Alexa gegen Google Home – Wer hat die Nase vorn?

Ich habe schon ausführlich über beide Sprachsteuerungen erzählt. Ich persönlich nutze den Amazon Echo sehr gerne und habe damit gute Erfahrungen gemacht. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass ich den Google Home testen konnte. Aber ich muss zugeben, skeptisch war ich sehr. Denn ich war schon sehr überzeugt von Alexa. Egal, ob es ihr Äußeres oder auch ihre inneren Werte sind, die man betrachtet.

Jetzt ist es allerdings an der Zeit, dass ich endlich beide Sprachsteuerungen miteinander vergleiche. Der Kampf der Giganten, der Zickenkrieg. Denn eines ist sicher: keine lässt die andere besser da stehen. Ich vergleiche in meinem Beitrag einen Google Home (keinen Mini) und einen Amazon Echo Plus mit der integrierten Smartbridge. Danach wirst du für dich selbst die Frage beantworten können: „Lohnt sich Google Home?„.

Alexa gegen Google

Damit es dir möglichst angenehm fällt den Vergleich zu lesen, werde ich ihn tabellarisch aufbauen und nach der Aufzählung ausführlich auf den einen oder anderen Punkt eingehen. Doch beginnen wir mit dem Google Home Alexa Vergleich. Los geht’s!

Der Vergleich der Eckdaten

Google Home Amazon Echo Plus
Größe 142,8 Millimeter hoch
96,4 Millimeter Durchmesser
 235 x 84 x 84 Millimeter
Gewicht 477 Gramm 954 Gramm
Farben weiß, schiefer  schwarz, silber, weiß
Individualität mittel  gering
Anschlüsse WLAN (802.11 b/g/n/ac – 2,4 und 5 GHz), Bluetooth WLAN (802.11 a/b/g/n – 2,4 und 5 GHz), Bluetooth, ZigBee, 3,5 Millimeter Klinke
Erweiterbarkeit mittel hoch
Eindruck positiv positiv
Spaßfaktor mittel hoch
Quantität der Informationen hoch mittel

Die Auswertung der Eckdaten

Nicht jede Eigenschaft ist gleich viel wert. Der Spaßfaktor wird oft beim Kauf höher gewertet als die Quantität der Informationen. Nach dem Kauf und nach ein paar Wochen der Nutzung stellt man jedoch fest, dass die Informationen einfach passen müssen, da sonst der Spaß über Kurz oder Lang verloren geht.

Die Größe und das Gewicht der Lautsprecher sind für mich recht unwichtig. Solange das Gewicht in einem gesunden Verhältnis zur Größe steht. Ein Gerät mit 142 mm Größe und 2 Tonnen Gewicht wäre dies natürlich nicht mehr. Ganz abgesehen davon, dass kein Tisch in meinem Haushalt das tragen könnte. Hier geht die Größe und das Gewicht beider Lautsprecher völlig in Ordnung. Und obwohl der Amazon Echo etwas größer ist als der Google Home, finde ich den Amazon Echo ansprechender. Er hat zwar eine wirklich langweilige Form, aber eine schön langweilige. Sie gefällt mir einfach.

Die unterschiedlichen Farben der Geräte sind in meinen Augen schon wichtiger. Während es den Google Home nur in weiß und in schiefer gibt, lässt sich der Amazon Echo Plus in schwarz, silber und weiß kaufen. Insbesondere schwarz dürfte die Wunschfarbe für viele Personen sein. Typische Elektrogeräte sind irgendwie immer schwarz. Wir in Deutschland mögen es wohl einfach schlicht. Hier sehe ich den Google Home noch im Nachteil, denn ihn gibt es bislang nicht in schwarz. Ob Google da nachbessert … wir werden es sehen. Beim Google Home lassen sich die Farben jedoch durch die auswechselbare Basis etwas aufpeppen.

Was meine ich mit Individualität? Nun, die Individualität greift das Argument der Farben irgendwie nochmals auf. Der Google Home lässt sich toll anpassen, indem man eine andere Basis wählt. So kann jeder seinen Assistenten zusammenstellen, wie er einem gefällt. Das geht beim Echo nicht. Dieser ist durchweg in einer Farbe und lässt sich nicht individuell anpassen. Klar, richtig individuell sind beide nicht. Doch ich denke, der Google hat hier eindeutig die Nase vorn.

Die Erweiterbarkeit beschreibt, inwiefern man den Assistenten durch Software oder auch Hardware erweitern kann. Der Amazon Echo punktet hier, da man mit ihm Smarthome-Geräte steuern kann ohne dass man eine Bridge betreiben muss. Zudem gibt es für diesen sehr viele Skills, die sich einfach aktivieren lassen. Skills haben den Vorteil, dass sie von jeder Person entwickelt werden können. Unterschiedliche Personen haben unterschiedliche Wünsche und Anforderungen, was die Auswahl sehr groß macht. Der Google Home lässt sich nur durch das Koppeln von Bridges erweitern. Und da auch nur im Bereich Smarthome.

Das letzte Merkmal, welches ich nochmals aufgreifen möchte ist die Quantität der Informationen. Diese ist beim Google Home sehr hoch, denn Google kennt mit Abstand die meisten Dinge im Netz. Google indexiert Seiten und kennt dadurch deren Inhalt. Amazon hinkt hier etwas hinterher, aber das entspricht auch nicht ihrem Kerngebiet. Wer wirklich viele Informationen im Netz finden will und nicht auf unterschiedliche Skills zurückgreifen will, erfreut sich am Google Home.

Doch zu welchem Assistenten greift man nun?

Nun ja, jeder rät einem hier etwas anderes. Ich persönlich bin der Meinung, dass man keinen als wirklichen Sieger küren kann. Denn jeder Assistent hat seine Stärken an einer anderen Stelle. Grob eingliedern würde ich die beiden so, dass man eher zum Google Home greift, wenn man viele Informationen haben möchte. Den Amazon Echo nimmt man hingegen eher, wenn man viel Wert auf Musik und Sound legt. Denn der Google Home hat hier definitiv nicht die Nase vorn. Der Amazon Echo liefert schon von Haus aus einen sehr guten Klang für den Hausgebrauch und wird vom eigenen Musikstreaming sehr gut unterstützt. Mit Prime Music oder Music Unlimited ist das wirklich ein ideales Produkt. Auch Radio hören ist problemlos möglich.

Wir haben uns intern abgestimmt, ob wir jeweils etwas finden können, das den einen Assistenten vom anderen abhebt. Ein Alleinstellungsmerkmal also. Etwas, wobei man sofort an einen der beiden Sprachassistenten denken muss. Doch ich muss ganz ehrlich gestehen, uns ist nichts eingefallen. Klar bietet jeder seine eigenen Vorteile, doch es gibt kein Merkmal, welches einer einzig und allein für sich beansprucht. Das macht die Wahl zwischen beiden natürlich nicht gerade einfacher und die Kaufentscheidung fällt schwerer.

Wer die Möglichkeit hat, sollte definitiv beide Geräte testen. Im Zweifel hilft es hier auch, dass man online die Möglichkeit hat die Geräte innerhalb einer Frist ohne Angabe von Gründen zurück zu geben. Das sollte man auch in Anspruch nehmen und sich nicht davor scheuen. Ein kurzer Test in einem Elektronikfachgeschäft ist zwar nett, spiegelt meist jedoch keine Alltagssituation wieder. Zu Beginn – die Erfahrung haben wir gemacht – nutzt man die Geräte meist etwas anders als es sich dann im weiteren Verlauf ergibt.

Wovon du sicher ausgehen kannst

Was ist heute noch sicher? Dass sich Geräte weiterentwickeln! Google und Amazon werden ihre Sprachassistenten weiter ausbauen und neue Funktionen einbauen. Google wird vielleicht eines TagesGoogle Home eine enge Verbindung zwischen seinem Betriebssystem Android und dem Google Home herstellen, so dass man viele Dinge nicht nur am Smartphone, sondern auch am Google Home erledigen kann. Ebenso wird man – davon bin ich überzeugt – die kontextbezogenen Dialoge weiter ausbauen, so dass man auch übergreifend ohne lästiges Fragen im gleichen Schema mit dem Assistenten sprechen kann. Vielleicht wird man durch den Assistenten auch Aktionen auf dem Smartphone auslösen können oder gar Inhalte in den Google Apps anlegen können. Denkbar wäre auch, dass man das Smartphone als Zubehör für den Google Home verwendet und dieser dadurch über ein Display zur Darstellung von Informationen verfügt.

AlexaAmazon wird weiter auf die Vernetzung seiner Geräte achten und die Smarthome-Funktionen ausbauen. Durch Skills von Entwicklern werden enorm viele Funktionen hinzu kommen und auch mehr Unternehmen werden auf die Sprache setzen. Vielleicht wird es so auch möglich sein, dass man direkt den Support kontaktieren kann oder mit Unternehmen in Verbindung tritt. Den Ideen sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Ebenso wird Amazon seine Alexa auf noch mehr Geräte bringen und so den Erfolgskurs aufrecht erhalten. Und dann steht da ja auch noch die Vernetzung zwischen dem Echo und dem Fire TV an, so dass man diesen per Echo steuern kann ohne die Fernbedienung zu nutzen. Wer also bereits seinen Fernseher mit Sprache steuern kann, der wird hier auf alle Fälle auf seine Kosten kommen. Vielleicht können wir ja dann eines Tages unsere Fernbedienungen entsorgen können. Oder zumindest in der Schublade verschwinden lassen können.

Einfallen lassen müssen sich definitiv beide Unternehmen etwas, denn die Konkurrenz schläft nicht. Apple ist auf dem Weg seinen HomePod in die Geschäfte zu bringen und möchte damit direkt gegen beide antreten. Da hilft es auch Amazon nichts, dass sie aktuell die Nase vorn haben. Denn ein Techniktrend ist schneller abgelöst als alles andere. Heute ist es eine Neuerung und morgen ist es bereits veraltet.

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