind verfügbar und können zu jeder Zeit abgerufen werden. VPN wird von einer Vielzahl an Geräten unterstützt (Smartphones, PCs, Tablets, …), was die Nutzung unproblematisch macht.

Persönliches

Ein solches System nutze ich auch für meine Daten. Ich kann dort alles speichern, was ich einer öffentlichen Cloud nicht zutraue. Wenn ich sehr unsicher bin, kann ich die Verbindung der NAS ins Internet kappen, so dass man selbst von außen keine Chance hat darauf zuzugreifen. Natürlich beherberge ich keine solch sensiblen Daten, dass dies notwendig wäre, möglich wäre es allerdings.
Daher kann ich jeder Person, welche Bedenken bei der Wahl eines Onlinespeichers hat, nur zu einem NAS raten. Die Daten bleiben in der eigenen Hand und können je nach Belieben verschlüsselt werden. Außerdem kann ein NAS ebenso wie eine Cloud zum Dateiaustausch dienen.

Die NAS-Systeme von Western Digital bieten hierfür eine Teilen-Funktion an. Hierdurch kann man per Link auf die Dateien zugreifen. Wobei auch hier gilt: Achtung, das ganze funktioniert über die WD-Server.
Sollte man das umgehen wollen, kann man Familienangehörigen oder engen Freunden einen VPN-Zugang gewähren und über einen gemeinsamen Ordner auf dem NAS Daten tauschen und teilen.

Backup

Natürlich muss man bei einem eigenen NAS allerdings an die Datensicherung denken. Anders als bei einem Dienst übernimmt hier keiner die Verantwortung für ein Backup. Daher sollte man zur Sicherheit eine externe Festplatte bereithalten, auf welcher man eine Datensicherung des NAS vornehmen kann. Viele Systeme können das schon automatisch und ohne großen Aufwand.

Cloudserver

Neben einem NAS gibt es ebenfalls die Möglichkeit, einen privaten Server zu betreiben mit einer entsprechenden Software. Diese Software nennt sich ownCloud.

ownCloud ist eine freie Software und kann daher von jeder Person eingesetzt werden. Es gibt auch hier Clients für PCs und Smartphones bzw. Tablets. Die Software ist dazu in der Lage, Daten sowie Kontakte und Termine zu verwalten. Es ist daher auch als Software für Gruppen geeignet, da Dateien und Termine geteilt werden können.

Hierfür benötigt man einen eigenen Server oder einen PC auf dem ein Server virtualisiert werden kann. Zum Einsatz kommen kann ein ausgemusterter PC, was für die meisten Heimanwender genügt.

Man sollte allerdings beachten, dass die Alternative eines NAS für die meisten Heimanwender die bessere Option ist und ich daher an dieser Stelle auch nicht weiter auf ownCloud eingehen möchte. Wer sich hierfür jedoch interessiert, findet man Ende des Artikels Verweise an entsprechende Stellen.


Verweise

Golem.de: Geleakte Zugangsdaten: Der Dropbox-Hack im Jahr 2012 ist wirklich passiert

Mobilegeeks.de: Apple iCloud-Hack: Viele Nacktfotos von Superstars erbeutet

Elektronik-Kompendium.de: Cloud Computing

Bsi.bund.de: Cloud Computing

Bsi.bund.de: Private Cloud: Sicherer Betrieb von ownCloud

Owncloud.org: Webauftritt

Medienpaedagogik-praxis.de: Praxisbericht: OwnCloud im Arbeitsalltag

Kategorien: Computer

1 Kommentar

Das Tablet als digitaler Notizblock – Der Hobbyblog · 25. September 2017 um 19:10

[…] bislang noch nicht so fortgeschritten ist. Selbst in Zeiten des IoT, des Web 2.0 und der Clouds schreiben wir immer noch am liebsten auf Papier. Besonders im Hörsaal sieht man nahezu jeden […]

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