Kennst du diese ganzen „Wie ich mit ChatGPT reich wurde“-Postings auf Social Media? Genau das wird es hier nicht!
Ich will dir in meinem Artikel zeigen, wie ich mir einen AI-Workflow gebaut habe, der mich im Alltag unterstützt. Ein Workflow, der mir mehr Arbeit abnimmt als er mir verschafft. Und ein Workflow, der einen spürbaren Einfluss auf mein Smart Home mit Home Assistant hat. Denn genau das ist der Stand, den viele so spannend finden.
Das sehe ich immer wieder in diversen Facebook-Gruppen, wo über den Einsatz von Claude oder Codex mit Home Assistant gesprochen wird. Oftmals bewegen wir uns hier zwischen Faszination und Skepsis. Aber nur selten reden wir wirklich im Detail darüber, wie es denn im Alltag aussieht und was die Leute damit schon erreicht haben. Denn eine gute Architektur baut dir nicht einfach das nächste Dashboard. Sie baut das digitale Zuhause nach deinen Wünschen genau aus.
Ich zeige dir, wie ich mir ein System geschaffen habe, das mir im Alltag hilft. Und welchen Nutzen ich daraus ziehe. Denn ich selbst experimentiere nun schon eine ganze Weile mit KI und habe mir so über Monate einen eigenen Einblick verschafft. Ganz ohne reißerische Headlines und die Suche nach dem nächsten großen Ding.

Mein Alltag: Zwischen Smart Home und Job
Grundsätzlich unterscheidet sich mein Alltag wahrscheinlich kaum von deinem. In der Regel beginnt mein Tag um 6 Uhr am Morgen. Aufstehen, ins Bad, anziehen, frühstücken und auf zur Arbeit. Da bleibt wenig Spielraum für Spielereien im Smart Home. Dafür ist schlichtweg die Zeit zu knapp.
Bei der Arbeit verbringe ich dann meine Stunden vor dem Bildschirm. Ich entwickle Software und nutze auch dort inzwischen die KI sehr intensiv. Das hat meinen Output erhöht bei einem spürbaren Rückgang an Fehlern und Ungenauigkeiten. Ich nutze dafür vor allem Claude, nachdem ich auch Codex ausprobiert habe.
Ich bin schon einige Zeit „im Game“. Angefangen mit dem GitHub Copilot und ChatGPT, über OpenCode, bis ich nun bei Claude gelandet bin. Und ich muss sagen, Claude fühlt sich für mich gut an. Ich bekomme in meiner Arbeitswoche erstaunliche Ergebnisse hin und habe immer wieder den Eindruck, dass ich inzwischen mehr ein Entwickler mit „Superkräften“ geworden bin.
Durch meine ausgiebige Zeit am Bildschirm sehne ich mich aber auch nach etwas anderem. Ich will nicht mehr nach Hause kommen und nochmal 4 Stunden Bildschirmzeit am Schreibtisch dranhängen. Ich entspanne zwar auch gerne bei einem guten Film oder einer guten Serie auf dem Sofa, aber ich sehe das als „andere“ Bildschirmzeit.
Inzwischen hat es sich auch total eingebürgert bei mir, dass ich am Wochenende kaum noch Zeit am Schreibtisch verbringe. Wenn ich mal den Rechner brauche, dann klappe ich mein Notebook auf, mache das Notwendige und schalte es wieder aus. Aktuell tut mir das ziemlich gut.
Da aber auch das Smart Home sehr stark von Zeit am Bildschirm geprägt ist, fällt das nicht immer so leicht. Gerade wenn du selbst mit Home Assistant arbeitest, weißt du, dass man wirklich Stunden versenken kann. Viele Stunden. Hier entlastet mich mittlerweile die KI.
Mein Stack: Der Aufbau
In meinem Keller laufen zwei Rackserver, um mir die notwendige Infrastruktur für Experimente, Tools und das Smart Home bereitzustellen. Ein Kindheitstraum, der für mich in Erfüllung gegangen ist. Da diese Technik rund um die Uhr läuft, wollte ich sie für meinen Workflow nutzen. Es genügt aber auch zum Beispiel ein Mini-PC, möglicherweise sogar ein Raspberry Pi.
Auf meinem Server habe ich eine neue virtuelle Maschine erstellt, die ausschließlich für OpenCode dient. Die Software stellt mir ein Webinterface sowie alle notwendigen Schnittstellen für einen sogenannten TUI-Zugriff (also per Terminal) bereit. Ich verbinde mich nun per Browser oder PowerShell mit dem Server und kann loslegen. Für die notwendigen Konnektoren habe ich verschiedene MCP-Server angebunden, darunter auch den Home Assistant MCP.
Eine eigene virtuelle Maschine habe ich deshalb gewählt, weil ich so auch eine eigene Umgebung habe. Die ist vom restlichen getrennt und ich gestatte ihr nur darauf Zugriff, wo ich keine Probleme erwarte. Zum Beispiel auf einen kleinen Teil meines NAS, so dass die KI auch in diesem Bereich Daten ablegen und auslesen darf. So kann ich auch vom Smartphone direkt die Daten mit dem Agenten austauschen.
Weil mein System nicht wie OpenClaw ist, agiert es aber nicht eigenständig. Es lebt von meinem Input und handelt auch nur auf meine Anweisung hin. Mir persönlich ist das aktuell lieber. Es fühlt sich sicherer an.
Als LLM kommt bei meinem OpenCode GPT zum Einsatz. Das hat ziemlich pragmatische Gründe, auf die ich nachfolgend auch noch eingehen will. Am liebsten wäre mir jedoch ein lokales LLM, was ich bisher aber noch nicht umgesetzt habe. Auch dafür gibt es wieder Gründe.

Warum OpenCode?
OpenCode war mein erster Zugang zu KI-basierten Tools, die auf dem eigenen Rechner Aufgaben erledigen konnten. Claude hatte ich zu dieser Zeit noch nicht und Codex stand noch nicht als eigenständige Anwendung zur Verfügung.
Während ich zu Beginn Texte zwischen Anwendung und ChatGPT kopieren musste, wurde diese Lücke später mit OpenCode geschlossen. Auf einmal konnte die KI Aufgaben auf meinem Rechner erledigen und ich bin zum ersten Mal mit MCP-Servern in Berührung gekommen. Und ich sage dir, das sind eigentlich die wahren Superhelden.
Ich habe mir auf meinem Rechner eine Infrastruktur aufgebaut, die ich sehr bequem für all meine Zwecke nutzen kann. Gestört hat mich daran nur, dass ich hierfür wieder meinen PC brauche. Ich war also immer noch gefesselt.
Erst später habe ich mich dann noch intensiver mit OpenCode beschäftigt und gesehen, dass es auch als Server zur Verfügung gestellt werden kann. Ab diesem Moment war für mich klar, dass ich genau das in meinem Homelab haben möchte. Die Server laufen sowieso rund um die Uhr und haben noch genug Kapazität, damit ich dort meinen Agenten laufen lassen kann.
Die Einrichtung war dann ein ziemlich nerviger Prozess. Im Grunde musste ich alles nochmal machen, was ich auf meinem PC schon gemacht habe. Aber das war eben der Preis dafür. Und nun habe ich ein OpenCode, das rund um die Uhr für mich erreichbar ist, selbst wenn der PC gerade nicht eingeschaltet ist. Genau das, was ich immer haben wollte.
Doch das sollte es noch nicht gewesen sein …

Die Fernbedienung, mein Smartphone
Ich glaube es hat dann nochmal 1-2 Wochen gedauert, bis mir das ständige Herumhängen vor dem PC auf den Keks gegangen ist. Denn viel Zeit verbringt man entweder mit Warten oder man füllt sie mit anderen Aufgaben. Und versteh mich nicht falsch, die KI ist für den Output echt schnell. Aber wenn sie dann doch mal 10-15 Minuten arbeitet, ist das eine lange Zeit.
Erst dann bin ich nach und nach auf die Erweiterungen für OpenCode gestoßen und eine fiel mir dabei sofort ins Auge: Die Integration mit Telegram.
Daraufhin habe ich dann einen neuen Telegram-Bot erstellt und ihn Robby genannt. Robby der Roboter gewissermaßen. So kreativ wie aus der Grundschule, aber so innovativ wie vermutlich das Jahr 2060. So zumindest war mein Gedanke. Und ich habe natürlich auch irgendeinen Namen gebraucht. Sei es drum …
Ab diesem Moment gab es dann kein Halten mehr. Ich habe in Telegram mit meinem „Agenten“ geschrieben und wirklich allerlei Dinge ausprobiert. Wir haben zusammen so vieles gebaut und in so kurzer Zeit wahnsinnig viele Ergebnisse produzieren können. Ich alleine hätte dafür wesentlich mehr Zeit gebraucht als die KI. Und so hatte ich auf einmal den Eindruck, als hätte ich meine Superkräfte jederzeit in der Hosentasche dabei.
Wenn man das nun noch mit der Spracheingabe am iPhone kombiniert, ist es eigentlich nur noch eines: Wie wenn man seinen eigenen Wunschzettel vorliest und er wird bearbeitet. Der Traum eines jeden Kindes, nur eben mit völlig anderen Wünschen: Automationen, Software, Bugfixes, … Naja, du verstehst, worauf ich hinaus will.
Robby hat schon in den ersten Tagen so viele Dinge für mich bearbeitet, dass ich schlagartig wesentlich mehr Zeit zur Verfügung hatte. Während er sich um die Automationen gekümmert hat, habe ich mich in der Zeit meinem Blog oder meiner Freizeit gewidmet.
Das ist übrigens bis heute noch so.
AI-Workflow im Alltag: Die Praxis
Nach und nach habe ich dann auch angefangen zu realisieren, wie ich am besten mit dieser Technik arbeiten kann. Und welche Vorteile sie mir im Alltag bieten kann.
Im Grunde haben wir ganz sanft gestartet. Wir haben zusammen in mein Home Assistant geschaut und erste Fehler gemeinsam analysiert. Das hat dann irgendwann dazu geführt, dass Robby mir auf Nachfrage auch Verbesserungen zu meinen bestehenden Automationen vorgeschlagen hat. Er konnte das anhand vom Systemprotokoll und den Traces alles auslesen.
Erst später bin ich dann noch einen Schritt weitergegangen und habe ihn Automationen nach meinen Vorstellungen erstellen lassen. Ich wiederum habe dann immer gecheckt, was er getan hat und es mir im Zweifel erklären lassen. Da habe ich schon gemerkt, hier kommt etwas Großes auf uns zu.
Und damit du die Einordnung richtig treffen kannst … Wir reden hier von Dingen, die viele da draußen bislang immer noch nicht tun. Ich sehe es in meinem Alltag immer wieder, dass man mir mit Stolz von Texten erzählt, die ChatGPT gemacht hat. Und ich sitze hier und frage mich, ob wir wirklich noch am Punkt Texte sind oder den schon lange überschritten haben.
Klar, zu Beginn war es spannend mit ChatGPT zu schreiben. Aber inzwischen macht das für mich nur noch einen Bruchteil des ganzen KI-Zeitalters aus. Ich will keine Unterhaltung oder mühevolles Kopieren. Ich will eine Technologie, die mir einen messbaren Einfluss auf mein System bringt. Und hier gehen wir weit über die Nutzung von ChatGPT als Werkzeug hinaus.
Doch lass uns nachher nochmal auf diesen Punkt zurückkommen. Der ist nämlich wirklich spannend.

Praxisbeispiel: Smart Home Umbau
Am vergangenen Wochenende habe ich mich ausführlich mit dem Thema Energiemanagement in Home Assistant beschäftigt. Dazu habe ich neue Schalt-Mess-Steckdosen mit Matter over Thread angelernt und mein Energiedashboard endlich stark verbessert.
Dazu gehörte es auch, dass ich die Verkabelung in meinem Wohnzimmer komplett verändert habe. Das wiederum führte dazu, dass ich Automationen (z. B. meine Kino-Automation) verändern musste. Statt mehrerer Steckdosen gab es jetzt nur noch eine und das muss die Automation entsprechend berücksichtigen.
Gleichzeitig hatte ich aber buchstäblich alle Hände voll zu tun beim Ändern der Verkabelung.
Üblicherweise hätte ich also erst die Verkabelung gemacht und dann die Automation nachgezogen. Stattdessen habe ich dieses Mal aber Robby erklärt, was wir ändern müssen und vor allem auch warum das so ist. Er hat dann die Situation in Home Assistant analysiert und mir einen konkreten Plan für den Umbau der Automation vorgeschlagen. Nachdem ich diesem Plan zugestimmt habe, war alles auch schon in vollem Gange.
Der positive Effekt hierbei ist ganz eindeutig, dass ich so gar keinen PC gebraucht habe und mich voll auf das fokussieren konnte, was Robby eben nicht kann. Und das war die physische Arbeit an der Verkabelung und der Neuordnung der Geräte in meinem Wohnzimmer.
Wo ich also vorher noch hätte nacheinander abarbeiten müssen, konnte ich diese Arbeit parallel erledigen und war nach der Verkabelung schon fertig. Die Zeit für die Umstellung der Automation habe ich mir komplett gespart und so sicherlich 30 Minuten von meinem Tag wieder zurückgewonnen.
Praxisbeispiel: Balkonkraftwerk
Ein weiteres Beispiel für eine wirklich gute Zusammenarbeit ergab sich dann auf Basis meiner Verbesserung im Energiemanagement. Aktuell nutze ich ein Balkonkraftwerk ohne Akku, was mich momentan nicht mehr so richtig glücklich macht.
Insbesondere beim Blick auf die neueren Balkonkraftwerke mit ihren vielen Modulen und den Akkus komme ich sehr ins Grübeln. Denn wo sich Akkus vor 3 Jahren noch nicht gelohnt haben, sieht die Sache heute schon wieder ganz anders aus. Aber ist es auch was für mich?
Ich habe also meinen Agenten losgeschickt und ihm eine Aufgabe gegeben. Er sollte die Daten aus meinem Home Assistant analysieren. Hierzu hat er den Stromverbrauch, die Erzeugung des Balkonkraftwerks und die Einspeisung ins öffentliche Netz. Mit diesen Angaben wollte ich wissen, ob sich ein Akku für mein Balkonkraftwerk lohnt oder ob ich das lieber nicht machen sollte.
Robby hat insgesamt etwa 5 Minuten alles analysiert und mir dann deine Aussage dazu gegeben. Und sie war differenzierter als ich es ursprünglich erwartet habe. Denn er sagte zu mir, dass sich im aktuellen Setup kein Akku lohnen wird. Das liegt vor allem daran, dass die Erzeugung zu gering ist und ich das Potenzial eines Akkus in dieser Form so nicht ausreichend nutzen kann. Außerdem stehen die Kosten da nicht in Relation und ich würde keinen „Gewinn“ erzielen.
Aber er sagte mir auch, dass ich es gewinnbringend machen kann. Hierzu muss ich aber die PV-Leistung erhöhen, so dass sich der Akku wieder lohnen würde. Auf Basis meines Verbrauchs (insbesondere in der Nacht) hat er dann einen konkreten Plan vorgeschlagen, wie so eine Anlage aufgebaut sein könnte.
So konnte ich also innerhalb von kurzer Zeit auf Basis von meinen Daten eine Einschätzung bekommen, die mir ein klareres Bild auf die Sache erlaubt hat. Ob das nun alles so fix ist, wie er es sagt, sei mal dahingestellt. Aber es hat mir zumindest mal eine Orientierung gegeben, in welche Richtung das laufen würde.
Praxisbeispiel: Bewegung im Alltag
Ein völlig anderes Kapitel war die Gesundheit und Bewegung im Alltag. Seit dem vergangenen Jahr haben sich da bei mir einige Dinge verändert und ich wollte mich selbst mit technologischen Tricks im Alltag ein wenig motivieren. Da dieses Thema bei Home Assistant keine Rolle spielt und ich mit der Übersicht von Apple Health nur wenig Ansporn bekomme, habe ich einen neuen Gedanken gehabt.
Ich wollte ein Dashboard für Schritte, Gewicht und generell ein paar Challenges. Und das habe mir zum Anlass genommen, mit Robby darüber zu philosophieren. Das komplette Konzept entstand dann in einem Chat mit ChatGPT und ich habe es an die KI zur Umsetzung gegeben.
Dabei herausgekommen ist die Anwendung Healthy, die bequem im Docker-Container betrieben werden kann und sich mit Home Assistant per API verbindet. Von dort werden kcal, Gewicht und Schritte ausgelesen und intern in einer eigenen Datenbank verarbeitet. Die Anwendung gibt dann Challenges vor, hat eine Bestenliste und zeigt auch eine Einschätzung darüber, wie viele kcal eigentlich welchem Nahrungsmittel entsprechen.
Zugegeben, es ist mehr eine Spielerei. Aber wenn es irgendwem hilft, dann ist das doch ein tolles Projekt. Ich habe mit Robby abends vom Sofa aus Verfeinerungen vorgenommen und die Anwendung dann in meinem Alltag sebst ausprobiert. Und seither habe ich ein wesentlich besseres Gefühl für Bewegung und Schritte im Alltag. Es hat also einen positiven Effekt gehabt.
Die Anwendung ist dabei komplett von der KI entwickelt worden. Mein Input war spannenderweise eher der eines Endnutzers. Ich habe die Sache nicht so stark aus der Sicht eines Entwicklers betrachtet, sondern mehr den Endnutzer-Blick eingenommen. Und es war mein bisher größtes Projekt, das einzig und allein von der KI erstellt wurde. Beeindruckend sage ich dir! Der Zeitaufwand belief sich hier auf weniger als eine Woche. Eine genaue Stundenanzahl kann ich dir aber nicht nennen. Ich habe mich immer am Abend vom Sofa aus damit beschäftigt.

Meine Guides für den Einstieg
Aus all diesen Erfahrungen, die ich nun seit mehreren Monaten mache, sind dann zwei Guides entstanden. Mein Ziel damit ist es, dass ich auch dir zeigen kann, wie man KI sinnstiftend einsetzen kann. Denn die KI ist nicht zur Generierung von absurden Inhalten entstanden, sondern um Hilfe zu leisten.
Ich sehe das als Softwareentwickler jeden Tag und weiß auch ganz genau, was das eines Tages für meinen Job bedeuten kann. Aber ich bin auch einer derjenigen, der sehr nah an der Technik ist und sie auf eine spezielle Art und Weise einsetzen kann.
Mein erster Guide betrifft dabei vor allem den Einsatz von OpenCode mit Fokus auf das Smart Home. Er ist ein Deep Dive und setzt gewisse technische Vorkenntnisse voraus. Du kannst sie dir aber auch Stück für Stück selbst aneignen. Aufgrund der Tatsache, wie viel Zeit und Energie (genauso wie Wissen) dort hineingeflossen ist, biete ich den OpenCode Guide für Home Assistant gesondert von meinen Bloginhalten an.
Wem das für den Einstieg noch etwas zu viel ist, der kann sich stattdessen auf Claude fokussieren. Hier ist der Einstieg aus meiner Sicht wesentlich einfacher und kann von jedem bewerkstelligt werden. So entstand dann auch die Idee zum zweiten Guide, der seit kurzem ebenfalls online ist.
Der Claude Guide für Home Assistant legt dabei wieder den Fokus auf den Einsatz im Smart Home und zeigt dir auf eine sehr praktische Art und Weise auf über 40 Seiten, wie du mit KI im Smart Home durchstarten kannst.
Und das Beste daran ist, dass Claude und OpenCode im Grunde genau das Gleiche umsetzen können. Es sind einfach nur zwei verschiedene Werkzeuge, die je nach Präferenz eingesetzt werden. Qualitativ sind sie beide auf einem sehr starken Level.
Besonders spannend finde ich beide Guides außerdem deshalb, weil wir gerade jetzt in der Sommerzeit viel mehr auf Tour sind und generell weniger Zeit am Rechner verbringen wollen. So muss zumindest dein Smart Home in der Zeit nicht still stehen.
Das Large Language Model
Doch kommen wir nochmal zurück auf das Thema LLM. Es steht noch die Frage im Raum, warum ich nicht auf ein lokales Modell setze.
Als ich mit OpenCode angefangen habe, wusste ich noch nicht wohin die Reise führen wird. Wird es ein Tool, das bleiben darf? Hat sich das Thema nach einiger Zeit wieder erledigt?
Um das alles erstmal mit wenig Risiko zu testen, hat sich meine Subscription bei OpenAI angeboten. Die 20 Dollar pro Monat habe ich sowieso schon wegen ChatGPT bezahlt. Ich habe also kein neues Abo gebraucht und musste auch nicht auf eine tokenbasierte Abrechnung zurückgreifen.
Zwischendrin habe ich dann mal mit lokalen LLMs experimentiert und auch ein paar Ergebnisse erreicht. Keines hat mich jedoch zufriedengestellt im Hinblick auf die Geschwindigkeit und Präzisin. Meine Server haben keine GPU und ich auch nicht unbegrenzt Ressourcen zur Verfügung. Meinen eigenen Rechner will ich zudem nicht auch noch in den Dauerbetrieb schicken.
Es gibt auch Möglichkeiten, ein lokales LLM mit einem Mac Mini zu betreiben. Aber dann sprechen wir von 2000 – 3000 Euro Anschaffungskosten. Für mich ist es demnach aktuell noch nicht das Gelbe vom Ei und ich bin mir im Moment noch nicht sicher, wohin sich mein Setup konkret entwickeln wird.
Was ich aber sicher weiß ist, dass ein lokales LLM natürlich Vorteile in Sachen Datenschutz mit sich bringt und ich im Grunde auch unbegrenzt Token raushauen kann. Die zwei Gedanken haben sich sehr stark bei mir eingebrannt, weshalb das Thema auch noch nicht komplett vom Tisch ist. Ich denke auch, dass sich in den kommenden Monaten und Jahren da noch sehr viel tun wird und vielleicht sehen die Anforderungen nächstes Jahr auch schon wieder völlig anders aus.
Wie sagt man so schön? Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Wie KI meinen Alltag verändert
Kommen wir jetzt noch auf den Punkt zu sprechen, wie die KI insgesamt meinen Alltag verändert. Denn das ist in meinen Augen wirklich spannend.
Vorab ist mir wichtig zu sagen, dass ich das Basteln an Home Assistant liebe. Ich mag es meine Zeit damit zu verbringen und jede Woche das Smart Home ein Stück besser zu machen. Aber ich merke vor allem, dass es in Kombination mit meinem Job in der Softwareentwicklung manchmal auch zu einem Ungleichgewicht führen kann. Wobei ich hier auch wieder nicht weiß, ob ich damit so unglücklich bin …
Jedenfalls sagte ich ja bereits, dass ich auch bei der Arbeit Claude sehr intensiv einsetze. Dort hilft es mir, in gleichbleibender Qualität mehr zu erreichen und einen spürbaren Einfluss auf unsere Software auszuwirken. Die Zyklen haben sich verkleinert, dafür sind es konstant mehr geworden. Und das merken unsere Nutzer jeden Tag.
Privat sehe ich in der gleichen Zeit, dass ich mehr umsetzen konnte ohne mehr Zeit investieren zu müssen. Wo ich früher noch einen ganzen Sonntag mit meinem Smart Home verbracht habe, ist es heute vielleicht nur noch ein halber. Ich habe mich sogar neulich selbst dabei ertappt als ich mir die Frage stellte: Was mache ich jetzt mit dem restlichen Tag?
Und genau das finde ich irre. Aber irre positiv. Genau das sind die Art von Superkräften, die ich jetzt schon mehrfach in meinem Blogpost angesprochen habe. Ich mag das und will es nicht mehr missen.
Wenn ich dann noch meinem Umfeld erzähle, was ich so alles damit mache, dann sind die Reaktionen inzwischen auch sehr interessant zu beobachten. Das freut mich auf der einen Seite, stimmt mich aber auf der anderen auch nachdenklich.

Der KI-Gap
Meine ehrliche Einschätzung zur aktuellen Situation im Hinblick auf KI fällt immer wieder sehr nüchtern aus. Ich beobachte täglich, wie Menschen ungläubig staunen was heute alles möglich ist. Und es fällt mir schwer zu verstehen, was da noch passieren wird.
In meinem Umfeld habe ich mich mal umgehört und mit Erstaunen festgestellt, dass viele noch nie ChatGPT verwendet haben. Und auch nicht Claude. Sie haben mal davon gehört, aber mehr auch nicht. Ich verurteile das in keinster Weise, frage mich aber schon, woran das liegt. Gerät man so nicht schnell auf einen veralteten Stand?
Auf der anderen Seite sehe ich dann wieder diejenigen, die mir Woche für Woche zeigen, was sie alles mit diesen Tools erreichen konnten. Klar ist da auch mal was dabei, was ich völlig bescheuert finde. Aber sie lassen sich darauf ein und versuchen zu verstehen, was sie damit erreichen können.
Der Gap zwischen diesen beiden Gruppen fühlt sich im Moment so groß an, wie noch nie. Manche machen viele Aufgaben händisch in mühevoller Kleinarbeit (und sie machen sie ohne Frage toll) und andere haben schon ihr Helfer-System um sich herum aufgebaut. Das verschafft Vorteile und lässt sie immer produktiver werden.
Ist es vielleicht an der Zeit, dass wir uns alle diese Tools mal ansehen sollten? Insbesondere wenn ich mir täglich Claude ansehe denke ich mir, dass es doch nicht noch einfacher für einen Einstieg werden kann. Mir geht es dabei vor allem darum, dass man zumindest sehen kann, was diese Tools sind und wie sie Einfluss auswirken.
Ich denke man muss sich auch ein Stück weit darauf einlassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Nicht, dass man sie exzessiv und täglich nutzt. Aber mal einen Probelauf macht und Eindrücke sammelt. Denn die Welt wird sich viel stärker und immer schneller in Richtung KI entwickeln. Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Und ich will ihn ehrlich gesagt auch nicht aufhalten. Wir müssen ihn aber gestalten.
Nutzung im Alltag
Wie also sieht es nun aus, wenn ich regelmäßig meine Architektur für mein Smart Home nutze?
Viele Einfälle habe ich spontan. Manchmal lese ich einen spannenden Beitrag, sehe irgendwas auf Instagram oder bemerke eine Sache während ich auf dem Weg in die Küche bin. Etwas eingebürgert hat es sich bei mir, dass ich am Abend auf dem Sofa den Tag nochmal durchgehe und mir dann Kleinigkeiten für Verbesserungen auffallen.
Genau diese Momente waren es dann früher, wo ich mir Notizen gemacht und mich am Wochenende ran gesetzt habe. Ich schreibe zwar heute auch noch meine Notizen, gebe vieles aber direkt an meinen Agenten. Dazu öffne ich Telegram, tippe auf die Spracheingabe (Text-To-Speech) und diktiere meine Wünsche und Anforderungen.
Je präziser ich sein kann und desto genauer ich die Dinge benenne, desto besser wird oft das Ergebnis. Wenn ich zum Beispiel eine Automation verbessern will, hilft es dem Agenten schon enorm, wenn ich ihm den Namen oder die beteiligten Geräte nenne. Natürlich gefolgt von meinen Änderungswünschen. Er beginnt daraufhin alle Informationen zusammenzustellen und mir eine Änderung vorzuschlagen. Manchmal sage ich ihm auch explizit dazu, dass er es sich erst ansehen und mir sagen soll, wie er umbauen würde. Erst mit meinem Okay startet er dann in die Umsetzung.
Dann ist die Zeit für einen Testlauf. Ich schaue mir an, wie die Automation im Alltag arbeitet und schärfe sie dann Stück für Stück mit Hilfe des Agenten nochmal nach. Denn viele Dinge bemerkt man erst so richtig, wenn man sie selbst ausprobiert. Daraus entstehen dann über den Tag oder die Tage hinweg super Dinge, die mir wiederum im Alltag enorm weiterhelfen können. Anstatt also alles von Beginn an perfekt machen zu wollen, gestehe ich dem Agenten als auch mir einen gewissen Spielraum zu. Das hat sich bei mir persönlich ganz gut bewährt. Und solange es nicht auf Perfektion ankommt, funktioniert dieser Spielraum auch sehr gut.
Kein Vollzugriff für die KI
Mitunter ein Grund, warum bisher noch nichts so richtig daneben ging ist, dass die KI bei mir keinen Vollzugriff auf alles hat. Natürlich kann sie in Home Assistant jede Menge Unfug treiben. Das Konto hat entsprechende Berechtigungen und nur so kann die KI in meinem Workflow auch wirklich all das tun, was ich von ihr will.
Aber mein Home Assistant wird täglich gesichert. Sollte es so richtig schiefgehen, kann ich jederzeit ein Backup wiederherstellen und zum ursprünglichen Zustand zurückkehren. Im Worst-Case verliere ich also die Änderungen seit dem letzten Backup und muss dann an dieser Stelle nochmal ansetzen. Das ist aber ein für mich vertretbarer Einschnitt. Es könnte schlimmer sein.
Auf dem Dateisystem hingegen bin ich vorsichtig. Hier gebe ich der KI nur darauf Zugriff, womit sie wirklich arbeiten soll. Ich habe zwar auch von meinem NAS jeweils Backups, aber irgendwie bin ich da wesentlich empfindlicher. Denn ich weiß auch, dass ich mich im Zweifel nicht darauf verlassen sollte wenn die KI nach Berechtigungen fragt.
In Fällen wo ich mir unsicher bin, kopiere ich auch gerne mal einen Ordner an einen anderen Ort und lasse sie dann erstmal nur in der Kopie arbeiten. Oder eben im Original, damit ich die Kopie wiederherstellen könnte. Je nachdem, was für mich praktischer ist. So stelle ich dann ganz pragmatisch im Alltag sicher, dass ich keine Probleme mit kaputten Dateien oder fehlgeschlagenen Prompts bekomme. Jeden Output checke ich dann auch nochmal ab, um mir sicher zu sein, dass sie ihre Aufgabe richtig gemacht hat.
Auch du solltest auf eine ähnliche Weise immer sicherstellen, dass du nicht versehentlich in ein Problem wanderst. Bei Home Assistant hilft schlussendlich nur ein Backup, da ohne Adminrechte eine Bearbeitung von Automationen, Helfern und Skripten einfach nicht möglich ist. Aber ich denke das ist auch für dich vertretbar.
Aber natürlich habe auch ich meine Grenzen. Bankinformationen, persönliche Notizen oder anderweitig sensible Informationen will ich nur ungern an die KI geben. Das kollidiert möglicherweise ein Stück mit den Daten aus Home Assistant, aber völlig versperren kann ich mich mit meinem Setup nicht. Und vielleicht will ich das so auch gar nicht.
Fehler durch die KI
Ein Teil des Themas, den viele immer sehr brennend interessiert, sind die Fehler. Und ich hatte bislang entweder Glück oder beherrsche das Spiel. Ich tendiere eher zu erstem.
Es kam hin und wieder mal vor, dass Robby Anweisungen missverstanden hat und dann in eine völlig falsche Richtung losgelaufen ist. Oftmals war das glücklicherweise nur während der Planungsphase, als wir Änderungen nur in der Theorie durchgegangen sind.
Bei der Umsetzung selbst ist noch nie so richtig was in die Hose gegangen. Ich habe die KI mal eine Mail schreiben lassen und sie hat meine Signatur vergessen. Ärgerlich, aber nicht mehr. Home Assistant ist bislang von gravierenden Fehlern verschont geblieben, was auch mein Vertrauen nach und nach erhöht hat. Genau daran mag es auch liegen, dass ich inzwischen ziemlich locker Aufgaben an den Agenten gebe und er sie bearbeiten darf. Oftmals während ich sogar meinen Film am Abend genieße.
Ich glaube wirklich, dass es wichtig ist, sich selbst auch mit Fehlerkultur zu beschäftigen. Wie bei einem Menschen können der KI noch Fehler passieren. Oder hast du schon mal einen Azubi gesehen, der nie einen Fehler macht?
Wenn wir also gewisse Leitplanken setzen, innerhalb von denen wir fehlertolerant sind, kann das durchaus funktionieren. Denn wenn du auch noch Sicherungen hast, dann bist du ja abgesichert. Du hast ein Sicherheitsnetz, das dich im Zweifel auffangen kann. Das ist für mich immer so der Gedanke, der mich beruhigt an die Sache herangehen lässt.
Mein Fazit und Ausblick
Ich bin an einem Punkt angelangt, der mich glücklich macht. Hinsichtlich meiner Produktivität, meiner Balance zwischen Bildschirm- und Nicht-Bildschirmzeit und im Allgemeinen. Der einzige wirkliche Gefahrenpunkt ist bei mir darin, dass ich ständig am Grübeln bin, was ich als nächstes mit der KI umsetzen werde. Das bereitet mir manchmal starkes Kopfzerbrechen.
Aber ich sehe für mich die vielen Vorteile. Allen voran die Möglichkeit, dass die KI nicht mehr Antworten gibt, die ich auf mein Setup übertragen muss. Sie kann es direkt umsetzen, wenn es mein Wunsch ist.
In meinem Alltag kommt es inzwischen häufig vor, dass ich mehrfach am Tag in mein Smartphone spreche und mir Dinge umsetzen lasse. Während ich mal im Homeoffice zwischen Schreibtisch und Kaffeemaschine pendle, gebe ich dem Agenten Anweisungen für neue Bugfixes oder Wünsche für Automationen. Mein 8h Arbeitstag beinhaltet viel mehr Vielfalt, mehr parallele Arbeit und am Abend habe ich alles erledigt.
Ich bin in einem Zustand angekommen, in dem ich mein Arbeitspensum schaffen kann. Und darüber hinaus noch etwas für mich tun kann. Das gefällt mir wirklich sehr gut.
Und wenn ich regelmäßig in die Gruppen rund um Home Assistant reinschaue sehe ich, dass nicht nur bei mir so ein großes Interesse besteht. Das ist spannend. Und es ist spannend zu sehen, was die Menschen tun, wenn sie die richtigen Werkzeuge an der Hand haben. Auf einmal lässt sich ein Potenzial entfesseln, das es so bisher noch nicht gegeben hat.
Natürlich macht dich die KI nicht zu einem Entwickler. Aber wenn ich mir ansehe, wie viele Ideen auf einmal umgesetzt werden können, ist da erstaunlich. Und viele Menschen haben wirklich tolle Ideen und scheitern aber an der Umsetzung. Vielleicht hat das jetzt ein Ende.
Wie ist das bei dir? Hast du schon KI im Smart Home benutzt und Dinge umgesetzt, die bisher für dich nicht erreichbar schienen? Genau solche Geschichten interessieren mich sehr. Erzähl mir doch gerne mal deine Geschichte (gerne auch anonym) unten in den Kommentaren.

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