Datensicherung

Quelle: Microsoft Windows 10 Sicherungsoptionen

Sind wir doch mal ehrlich, es wird einem immer wieder geraten, dass man ein Backup erstellen soll. Doch tut man es wirklich?

Backups gehören zu diesen Dingen, die man gerne auf morgen verschiebt und dann doch nie erledigt. Man sieht im Hier und Jetzt nicht den Bedarf, da doch alles sauber läuft. Was jedoch viele Computernutzer außer Acht lassen, die Daten sind schneller weg als man schauen kann. Und dann beginnt man zu realisieren, dass kein Geld der Welt diese Daten ersetzen kann. Bilder vom letzten Urlaub, dem Partner, dem Haustier oder den Eltern … es gibt vieles, das weg ist.

Wie kann man Backup definieren?

Ein Backup ist im Grunde ein Abbild einer Datei, die auf einem Gerät liegt. Backups sind nicht rein auf Desktop-PCs beschränkt, sondern können auch von mobilen Geräten (Android und iOS) angefertigt werden. Man kann also formal sagen, dass eine Datei von Ort A nach Ort B kopiert wird. Im Fehlerfall kann man sie somit wiederherstellen. Je nach Bedarf kann man unterschiedliche Backups anfertigen. Für Otto-Normal-Verbraucher ist es lediglich hilfreich, wenn man zwischen einem Image und einem Datenbackup unterscheiden kann.

Bei einem Image wird ein vollständiges Abbild von der Festplatte erstellt. Es werden neben den Daten auch die Daten des Betriebssystems gesichert, so dass dieses ebenfalls wiederhergestellt werden kann. Neben der Funktion der Datensicherung dient diese Form des Backups auch in Unternehmen oder Schulen für das Ausrollen von Betriebssystemen inklusive installierter Programme. Zu empfehlen ist ein Image aus meiner Sicht nach der frischen Installation des Betriebssystems und der Programme. Im Notfall reicht somit das Einspielen des Images und man spart sich die mühevolle Installation von einzelnen Programmen.

Beim Datenbackup bzw. einer Datensicherung hingegen wird das Betriebssystem nicht gesichert. Es werden lediglich die Benutzerdaten gesichert, so dass diese im Fehlerfall geschützt sind. Das Backup ist in diesem Fall kleiner und erfolgt dadurch auch schneller. Es ist ratsam, ein solches Backup regelmäßig anzufertigen, da sich Daten häufiger ändern als das Betriebssystem.

Inkrementell vs. differenziell

Ist man nun kleinlich, unterscheidet man das Datenbackup nochmals in ein differenzielles und inkrementelles Backup. Differenziell bedeutet, dass – basierend auf dem letzten vollständigen Backup – nur die geänderten Dateien gesichert werden. Bei einem inkrementellen Backup werden Daten gesichert, die sich seit dem letzten inkrementellen Backup geändert haben.

Eventuell fragst du dich nun, wieso das wichtig ist? Darauf gibt es eine ganz einfache Antwort: Die Dauer des Backups. Sichert man jedes Mal den kompletten Rechner, so dauert es länger, als wenn man nur die geänderten Daten sichert. Denn wozu sollte man auch Daten sichern, die sich nicht geändert haben?

Dauer der Backups

Nehmen wir an, wir wollen ein Image von einem Rechner machen, der eine Festplatte der Größe 500 Gigabyte verbaut hat. Diese ist randvoll. Zur Verfügung haben wir einen USB 2.0 Anschluss, wie ihn aktuell noch sehr viele Rechner haben.

Als erstes rechnen wir die Größe der Festplatte von Gigabyte in Gigabit um. Dazu multiplizieren wir die Größe der Festplatte mit 8. Denn es gilt: 1 Byte sind 8 Bit.
Somit rechnen wir aus: 500 Gigabyte * 8 Bit = 4000 Gigabit

Wir müssen also insgesamt 4000 Gigabit sichern.

Zur Verfügung steht ein USB 2.0 Anschluss, welcher theoretisch eine maximale Geschwindigkeit von 280 MBit pro Sekunde erlaubt. Nun müssen wir die Gigabit noch in Megabit umrechnen, da die Angabe der Geschwindigkeit in Megabit pro Sekunde erfolgt:
4000 Gigbit * 1000 = 4000000 Megabit

Wir wissen nun also, dass 500 Gigabyte 4000000 Megabit entsprechen. Diese müssen nun mit 280 Megabit pro Sekunde gesichert werden:
4000000 Megabit / 280 Megabit pro Sekunde = 14285,71 Sekunden

Diese knapp 14285 Sekunden werden nun umgerechnet in Minuten, was etwa 238 Minuten entspricht. Grob überschlagen dauert die Datensicherung somit etwa 4 Stunden.

Erkenntnis aus der Rechnung

Anhand dieser Rechnung kann man sehr schön erkennen, dass es sinnvoll ist, genau auf die Backupstrategie zu achten. Je mehr Daten gesichert werden müssen, desto länger dauert es. Beschleunigen lässt es sich durch schnellere Verbindungen (beispielsweise USB 3.0) oder durch eine passendere Strategie. Ebenso muss man auch auf die Geschwindigkeit der externen Festplatte achten, denn nicht jedes Gerät stellt die maximal verfügbare Geschwindigkeit bereit. Hilfreich sind hier sogenannte Benchmarktests, die im Internet zu finden sind.

Wohin sollten die Backups erfolgen?

Die erste wichtige Regel hier ist: niemals auf USB-Sticks oder SD-Karten! Diese Speichermedien sind sehr empfindlich und gehen auch schnell kaputt.

Geeignet für Backups sind in der Regel externe Festplatten, Netzwerkspeicher (NAS) oder andere Rechner. Die Cloud wäre theoretisch auch denkbar, jedoch sollte man hier meiner Meinung nach auf Verschlüsselung setzen und ist bedingt durch die teilweise geringen Upload-Geschwindigkeiten von Internetanschlüssen etwas eingeschränkt.

Für den Heimgebrauch sind externe Festplatten meist die beste Lösung, da sie ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis bieten. Ist die externe Festplatte ausreichend groß, so können auch mehrere Backups auf eine Festplatte erfolgen, so dass man zur Not auch auf das vorletzte Backup zurückgreifen kann. Diese externe Festplatte kann man gegebenenfalls auch durch eine zweite ergänzen und eine davon an einem entfernten Ort aufbewahren. So kann man sich auch sicher sein, dass im Fall eines Brands die Daten geschützt sind und man jederzeit wieder darauf zugreifen kann.

Hat man nun mehrere Rechner, die man sichern möchte, so kann dies auch auf ein NAS erfolgen. Auf diesem NAS laufen die Daten zentral zusammen und die Sicherung kann auch zentral erfolgen. Das erspart Arbeit und Zeit. Ebenso kann die Sicherung auch über Nacht erfolgen, da das NAS im Dauerbetrieb läuft.

Das Scheinbackup namens RAID

Viele unerfahrene Nutzer betreiben in ihrem Zuhause ein NAS im RAID-Modus. Das bedeutet, dass das NAS mindestens zwei Festplatten enthält, die sich (meist) spiegeln. Doch dies ersetzt leider kein Backup. Ein RAID-System ist lediglich dazu gedacht, die Zeit zwischen Ausfall einer Festplatte und dem Ersetzen zu überbrücken. Das schafft Zeit und eine zusätzliche Sicherheit. Jedoch kann es auch vorkommen, dass ein Überspannungsschaden eintritt und beide Festplatten zerstört. In diesem Fall wäre selbst ein RAID-System völlig ausgeliefert.

Neben der Situation der Überspannung könnte ein RAID-System auch durch Malware infiziert werden, was beide Festplatten unbrauchbar machen würde. Man hätte keine Sicherung mehr zur Hand und wäre darauf angewiesen, dass die Daten doch irgendwie gerettet werden können.

Hauptsächlich aus diesen beiden Gründen gilt: RAID ist kein Backup!

Schlusswort

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, nicht nur Otto-Normal-Nutzer sind faul was Backups angeht. Doch Daten können so schnell weg sein und die Wiederherstellung – sofern sie überhaupt möglich ist – kann sehr nervenaufreibend sein. Auch ich hatte bereits mit mehreren Festplattenschäden zu kämpfen. Von Überspannung über Altersschwäche war schon einiges dabei. Glücklicherweise ließen sich die Daten oft wiederherstellen oder waren teilweise so unwichtig, dass man sie sowieso nicht mehr gebraucht hat.

Doch sobald es an Erinnerungsstücke geht, wichtige Dokumente oder vieles mehr, wird es sehr ärgerlich. Es gibt zwar Dienstleister, die Daten wiederherstellen sofern dies möglich ist, jedoch sind die Kosten hierfür oft enorm. Diesen Kosten kann man entgegenwirken, indem man ein paar Euro spart und diese für eine externe Festplatte ausgibt. Zwar ist das für viele Geld, das man für andere Dinge bräuchte oder ausgeben möchte. Jedoch erspart man sich einen Haufen Ärger und kann sich im Fall des Schadens entspannt zurück lehnen, während die Daten wiederhergestellt werden.

Wer übrigens auf der Suche nach Backup Software ist, der kann zu Beginn die Sicherung von Windows verwenden. Viele halten zwar nichts von dieser Sicherung, jedoch ist es immer noch besser als nichts zu tun. Bequem ist hierbei das Windows 10 Backup, das in den Einstellungen zu finden ist.

Kategorien: Computer

3 Kommentare

Bilder vom iPhone sichern – Der Hobbyblog · 26. Dezember 2017 um 15:30

[…] 100 Prozent gegen ein Versagen der Hardware gewappnet. Es ist also wichtig, dass wir regelmäßig Backups unserer Daten anlegen, so dass wir diese nicht verlieren. Doch Bilder stellen oft etwas besonderes […]

OpenHAB2 und die FritzBox - ein Traumpaar – Der Hobbyblog · 23. Oktober 2017 um 18:35

[…] ein Backup von euren Konfigurationsdateien an. Vor kurzer Zeit hat unsere SD-Karte das Zeitliche gesegnet und […]

Versionierung - eine komplizierte Hilfe – Der Hobbyblog · 9. September 2017 um 15:37

[…] stellt. Dies hat den Vorteil, dass die Repositories zu jeder Zeit erreichbar sind, oft bereits Backups erstellt werden und Du Dich um nicht all zu viel selbst kümmern […]

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