Balkonkraftwerk Ertrag aus 2022

Veröffentlicht von Lukas am

Im vergangenen Jahr begann endlich der Betrieb meines Balkonkraftwerks, auf das ich so lange gewartet habe. Endlich Sonnenenergie für das Smart Home und eine Entlastung für das öffentliche Stromnetz. Schon in der ersten Woche habe ich mich gefragt, wie wohl der Balkonkraftwerk Ertrag aussehen würde, wenn das Teil mal ein paar Wochen läuft.

Zu Beginn gab es dazu sogar bei mir auf Instagram noch ein paar Updates. Doch die habe ich inzwischen wieder eingestellt. Schuld daran war ein Fehler in der Hausautomation, der mir die komplette Berechnung einmal über den Haufen geworfen hat. Und natürlich die Schwierigkeiten, die ich mit dem Shelly hatte. Doch glücklicherweise sind die Daten in der Shelly-App noch vollständig und so kann ich eine große Auswertung über die vergangenen Monate machen.

Im Mittelpunkt soll dabei mein Ertrag stehen. Natürlich ebenso mit Einbezug des generellen Verbrauchs, den ich ebenfalls über die ganze Zeitspanne erfasst habe. Worum es mir hierbei nicht primär gehen soll, ist der Balkonkraftwerk Ertrag pro Tag. Denn die Zeitspanne sollte für eine gute Auswertung in meinen Augen schon etwas größer sein.

Ich ziehe also Daten aus insgesamt 5 Monaten herbei, die zumindest ein eingeschränktes Bild auf Photovoltaik erlauben. Dabei betrachten wir auch den Ertrag im Winter und ich möchte dir noch einen Ausblick auf das laufende Jahr geben.

Mein Balkonkraftwerk im Einsatz

Installiert wurde das Balkonkraftwerk im August. Genauer gesagt etwa Mitte bis Ende des Monats, so dass der Ertrag in diesem Zeitraum schon deutlich geringer ausfällt, als bei anderen. Da jedoch der Sommer noch nicht ganz vorbei war, konnte ich noch die letzten Sonnenstrahlen mitnehmen und meinen Geldbeutel entlasten. Zumindest wenn man die Investitionskosten an dieser Stelle mal vernachlässigt.

Generell – und das werden sicherlich auch einige mitbekommen haben – gab es bei meinem Projekt immer wieder Verzögerungen und Probleme. Angefangen hat es bei der verzögerten Lieferung und dann bei der generellen Elektroinstallation der Wohnung. Im Grunde war es ein mehrwöchiges Drama, das sich dann noch mit den Fehlern beim Shelly fortgesetzt hat.

Ende 2022 jedoch war alles so weit finalisiert, dass der Ertrag für dieses Jahr hoffentlich gesichert ist. Die Probleme bei der Lieferung liegen sowieso in der Vergangenheit, angeschlossen ist alles und sogar der Shelly hat aktuell richtig Lust auf günstigen Strom. Jedenfalls scheint es mir so.

Doch all diese Stolpersteine hatten auch etwas Gutes. Ich konnte während der Zeit wieder Neues lernen und weiß zumindest künftig, worauf ich besser achten müsste. Auf der Schattenseite befindet sich natürlich der entgangene Ertrag und damit die Entlastung, die ich für mich hätte erzielen können.

Trotzdem bin ich sehr froh über dieses Projekt und gerade das aktuelle Jahr wird für mich nochmal besonders interessant. Denn in diesem Jahr läuft das Balkonkraftwerk 365 Tage konstant durch.

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Mein Stromverbrauch in den Monaten

Um nun etwas besser einschätzen zu können, wie viel mir das Balkonkraftwerk im Jahr 2022 gebracht hat, muss man meinen Stromverbrauch kennen. Nur so lässt sich erkennen, welchen Anteil der grüne Strom am Gesamtverbrauch hatte. Ich habe dir hierzu mal alle meine Daten aus dem poweropti in eine Übersicht gebracht, aus der wir nun ein paar Daten genauer betrachten.

Mein Stromverbrauch 2022

Wie du sehen kannst, hat sich der Stromverbrauch über das Jahr etwas gesenkt. Tatsächlich siehst du hier genau den Verbrauch, den ich aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen habe. Gerade ab August fällt auf, dass der Bezug sich etwas verändert hat. Im September war dann ein Tiefpunkt. Zu beachten ist dabei aber auch, dass man sich gerade in den Sommermonaten gerne mal im Freien aufhält und natürlich auch weniger daheim ist. Demnach fällt der Stromverbrauch nicht ganz so hoch aus.

Trotz allem gab es auch in den Sommermonaten Tage, an denen die Klimaanlage lief. Anders wäre ein halbwegs normales Arbeiten hier im Raum auch kaum noch möglich gewesen. Denn der Sommer war schon ziemlich hart.

Ich komme in Summe also auf einen Gesamtbezug von 2.593,89 kWh. Für einen Zwei-Personen-Haushalt finde ich das im Rahmen. Einsparpotenzial gäbe es sicherlich an der einen oder anderen Stelle noch. Doch dazu kommen wir noch.

Vergleichen wir die Daten mit diversen Angaben aus dem Netz, so wird klar, dass mein Haushalt minimal über dem Durchschnitt liegt. Denn der Durchschnitt liegt hier wohl bei 2.000 – 2.100 kWh pro Jahr. Allerdings muss man natürlich bei solchen Vergleichen unterschiedliche Faktoren heranziehen. Und ich bin mir sicher, dass ein Bildschirm weniger und keine Klimaanlage schon einen enormen Unterschied machen könnten. Aber es ist eben komfortabel …

Mein Balkonkraftwerk Ertrag in den Monaten

Blicken wir nun als nächstes auf den Balkonkraftwerk Ertrag, den mir die Shelly-App verraten hat. Dort gibt es im Grunde keine großen Überraschungen, dennoch sind die Daten ziemlich interessant. Gerade die geringe Ausbeute am Jahresende zeigt, dass für Photovoltaik die Sommermonate deutlich besser sind.

Balkonkraftwerk Ertrag 2022

Wir sehen also, dass meine Erzeugung irgendwann im August begonnen hat. Demnach konnte ich nicht das volle Potenzial ausschöpfen, das mir der Monat geboten hätte. Dennoch ist eine gute Ausbeute zu sehen. Etwas besser wurde es hingegen im September. Hier fand im Jahr 2022 eindeutig die größte Produktion statt. Ganze 40,4 Kilowattstunden hat uns die Sonne dabei geliefert.

In der Grafik siehst du aber auch sehr deutlich, dass die Produktion dann ab Oktober rapide abgenommen hat. Hier begann dann die dunkle Jahreszeit, die sich nun erst so langsam legt. Sobald die Tage kürzer werden, kann man eben auch nicht mehr so viel Strom aus der Sonne ziehen. Leider.

Gut hingegen ist, dass inzwischen die Produktion wieder steigt, nachdem auch der Januar noch sehr dunkel war. Ob das in jedem Jahr so sein wird, das werde ich dann in den nachfolgenden Jahren sehen. Dazu kann ich an dieser Stelle noch nichts sagen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass die Produktion allgemein so ab Februar grundsätzlich wieder besser wird.

Wenn ich mir die Daten in dieser visualisierten Form so ansehe, so wird mir außerdem klar, dass der Unterschied zwischen Oktober und November wirklich gewaltig ist. Dagegen wirken die Unterschiede in den anderen Monaten fast winzig.

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Ein Gesamtüberblick über den Strom

Als letzten Schritt möchte ich mir nun noch mit dir zusammen die Gesamtauswertung ansehen. Hierbei fließen sowohl die Erzeugung, der Bezug als auch die Rückspeisung ein. Hier wird also die Erzeugung nochmal etwas genauer unterteilt. Denn bislang kam noch nicht zur Sprache, dass ein Teil der Erzeugung zurück ins öffentliche Stromnetz geflossen ist.

Meine Stromauswertung 2022

Wir können also erkennen, dass wiederum ab August eine Veränderung stattgefunden hat. Logisch, denn da ging das Balkonkraftwerk in Betrieb. Die blauen Balken stellen dabei den Strombezug aus dem öffentlichen Netz dar. Orange ist der selbst verbrauchte Anteil der Erzeugung und grün ist der Teil des Stroms, der ins öffentliche Netz zurückgeflossen ist.

Wäre nun am Balkonkraftwerk ein Akku angebracht, so würde sich der blaue Teil nochmal um den Anteil verringern, der in der Grafik grün dargestellt ist. Allerdings erkennen wir auch an dieser Stelle, dass dieser Teil enorm klein ist und sich aus wirtschaftlicher Sicht die Anschaffung eines Akkus für das Balkonkraftwerk nicht lohnt. Nochmal deutlicher wird das, wenn man die Zeit bis zur Amortisierung einbezieht. Doch darauf will ich jetzt an dieser Stelle gar nicht eingehen.

In absoluten Zahlen gesprochen beträgt mein Balkonkraftwerk Ertrag insgesamt 122,6 kWh. Hierzu zählt die selbst verbrauchte Erzeugung sowie der Teil, welcher ins öffentliche Netz zurückgeflossen wurde. Eingespeist habe ich in diesem Zeitraum übrigens 21 kWh. Das bedeutet, dass ein Anteil von etwa 17 % ins öffentliche Netz geflossen sind. 83 % hingegen wurden direkt im Haushalt selbst verbraucht. Diesen Anteil gilt es für das aktuelle Jahr noch ein wenig zu optimieren. Denn jedes verschenkte Watt ist im Grunde ein Watt, das mir an anderer Stelle fehlt. Und vergütet wird es ja schlussendlich auch nicht.

Optimieren der Werte

Nun stellst du dir vielleicht die Frage, wie ich die gezeigten Werte für das aktuelle Jahr noch weiter optimieren will. Und dazu habe ich mir schon ein paar sinnvolle Punkte ausgedacht, die ich im Laufe der Zeit noch umsetzen möchte, um den Balkonkraftwerk Ertrag weiter zu erhöhen.

Kleinigkeiten sind zum Beispiel, dass stromhungrige Haushaltsgeräte immer am Tag genutzt werden. Also Wäsche waschen und die Spülmaschine laufen lassen wird künftig auf die Zeit zwischen 10 und 15 Uhr geschoben, sofern das möglich ist. Dadurch kann die größte Produktion schon in diesen Teil des Haushalts wandern, ohne dass ich ihn verschenken muss.

Rechenintensive Aufgaben am PC könnte man natürlich dann auch zu solchen Zeiten machen. Zwar ist das eine viel größere Herausforderung, doch es kann einen Unterschied machen. Ist deine CPU stärker ausgelastet, wird dein Rechner auch mehr Strom verbrauchen. Genauso verhält es sich mit der Helligkeit deines Bildschirms. Bedeutet im Grunde, dass die Helligkeit am Abend und in den Morgenstunden heruntergeregelt werden muss, während sie am Tag etwas höher sein darf. Insbesondere im Homeoffice wird das für mich ein entscheidender und wichtiger Punkt sein.

Für die Tage, an denen keiner daheim ist, gibt es aber auch einen interessanten Trick. Denn das Smart Home überwacht kontinuierlich den Stromverbrauch sowie die Erzeugung. Wird nun erkannt, dass es einen Überschuss über einen gewissen Zeitraum gibt, kann eine intelligente Ladestation eingeschaltet werden. Nun wird wieder beobachtet, ob der Überschuss über einen längeren Zeitraum verschwindet und bei Bedarf wird dann die Steckdose wieder ausgeschaltet. So kann man zumindest in der Theorie noch einiges an Überschuss in Akkus von diversen Geräten stecken.

Wenn ich mir so überlege, welche Geräte ich über den Tag laden könnte, die ich nicht sofort brauche … Da könnte ich vielleicht noch etwas rausreißen. Aber das wird sich dann im Praxistest zeigen. Die passende Steckdose hierfür liegt jedenfalls schon bereit.

Positionierung und Reinigung der Module

Als weiterer Optimierungspunkt für einen höheren Balkonkraftwerk Ertrag steht auf meiner Liste, dass ich die Module in diesem Frühjahr noch gerne einmal reinigen würde. Denn auch wenn man es aus der Ferne kaum so richtig sehen mag, sammelt sich doch das eine oder andere auf den Modulen, wodurch die Leistung abnehmen kann. Im Artikel von DigitalDad ist das in meinen Augen ziemlich gut beschrieben.

Außerdem stelle ich mir immer wieder die Frage, ob die Positionierung meiner Module aktuell optimal ist. Gerade wenn ich mir die Werte von anderen so ansehe, kommen mir dabei manchmal Zweifel. Allerdings ist der Standort leider auch umgeben von Bäumen und dem Nachbarshaus. Das beschränkt meine Erträge auf ein bestimmtes Zeitfenster, das sich immer wieder wiederholt.

Meine Beobachtungen zeigen außerdem, dass eine geringfügige Positionsänderung womöglich schon ein paar Watt mehr bringen könnten. Das kann insbesondere für das Frühjahr und den Herbst interessant werden, um so auch noch die ersten und letzten Sonnenstrahlen besser auszunutzen.

Kategorien: Aus dem Leben

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Lukas

Als Softwareentwickler und Projektmanager mit einem Master of Science in Wirtschaftsinformatik weiß ich genau, wie die Dinge in der IT zu funktionieren haben. In meinem Blog kombiniere ich seit mehr als 7 Jahren mein Wissen mit meiner Neugier im Bereich Smart Home. Transparenz und Praxisnähe stehen für mich dabei im Vordergrund. Mein Fokus liegt vor allem auf der Software ioBroker, da ich mein eigenes Smart Home damit betreibe. Meine Beiträge basieren somit nicht nur auf theoretischem Know-how, sondern auch auf praktischen Erfahrungen aus meinem vernetzten Zuhause. Mein persönliches Ziel ist es, dir Einblicke in das Smart Home zu geben, die dich wirklich voranbringen.

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