Adaptive Lighting in Home Assistant: Tageslicht zum Nachbauen

Beleuchtung gehört zum Smart Home wie Bits und Bytes. Aber einfach nur hell und dunkel ist viel zu simpel. Adaptive Lighting lautet hier das Zauberwort, wenn es um moderne Beleuchtung im Smart Home geht.

Ich habe es selbst seit einigen Tagen im Einsatz. Zwar läuft vieles bei mir noch auf Standardeinstellungen, aber die Ergebnisse des Ganzen finde ich wirklich faszinierend. Gerade im Homeoffice macht es mir den gesamten Tag ziemlich angenehm, da sich das Licht wirklich an den Tagesverlauf anpasst. Natürlich kann ich jetzt nicht mit irgendwelchen messbaren Ergebnissen um die Ecke kommen. Aber schlussendlich spielen Gefühle ja auch irgendwo eine Rolle. Auch wenn es für uns Technik-Geeks manchmal ein bisschen befremdlich wirken kann. 😉

Schauen wir also in diesem Artikel mal genau auf mein Setup, den Effekt und vor allem auf die Einrichtung unter Home Assistant. Am Ende des Artikels kannst du in den Kommentaren mal deinen Eindruck hinterlassen. Lass uns gerne drüber diskutieren!

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Was ist Adaptive Lighting?

Sprechen wir über Adaptive Lighting, dann meinen wir im Grunde eine Anpassung der Beleuchtung hinsichtlich Helligkeit und Farbtemperatur. Ziel des Prozesses ist es, dass man das künstlich erzeugte Licht möglichst natürlich wirken lässt. So soll der Tag-Nacht-Rhythmus gezielt durch Beleuchtung unterstützt werden. Besonders interessant ist das für all jene (wie mich), die viel Zeit am Bildschirm verbringen (müssen) und entweder im Büro oder Homeoffice arbeiten.

Aber auch außerhalb der Arbeit kann Adaptive Lighting sinnvoll sein, um die Beleuchtung gezielt einzusetzen. Denn im Gegensatz zu festen Szenen entwickelt sich so ein Verlauf über den gesamten Tag, der aus meiner eigenen Erfahrung sehr positiv wirken kann.

Ursprünglich eingeführt wurde es meiner Recherche nach dabei von Apple im Jahr 2020, wobei die Funktion letztlich mit iOS 14 veröffentlicht wurde und tief mit dem Apple Home verankert ist. Erst später haben andere Entwickler diese Funktion nach und nach in ihre Systeme übernommen.

Um Adaptive Lighting nutzen zu können müssen die Leuchtmittel zumindest das Dimmen und Einstellen von Farbtemperaturen unterstützen. Insbesondere im Umfeld von Smart Home kommen häufig solche Leuchtmittel vor, weshalb sich der Einsatz hier ganz besonders eignet. Du kannst ja mal in den Kommentaren festhalten, wie viele smarte Leuchtmittel du insgesamt in deinem Haushalt nutzt. Bei mir kommen da schon einige zusammen stelle ich immer wieder erschrocken fest.

Vorteile von Adaptive Lighting

Recherchen nach zu urteilen bietet Adaptive Lighting insgesamt mehrere Vorteile, die sich unterschiedlich auswirken können. Damit du nachvollziehen kannst, worauf ich mich beziehe, konzentrieren wir uns auf folgende Vorteile:

  • Besserer Schlaf: Am Abend wird der Blaulichtanteil im Licht reduziert, was den Körper auf die Nacht vorbereiten soll. Man kennt ein ähnliches Verhalten vom Sonnenverlauf, der sich am Tag auch kontinuierlich verändert.
  • Konzentration: Durch das kühlere Licht am Mittag und der Verlauf davor beziehungsweise danach soll die Konzentration beim Arbeiten gefördert werden. Theoretisch zumindest sollte sich die richtige Beleuchtung damit auf deine Leistung über den Tag auswirken.
  • Augenschonend: Durch die Nutzung von dynamischen Farbtemperaturen sollen die Augen geschont werden. Insbesondere bemerkbar ist der Effekt darin, dass grelles oder zu helles Licht zu den falschen Zeiten (z. B. am Abend) vermieden wird.
  • Einfache Bedienung: Dadurch dass du die Funktion nur einmal aktivieren musst, ist die Bedienung von Adaptive Lighting sehr unkompliziert und in der Praxis nach erstmaliger Einrichtung im Grunde kein Thema mehr. Einmal eingerichtet lässt sich die Funktion problemlos nutzen.
  • Energieeffizienz: Durch die Anpassung der Farbtemperatur und insbesondere Helligkeit soll es einen Einfluss auf den Stromverbrauch der Leuchtmittel haben. Insbesondere am Abend sinkt der Stromverbrauch der Leuchtmittel durch das Dimmen.

Es wird in der Aufzählung aber auch klar, dass das System an Grenzen kommen kann. Gerade bei Schichtarbeit ist es nicht unbedingt förderlich, wenn Leuchtmittel am Abend dunkler und gemütlicher werden, während du dich möglicherweise auf deine Arbeitsnacht vorbereitest. Da das aber sowieso dem gewohnten Rhythmus widerspricht, ist das auch gar nicht Sinn und Zweck von Adaptive Lighting.

Nachteilig können aber mitunter auch sein, dass du dich erst an das Setup gewöhnen musst und manche das Licht als zu kalt empfinden. Das lässt sich aber auch konfigurieren. Dazu gleich mehr.

Vorüberlegungen & Hintergrund

Warum ich mich überhaupt für Adaptive Lighting interessiere ist relativ simpel. Bislang nutze ich insbesondere in meinem Arbeitszimmer die Lichtszenen von Hue. Die funktionieren auch super und ich bin damit zufrieden. Aber am Tag ist es im Homeoffice irgendwie nicht so optimal. Besonders dann nicht, wenn es sich um farbige Lichtszenen handelt. Ich komme einfach nicht so richtig in Gang.

Gleichzeitig genieße ich aber auch das bunte Licht am Abend. Es ist beruhigend und vor allem gemütlich. Ich will also nicht einfach nur auf weißes Licht gehen, sondern die Kombination nutzen und auch die Möglichkeiten ausschöpfen, die Hue mir hier bietet.

Das macht bei mir aber auch wiederum die Komplexität klar: Das farbige Licht soll bleiben. Zum Arbeiten muss aber eine Alternative her. Das bedeutet, dass das Smart Home unterscheiden muss, wann welcher Einsatzzweck gerade gilt. Hierzu habe ich mir auch ein Handling überlegt, das ich dir später im Artikel noch vorstellen möchte. Vielleicht liefert es dir ja einen guten Ausgangspunkt für eine ähnliche Situation.

Alles in allem glaube ich an diesem Punkt, dass mir das Adaptive Lighting weiterhelfen kann, wenn ich es richtig einsetze. Und ich es vernünftig mit meinem Präsenzmelder kombiniere. Denn wenn es draußen super hell ist, brauche ich innen ja auch kein Licht. Genauso wenig wie wenn niemand im Raum ist. Trotz allem möchte ich ja auch Energie nicht verschwenden, sondern sinnvoll einsetzen.

Eine düstere Innenansicht mit roten Lichtern, die Schatten und Muster an eine Wand werfen; im Vordergrund befinden sich mehrere Pflanzen in Töpfen, während im Hintergrund bunte Lichter und projizierte Muster eine festliche Atmosphäre erzeugen.
Typische Beleuchtung zur Winterzeit

Adaptive Lighting in Home Assistant

Nun weißt du schon, dass Adaptive Lighting auf Apple und iOS 14 zurückgeht. Doch glücklicherweise gibt es da draußen pfiffige Entwickler, die genau das auch für Home Assistant entwickelt haben. Konkret sprechen wir hier von einer Integration, die auf GitHub zu finden ist im Repository basnijholt/adaptive-lighting.

Die Installation läuft dabei wie bei so vielen Dingen in Home Assistant über HACS ab. Wenn du noch keine Berührungspunkte damit hattest, empfehle ich dir meinen Leitfaden zu Home Assistant HACS.

Erst nach der Installation kannst du mit der Einrichtung fortfahren, die schon so die einen oder anderen Tücken bereithalten kann. Aber das Ergebnis ist wirklich super beeindruckend. Der Weg lohnt sich also. Und die gute Nachricht an der ganzen Geschichte ist auch, dass du keinen YAML-Code anfassen musst, wenn du es nicht explizit willst. Zumindest hatte ich in meinem Fall noch keine Berührungspunkte damit, wenn es um Adaptive Lighting geht.

Aber du solltest natürlich schon deine Leuchtmittel in Home Assistant vollständig eingerichtet haben. Ansonsten solltest du erst diese Einrichtung machen. Ich habe in meinem Fall die Philips Hue Bridge mit Home Assistant verbunden und steuere so meine Leuchtmittel. Das funktioniert auch mit dieser Integration ohne Probleme.

Kommen wir also nun zur Schritt für Schritt Einrichtung.

Einrichtung in Home Assistant

Ich habe für mein Arbeitszimmer mit mehreren Leuchtmittel den nachfolgenden Weg bestritten und kann seither Adaptive Lighting nutzen:

Benötigte Zeit: 30 Minuten

  1. Installation via HACS

    Schritt 1 führt dich in Home Assistant zu HACS. Dort suchst du nach Adaptive Lighting und installierst dir die Integration von basnijholt. Schaue dir am besten vorher nochmal genau an, dass es sich um die richtige Integration handelt. Sie sollte relativ aktuell sein zum Zeitpunkt deiner Installation.Screenshot der Home Assistant Community Store-Webseite, der verschiedene Integrationen zur Automatisierung und Anpassung von Smart-Home-Geräten anzeigt, einschließlich der Kategorien "Adaptive Lighting", "Koi Wifi" und "Google Assistant", mit Informationen zu Versionen und Download-Optionen.

  2. Einrichtung von Adaptive Lighting

    Nun navigierst du in die Einstellungen von Home Assistant und gehst in den Bereich Geräte & Dienste. Füge unten rechts eine neue Integration hinzu und suche in dem Fenster wieder nach Adaptive Lighting. So wird deine Instanz in deinem Home Assistant erzeugt, die später die Steuerung ausführt.Screenshot einer Benutzeroberfläche zur Auswahl von Anbietern in einer App, die verschiedene Geräte und Funktionen wie Adaptive Lighting auflistet, mit einer Suchleiste zur Eingabe eines Anbieternamens und Optionen zum Hinzufügen von Geräten.

  3. Konfiguration

    Du musst nun die Optionen festlegen. Zuerst wählst du die Leuchtmittel oder Gruppe aus, welche Adaptive Lighting unterstützen soll. Die anderen Werte habe ich alle auf dem Standard belassen, mit Ausnahme der maximalen Farbtemperatur. Diese habe ich auf 5.000 gesetzt. Außerdem habe ich in meinem Fall die ganze Gruppe Arbeitszimmer als Leuchtmittel hinzugefügt.Screenshot eines Dialogfensters mit dem Titel "Optionen für Adaptive Beleuchtung" auf einer Benutzeroberfläche. Das Fenster zeigt verschiedene Einstellungen für die adaptive Beleuchtung und enthält Schieberegler für minimale und maximale Helligkeit sowie einen Eingabebereich für Prozentsätze. Die Benutzeroberfläche ist in einem dunklen Modus gestaltet, und auf der linken Seite ist ein Profilbild sichtbar.

  4. Nutzung

    Nachdem die Einrichtung abgeschlossen ist, kannst du Adaptive Lighting wie ein Gerät in Home Assistant steuern. Zum Beispiel kannst du es ein- und ausschalten, aber auch den Sleepmode, die Anpassung der Farbtemperatur und Helligkeit aktivieren beziehungsweise deaktivieren.Screenshot einer Benutzeroberfläche für die Steuerung von Smart-Home-Geräten. Die Bereiche "Dienst-Info", "Automationen", "Steuerelemente" und "Aktivität" sind sichtbar, mit Schaltflächen zur Aktivierung von adaptiver Beleuchtung und Automatisierungen. Im Aktivitätsbereich steht, dass keine Aktivitäten gefunden wurden.

Die Installation verläuft grundsätzlich ohne YAML oder Eingriffe in Konfigurationsdateien. Außerdem ist sie – wie du sehen kannst – ziemlich schnell durchlaufen. Erst das Finetuning und die korrekte Einbindung in deine Smart Home Umgebung wird dann vermutlich etwas mehr Arbeit machen. Aber das ergibt sich Stück für Stück.

Konfiguration im Detail

Für die optimale Nutzung kannst du in der Konfiguration verschiedene Werte und Parameter hinterlegen. Wir schauen uns jetzt noch die wichtigsten an, damit du ein tieferes Verständnis von der Nutzung bekommst. Vieles ist glücklicherweise schon gut erklärt und es gibt auch eine offizielle Dokumentation, in der du das nachlesen kannst. Insbesondere dann, wenn vielleicht nach dem Artikel eine Frage offen geblieben ist.

Folgende Parameter sind besonders interessant:

  • Interval: Hier kannst du angeben, wie häufig das Licht angepasst werden soll. Ich habe hier den Wert von 90 Sekunden eingetragen beziehungsweise nicht verändert.
  • Transition: Dieser Wert gibt an, wie lange es dauern soll, bis die Lampen sich angepasst haben. Ein längerer Wert passt das Licht langsamer an, ein kürzerer schneller. Je höher der Wert hier ist, desto ruhiger wird die Beleuchtung angepasst. Für mein Verständnis sollte sie aber immer kleiner sein als das Intervall.
  • Initial_Transition: Hier gibst du an, wie schnell das Licht angepasst wird, wenn es eingeschaltet wird.
  • Min_Brightness: So dunkel dürfen deine Leuchtmittel werden (bei mir min).
  • Max_Brightness: Gibt an, wie hell das Licht maximal werden darf (bei mir 100%).
  • Min_Color_Temp: Hier gibst du an, wie warm das Licht maximal werden darf in Kelvin. Bei mir steht es auf 2.000.
  • Max_Color_Temp: Hiermit regelst du, wie kalt das Licht wird. Ich habe den Wert auf 5.000 Kelvin begrenzt. Darüber empfand ich es als unangenehm.
  • Take_Over_Control: Diesen Wert habe ich aktiviert, um so direkt Einfluss auf adaptive Lighting zu nehmen.
  • Intercept: Diesen Wert habe ich aktiviert.
  • Multi_Light_Intercept: Auch diesen Wert habe ich aktiviert.

Viele andere der Konfigurationen habe ich gerade zu Beginn bewusst übersprungen. Mich hat vor allem die grundsätzliche Nutzung und Wirkung interessiert. Da ich außerdem im Arbeitszimmer nicht schlafe, brauche ich mich in meinem Fall auch nicht mit den Parametern fürs Schlafen auseinanderzusetzen.

Grundsätzlich gilt aber, dass auch dein Setup zu meinem unterschiedlich ist. Es kann also durchaus sein, dass du ein paar Werte mehr konfigurieren musst oder vielleicht auch willst. Nimm diesen Blogpost daher bitte als Anstoß für Weiteres anstatt eine komplett vollwertige Anleitung für deine individuellen Voraussetzungen und Wünsche.

Meine Ausgestaltung im Smart Home

Wie ich dir vorher schon erzählt habe, muss ich unterschiedliche Faktoren bedenken:

  • das Smart Home muss wissen, wann Adaptive Lighting aktiv sein soll
  • bunte Beleuchtung will ich trotz allem weiterhin einsetzen
  • der Präsenzmelder und Helligkeitssensor müssen integriert sein

Aus diesen Anforderungen hat sich bei mir ein Konzept ergeben. Dieses Konzept besteht aus einem Homeoffice-Modus, dem Einsatz des Aqara FP2 und der intelligenten Steuerung durch Home Assistant. Technisch basiert es auf zwei Automationen in Home Assistant. Die erste Automation steuert das bunte Licht und wird abgeschaltet, wenn Adaptive Lighting aktiv ist. Die zweite Automation steuert Adaptive Lighting und wird abgeschaltet, wenn das bunte Licht aktiv ist. Als Umschalter dient hier der Homeoffice-Modus.

Ich mache mir hier vor allem den Trick zunutze, dass Home Assistant dazu in der Lage ist, innerhalb von Automationen andere Automationen ein- und auszuschalten. Kombiniert mit der normalen Automatisierung ergibt sich so ein Gesamtkonstrukt für mich.

Lass uns darauf nochmal etwas detaillierter schauen.

Aqara FP2 Anwesenheitssensor
Aqara FP2 zur Präsenzerkennung und Messung der Helligkeit

Homeoffice-Modus

Der Homeoffice-Modus ist in meinem Home Assistant ein einfacher Helfer, der als Schalter agiert. Ich kann ihn ein- und auch ausschalten. Auf diesen Schalter hört dann wiederum eine Automation, die für die Steuerung verantwortlich ist. Die Automation sieht wie folgt aus:

alias: Homeoffice-Automation
description: ""
triggers:
  - trigger: state
    entity_id:
      - input_boolean.homeofficemodus
    from: null
conditions: []
actions:
  - choose:
      - conditions:
          - condition: state
            entity_id: input_boolean.homeofficemodus
            state:
              - "on"
        sequence:
          - action: automation.turn_off
            metadata: {}
            target:
              entity_id: automation.beleuchtung_arbeitszimmer
            data:
              stop_actions: true
          - action: automation.turn_on
            metadata: {}
            target:
              entity_id: automation.arbeitszimmer_adaptive_lighting
            data: {}
          - action: switch.turn_on
            metadata: {}
            target:
              entity_id: switch.adaptive_lighting_arbeitszimmer
            data: {}
      - conditions:
          - condition: state
            entity_id: input_boolean.homeofficemodus
            state:
              - "off"
        sequence:
          - action: switch.turn_off
            metadata: {}
            target:
              entity_id: switch.adaptive_lighting_arbeitszimmer
            data: {}
          - action: automation.turn_off
            metadata: {}
            target:
              entity_id: automation.arbeitszimmer_adaptive_lighting
            data:
              stop_actions: true
          - action: automation.turn_on
            metadata: {}
            target:
              entity_id: automation.beleuchtung_arbeitszimmer
            data: {}
          - action: scene.turn_on
            metadata: {}
            target:
              entity_id: scene.og_arbeitszimmer_soho
            data:
              transition: 10
mode: single

Sobald der Schalter Homeofficemodus sich verändert, wird geprüft auf den Zustand.

Ist der Modus eingeschaltet, wird die Automation Beleuchtung Arbeitszimmer abgeschaltet (sie regelt das bunte Licht). Außerdem schaltet sie die Automation Arbeitszimmer Adaptive Lighting ein und aktiviert das Adaptive Lighting in der Integration.

Wird der Schalter Homeofficemodus hingegen ausgeschaltet, passiert genau das Gegenteil. Zusätzlich wird noch die Szene Soho aktiviert, so dass direkt das bunte Licht wieder dabei ist. In beiden Fällen gibt es außerdem eine Übergangszeit (transition), damit der Wechsel angenehmer ist.

Benutzeroberfläche einer Smart-Home-Steuerung mit verschiedenen Steueroptionen für Beleuchtung, Technik, Fenster und Türen sowie Druckerstatusanzeigen, die in einem dunklen, modernen Design angeordnet sind und Funktionen wie Lichtszenarien, Gerätekontrolle und Automatisierungen bieten.
Mein Dashboard für das Arbeitszimmer. Links ist der Homeofficemodus

Automation: Arbeitszimmer Adaptive Lighting

Die Automation Arbeitszimmer Adaptive Lighting sorgt nun im Grunde einfach nur noch dafür, dass die Beleuchtung basierend auf der Anwesenheit und der Helligkeit im Raum gesteuert wird. Sie sieht so aus:

alias: Arbeitszimmer Adaptive Lighting
description: ""
triggers:
  - trigger: state
    entity_id:
      - binary_sensor.presence_sensor_fp2_963d_presence_sensor_1
  - trigger: numeric_state
    entity_id:
      - sensor.presence_sensor_fp2_963d_light_sensor_light_level
    below: 400
  - trigger: numeric_state
    entity_id:
      - sensor.presence_sensor_fp2_963d_light_sensor_light_level
    above: 500
    for:
      hours: 0
      minutes: 0
      seconds: 45
conditions: []
actions:
  - choose:
      - conditions:
          - condition: and
            conditions:
              - condition: state
                entity_id: binary_sensor.presence_sensor_fp2_963d_presence_sensor_1
                state: "on"
              - condition: numeric_state
                entity_id: sensor.presence_sensor_fp2_963d_light_sensor_light_level
                below: 400
        sequence:
          - action: light.turn_on
            metadata: {}
            data:
              transition: 3
            target:
              entity_id: light.og_arbeitszimmer
          - action: switch.turn_on
            metadata: {}
            target:
              entity_id: switch.adaptive_lighting_arbeitszimmer
            data: {}
      - conditions:
          - condition: or
            conditions:
              - condition: state
                entity_id: binary_sensor.presence_sensor_fp2_963d_presence_sensor_1
                state: "off"
              - condition: numeric_state
                entity_id: sensor.presence_sensor_fp2_963d_light_sensor_light_level
                above: 500
        sequence:
          - action: light.turn_off
            metadata: {}
            data:
              transition: 3
            target:
              entity_id: light.og_arbeitszimmer
mode: single

Als Trigger habe ich die Anwesenheit sowie die Beleuchtungsstärke im Raum festgelegt. Entweder jemand muss den Raum betreten/verlassen oder das Licht muss entweder unter 400 Lux oder für 45 Sekunden über 500 Lux sein. Erst dann wird eine Aktion ausgeführt.

Ist es im Raum zu dunkel, dann wird das Licht eingeschaltet. Ist es zu hell, wird es ausgeschaltet. Die Verzögerung dient dabei dazu, dass man kurze Sonnenstrahlen ausbessert, die zum Beispiel an wolkigen Tagen auftreten können.

Die Differenz zwischen 400 und 500 muss übrigens da sein, da sonst das Licht ständig ein- und wieder ausgeschaltet wird. Ich vermeide so also eine Schleife in der Logik.

Ich nehme zudem die Innenhelligkeit, weil der Raum normalerweise immer dunkler ist als draußen. Außerdem mache ich vielleicht den Rollladen ein Stück runter, da mir sonst das Licht auf den Bildschirm blendet und ich nichts mehr sehen kann. Spätestens dann würden die Werte sowieso nicht mehr stimmen.

Die zweite Automation für das bunte Licht gibt es übrigens deshalb, weil dort andere Trigger für die Helligkeit greifen. Dort lasse ich es bewusst zu, dass der Raum wesentlich dunkler werden darf bevor das Licht reagiert.

Steuerung in der Praxis

In meinem alltäglichen Leben habe ich mir nun zwei Wege geschaffen, wie ich den Homeoffice-Modus aktivieren und auch wieder deaktivieren kann.

Der erste Weg führt mich über die Home Assistant App oder mein NSPanel Pro im Arbeitszimmer. Dort habe ich einen ganz einfachen Schalter, mit dem ich am Morgen den Modus aktiviere und am Nachmittag wieder deaktiviere. Alles andere wird von Home Assistant automatisch korrekt gemacht.

Für den zweiten Weg ist der Amazon Echo zuständig. Ich habe mir den Helfer dort importiert und kann nun sagen: Alexa, schalte Homeofficemodus ein oder Alexa, schalte Homeofficemodus aus.

Sobald ich das mache, wird intern in den Automationen umgeschaltet und die Funktionsweise vom Raum entspricht meinem gewünschten Szenario. Stärker automatisiert ist an der Stelle schwierig. Zwar habe ich zuerst überlegt, ob ich das über einen Kalender machen soll. Wenn aber der Tag doch mal länger als geplant ist, wird es schwierig. Außerdem sind die Kalender innerhalb von Unternehmen meist beschränkt und das Smart Home hat sowieso keinen Zugang. Zwei Kalender parallel will ich aber wiederum auch nicht pflegen. Vielleicht fällt mir in der Zukunft trotzdem noch ein besserer Weg dafür ein.

In meinem Alltag wird zudem die Beleuchtungsstärke des Raums auch über den Aqara FP2 gemessen. Er ist also nicht nur für die Anwesenheit zuständig, sondern liefert mir auch gleich noch die Beleuchtungswerte, die ich für meine Automationen brauche. Die Kombination finde ich hervorragend, da ich so nicht mehrere Geräte einbinden und pflegen muss. Es bleibt also minimalistischer als zuerst gedacht. Verbunden ist er bei mir über HomeKit direkt mit Home Assistant. Hierzu agiert Home Assistant als HomeKit-Zentrale.

Sonoff NSPanel Pro
Mein NSPanel Pro – damals noch mit ioBroker, heute mit Home Assistant Dashboard

Alternative Ansätze

Dem einen oder anderen da draußen wird nun vielleicht Philips Hue etwas sauer aufstoßen. Ich setze zwar voll und ganz auf dieses System. Aber möglicherweise bevorzugst du Leuchtmittel, die direkt per Zigbee an Home Assistant angelernt sind. Oder du nutzt Zigbee2MQTT für die Verbindung zu weiteren Geräten.

Auch in einem solchen Szenario muss das Vorgehen grundsätzlich funktionieren. Der einzige Unterschied besteht dann darin, dass die Befehle anders zu den Lampen kommen. An der eigentlichen Umsetzung in Home Assistant ändert sich nichts.

Du kannst sogar andere Möglichkeiten für die Feststellung von Anwesenheit implementieren. Vor einer Weile habe ich zum Beispiel den Präsenzmelder von Senvolon ausprobiert. Er kommt vollständig ohne Cloud und Verbindung nach außen aus. Damit eignet er sich vor allem für Installationen, die sich weitgehend aus externen Verbindungen zurückziehen.

Im Grunde ist es mit Home Assistant relativ simpel. Denn es ist nicht wichtig, wie die Geräte mit dem System verbunden sind. Viel wichtiger ist es, dass die Leuchtmittel die Funktionen (dimmen, ggf. RGB) unterstützen. Alles andere funktioniert meistens gleich. Nur die Hardware muss eben sitzen. Genauso wie die Leistung, die dein Smart Home dafür zur Verfügung stellen muss. Ein Raspberry Pi, der schon an seiner Kapazitätsgrenze läuft, wird vielleicht Schwierigkeiten haben.

Am Ende des Tages musst du es ausprobieren. Solange du die Basics erfüllst (insbesondere bei den Leuchtmitteln), ist es ein Versuch wert. Es braucht dafür nicht zwangsläufig die herstellereigenen Bridges oder Geräte. Genau das macht Home Assistant und das Smart Home so stark. Dass es eben unabhängig von großen Namen funktioniert und so individuell ist, wie dein eigenes Leben.

Weboberfläche von Zigbee2MQTT
Weboberfläche von meinem Zigbee2MQTT-Docker-Container

Meine Erfahrungen im Alltag

Ich nutze Adaptive Lighting nun schon einige Zeit in meinem Smart Home und habe es immer wieder gerne im Homeoffice aktiv. Ehrlicherweise weiß ich nicht, ob es nur Einbildung oder wirklicher Effekt ist. Aber es hilft mir auf eine gewisse Art und Weise im Alltag wirklich weiter.

Gerade am Morgen merke ich, wie das Licht eher warm ist. Gegen Mittag wird es dann immer kälter und ich erreiche auch meinen Peak beim Arbeiten ziemlich gut. Gegen Nachmittag und Abend wird es dann immer angenehmer und schonend für die Augen. Das stimmt mich schon ganz gut auf die Abendroutine ein, die sich in mein Leben geschlichen hat.

Meist deaktiviere ich das Adaptive Lighting sogar zum Leidwesen meines Haushalts gar nicht mehr und nutze es bis spät am Abend. Gerade an Tagen, wo ich doch mal länger am PC sitze, weil ich mich dann noch um meinen Blog kümmere oder noch andere Dinge abarbeiten muss.

Am Wochenende hingegen oder an Nicht-Homeoffice-Tagen spielt es keine Rolle. Dort nutze ich es meist überhaupt nicht, sondern genieße wirklich diese gemütliche Stimmung durch die bunte Beleuchtung sehr. Das lässt mich ganz gut abschalten und auch mal beim Zocken mein Umfeld für einen kurzen Moment vergessen. Und genau die Kombination ist es ja, die mein Setup in meinen Augen so besonders macht. Ich kann beide Welten miteinander kombinieren ohne Einschnitte zu haben. Das gefällt mir schon sehr.

Gleichzeitig ist Adaptive Lighting aber auch nicht die Wunderwaffe für mehr Produktivität. Eher ein Werkzeug oder ein Baustein von vielen.

Was ich dennoch eindrücklich gelernt habe ist, dass Beleuchtung mehr ist als nur ein bisschen Farbe. Richtig eingesetzt bringt es das i-Tüpfelchen in den Alltag und kann vielleicht noch das letzte Prozent aus allem herausholen. Mehr ist es dann aber auch wirklich nicht.

Wie sehen deine Erfahrungen mit Adaptive Lighting aus? Sprechen dich die Erkenntnisse an? Lass uns unten in den Kommentaren mal ein bisschen Austausch dazu starten.

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Ich bin Lukas – Softwareentwickler, Projektmanager und Gründer von hobbyblogging.de, einem der persönlichsten Smart Home Blogs in Deutschland. Mit einem Master in Wirtschaftsinformatik und über 7 Jahren Erfahrung teile ich hier meine Leidenschaft für Automationen, ioBroker, Home Assistant und Co.Mein Smart Home ist kein Showroom – es ist mein echtes Zuhause. Ich teste, dokumentiere und schreibe über das, was wirklich funktioniert – praxisnah, transparent und ehrlich. Besonders im Fokus: die Plattformen ioBroker und Home Assistant. Insbesondere mit letzterer steuere ich mein gesamtes Zuhause.Du suchst smarte Inspiration, Tipps oder eine Anleitung, die dir wirklich hilft? Dann bist du hier genau richtig.
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Ich bin Lukas – Softwareentwickler, Projektmanager und Gründer von hobbyblogging.de, einem der persönlichsten Smart Home Blogs in Deutschland. Mit einem Master in Wirtschaftsinformatik und über 7 Jahren Erfahrung teile ich hier meine Leidenschaft für Automationen, ioBroker, Home Assistant und Co.Mein Smart Home ist kein Showroom – es ist mein echtes Zuhause. Ich teste, dokumentiere und schreibe über das, was wirklich funktioniert – praxisnah, transparent und ehrlich. Besonders im Fokus: die Plattformen ioBroker und Home Assistant. Insbesondere mit letzterer steuere ich mein gesamtes Zuhause.Du suchst smarte Inspiration, Tipps oder eine Anleitung, die dir wirklich hilft? Dann bist du hier genau richtig.
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Zuletzt aktualisiert 11.01.2026 / (*, **) Affiliate Links / Preis kann abweichen / Bild: Amazon Product Advertising API

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